Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

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Kaeptn_Chaos
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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 13. Mär 2014, 18:36

Damit er keine Chance hat, sich was anderes auszudenken.

Um die Situation statisch zu machen.

Um alle, eingeschlossen ihn selbst, sicher aus der Situation zu bringen.
Mangels Aufforderung kann, so zumindest mein Verständnis, doch auch nicht erwartet werden, dass der jetzt irgendwas macht?
Wir erwarten ja auch nicht, dass der was macht.

Wir erwarten aber, dass er keine Lust hat, nun gefesselt zu werden und weitere Maßnahmen über sich ergehen zu lassen. Was sich ja hier an dem Beispiel auch daran zeigt, dass die Fesselung nur mit Zwang möglich ist.

So verkürzen wir seine Möglichkeiten, uns Gegenwehr zu bieten. Überraschung ist ein wichtiges Hilfsmittel.
:lah:

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SirJames
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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon SirJames » Do 13. Mär 2014, 18:54

@ käptn: das war mein gedanke und ich mache das auch seit ich draußen bin, wenn es die situation hergibt, so. Und ich werde es auch weiter so machen. War halt nur durch die diskussion etwas irritiert.

@ florian: aufgrund des verhaltens des P., aggressiv, alkoholisiert, angespannt, hab ich damit gerechnet, dass er einer Aufforderung sich hinzulegen nicht nachkommen würde, sich mit hoher Wahrscheinlichkeit provoziert fühlen würde und angreifen würde. Um dass zu vermeiden, mich, die kollegen und ihn nich zu gefährden, hab ich ihn sofort zu boden gebracht.

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Diag » Do 13. Mär 2014, 18:55

Rafael, Kaeptn: Über das Umflexen müssen wir ja nicht reden, dafür lese ich genug heraus. Aus dem Sachverhalt ergab sich für mich nur noch nicht der 113. Ging mir nur um den Tb hierfür. Vermute aber, dass das einfach der Kürze des Beitrags geschuldet war.

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 13. Mär 2014, 18:57

Das habe ich auch so verstanden, mein kleiner, pelziger Freund. :zustimm:
:lah:

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon florianxxx » Do 13. Mär 2014, 18:58

Ich sehe den taktischen Vorteil durchaus.

Nur mir macht folgendes Bauchschmerzen:
Ich laufe mit ein paar Freunden einen Weg entlang und habe ein Messer in der Hand weil ich gerade nen Stock geschnitzt habe oder what ever. Jetzt geht bei der Polizei nen Notruf ein, eine Frau wäre aus einer Gruppe heraus mit einem Messer (leicht) verletzt worden. Streife rückt also an, sieht uns, ähnlich zum Sachverhalt also Waffe ziehen und Aufforderung, das Messer wegzulegen. Ich brauche nen Moment um aus dem "schöner Spaziergang"- zum "die Polizei bedroht dich gerade mit Waffen"-Modus umzuschalten und das Messer fallen zu lassen.

Und dann werde ich vorwarnungslos umgehauen, ich mache keinen Kampfsport, also fall ich unglücklich, prell mir irgendwas, verpass deswegen z.B. nen wichtigen Lehrgang und dann heißt es nur "ja sorry, ist halt dumm gelaufen"?

Ich hab ja kein Problem damit, in der Situation in die Mündung der 9mm zu schauen und erstmal gefesselt zu werden bis sich das ganze geklärt hat, aber irgendwie hatte ich die Vorstellung, aus einer Begegnung mit der Polizei unbeschadet herauszugehen, solange ich mich an die Anweisungen halte.

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 13. Mär 2014, 19:01

Fällt dir in deinem Beispiel irgendwie ein Unterschied zur geschilderten Situation auf?

Hast du den Eindruck, dass die bundesdeutsche Polizei übertrieben schnell Menschen zu Boden bringt? Das Ziel ist ja auch, dich geführt zu Boden zu bringen und so Verletzungsrisiken zu minimieren.

Wenn du in die besagte 9 mm schaust, wirst du vermutlich so reagieren, dass wir dich zu Boden sprechen würden. Da sei gewiss.
:lah:

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon RafaelGomez » Do 13. Mär 2014, 19:02

florianxxx hat geschrieben:Kann mir als Nicht-PVB (SB) jemand erklären, warum da eine Ansprache nicht gemacht wird/unnötig ist/sei?

Sachverhalt ist doch: Täter (T) hat einen gefährlichen Gegenstand. Den schmeißt er weg. Er kommt damit der Aufforderung der Polizei nach. Die Situation ist damit zumindest weniger gefährlich als vorher. Mangels Aufforderung kann, so zumindest mein Verständnis, doch auch nicht erwartet werden, dass der jetzt irgendwas macht?
Doch, kann es. T kann die Hände runter nehmen, offen lassen, aggressives Verhalten durch Lockerheit ersetzen usw. Passiert übrigens ziemlich oft. Erster Stress überwunden, Ordnungshüter vor Ort.

T kann mir auch ohne den gefährlichen Gegenstand ziemlich den Tag versauen. Und wer bei Eintreffen der Polizei sein Ursprungsverhalten nicht in geregelte Bahnen lenken kann, darf je nach Umstand keine langen Bitten erwarten. Der Aggressive wird also unter Minimierung der Eigengefährdung an der Ausübung böser Taten gehindert. Ohne lange Reden, wenn die Situation es nicht zulässt. Und mit Recht.

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Beobachter » Do 13. Mär 2014, 19:03

Auweia...da isses wieder.
Das Messer.
Und so ne blumige, phantasiereiche Geschichte.
Pass auf, hier wird gleich scharf geschossen, Florian!
Du hast da gleich zwei ganz empfindliche Stellen berührt.
Versehentlich, klar! :ja:

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 13. Mär 2014, 19:04

Bis jetzt war es eigentlich eine sachlich fruchtbare Diskussion.
:lah:

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon SirJames » Do 13. Mär 2014, 19:06

Florian, ich wollte eine derartige Diskussion vermeiden. Mir ging es nur um eine rechtliche Frage unter Kollegen.

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon coco_loco » Do 13. Mär 2014, 19:06

Und das sollte sie auch bleiben.
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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Beobachter » Do 13. Mär 2014, 19:12

Bitte vielmals um Vergebung!
Aber manchmal kann eben auch ich mich nicht beherrschen und die Schnitzmesser-Arie war wirklich an den Haaren herbeigezogen.
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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Diag » Do 13. Mär 2014, 19:27

Und du dachtest, dass du dann mal wieder die alte Diskussion in Gang bringen könntest, wa? Und es ging auf einmal gar nicht. Schade, oder? :-P

Aber ich laufe nach dem Schnitzen auch mit gezogenem Messer weiter. ;-)

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 13. Mär 2014, 19:44

Zeit für Polizistenhumor?
Diag hat geschrieben:Aber ich laufe nach dem Schnitzen auch mit gezogenem Messer weiter. ;-)
Sagte der Borderliner und ging ins Kino.

*duckundwech* :unknown:
:lah:

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Re: Zwang/Verzicht d. Anordnung d. Maßnahme

Beitragvon Beobachter » Do 13. Mär 2014, 19:47

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich mich in Messerfragen hier gar nicht äußere?
Das wird einen Grund haben.
Und...jedenfalls ich bräuchte nich so lange zum Überlegen, bis ich in eine Pistolenmündung schaue.
Polizei fällt ja auch nich plötzlich vom Himmel und da würd ich mich an einem sonnigen Nachmittag und in friedlichster Stimmung (wie uns das der Florian beschrieben hat) doch schon bei ihrem Herannahen bemühen, den Beamten keinen Anlass zu etwaigen Missverständnissen zu geben. Sondern mich freundlich und entspannt verhalten.
Dann darf man sicher auch aufrecht stehen bleiben und stößt sich nicht den Kopf.
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