Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l AAK

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Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l AAK

Beitragvon Freiburger » Mo 18. Feb 2013, 00:26

Hallo zusammen,

gibts es / kennt jemand Gerichtsurteile oder Kommentierungen über o.g. Thema inklusive Beschlagnahme Fzg-Schluessel gegen den Willen gem. §§1,3,33 PolG BW (während §36(5) StVO Kontrolle, keine Ausfallerscheinungen, Trinkende etwa vor 30 Minuten, AAK z.B. bei 0,2 mg/l)?

Habe bei Google keine gefunden. :lupe:

Gruß

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 18. Feb 2013, 08:40

In so einem Fall verweile ich 5 - 10 Minuten an der Anhalteörtlichkeit, lasse noch mal pusten...und wenn es aufsteigend ist, ist Ende.

Ansonsten verweise ich auf die 0,3 Promille Grenze und erreiche so meist den gesunden Menschenverstand.

Aber um die Frage zu beantworten: Nein, ein Urteil habe ich dazu nicht.
:lah:

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Re: AW: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg

Beitragvon zulu » Mo 18. Feb 2013, 11:45

Hier gibt es zu gleichem Sachverhalt schon einen langen Thread. Es gibt wohl tatsächlich einige, die da die Fahrt beenden. Zuletzt auch in einer Doku aus dem Saarland.

Ich finde es nicht Ordnung.
Zuletzt geändert von zulu am Di 19. Feb 2013, 18:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon DerLima » Mo 18. Feb 2013, 12:56

zulu hat geschrieben:Hier gibt es zu gleichem Sachverhalt schon einen langen Thread. Es gibt wohl tatsächlich einige, die da die Fahrt beenden. Zuletzt auch in einer Doku aus dem Saarland.

Ich finde es nicht Ordnung. Als Prüfungsfall aber reichlich Link. ;)
Ich kann nachvollziehen, dass diese Fahrten u.U. beendet werden.
Schliesse mich da genau der Meinung des Käpt´n an.
Warten, wiederholtes pusten. Aufsteigend: präventives Handeln im Sinne der Gefahrenabwehr.
Einzelfallentscheidung.
Bei 0,2 mg/l und einem Restfahrtweg von unter 10 Minuten... Alle Umstände betrachten und dann vor Ort entscheiden.
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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon 1957 » Mo 18. Feb 2013, 17:44

wer 0,2 mgl hat und keine ausfallerscheinungen zeigt, was sehr wahrscheinlich ist, darf fahren . ob ihr das wollt oder nicht

2 at anbieten und fertig.

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Mainzelmann2001 » Mo 18. Feb 2013, 18:04

Ich habe es noch nicht erlebt, dass ein Mensch der Bild 3-4 ( na, wer weiß es noch? ) oder 0,4x oder weniger geblasen hat, nach entsprechender Ansage, nicht das Auto stehen lies. Aber wenn ich schon mal die Ansage mache, : Auto bleibt stehen ", dann setz ich das auch durch. Dann kann ich das aber auch begründen. Und das ist meistens das Problem.
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Re: AW: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg

Beitragvon zulu » Mo 18. Feb 2013, 20:46

Die Frage ist was der Richter dazu sagt wenn der Betroffene es darauf ankommen lässt. Bei 0,2 mg/l und absolut keinen Anzeichen für Trunkenheit sehe ich keine Rechtfertigung für eine Untersagung der Weiterfahrt. Es fängt aber gleich an sich wieder im Kreis zu drehen...

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Peppermintpete » Mo 18. Feb 2013, 22:42

§ 24a 0,5 Promille-Grenze
(1) Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.
Somit finde ich das vorgehen vom Käptn nicht nur sinnvoll, sondern auch absolut rechtmäßig. Es ist sogar strafbar, wenn die AAK von 0,25mg/l er nach Fahrtende erreicht wird - somit..
:keks:

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 19. Feb 2013, 08:56

Sollte der Käpt'n etwa wissen, was er draußen tut? :polizei3:
:lah:

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Ghostrider1 » Di 19. Feb 2013, 09:36

Wenn er mit 0.2 mg/l angehalten wird, ist er im grün/gelben Bereich. 2. Test, kann man machen, WENN er zustimmt.

Steigt der Wert, leicht an ist mit Gefahrenabwehr nicht viel zu tun! Klar steht drin, wenn er die 0.25 mg/l zum Ende der Fahrt erreicht begeht er eine OWi. Das Ende der Fahrt muß aber bekannt sein bzw. erfragt werden.
Diese Frage ist aber gezielt dem OWI-Verfahren gewidmet und somit MUSS vorher belehrt werden. Ob der Bürger die Frage dann noch beantwortet...
Springt der Test auf 0.23 oder höher, werde ich ihm sagen, was los ist. Das es sehr sehr knapp ist und ich versuche seinen gesunden Menschenverstand zu erreichen. Und auch das eine 2 Kontrolle sehr wahrscheinlich sein wird. Evtl. einen 3 Test anbieten. Aber auch mit 0.23mg/l darf er fahren.

Bei 0.2 mg/l hat er noch 1 Promille "reserve". Auch wenn es mir nicht passt, so lasse ich ihn ziehen. Der Gesetzgeber hat dem Bürger 0.5 Promille eingeräumt, also ist das so. Da kann ich nicht einfach sagen, du darfst nicht.

Mir persönlich gefallen auch keine 1,8 mm Profiltiefe bei Winterreifen... darf er aber haben, auch wenns kritisch ist.
Und wenn vor Ort kein tatsächlich vorhandene Gefahr besteht, :hallo:

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon DerLima » Di 19. Feb 2013, 10:36

Steigt der Wert, leicht an ist mit Gefahrenabwehr nicht viel zu tun! Klar steht drin, wenn er die 0.25 mg/l zum Ende der Fahrt erreicht begeht er eine OWi. Das Ende der Fahrt muß aber bekannt sein bzw. erfragt werden.
Diese Frage ist aber gezielt dem OWI-Verfahren gewidmet und somit MUSS vorher belehrt werden. Ob der Bürger die Frage dann noch beantwortet...
Das sehe ich anders. Meine Zielrichtung dieser Fragestellung ist die Gefahrenabwehr und nicht das OWI-Verfahren.
Insofern MUSS nicht belehrt werden.
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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon 1957 » Di 19. Feb 2013, 14:06

istl letztlich auch egal. jedenfalls kann die weiterfahrt nicht untersagt werden, wenn es keine konkreten anhaltspunkte für eine gefahrenlage gibt.

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Freiburger » Di 19. Feb 2013, 16:45

Okay danke für die Meinungen :hallo:

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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon DerLima » Di 19. Feb 2013, 21:41

1957 hat geschrieben:istl letztlich auch egal. jedenfalls kann die weiterfahrt nicht untersagt werden, wenn es keine konkreten anhaltspunkte für eine gefahrenlage gibt.
Da hast du vollkommen Recht, nichts anderes wollte ich zum Ausdruck bringen.
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Re: Untersagung Weiterfahrt (Pkw) bei weniger als 0,25mg/l A

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 19. Feb 2013, 23:12

1957 hat geschrieben:istl letztlich auch egal. jedenfalls kann die weiterfahrt nicht untersagt werden, wenn es keine konkreten anhaltspunkte für eine gefahrenlage gibt.
Warum sollte man das auch tun?

Aber nun wird es spannend:

Nach § 8 PolG NW oder § 44 StVO? :polizei3:
:lah:


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