Schichtmodelle

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Jungspund3 » Di 12. Nov 2013, 16:11

Servus Nightshift,

Dein Link ist für Arbeitnehmer!
Im Justizvollzug arbeiten überwiegend Beamte. Wie es sich mit den Beschäftigten i. JVD verhält, kann ich Dir nicht sagen.

Dank der Föderalismusreform, regelt jedes Bundesland die Rahmenbedingungen der Landesbeamten selbst!

Daher stellt sich Deine Frage, zumindest den Landesbeamten nicht!

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Nightshift » Di 12. Nov 2013, 17:49

Moin,

habe mir nun einmal die AzV öD Bayern durchgelesen - Klingt für mich schon so, als ob die EU Richtlinien damit eingeflossen sind.

@Wile E. Coyote
So wie Du kennen es die Kollegen in Hamburg auch - Ein paar Anstalten haben dort 12 h Schicht, um so wenig Fahrten und soviel Freizeit wie möglich zu haben. Teilweise wohnen die Kollegen/in 100 km von der Dienststelle entfernt.
Aber wie kommen den diese hohen Überstunden bei Euch zusammen?


Für uns Schleswig Holsteinischen Landesbeamte :polizei2: hat sich die Lage durch die Anpassung unserer SH AZVO dabei etwas wunderbares vollzogen.

Hat man vorher Druck ausgeübt oder wurde ohne sprechen eingeteilt um Dienste aufzufangen, wird nun gefragt, ob man zusätzliche Dienste übernimmt und dafür während der Woche seinen Freizeitausgleich nimmt - Solche Sachen, wie 150 -300 Überstunden kennen wir, zumindest in den größeren Anstalten, so nicht mehr!

Und darum geht es mir hier auch jetzt - Wird Euch ein freies Wochenende, ein freier Tag "gestrichen" um dien Dienst aufzufangen? Oder werdet Ihr gefragt, um den Dienst aufzufangen?


P.S. Das Europarecht kennt und nennt deutsche Beamte nicht ausdrücklich und spricht immer, wie im Rest Europas - vom Arbeitnehmer :) Gemeint sind aber auch die deutschen Beamten :zustimm:

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Niederbayer » Do 14. Nov 2013, 19:38

Servus,
wir arbeiten auch im 12/2 Modell in unserem Haus.
Ich dachte immer das wäre normal :gruebel:

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Woife » Fr 15. Nov 2013, 17:30

Normal? Naja nur 4 freie Tage pro Monat find ich jetzt nicht grad unbedingt viel.

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Jungspund3 » Fr 15. Nov 2013, 18:17

Wenn Du z. B. nach Stadelheim kommst, ist es normal!

Ansonsten, wie bereits geschrieben, gibt es unterschiedliche Schichtsysteme!

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon chris2424 » Fr 15. Nov 2013, 19:51

Hallo zusammen,
12/2 ist im bay. Vollzug leider die Normalität. Wir sind das Bundesland mit der schlechtesten Personalausstattung. Wichtig an den Überstunden ist das man sie auch wieder abbauen kann, hier hilft meistens nur das man Anrufe, der Dienststelle, ignoriert. Wer nicht erreicht wird kann auch keine Überstunden aufbauen. Es ist keine gute Lösung aber manchmal einfach nötig um seine eigene Gesundheit zuschützen. Ich behaupte das bay. Schichtsystem macht auf Dauer krank. Eine Änderung ist nicht in Sicht, da weder Vorgesetzte noch das JM interesse daran haben. :stupid:
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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Nightshift » Sa 16. Nov 2013, 16:43

Moin,
in der Anstalt in S -H, in der ich meinen Dienst verrichte, haben wir auch den 12/2 Rhythmus bei einer 41 Stunden Woche.
Wir haben ebenfalls eine Sechs Tage Woche - Jedoch auch nur 6,88 Stunden pro FD und SD Schicht bzw. im Einvernehmen mit der Personalvertretung 11 Stunden ND.
Das macht es den auch erträglich, "nur" 4 freie Tage im Monat zu haben.

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon M7 » So 1. Dez 2013, 02:24

Servus.
Also bei aller Liebe aber einen 12/2 Rhythmus und 6,88h statt 8,2h ist weder Familien- noch Arbeitnehmerfreundlich. Ich behaupte sogar es ist gesundheitsschädigend und demotivierend! Wieviel Zeit bekommt ein Kollege geschrieben der krank zu Hause ist? 8,2h! Da wird es für viele schwierig sich für 6,88h mit einem Schnupfen durch den Tag zu quälen und Sprit zu verfahren, wenn man zu Hause auf der Couch doch 8,2h geschrieben bekommt. Auf einen Dienstfreien Tag kann man sich auch nur schlecht retten, da man ja nur alle 12 Tage Sa und So frei bekommt. Also da wär unser Laden schon zusammengebrochen. Insgesamt halte ich so ein System für wenig Vorteilhaft da ich der Meinung bin Erholung findet nur statt wenn man komplett zu Hause bleiben darf und nicht wenn man eine kurzen Arbeitstag fährt. Wir arbeiten im Übrigen auch (noch) keine kompletten 8,2h (was ich auch hier schlecht finde) im 10/4 Rhythmus. Maßgabe: Ich habe eine 5Tage Woche, keine 6 und wenn ich 2 Tage WE arbeite will ich 2 Tage frei. Ich bin seither davon ausgegangen das wäre normal??!!
Gruß M7 (BaWü)

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Woife » Mo 2. Dez 2013, 08:31

Ich kann es mir auch nicht vorstellen das das so erlaubt ist das man 12 Tage arbeitet und dann nur 2 Tage frei hat. Das wären dann ja nur 4 Tage frei im Monat bei einer 5 Tage Woche.
Aber naja ich lass es mal auf mich zukommen.

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon M7 » Do 5. Dez 2013, 18:53

Servus

Hab mal kurz Google bemüht da die Rechtsnorm in BaWü anders ( aber ähnlich ) lautet:

§ 7 SH AZVO

Ruhepausen und Ruhezeiten

(1) Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden ist eine Ruhepause zu gewähren.

(2) Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden einzuhalten.

(3) Zusätzlich zur täglichen Ruhezeit ist eine zusammenhängende Mindestruhezeit von 24 Stunden pro Siebentageszeitraum zu gewähren. Hierbei gilt ein Bezugszeitraum von 14 Tagen.

(4) Die oberste Dienstbehörde kann eine Ausnahme von den Bestimmungen der Absätze 1 bis 3 in den Bereichen zulassen, in denen die Kontinuität des Dienstes gewährleistet sein muss. Die Ausnahme ist nur zulässig, wenn den betroffenen Beamtinnen und Beamten gleichwertige Ausgleichsruhezeiten gewährt werden oder sie im Einzelfall, wenn gleichwertige Ausgleichsruhezeiten aus objektiven Gründen nicht möglich sind, einen angemessenen Schutz erhalten.


Also nach Ausnahme hört sich das nicht an, daher auch rechtlich bedenklich. Manche JVAs handeln auch nach dem Prinzip wo kein Kläger...

Gruß M7

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Niederbayer » So 9. Feb 2014, 18:42

Hallo,

der Fred ist zwar schon älter, aber immer noch aktuell, denke ich.

Laut unserem DL möchte unser neuer Minister keine 12er Züge mehr.
Auch die Überstunden möchte er soweit als möglich runterfahren.
Nachdem mein DL eigentlich immer schon offen mit uns gesprochen hat, glaube ich Ihm das auch.
Die JVS Straubing bekommt für einen Ausbau auch kein Geld vom JM, da die 200 nötigen Stellen wichtiger sind, als eine grössere Schule. Das habe ich selbst im Straubinger Radio gehört.

Schau ma mal wie sich das in BY einpendelt, ob es eine Möglichkeit zur bayernweiten 10/4 Regelung gibt. Ich finde im Jahr 300 Überstunden schon etwas heftig, aber ich mach sie auch obwohl ich täglich heimfahren "darf".

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Cyrus » So 23. Mär 2014, 09:38

Hihi, Radio AWN... :D

Bei uns im Oberbayrischen (zur Zeit wieder etwas bekannteren) "Gästehaus", fahren wir im Allgemeinen 12/2...

für manche Kollegen hier, vor allem an meiner speziellen Dienststelle stellt das aber auch schon eine Verbesserung dar. Wir haben auch schon mehrere Wochenzüge (mein Rekord lag bei 5 Wochen am Stück, wegen schwerwiegender Erkrankung von Kollegen).

Da können wir über 12/2 nur müde lächeln und freuen uns über das bisschen Zeit mehr, dass wir mit den Familien und zuhause verbringen können.

Allerdings hab ich auch mehr als 180 km, bis ich zuhause bin und die Versetzung nach NdBy zieht sich schon seit ein paar Jahren hin.

Ansonsten zum Schichtmodell:

insgesamt haben wir im Schnitt 5 Schichten über den Tag verteilt, wobei sich der ND in 3 schichten aufteilt.

Früh - Tag - Spät - Nacht m. Bereitschaft (12h) und ohne Bereitschaft durchgehend.
Bildung ist wie eine Geschlechtskrankheit, macht einen für die meisten Berufe ungeeignet und man fühlt sich versucht sie weiterzugeben. - Terry Pratchett

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Woife » So 2. Nov 2014, 19:43

Also jetzt bin ich ja schon seit mittlerweile Februar dabei und muss sagen bisher ist es alles sehr interessant und abwechslungsreich.

Das einzige was mich echt noch sehr beschäftigt ist das 12/2. Man hört zwar immer wieder das die Leute dann zwischendurch mal 1-2 Tage in der Woche frei haben wenn es die Situation zulässt aber soll halt nicht die Regel sein.
Die nächsten 30 Jahre lang nur noch 4 Tage pro Monat frei zu haben ist keine so tolle Aussicht muss ich sagen.
Da wunderts mich nicht das es viele Kollegen gibt die oft "krank sind"

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Guard » So 2. Nov 2014, 19:59

Woife hat geschrieben: Da wunderts mich nicht das es viele Kollegen gibt die oft "krank sind"
Stimmt.
Jetzt muss das, was du innerhalb weniger Wochen erkannt hast, nur noch der Dienstherr erkennen und etwas ändern... :polizei7: :tot:
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung!

Pro Dienstgradabzeichen für die Justiz . Pro bessere Außendarstellung / Öffentlichkeitsarbeit !!

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Re: Schichtmodelle

Beitragvon Woife » So 2. Nov 2014, 20:11

Da können wir wohl lang warten.
Was ich noch so mitbekommen hab hat man nach der Nachtschicht meist noch mal nen Tag oder so, in manchen Anstalten sogar ne ganze Woche frei.


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