Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon IMP » Mo 10. Jul 2017, 17:55

Hallo zusammen.

Ich wollte das hier schon längst gemacht haben. Jetzt mit "nur" einer 6-monatigen Verspätung...

Ich hatte einen kleinen Disput schriftlicher Art, mit dem Vertriebsleiter (so denke ich) einer bekannten Textilfabrik, von der wir unsere Dienstkleidung beziehen (ich jetzt nicht mehr). Dachte, es wäre interessant für euch zu lesen, was man so von uns hält. Mir ging es darum, dass ich eine Strickjacke kaufen wollte und einen Pullover erhielt. Daraufhin wollte ich diesen natürlich umtauschen und bekam eine Strickjacke.... allerdings in einer völlig anderen Größe. War mir viel zu klein. Danach hatte ich natürlich "eine Krawatte". Das ist die Antwort darauf:

Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,

vielen Dank für Ihre Email.

Wenn Sie bei uns, und wahrscheinlich auch bei unseren Mitbewerbern, einen Pullover bestellen, dann erhalten Sie einen Pullover.

Eine Strickjacke hat einen durchgängigen Reißverschluss, praktisch also einen Pullover mit Reißverschluss der diesen komplett öffnet.

Die Problematik bzw. das aufgetretene Missverständnis liegt wahrscheinlich im Detail, denn der Justiz-Pullover ist eigentlich ein Troyer.
Ein Troyer hat nur einen angesetzten Reißverschluss, um die Kopföffnung praktischerweise zu vergrößern oder zu verkleinern.

Sie sind jetzt die erste Person landesweit, bei der dieser wörtliche Missstand zu einer Verwechselung bei der Bestellung geführt hat.
Wir werden Ihre „Reklamation“ zum Anlass nehmen, in unserem nächsten persönlichen Gespräch mit dem Ministerium auf diese Verwechselungsmöglichkeit hinzuweisen.
Persönlich glaube ich, dass Ihre Kollegen mit dem Begriff Troyer sehr viel weniger anfangen können als mit dem Wort Pullover.

Gerne tauschen wir Ihnen den gelieferten Pullover gegen eine Strickjacke um.
Aus Kulanz werden wir sogar die Frachtkosten für die Abholung und den Neuversand übernehmen.


Mit vorweihnachtlichen Grüßen
XXXXXXXXXXXX

Ich finde, dass das überhaupt nicht geht. ich bin über unseren Personalrat gegangen, dieser hat sich mit diesem Typ in Verbindung gesetzt und man entschuldigte sich. Über ihn! Man hat demjenigen mitgeteilt, dass er sich doch bei mir persönlich entschuldigen möge. Bis heute nicht erfolgt.

Daraufhin habe ich ihm auf seine Mail geantwortet und unter anderem darauf hingewiesen, dass er bei besagten Gespräch im JM doch direkt mit angeben kann, dass unsere Dienstkleidung qualitativ einiges zu wünschen übrig lässt. Alles weitere möchte ich hier lieber nicht bekanntgeben :-P

Wie gesagt, hier sieht man mal, was sich die Hersteller einbilden, nur weil sie mit uns Geld verdienen (können).
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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon Bones65 » Mo 10. Jul 2017, 20:21

Ich komme zwar nicht aus dem Justizvollzug, aber in meinem vorherigen Job habe ich mit Dienstkleidungsbeschaffung viel zu tun gehabt und kann die von dem Vetriebsleiter genannte Problematik nur bestätigen.
Sehr viele Leute kannten den Unterschied zwischen Troyer, Pullover und Strickjacke wirklich nicht. Wir hatten da regelmäßig Probleme.

Die Antwort find ich übrigens vollkommen okay und sehe keine verbalen oder sonstigen Entgleisungen.
:snoopy:

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon Controller » Mo 10. Jul 2017, 20:29

Die Antwort find ich übrigens vollkommen okay und sehe keine verbalen oder sonstigen Entgleisungen.
Ich frag mich schon seit ein paar Stunden, was da diesen Aufreger wert ist ???
Was für Bayern gut ist, kann für NRW (und den Rest des Landes) nicht schlecht sein.

Kann ich was dafür, wenn mir davon schlecht wird ?

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon PotionMaster » Mo 10. Jul 2017, 20:49

Verstehe ich auch nicht? :?:
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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon poliziotto » Mo 10. Jul 2017, 23:22

Ich verstehe den Aufreger ebenfalls nicht. Der Angestellte hat absolut professionell und freundlich geantwortet und darüber hinaus sogar noch eine Lösungsmöglichkeit auf Kosten des Unternehmens vorgeschlagen. Sich darüber auf dem großen Weg zu beschweren, halte ich für absolut unangebracht und nicht nachvollziehbar. Da hoffe ich, dass der Angestellte einen Vorgesetzten mit gesundem Menschenverstand hat, welcher diese Beschwerde direkt dort abgelegt hat, wo sie hingehört.

Der Begriff Troyer ist auch mir unbekannt.

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon superschnucki » Di 11. Jul 2017, 01:39

Ich kann das kleinliche Verhalten des TE absolut nicht nachvollziehen, dieser macht auf mich den Eindruck eines Querulanten. Den Personalrat in diesen hausgemachten Disput miteinzubeziehen halte ich für sehr übertrieben.

Wofür hätte sich denn der Mitarbeiter persönlich entschuldigen sollen? Er hat doch alles in die Wege geleitet, um eine kostenfreie Retoure zu ermöglichen.

Troyer ist ein Pullover mit Reißverschluss der für die Seefahrt verwendet wird.

Ich kann mich Poliziotto nur anschließen. Dieses Verhalten war einfach nur unangebracht.

Manchen Leuten kann man es eben nie recht machen.

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon schnapper112 » Di 11. Jul 2017, 02:19

Merkwürdig ist auf jeden Fall, dass die Herstellerfirma eine Beschreibung zum Troyer mach, obwohl es in der Dienstkleidungsvorschrift keinen Troyer gibt.
In NRW gibt es die "Strickjacke" und den "Strickpullover"; also ganz eindeutige Bezeichnungen...

Deshalb finde ich die Antwort der Firma schon etwas "spitzfindig" geschrieben wenn man zwischen den Zeilen liest. :lupe:

Für die Kolleginnen und Kollegen der anderen Bundesländer vielleicht eine kleine Erklärung:

In NRW gibt es drei Lieferanten von Dienstkleidung, die sich bei der Herstellung ganz klar an die Leistungsbeschreibung (Material, Farbe, Größe, Form pp.) zu halten haben. Leider gibt es aber keine Qualitätskontrolle seitens des Ministeriums, so dass die Artikel (wie hier in dem Fall der Pullover / die Strickjacke) von Lieferant zu Lieferant und teilweise sogar bei einem Lieferanten in unterschiedlichen Chargen unterschiedlich ausfallen.
Das heißt, das Größe 50 nicht immer und bei jedem Größe 50 ist.
Auch die Farben und Qualitäten weichen immer wieder ab; dennoch lassen sich die Lieferanten alles fürstlich bezahlen.
Und wenn ein Lieferant einen falschen Artikel geliefert hat, dann sollte er sich nicht herausheben und die Kulanz in den Vordergrund stellen, sondern selbstverständlich die Lieferkosten für den Umtausch übernehmen.

Die oben genannten Probleme gäbe es vermutlich nicht mit einer Kleiderkammer, die gleichzeitig auch eine Qualitätskontrolle übernimmt, so wie es in einigen anderen Bundesländern üblich ist oder gerade eingeführt wird.

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon Diag » Di 11. Jul 2017, 07:17

schnapper112 hat geschrieben: Deshalb finde ich die Antwort der Firma schon etwas "spitzfindig" geschrieben wenn man zwischen den Zeilen liest. :lupe:
Vielleicht war das auslösende Schreiben ja auch nicht rein sachlich? ;-)

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon Knaecke77 » Di 11. Jul 2017, 07:25

schnapper112 hat geschrieben:Merkwürdig ist auf jeden Fall, dass die Herstellerfirma eine Beschreibung zum Troyer mach, obwohl es in der Dienstkleidungsvorschrift keinen Troyer gibt.
In NRW gibt es die "Strickjacke" und den "Strickpullover"; also ganz eindeutige Bezeichnungen...

Deshalb finde ich die Antwort der Firma schon etwas "spitzfindig" geschrieben wenn man zwischen den Zeilen liest. :lupe:

Für die Kolleginnen und Kollegen der anderen Bundesländer vielleicht eine kleine Erklärung:

In NRW gibt es drei Lieferanten von Dienstkleidung, die sich bei der Herstellung ganz klar an die Leistungsbeschreibung (Material, Farbe, Größe, Form pp.) zu halten haben. Leider gibt es aber keine Qualitätskontrolle seitens des Ministeriums, so dass die Artikel (wie hier in dem Fall der Pullover / die Strickjacke) von Lieferant zu Lieferant und teilweise sogar bei einem Lieferanten in unterschiedlichen Chargen unterschiedlich ausfallen.
Das heißt, das Größe 50 nicht immer und bei jedem Größe 50 ist.
Auch die Farben und Qualitäten weichen immer wieder ab; dennoch lassen sich die Lieferanten alles fürstlich bezahlen.
Und wenn ein Lieferant einen falschen Artikel geliefert hat, dann sollte er sich nicht herausheben und die Kulanz in den Vordergrund stellen, sondern selbstverständlich die Lieferkosten für den Umtausch übernehmen.

Die oben genannten Probleme gäbe es vermutlich nicht mit einer Kleiderkammer, die gleichzeitig auch eine Qualitätskontrolle übernimmt, so wie es in einigen anderen Bundesländern üblich ist oder gerade eingeführt wird.

Wie gestaltet sich den die Bestellung? Kann via Online-Shop (gar mit Bildern?) direkt beim Hersteller bestellt werden?

Auch eine Kleiderkammer ist keine Garantie dafür, dass die Dienstkleidung einem einheitlichen Standard entspricht. Die T-Shirts die beim Zoll z.B. zum Einsatzanzug getragen werden, "bieten" ein sehr breites Spektrum an möglichen Grüntönen.
Auch die Qualität der Jeans, insbesondere der früheren Lieferungen ließ doch sehr wünschen übrig.

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon Dolly_87 » Di 11. Jul 2017, 10:13

Beim Durchlesen fand ich die E-Mail gar nicht schlimm sondern erklärend und seriös.
Eine Einschätzung ob nun das Unternehmen oder der Besteller "falsch" lag, lässt sich so hier nicht nachvollziehen.
Der E-Mail nach scheint der Besteller etwas falsch benannt und dementsprechend falsch bestellt zu haben.

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon IMP » Di 11. Jul 2017, 11:08

War mir schon klar, dass keiner zwischen den Zeilen lesen kann oder will!

Komischerweise haben sämtliche Kollegen meiner JVA sofort rauslesen können, was das Problem ist. Derjenige, der mich als Querulant betitelt, kennt mich nicht! Ich bin keiner! Und ich verbitte mir sowas! Immerhin beleidige ich dich auch nicht, nur weil mir deine Antwort nicht passt. Auch der Personalrat hat das verstehen können.

Muss ich mich also ernsthaft fragen, ob ihr die Problematik nicht verstehen wollt oder könnt?
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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon IMP » Di 11. Jul 2017, 12:07

Gerne "übersetze" ich mal:

"Wir werden Ihre „Reklamation“ zum Anlass nehmen, in unserem nächsten persönlichen Gespräch mit dem Ministerium auf diese Verwechselungsmöglichkeit hinzuweisen. absolut sarkastisch gemeint
Persönlich glaube ich, dass Ihre Kollegen mit dem Begriff Troyer sehr viel weniger anfangen können als mit dem Wort Pullover."Bedeutet: wir haben keine Ahnung, was dieses Wort zu bedeuten hat und spiegelt wider, was man von uns hält. Ich wusste und weiß, was ein Troyer ist.

"Aus Kulanz werden wir sogar die Frachtkosten für die Abholung und den Neuversand übernehmen."Frachtkosten für die Abholung und Neuversand werden übernommen. Was ist denn das für ein schnippischer Satz? Ich finde das unmöglich!
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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon PotionMaster » Di 11. Jul 2017, 12:12

Das ist zumindest, was du da hineininterpretierst...
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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon poliziotto » Di 11. Jul 2017, 12:20

Dein Problem ist, dass du es nicht geschafft hast, das Schreiben einfach auf der Sachebene zu lesen. Stattdessen hast du die Beziehungsebene mit reingeholt und das halte ich bei einer E-Mail oder auch bei einem Brief für problematisch. Natürlich will ich nicht leugnen, dass man - sofern man will - auch ein Geschmäckle zwischen den Zeilen rauslesen kann. Aber das ist einfach kein Grund hier die großen Mühlen in Gang zu setzen. Da kann man sich seinen Teil denken und fertig.

Zum Thema JVA-Kollegen: Mit der Wahl seines Gesprächspartners in so einem Fall, kann man bereits selbst die Entscheidung treffen, was man für eine Antwort bekommt. Insofern überrascht es mich nicht, dass dir natürlich alle JVA-Kollegen brav beigepflichtet haben. Hier hast du jetzt Personen gefragt, die dich persönlich nicht kennen, nicht von dir abhängig sind und eine quasi neutrale Sicht auf den Sachverhalt haben.

Dir bleibt es natürlich unbenommen, dich über mich und die CZ auf dem Weg über den PR zu beschweren.

Gruß

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Re: Schreiben einer bekannten Textilfabrik

Beitragvon PotionMaster » Di 11. Jul 2017, 12:26

poliziotto hat geschrieben:Dein Problem ist, dass du es nicht geschafft hast, das Schreiben einfach auf der Sachebene zu lesen. Stattdessen hast du die Beziehungsebene mit reingeholt und das halte ich bei einer E-Mail oder auch bei einem Brief für problematisch. Natürlich will ich nicht leugnen, dass man - sofern man will - auch ein Geschmäckle zwischen den Zeilen rauslesen kann. Aber das ist einfach kein Grund hier die großen Mühlen in Gang zu setzen. Da kann man sich seinen Teil denken und fertig.
:zustimm:
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