Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon maxwalter » So 2. Dez 2018, 07:52

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon maxwalter » Fr 11. Jan 2019, 12:52

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon JVB NRW » Fr 11. Jan 2019, 19:00

Und wat machen die jetzt in NRW? Es gibt eine Expertenkommission aus alten Kadern, die zuvor schon jahrzehntelang kein bisschen verändert haben. Ich wage mal eine Prognose..... wird wieder nichts. "Wie wollen Sie denn hier rum laufen? Wie Rambo?" "Haben wir früher auch nicht gebraucht." "Da erschrecken sich die Gefangenen ja." Ich kenne die ganzen Sprüche auswendig und kann sie nicht mehr hören. Ich sage immer, dass wenn einer auf der Baustelle ohne Helm daherkommt, dann wird darauf hingewiesen, dass das gefährlich ist. Wir dürfen uns aber vor unserem kriminellen Gegenüber und deren Freunden nicht schützen.
Welchem Interessenten kann man den Beruf denn noch empfehlen?

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon maxwalter » Sa 12. Jan 2019, 11:41

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon 1957 » Sa 12. Jan 2019, 11:55

Das wäre allerdings eine schäbige Art und Weise. Wer arbeitsunfähig ist, entscheidet der Arzt. Wer ohne wirklich beeinträchtigt zu sein, sich krank schreiben lässt, ist m.E. kein Kollege.

Die statistischen Erfassungen erscheinen mir noch nicht ganz ausgefeilt. Daran wäre noch zu arbeiten. Aufgabe für Gewerkschaften und Vorgesetzte. Diese Statistiken sind auch nicht geheim.
Erstattet ihr Anzeigen bei der Polizei?

Bei einer Führung in einer JVA (NRW) erklärten einige Mitarbeiter, dass sich Angriffe und gefährliche Situationen in Grenzen halten. Das ist natürlich eine subjektive Einschätzung, ähnlich wie die Eure, die ja auch nicht mit Zahlen belegt wurde.

Aus Euren Beiträgen ist zu entnehmen, dass bei Euch ein Vertrauens- bzw. gutes Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Führungs- bzw. Leitungsebene zumindest nicht überall besteht.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon maxwalter » Sa 12. Jan 2019, 12:13

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon 1957 » Sa 12. Jan 2019, 12:16

Das mit dem Vertiefen wäre aber notwendig, um die bestehenden Probleme aufzuzeigen. Das musst du ja nicht hier machen.

Bei uns (Polizei), geht nicht jeder wegen jedem Angriff, Widerstand o.ä. zum Arzt.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » Sa 12. Jan 2019, 13:03

Wenn ich bei einem Einsatz/Übergriff verletzt werde gehe ich auf jeden Fall zu einem Arzt. Alleine schon damit die Sache aktenkundig ist (bei eventuellen Spätfolgen). Wird man aufgrund einer im Dienst erlittenen Verletzung krank geschrieben (länger als 2 Tage) ist das ganze Meldepflichtig ans JUM und zählt in der Statistik. Ist diese Statistik wichtig? Ich meine Ja. Der Justizvollzug hat keinerlei Lobby und ist für die allermeisten (Politiker/Medien/Bevölkerung)letztlich nur ein notwendiges Übel (das nur Geld kostet), welches gerne vernachlässigt wird. Wenn in der Statistik aber die Zahlen dementsprechend (wahr) sind. Wird der eine oder andere "Entscheidungsträger" eventuell auch mal "wach" und erkennt das der Job nicht einfach- und mehr ist als Tür auf/ Tür zu (Schliesser)....

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon 1957 » Sa 12. Jan 2019, 13:18

Du hast mich nicht verstanden.
Natürlich sind Statistiken wichtig. Die euren sind da noch verbesserungswürdig - insbesondere im Hinblick darauf, dass wohl i.d.R. erst dann erfasst wird, wenn ein Kollege/Kollegin nach Angriff o.ä. krankgeschrieben wird.
Meine Wenigkeit und eine ganze Reihe anderer gehen nicht wg. jedem blauen Fleck oder Kratzer zum Arzt.
Bei uns wird jeder Vorfall, mithin auch Beleidigungen, statistisch erfasst.

Und natürlich habt ihr auch eine Lobby. Kurze Recherche im Internet zeigt, dass die Medien Vorfälle in JVA etc. sehr gerne aufgreifen. Auch die Gewerkschaften sind am Ball.

Und was die von dir erwähnte Vernachlässigung betrifft, so ist das nicht nur die Justiz betroffen. Das sind Folgen der nahezu 3 Jahrzehnte andauernden Sparpolitik und bezieht sich auf alle Verwaltungen.
Auch in deinem Post liest sich wieder der versteckte Hinweis auf Probleme mit "Entscheidern" etc.

Aus meiner Erfahrung im Bereich Polizei kann ich dir sagen, dass Veränderungen immer erhebliche Zeit brauchen. Sieh z.B. die Beschaffung von Schusswesten etc.

Bleibt am Ball und argumentiert sachlich. Hier liest sich der ein oder andere Beitrag wirklich nicht so ganz gut, im Hinblick auf Subjektivität und persönlicher Einstellungen. Solche "Meckerei" wird nämlich von vielen nicht Ernst genommen und ist von daher schädlich.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon maxwalter » Sa 12. Jan 2019, 13:29

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon JVB NRW » Sa 12. Jan 2019, 13:47

Eben das ist es ja. Passiert einem Polizisten etwas, dann werden Verbesserungen durchgesetzt, weil deren Vorgesetzte eben auch Polizisten sind. Und weil die in der Öffentlichkeit stehen.
Passiert uns etwas bekommt das erstens keiner mit. Und die, die über alles weitere entscheiden, wissen oft nicht wie die Situation wirklich aussah und können es sich auch nicht vorstellen. Bodycams würden das erleichtern. Und wer noch glaubt, dass die entsprechenden Fälle weiter gemeldet werden, dem kann ich auch nicht helfen. Wenn das JM von nur einstelligen Zahlen spricht, geht da bei mir ein Lämpchen an. Bei uns ist es wie im wahren Leben. Ein Krankenhaus wird auch von Architekten geführt und auf der Baustelle haben Sozialarbeiter das Sagen. Aber wir ändern das nicht und interessiert auch niemanden.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon 1957 » Sa 12. Jan 2019, 13:55

Ich glaube, ich habe herausgestellt, dass die Statistik der JvAen mangelbehaftet sind.
Die Einzelfälle interessieren mich nicht (sachlich betrachtet, natürlich tun mir Betroffene leid) . Ich kenne das Klientel und die Situationen.
Wichtig zum Veränderungsprozess ist das Gesamtergebnis. Nicht jeder Pillepalle ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Und da muss natürlich auch mal die Entscheidung gefällt werden, welche Fälle erfasst werden. Wenn alles rosarot wäre, bräuchten wir keine JVAen.


und das: "Eben das ist es ja. Passiert einem Polizisten etwas, dann werden Verbesserungen durchgesetzt, weil deren Vorgesetzte eben auch Polizisten sind",

möchte ich bestreiten. Bestes Beispiel ist die bereits erwähnte Beschaffung von Schusswesten, die zunächst politisch nicht gewollt war und erst auf zunehmendem öffentlichen Druck umgesetzt wurde. Das war ein jahrelanger Prozess.
Und sicher weißt du, dass Polizeibehörden meist nicht von Polizisten geführt werden und das jede Beschaffung ( Bodycam, Waffen etc.) erst nach langer Diskussion oder bestimmte Entwicklungen beschafft wurden.

Gleichwohl sollten grundsätzliche Überlegungen ( z.B. Strategie des Strafvollzugs) auch bei Ausrüstung und Ausbildung der Justizvollzugsbeamten eine Rolle spielen.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » Sa 12. Jan 2019, 14:08

1957 hat geschrieben:
Sa 12. Jan 2019, 13:55
Gleichwohl sollten grundsätzliche Überlegungen ( z.B. Strategie des Strafvollzugs) auch bei Ausrüstung und Ausbildung der Justizvollzugsbeamten eine Rolle spielen.
Richtig. "Sollten". Tut es aber in zu vielen Fällen nicht.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon maxwalter » Mo 14. Jan 2019, 09:32

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » Mo 14. Jan 2019, 09:57

maxwalter hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 09:32
Ich selber habe da meinen Weg gefunden und werde das auch noch bis zur Pensionierung so schaffen.

Ausrüstung was notwendig ist selber besorgt, nach mir die Sintflut. Sich selber nicht angreifbar machen und zur Nothilfe wohl bedacht laufen.
Ganz genau ! Mein Spint ist voll mit privatbeschafftem, privatfinanzierten Sachen.
Ist eh besser und passt wenigstens...


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