Ausrüstung von US Polizisten

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » Sa 22. Dez 2012, 20:17

Ich verstehe deine Kritik nicht Michi :polizei13:
Der "normale" Beamte ist solange vorort "incharge", bis das SEK bzw. für die Situation speziell geschultes Personal (Psychologen, Verhandlungsspezialisten) eintrifft, oder liege ich da falsch?
Das meinte ich mit "Notlösung".

Ist ja wie gesagt eh alles Off-Topic. Wir sollten jetzt vlt. beim Thema US-Polizei bleiben...
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon MICHI » Sa 22. Dez 2012, 20:25

Kensei hat geschrieben:Ich verstehe deine Kritik nicht Michi :polizei13:
Der "normale" Beamte ist solange vorort "incharge", bis das SEK bzw. für die Situation speziell geschultes Personal (Psychologen, Verhandlungsspezialisten) eintrifft, oder liege ich da falsch?
Das meinte ich mit "Notlösung".

Ist ja wie gesagt eh alles Off-Topic. Wir sollten jetzt vlt. beim Thema US-Polizei bleiben...

Das ist keine Kritik, sondern eine Richtigstellung deiner These.

Ziel bei einer Amoklage ist, diese schnellst möglich zu beenden, da bleibt aufgrund der Dynamik einer solchen Lage keine Zeit, auf SE-Kräfte u. a. zu warten.

Da sind die Kräfte gefordert, die als erstes am EO eintreffen, sprich die ersten Streifenwagenbesatzungen des tägl. Dienstes.
Gruß
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Trooper » Sa 22. Dez 2012, 20:34

Kensei, über die Frage einer "Militarisierung" der Polizei läßt sich trefflich streiten. Das Cato Institute ist ein "think tank", der zu bestimmten politischen Fragen Stellung nimmt und diesbezüglich eine bestimmte weltanschauliche Position vertritt. Insofern muß man das bei der Lektüre dieser Studie in Betracht ziehen.

Ich bin mal in einer amerikanischen Großstadt auf dem Streifenwagen mitgefahren, und zur Standardausstattung gehörte neben Kurzwaffe und Taser zwei Repetierflinten. Der betreffende Kollege führte zusätzlich ein privat beschafftes AR15 im Kofferraum mit.

Ich würde übrigens jederzeit meine MP5 gegen ein entsprechendes Gewehr in .223 eintauschen und halte das für polizeiliche Zwecke auch für deutlich sinnvoller, weil die wundballistische Wirkung besser ist, während die Gefahr der Überpenetration bei Verwendung entsprechender Munition sogar geringer ausfällt als bei 9mm x 19.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon cancer91 » Sa 22. Dez 2012, 20:43

Zum Thema S.W.A.T hat youtube einiges zu bieten:

Hier mal eine Doku über die SWAT-Einheit Los Angeles'
(Man muss aber wissen, dass die LA S.W.A.T mitunter die beste der USA ist.Der Reporter hat sich da ein Sahnestück herausgepickt.)
http://www.youtube.com/watch?v=sATJLa-Hluw

Hier was von Dallas (zumindest der Anfang schaut etwas sehr actionreich aus):
http://www.youtube.com/watch?v=vgujYwD39Ss

Hier die gleiche Serie mit Kansas City:
http://www.youtube.com/watch?v=1xoK2qX92xk

Und zuletzt noch eine Doku über die Entstehung und Geschichte:
http://www.youtube.com/watch?v=9PId3aZ8JZI

und hier noch wie das dann alles im Kino aussah :polizei3:
http://www.youtube.com/watch?v=Ovvi1pquxeE

Edit: Für die NRA und die darin vertretenen Waffenhersteller ist das Wettrüsten selbstverständlich natürlich eine win-win-Situation.
Genauso hat ihre Forderung vor jeder Schule bewaffnete Sicherheitsleute zu stationieren mitunter auch eine wirtschaftliche Komponente.Zitat: "Only a good guy with a gun can stop a bad guy with a gun". Woher der "bad guy" die Waffe bekommen hat sei mal dahingestellt :polizei10:
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » Sa 22. Dez 2012, 21:09

Trooper hat geschrieben:Kensei, über die Frage einer "Militarisierung" der Polizei läßt sich trefflich streiten. Das Cato Institute ist ein "think tank", der zu bestimmten politischen Fragen Stellung nimmt und diesbezüglich eine bestimmte weltanschauliche Position vertritt. Insofern muß man das bei der Lektüre dieser Studie in Betracht ziehen...
Das ist natürlich richtig Trooper. Gibt ja aber auch andere Studien die einen ähnlichen Tenor anschlagen.

Sogar direkt von US-Behörden:
Tom Gabor; Rethinking SWAT - Police Special Weapons and Tactics Units, FBI Law Enforcement Bulletin, April 1993.

Ich will eine "Militarisierung" auch garnicht nur an den eingesetzten Waffen und Wirkmitteln festmachen. Hat immer auch was mit mentaler Einstellung und Herangehensweise der Beamten an ihren täglichen Dienst zu tun. Nicht zuletzt auch mit der Art und Weise, wie man dem polizeilichen Gegenüber entgegentritt. Das sind bspw. auch die Hauptkritikpunkte der FBI-Studie.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon springer » Sa 22. Dez 2012, 22:51

Kensei hat geschrieben:
springer hat geschrieben:...Und was für Waffen führt der Streifendienst dabei? Und was für Waffen sind auch sonst - und zwar ganz normal - für den Streifendienst verfügbar? Die MP5. Und was ist die MP5 lt. Gesetz für eine Waffe? Richtig - eine Kriegswaffe...
Wir stimmen aber überein, dass es einen Unterschied zwischen einer MP5 und einem Sturmgewehr oder Granatwerfer gibt, oder?
Stimmt. Und das alles gibts auch bei der deutschen Polizei - mal vorausgesetzt Du verstehst unter Granatwerfer keinen Mörser sondern etwas wie zB die HK69.
Kensei hat geschrieben:Es werden ja nicht nur SWATs aufgerüstet, sondern die Polizei allgemein. D.h. mittlerweile geht doch jeder Streifenpolizist in Amerika davon aus, das bei seinen Einsatzlagen auf Streife (großkalibrige) Waffen im Spiel sein können und wird auch dementsprechend ausgebildet und ausgerüstet. Das Argument zielte auf die Aussage Zoellners ab, dass eine Involvierung von Waffen automatisch einen SWAT-Einsatz rechtfertigen würde.
Und weiter? Ist in Deutschland doch genauso!

Ich gehe auch jede einzelne verdammte Kontrolle so an, als ob da eine (großkalibrige) Waffe im Spiel sein könnte. Eine Annäherung an ein Fahrzeug bei einer (ganz normalen) Verkehrskontrolle gibts bei mir nur mit Hand an der Waffe und bereit zum ziehen. IMMER!

Vorbereitet sein ist nie ein Fehler - zumal hinterher alle Besserwisser mit ihren Fernsehkenntnissen erklären, wie man es besser gemacht hätte. Wohlgemerkt - hinterher.

Weißt Du, wie bei uns wegen Amok aufgerüstet wurde? Da bekommt man plötzlich Ausrüstung auf den Streifenwagen, die vor 10 Jahren noch undenkbar war.
Kensei hat geschrieben:Das ist nicht (nur) meine Meinung, sondern das sind wissenschaftliche Erkenntnisse aus der oben angeführten US-Studie.
Bei wievielen SWAT-Raids bist du denn schon dabeigewesen? Vieleicht kannst du die Erkenntnisse ja empirisch widerlegen?
Über den Hintergrund der Studie hat Trooper schon geschrieben. Frag mal bei der NRA nach einer Studie zu dem Thema, da wird die Antwort anders ausfallen.

Bei wie vielen Einsätzen der Art warst Du denn schon dabei?
Kensei hat geschrieben:
springer hat geschrieben:...Sturmgewehre sind rein rechtlich gesehen in Deutschland für jeden Polizisten zugelassen - auch das M4, das M16, das G36 usw.
Das sie nicht eingesetzt werden ist eine andere Frage - hängt aber nicht so sehr von deren Wirkungsgrad ab.
Was glaubst du denn wovon es dann abhängt Springer?
Primär davon, dass es direkt nach dem WWII keine entsprechenden Gewehre gab und MPs eingeführt wurden. Und dann hat man eine hervorragende MP eingeführt (MP5), die inzwischen praktischerweise das selbe Kaliber hat wie die Pistolen. Das macht die Beschaffung wesentlich einfacher. Und da die MP grundsätzlich ausreicht ist man dabei geblieben.

Trooper hat zu den terminalballistichen Wirkungen ja auch schon was geschrieben. Es ist zu einem großen Teil eine politische Sache, die mit den Tatsachen im waffentechnischen Bereich wenig bis nichts zu tun hat. Gewehr, erst recht Sturmgewehr kling eben viel martialischer als MP. So Feinheiten wie Ballistik stören da nur in der Politik ....
Kensei hat geschrieben:Ich bin prinzipiel nicht dagegen, dass es paramilitärische Polizeieinheiten gibt. Weder in Dtl. noch in den USA. Nur über Zahl und Umfang muss man diskutieren dürfen, und zwar auch als "Nicht-Polizist".
Keine Frage, das hat hier auch niemand bestritten.

Nur muss Du damit leben, dass Du - wenn Du mangels Fachkenntnis schlichtweg falsches schreibst - auch darauf hingewiesen wirst und Dir erklärt wird, dass Du wenig Ahnung hast.

Ebenso wie etliche Journalisten, die Artikel zu dem Thema schreiben.

Denk mal drüber nach, warum Dir hier praktisch alle Polizisten widersprechen ....

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » So 23. Dez 2012, 10:37

Ok, wir drehen uns im Kreis und es scheint sich ja auch niemand die Mühe zu machen, die Studien und Artikel die ich verlinke wenigstens mal zu überfliegen. Noch ein paar Richtigstellungen meinerseits und wenn dann keine neuen Argumente mehr kommen ist die Diskussion hier wohl beendet.
springer hat geschrieben:...Und das alles gibts auch bei der deutschen Polizei - mal vorausgesetzt Du verstehst unter Granatwerfer keinen Mörser sondern etwas wie zB die HK69...
Natürlich gibt's das alles auch bei deutschen Polizeien. Es gibt aber Gründe dafür, warum G3 oder LMG eben keine Standardausstattung auf jedem Streifenwagen im täglichen Streifendienst sind, sondern nur in Ausnahmesituationen oder eben von Spezialeinheiten eingesetzt werden. Diese Gründe, die ich weiter oben als "Normen" bezeichnete, womit garnicht Gesetze oder Verordnungen, sondern eher gesellschaftliche Wertvorstellungen gemeint waren, fußen im wesentlichen auf der im GG verankerten Trennung von äußerer und innerer Sicherheit, und damit von Militär und Polizei. Man braucht und will keine Polizei in Dtl. die wie leichte Infanterie aufgestellt ist, um gute Polizeiarbeit zu machen. Das wisst ihr besser als ich. Hier ähneln sich GG und amerikanische Verfassung von den Grundsätzen her, nur das wir in den USA in den vergangenen Jahrzehnten eine massive Aufweichung dieses Trennungsgebots beobachten können. Dahin zielte meine Kritik des exzessiven Aufbaus und Einsatzes sog. SWAT-Einheiten in den USA seit Beginn der 90'er Jahre.
Ich räume ein, dass es zu einseitig ist, diese Kritik nur an Equipment und Bewaffnung amerikanischer Polizeien festzumachen. Polizeitaktik, Polizeistrategie und das damit einhergehenden "Mindsetting" der Beamten spielen da natürlich auch eine Rolle.
springer hat geschrieben:...Ich gehe auch jede einzelne verdammte Kontrolle so an, als ob da eine (großkalibrige) Waffe im Spiel sein könnte. Eine Annäherung an ein Fahrzeug bei einer (ganz normalen) Verkehrskontrolle gibts bei mir nur mit Hand an der Waffe und bereit zum ziehen. IMMER!...
Ist doch auch richtig so, keine Frage. Ich werde mich hüten dir vorzuschreiben wie du deine Arbeit zu machen hast. Nochmal, dieser Einwurf meinerseits zielte auf Zoellners Aussage ab, dass eine Involvierung von Waffen bei Polizeieinsätzen in den USA automatisch zum Einsatz eines SWATs führt. Jeder Polizist dort ist doch mittlerweile auf solche Lagen vorbereitet und dafür ausgerüstet, und gerade deswegen ist es theoretisch garnicht nötig, dass jedes kleine Kaff eigene SWAT-Einheiten vorhalten muss. Wird oftmals trotzdem praktiziert, selbst in Städten mit niedriger Kriminalitätsrate die statistisch gesehen einmal im Jahr eine Einsatzlage haben, die einen SWAT-Einsatz rechtfertigen würde.
springer hat geschrieben:...Weißt Du, wie bei uns wegen Amok aufgerüstet wurde? Da bekommt man plötzlich Ausrüstung auf den Streifenwagen, die vor 10 Jahren noch undenkbar war...
Eben, und ich sehe meine Aufgabe als politisch-mündiger Staatsbürger darin, solche Entwicklung zu beobachten und auch kritisch zu hinterfrage. Nicht nur in Amerika, sondern auch hier in Deutschland.
springer hat geschrieben:...Über den Hintergrund der Studie hat Trooper schon geschrieben. Frag mal bei der NRA nach einer Studie zu dem Thema, da wird die Antwort anders ausfallen...
Was hat Trooper denn geschrieben? Natürlich ist jede Studie subjektiv eingefärbt, du hast ja auch deine eigene Meinung. Macht das jetzt alle Erkenntnisse aus dieser Quelle nichtig?
Wessen Meinung ist denn dann die objektiv richtige? Deine, meine, die von Trooper?
Natürlich muss man verschiedene Meinungen einholen, hab ich auch getan. Die Cato-Studie ist nur die einzige, die ich jetzt auf die schnelle im Netz finden konnte. Bereits 1993 gab's zum selben Thema eine Untersuchung des FBI, die zu ähnlichen Ergebnissen kommt und auf die sich die Cato-Studie zum Teil bezieht.
Woher nimmst du dein Wissen und deine Erkenntnisse über das amerikanische Polizeisystem? Vieleicht sind deine Quellen ja fundierter als meine, da lass ich gerne mit mir streiten.
springer hat geschrieben:...Bei wie vielen Einsätzen der Art warst Du denn schon dabei?...
Bei keinem. Deshalb ziehe ich auch andere Quellen heran um mir meine Meinung zu bilden.
Nochmal, woher nimmst du dein Wissen über amerikanische Polizeien und SWAT-Einsätze? Aus deiner Ausbildung als deutscher Polizist?
springer hat geschrieben:...Primär davon, dass es direkt nach dem WWII keine entsprechenden Gewehre gab und MPs eingeführt wurden. Und dann hat man eine hervorragende MP eingeführt (MP5), die inzwischen praktischerweise das selbe Kaliber hat wie die Pistolen. Das macht die Beschaffung wesentlich einfacher. Und da die MP grundsätzlich ausreicht ist man dabei geblieben...
Eben. Dasselbe Kaliber wie eine Pistole und weil die MP für die tägliche Polizeiarbeit natürlich vollkommen ausreicht. Die Möglichkeiten andere Waffen, bspw. das G3 einzuführen hätte es zur Genüge gegeben. Ist aber politisch nicht gewollt und für den täglichen Polizeidienst auch garnicht nötig gewesen.
springer hat geschrieben:...Trooper hat zu den terminalballistichen Wirkungen ja auch schon was geschrieben. Es ist zu einem großen Teil eine politische Sache, die mit den Tatsachen im waffentechnischen Bereich wenig bis nichts zu tun hat. Gewehr, erst recht Sturmgewehr kling eben viel martialischer als MP. So Feinheiten wie Ballistik stören da nur in der Politik...
Das glaube ich nun überhauptnicht. Man setzt den Polizeien eben aufgrund des im GG verankerten Trennungsgebotes von Militär und innerer Sicherheit sehr enge Grenzen im Bezug auf die zur Verwendung kommenden Einsatzmittel. Der Gesetzgeber hat an der Stelle eben festgelegt, dass es für die tägliche Polizeiarbeit unnötig und unangemessen ist, großkalibrige Waffen einzusetzen.
springer hat geschrieben:
Kensei hat geschrieben:Ich bin prinzipiel nicht dagegen, dass es paramilitärische Polizeieinheiten gibt. Weder in Dtl. noch in den USA. Nur über Zahl und Umfang muss man diskutieren dürfen, und zwar auch als "Nicht-Polizist".
Keine Frage, das hat hier auch niemand bestritten.
Nur muss Du damit leben, dass Du - wenn Du mangels Fachkenntnis schlichtweg falsches schreibst - auch darauf hingewiesen wirst und Dir erklärt wird, dass Du wenig Ahnung hast.
(...)
Denk mal drüber nach, warum Dir hier praktisch alle Polizisten widersprechen...
Im Hinblick auf "Fachkenntnisse" unterstelle ich einfach mal, dass der deutsche "Durchschnittsstreifenpolizist" genauso viel oder wenig Ahnung von den Einsätzen amerikanischer SWAT-Einheiten hat, wie irgendein Wissenschaftler der sich mit der Thematik beschäftigt. Zumal die Einsatztaktiken eines SWAT im wesentlichen eher militärischer als polizeilicher Natur sein dürften. Von daher nochmal von mir die Gegenfrage, welche "Fachkenntnisse" zur amerikanischen Polizeistruktur können mir denn in Deutschland ausgebildete Polizisten entgegenhalten?

Das der Vergleich mit der Heranziehung von Bundesbehörde wie dem FBI hinkt, habe ich bereits eingeräumt. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass es Formen der "Amtshilfe" natürlich auch in den USA gibt, und dass das dort auch praktiziert wird. Tendenziell wohl aber eher auf horizontaler als auf vertikaler Behördenebene. Das wiederum widerspricht der Notwendigkeit hunderte paramilitärische SWAT-Einheiten im ganzen Land vorzuhalten, die dann mangels geeigneter Auftragslagen im ganz normalen Polizeidienst, wohl aber mit ihren SWAT-spezifischen Einsatzmitteln und -taktiken eingesetzt werden. Wie gesagt, es gibt einige Studien die belegen, dass nicht selten erst der Einsatz solcher paramilitärischen Einheiten zur Eskalation der Lage geführt hat, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von "normalen" Streifenpolizisten hätte friedlich geregelt werden können.
springer hat geschrieben:Ebenso wie etliche Journalisten, die Artikel zu dem Thema schreiben...
Nur so am Rande und für die Leute die mir vorwerfen ich hätte mein Wissen aus der Presse und aus der Bild; Es gibt schon einen Unterschied zwischen Journalisten die für Zeitungen schreiben, und der Arbeit von Wissenschaftlern in Forschungsinstituten.
Zuletzt geändert von Kensei am So 23. Dez 2012, 11:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon zoellner » So 23. Dez 2012, 11:18

wenn interessiert es eigentlich, wie eine Behörde in 8000km Entfernung ausgerüstet ist? über die Ausrüstung und Taktik der russischen Polizei spricht doch auch niemand.

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » So 23. Dez 2012, 11:31

Naja, es handelt sich immerhin um ein demokratisches System, welches seine Wurzeln in Europa hat und nach ähnlichen Prinzipien funktioniert wie unser Staat.
Denke schon, dass eine kritische Auseinandersetzungen mit den dortigen Verhältnissen durchaus brauchbare Rückschlüsse auf mögliche zukünftige Entwicklung für unsere Demokratie erlaubt.
Den Vergleich mit der verschärften Sicherheitslage bei AMOK-Szenarien haben wir ja schon bemüht.

Gibt genauso auch genügend Wissenschaftler - Historiker, Politologen, Soziologen - die sich mit den Verhältnissen in Osteuropa beschäftigen, warum auch nicht?
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Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon MICHI » So 23. Dez 2012, 11:40

Kensei hat geschrieben:Naja, es handelt sich immerhin um ein demokratisches System, welches seine Wurzeln in Europa hat und nach ähnlichen Prinzipien funktioniert wie unser Staat.
Denke schon, dass eine kritische Auseinandersetzungen mit den dortigen Verhältnissen durchaus brauchbare Rückschlüsse auf mögliche zukünftige Entwicklung für unsere Demokratie erlaubt.
Den Vergleich mit der verschärften Sicherheitslage bei AMOK-Szenarien haben wir ja schon bemüht.

Gibt genauso auch genügend Wissenschaftler - Historiker, Politologen, Soziologen - die sich mit den Verhältnissen in Osteuropa beschäftigen, warum auch nicht?
Solange hier die Rechtsvorschriften für die Polizeien und Sheriff-Departments nicht analog so bekannt sind wie unsere Vorschriften, halte ich eine Diskussion ebenfalls für müßig.

Und wer sich mit politischen Entwicklungen in anderen Ländern und mögliche Auswirkungen auf unsere Demokratie auseinander setzen und diskutieren möchte, möge dieses, wenn kein Polizeibezug vorhanden, auf anderen Plattformen machen.

Hier wurde eine eindeutige Frage durch den TE gestellt und die ist hier Thema.
Gruß
MICHI


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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » So 23. Dez 2012, 11:55

MICHI hat geschrieben:...Solange hier die Rechtsvorschriften für die Polizeien und Sheriff-Departments nicht analog so bekannt sind wie unsere Vorschriften, halte ich eine Diskussion ebenfalls für müßig...
Amerikanisches und Deutsches Recht können ohnehin nicht 1:1 miteinander gleichgesetzt werden. Als "müßig" würde ich eher den Versuch erachten dies tun zu wollen. Wohl aber kann man sich Einsatzrealitäten anschauen und deren Auswirkungen auf amerikanische Sicherheitsstrukturen thematisieren. Vom Aufbau her handelt es sich wie gesagt um ein politisches System mit ähnlichen Strukturen und Prinzipien wie das unsere oder die in anderen europäischen Ländern. Warum soll man da keine Rückschlüsse ziehen können?
MICHI hat geschrieben:...Und wer sich mit politischen Entwicklungen in anderen Ländern und mögliche Auswirkungen auf unsere Demokratie auseinander setzen und diskutieren möchte, möge dieses, wenn kein Polizeibezug vorhanden, auf anderen Plattformen machen...


Bin ich absolut deiner Meinung. Da es aber um Polizeien in den USA ging und ich mich auch dazu geäußert habe, hielt ich die copzone schon für ein geeignetes Forum meine Meinung kundzutun.
MICHI hat geschrieben:...Hier wurde eine eindeutige Frage durch den TE gestellt und die ist hier Thema.
Die Frage des TEs ist hier schon lange nichtmehr Thema. Zumindest nicht das einzige. Da auf meine OT-Hinweise seitens der Moderation aber nicht reagiert wurde, Administratoren und Moderatoren sich im Gegenteil sogar fleissig am OT-Diskurs beteiligt haben, hielt ich die Diskussion abseits des eigentlichen Threadthemas nicht für problematisch...
Zuletzt geändert von Kensei am So 23. Dez 2012, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Loewe » So 23. Dez 2012, 11:57

Vollkommen unbeachtet im hiesigen Thread sind bislang 2 Sachen geblieben die ich hier ganz kurz anreissen möchte:
1. Die US - Polizeien stellen mit Vorliebe Ex Militärs ein und versuchen deren Qualifikationen zu nutzen. Dementsprechend werden diese Leute auch ausgerüstet. Sie fahren ganz normal Streife, führen aber Sturmgewehr, Helm, Optiken, Rammen etc. eben halt mit. Dadurch entsteht der Eindruck eines SWAT Überschusses obwohl es sich eigentlich um Aufrufeinheiten handelt die ansonsten im ganz normalen Dienst tätig sind. Zu gut deutsch: Das SWAT Team was jede Kleinstadt in den USA hat, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Aufrufeinheit von Streifenpolizisten die jeweils besondere Qualifikationen haben.

2. In vielen US Polizeien ist die Bezahlung abhängig von der Qualifikation. Für spezielle Kenntnisse wie: Fremdsprachen, Rettungssanitäter, Sprengschein, Präzisionsschütze, KFZ - Sachverständiger etc. zahlen die Behörden satte Zuschläge. Die Polizei in Memphis / Tenn. zahlte z.B.: für fließend Spanisch in Wort und Schrift 10 %, für ausgebildete Rettungssanitäter 15% Aufschlag zum Gehalt. Das lohnt sich und somit sind entsprechende Lehrgänge und Fortbildungsangebote hoch begehrt. Die Behörde steuert auf diese Art und Weise nicht unerheblich ihr Personalmanagement. Ich warne daher ausdrücklich davor den allgemein als niedrig verufenen Bildungsstand der US Amerikaner 1:1 und ohne Vorbehalte auf die Polizeien zu übertragen!

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » So 23. Dez 2012, 12:16

Loewe hat geschrieben:...1. Die US - Polizeien stellen mit Vorliebe Ex Militärs ein und versuchen deren Qualifikationen zu nutzen. Dementsprechend werden diese Leute auch ausgerüstet. Sie fahren ganz normal Streife, führen aber Sturmgewehr, Helm, Optiken, Rammen etc. eben halt mit. Dadurch entsteht der Eindruck eines SWAT Überschusses obwohl es sich eigentlich um Aufrufeinheiten handelt die ansonsten im ganz normalen Dienst tätig sind. Zu gut deutsch: Das SWAT Team was jede Kleinstadt in den USA hat, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Aufrufeinheit von Streifenpolizisten die jeweils besondere Qualifikationen haben...
Die Frage ist doch, ob es überhaupt notwendig ist im alltäglichen Polizeidienst militärische Fähigkeiten abzuschöpfen, und wenn ja, in welchem Maße. Fakt ist, dass in vielen Gegenden mit SWAT-Einheiten statistisch gesehen relativ häufig polizeilichen Maßnahmen mittels dieser Teams wahrgenommen und durchgeführt werden, die überhaupt keiner "Spezialeinheit" bedürfen würden. Andersherum wirkt sich das regelmäßig Training in solchen Teams auch auf die Einsatzmentalität der einzelnen Beamten im Streifendienst aus; Wenn ich das polizeiliche Gegenüber nichtmehr als schützenswerten Bürger, sondern als "Feind" im "War on Drugs" begreife, dann hat das zwangsläufig Folgen für das Verhalten des Einzelnen in polizeilichen Lagen.
Loewe hat geschrieben:2. In vielen US Polizeien ist die Bezahlung abhängig von der Qualifikation. Für spezielle Kenntnisse wie: Fremdsprachen, Rettungssanitäter, Sprengschein, Präzisionsschütze, KFZ - Sachverständiger etc. zahlen die Behörden satte Zuschläge. Die Polizei in Memphis / Tenn. zahlte z.B.: für fließend Spanisch in Wort und Schrift 10 %, für ausgebildete Rettungssanitäter 15% Aufschlag zum Gehalt. Das lohnt sich und somit sind entsprechende Lehrgänge und Fortbildungsangebote hoch begehrt. Die Behörde steuert auf diese Art und Weise nicht unerheblich ihr Personalmanagement. Ich warne daher ausdrücklich davor den allgemein als niedrig verufenen Bildungsstand der US Amerikaner 1:1 und ohne Vorbehalte auf die Polizeien zu übertragen!...
Das sind erstmal Tatsachen. Nun kann man ja hinterfragen, inwiefern das im Hinblick auf die Ausbildung und Ausrüstung von SWAT-Einheiten gerechtfertigt ist, respektive inwiefern diese überhaupt so gefördert werden sollten.

*EDIT*
Hier mal noch ein interessantes Zitat aus der cato-Studie von 2006 (S. 26):

"SWAT teams are typically expensive
to maintain. Federal grants and free
equipment get them up and running, but
local departments are often then forced to
foot the costs of keeping members up to date
on tactics and weapons training as well as the
upkeep of equipment. Because the more traditional
uses of SWAT teams [...] don’t bring lucrative forfeiture
opportunities (or federal funding),
police officials feel increasing pressure to
send SWAT teams out on drug assignments,
where the assets seized come back to the
department and can help offset the costs of
having a SWAT team in the first place. As the
New York Times summarized in a 1999 article
on SWAT proliferation:
'Most of the [SWAT] squads stay in
existence because there is too much
incentive not to, police officers say.
Forfeiture laws passed by Congress at
the height of the crack scare were
designed to take the profit out of drug
dealing; assets like cars, boats, guns,
and cash can be seized, regardless of
whether the person who owns them is
later convicted.'
The trend of using SWAT teams for routine
drug policing, which then leads to forfeiture
funds used in turn to support the SWAT
team, is common across the country."


Erinnert mich sehr an Clausewitz: "Der Krieg finanziert den Krieg"...
"Free people will never remain free, if they are not willing, if need be, to fight for their vital interests..."
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Loewe » So 23. Dez 2012, 13:28

ob es überhaupt notwendig ist im alltäglichen Polizeidienst militärische Fähigkeiten abzuschöpfen
Die Frage ist: spielen militärische Fähigkeiten überhaupt bei der offensichtlichen Bevorzugung eine Rolle, oder sind es nicht vielmehr persönliche Eigenschaften und Einstellungen deretwegen der Bewerber ursprünglich zum Militär gegangen ist und die die Polizei für sich nutzen will, nachdem diese Eigenschaften bei Miliär besonders gefordert und gefördert wurden? z.B.:
- hohe physische und psychische Belastbarkeit
- Teamfähigkeit
- persönliches Engagement
- Patriotismus
- Mut, Entschlossenheit, Verantwortungsbewusstsein etc.

Man verstehe mich bitte nicht falsch, aber bei den Praktikanten die ich heutzutage unter meinen Fittichen habe, muss ich hinsichtlich der o.a. Punkte z.T. erhebliche Abstriche machen. Signifikante Auffälligkeiten hierbei gibt es zumeist nur bei ehem. Bundeswehrangehörigen die fast durch die Bank weg meinen Erwartungen in den o.a. Punkten gerecht werden. Beim " Rest" überwiegen leider oft Desinteresse, Drücketismus - oft gepaart mit einer ordentlichen Portion Bauernschläue, zweifelhafte ethische Einstellungen und Ansichten und bedenklicher persönlicher Lebenswandel. Solchen Ärger erspart sich, wer seinen Bedarf aus einer Kiste deckt, die zuvor von einem anderen gründlich gesiebt wurde. Ganz nebenbei spart man dabei auch eine ganze Menge finanzieller Mittel wenn während bzw. kurz nach der Ausbildung die Fluktuation gering bleibt.

Meine ganz persönliche Meinung

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Danny.reloaded » So 23. Dez 2012, 14:34

@ Kensei

Die Probleme, die du ansprichst sind wohl weniger die Folge der Überausrüstung und Trainings, sondern eher völlig fehlgelaufenen Entwicklungen, insbesondere des bereits angesprochenen "War on Drugs". Wie auch bereits angesprochen, werden insbesondere SWAT Einheiten z.T. ausschliesslich durch Einteignungen finanziert, eine Methode, die mehr als grosszügig angewandt wird.
So werden z.B. Eltern, dessen minderjähriger Sohn z.B. Kleinstmengen Cannabis verkauft auch mal so das Haus weggenommen (übrigens oft vor Abschluss des Strafverfahrens).
Ob das jetzt verhältnismässig ist muss jeder für sich entscheiden.

Der Grund, warum soviele Veteranen zur Polizei gehen:
Das US-Militär rekrutiert vor allem aus strukturschwachen Regionen und den sozial schwächeren Schichten. Diese Veteranen haben es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht, zudem ist es in den USA deutlich einfacher zur Streifenpolizei zu gehen. Der Job dort dürfte auch um einiges härter sein, also trifft sich das Ganze recht gut.


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