Ausrüstung von US Polizisten

Diese Sektion dient dem Informationsaustausch mit ausländischen Kollegen sowie der Information über internationale polizeiliche Strukturen/Rechtsthemen

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » Mo 24. Dez 2012, 15:56

Das ist deine Meinung Eisscrat. Leute die ihre Familienangehörigen bei solchen Aktionen verloren haben, werden bestimmt anderer Meinung sein.

http://www.cato.org/raidmap

Die Frage ist nicht ob und das sowas passieren kann. Wenn solche Vorfälle aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftreten, evtl. im Laufe der Jahre sogar noch an Häufigkeit zunehmen, dann muss man diese Entwicklungen untersuchen und thematisieren.
Und nicht einfach hinnehmen im Sinne von "Kollateralschäden" die eben unvermeidbar sind...
Zuletzt geändert von Kensei am Mo 24. Dez 2012, 16:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon der kanadier » Mo 24. Dez 2012, 16:07

Ich möchte nur mal anmerken, dass die Polizei fast immer nur reagiert, auch bei uns. Die Bewaffnung mit Sturmgewehren war eine Reaktion auf den North Hollywood Bankraub, Amokzusatz Ausrüstung nach Winnenden.

Im übrigen verwenden die Gangs und Kartelle auch diese martialischen Sturmgewehre. Und deshalb rücken die Amis immer mehr in die paramilitärische Ecke. Weil sich das Gegenüber auch in diese Richtung bewegt.

Und zu den Sturmgewehren haben Trooper und co schon alles gesagt. Der deutsche 0815 Bürger unterscheidet nicht zwischen MP und Sturmgewehr und wir haben eine 9mm MP weil man bisher noch nix anderes gebraucht hat und es billig ist.

Nur meine bescheidene Meinung

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » Mo 24. Dez 2012, 16:21

der kanadier hat geschrieben:...Im übrigen verwenden die Gangs und Kartelle auch diese martialischen Sturmgewehre. Und deshalb rücken die Amis immer mehr in die paramilitärische Ecke. Weil sich das Gegenüber auch in diese Richtung bewegt...
Trifft das denn wirklich für die gesamten USA zu Kanadier, oder ist dass vlt. auch nur "Hollywoodwissen", das sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat?

Das US Departement of Justice hat 2004 eine Studie veröffentlicht, die im Wesentlichen zu den Ergebnissen kommt, das die in Schießereien am häufigsten benutzten Waffen in den USA Pistolen und Revolver sind. Und zwar auch und gerade von Kriminellen.

http://www.sas.upenn.edu/jerrylee/resea ... al2004.pdf

Ausnahmen in den großen Ballungszentren bestätigen die Regel. Trotzdem gab's in den vergangenen Jahrzehnten eine kontinuierliche Zunahme und Militarisierung von SWAT-Einheiten, und zwar über die gesamten Vereinigten Staaten hinweg.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Eisscrat » Mo 24. Dez 2012, 16:46

Kensei hat geschrieben: Trifft das denn wirklich für die gesamten USA zu Kanadier, oder ist dass vlt. auch nur "Hollywoodwissen", das sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat?
Schulamokläufe mit großkalibriegen Waffen waren in Deutschland waren auch nur in Erfurt und Winnenden und trotzdem wurde die Polizei in ganz Deutschland für solche Situationen ausgebildet und aufgerüstet. Weil man eben nicht weiß wo es das nächste mal geschieht.

In den USA hätte wahrscheinich auch keiner vermutet das der nächste Amoklauf in einer Grundschule irgenwo 50 km im Hinterland von New York stattfindet. Und trotzdem war die Polizei dort mit Sturmgewehren ausgestattet und hatte die möglichkeit zu reagieren. Die Polizei ist nunmal leider in der Lage sich auf den Worst Case vorzubereiten. Wenn sie es nicht macht und sagen würde "bei uns passiert soetwas nicht" wäre das Geschrei dann groß.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon der kanadier » Mo 24. Dez 2012, 17:10

Klar werden Pistolen und Revolver immer noch von der Mehrheit der Kriminellen verwendet. Dennoch steht in den Studien, die ich jetzt auf die schnelle gefunden hab, dass immer mehr Langwaffen Verwendung finden. Und auf gut Glück , nach dem Motto wahrscheinlich hat er kein Sturmgewehr , würde ich nicht rausfahren. Ich trag ja auch ne Weste obwohl ich sie wahrscheinlich nicht brauche. Solange es im Bereich des tatsächlich Möglichen liegt, sollte ich mich auch drauf vorbereiten.

Und zum Rest muss ich eisscrat beipflichten. Entweder ganz oder gar nicht, sonst ist das Gejammer groß.

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » Mo 24. Dez 2012, 17:34

Würden wir amerikanische auf deutsche Verhältnisse ummünzen, würde das aber bedeuten in jeder größeren Stadt oder in jedem Landkreis ein eigenes SEK einzurichten.
Ich habe nichts gegen vernünftige Lageanpassungen, sicher muss auch die Polizei mit aktuellen Entwicklungen schritthalten. Alles aber bitte verhältnismässig und mit Augenmaß.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon der kanadier » Mo 24. Dez 2012, 18:00

Ein Gewehr im Kaliber 5.56 hat nix mit Militarisierung zu tun. Aber dazu wurde genug gesagt.
Und von amerikanischen Verhältnissen sind wir weit weg. Aber wir drehen uns hier im Kreis. Und beim Thema sind wir schon lange nimmer. In diesem Sinne :
wöhliche Freinacht

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Eisscrat » Mo 24. Dez 2012, 22:13

Kensei hat geschrieben:Würden wir amerikanische auf deutsche Verhältnisse ummünzen, würde das aber bedeuten in jeder größeren Stadt oder in jedem Landkreis ein eigenes SEK einzurichten.
Ich habe nichts gegen vernünftige Lageanpassungen, sicher muss auch die Polizei mit aktuellen Entwicklungen schritthalten. Alles aber bitte verhältnismässig und mit Augenmaß.
Nein denn bei uns ist die Polizei Ländersache und jedes Bundesland hat sein SEK. Wobei bei Bremen und Saarland bin ich mir nun nicht sicher.

Edit @ Sinär
Respekt :zustimm:
Zuletzt geändert von Eisscrat am Mo 24. Dez 2012, 22:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Sinär » Mo 24. Dez 2012, 22:14

Auch Bremen hat ein SEK :p

Edit an Eisscrat: :polizei3: :)
Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen,
versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen.
Wir haben so Viel mit so Wenig so lange versucht,
dass wir jetzt qualifiziert sind, fast Alles mit Nichts zu bewerkstelligen.

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Loewe » Di 25. Dez 2012, 00:04

http://www.cato.org/raidmap

Die Frage ist nicht ob und das sowas passieren kann. Wenn solche Vorfälle aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftreten, evtl. im Laufe der Jahre sogar noch an Häufigkeit zunehmen, dann muss man diese Entwicklungen untersuchen und thematisieren.
Und nicht einfach hinnehmen im Sinne von "Kollateralschäden" die eben unvermeidbar sind...
Sorry Kensei aber so langam ist das Maß voll. Du thematisierst die Militarisierung der US Polizeibehörden und verlinkst als Beispiel für die vermeintlichen Folgen dieser Militarisierung auf eine Seite deren Darstellung nicht einmal ansatzweise einer kritischen Betrachtung standhält:

Die Karte ist voll mit Buttons von Schauplätzen die in folgende Kategorien eingeteilt sind
1 . Raid on an Innocent Suspect 2. Death or injury of a police officer 3. Death of a nonviolent offender
4. Death of an innocent 5. Other examples of paramilitary police excess 6. Unnecessary raids on doctors and sick people
Diese gut gefüllte Karte relativiert sich ganz schnell, sobald man feststellt, dass sie einen Zeitraum von 27 Jahren umfasst. Und das in den USA, mit einer Bevölkerung jenseits der 300 Mio. Marke und einer hohen Dichte von Schusswaffen in privaten Haushalten.

Zu den Kategorien: zu 2., 3. und 4. möchte ich hier keine Ausführungen machen.

Zu 1 - Dir ist aber schon klar, dass ein "Raid on an Innocent Suspect" auch in den USA eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses bedarf, dass also ein Richter die Sache bewertet hat und nach Lage der Dinge befunden hat, dass die Polizei beim Verdächtigen einrücken darf ?

zu 6 - das Thema Methamphetamine etc. und der darauf fußende Rezeptmissbrauch sind bei Apothekern und Ärzten in den USA ein ganz heißes Thema. Unnötige Durchsuchungen/Maßnahmen bei Doktoren in einer Zeit wo auch in den Staaten "Meth" sich nicht zuletzt mit Hilfe von schwarzen Schafen in eben jenen Berufgruppen immer weiter ausbreitet. - ohne Worte

zu 5 - die Kategorie ist schlicht und einfach zu unspezifisch. Zudem: das Thema: Oops - falsche Tür, damit kann die Polizei in Deutschland auch dienen - das ist kein spezifisch es US Problem. Einen solchen Fehler als "paramilitary police excess" zu deklarieren ist wohl mehr als oberpeinlich.

Evtl. bedienst Du dich mal bei der Suche nach verlässlichen Informationen zu diesem durchaus ernsten Thema mal der Seite: http://www.officer.com. Dort werden solche Sache schonungslos aufbereitet und es wird auch über die strafrechtlichen Konsequenzen berichtet. Das erfordert natürlich etwas Mühe und auch Zeit und ist bei weitem nicht so bequem wie das gedankenlose nachquatschen bzw. verlinken von Gedankengut vermeintlicher Gutmenschen.
Evtl. ist es auch von Vorteil sich mal mit dem US-anmerikanischen Zivil- und Haftungsrecht zu befassen wenn man solche Sachen ernsthaft diskutieren will. Was glaubst Du bekommt der Sheriff auf den Tisch gewedelt, wenn er einen Streifenpolizisten allein zum Haus einer Person schickt, die bereits mehrfach strafrechtlich und mit Waffen in Erscheinung getreten ist und der einzelne Cop die Sache nicht überlebt, während ein SWAT Team ohne Nöte zur Verfügung gestanden hätte aber nicht gerufen wurde ?

Liebe Mod`s - Sorry für das OT, dafür ist es auch mein letzter Beitrag zu diesem Thema.

schwer genervt

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 25. Dez 2012, 00:15

Word. :zustimm:
:lah:

Starbucks.

Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Starbucks. » Di 25. Dez 2012, 04:07

Danny.reloaded hat geschrieben: Der Grund, warum soviele Veteranen zur Polizei gehen:
Das US-Militär rekrutiert vor allem aus strukturschwachen Regionen und den sozial schwächeren Schichten. Diese Veteranen haben es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht....

Lächerlich!
Das Militär hat in den USA ein ganz anderes Ansehen im vgl. zu Deutschland und das verhält sich genau so mit dem Ex-Militär. Aber warum soll ich Handwerker/Kellner (in keinster Weise herabwürdigend gemeint) oder was auch immer werden wenn ich meine Stärken und Vorlieben im Bereich des Militärs/Polizei habe.

Aussagen über die "Qualität" des US-Militärs spar ich mir. Klar ist aber, dass ich keine Genies und Akademiker z.B. in der Infanterie brauche, diese aber dennoch ein unverzichtbarer Bestandteil ist.
Danny.reloaded hat geschrieben: .... zudem ist es in den USA deutlich einfacher zur Streifenpolizei zu gehen.
Wieder Lächerlich!
Mir fällt spontan kein Department ein wo kein College Abschluss oder vorausgegangener Militärdienst, natürlich nur mit einer ehrenhaften Entlassung, Voraussetzung ist. Im Vergleich dazu dürfen in Deutschland 16-jährige Kinder mit mittlerer Reife zur Polizei.


Back to Topic: Die Ausstattung der US-Polizei

Sicherlich ist die amerikanische Polizei in vielen Bereichen besser ausgestattet als wir und das lässt sich, meiner Meinung nach, auf das allgemeine Aufgabenverständnis, auf das Ansehen, die Gesellschaft und speziell auf die "Waffentradition" zurückführen.


Die Amerikaner sind einfach offener für neues.
Z.B. der Taser - es ist statistisch bewiesen, dass der Schusswaffengebrauch durch PVB dadurch erheblich zurück ging.
Man mag jetzt denken: "Okay, aber solche Zustände herrschen nicht in Deutschland."
Ich hab meinen EKA. Ein wirklich tolles Teil.. das Klacken beim Ausfahren reicht meistens, außer die Person ist total mit Drogen vollgepumpt/betrunken und Schmerzunempfindlich, dazu kommt die doch relativ geringe Reichweite.
Mein Pfefferspray.. die Reichweite ist besser. Hier muss ich jedoch darauf achten keine Unbeteiligten /Friendly-Fire zu treffen. Auch hier kann es im nüchternen Bereich bis zu 10 Sekunden dauern bis es wirkt und das ist eine menge Zeit!
Und genau hier ergibt sich der Vorteil des Tasers aus meiner Sicht und zwar ist es mir möglich eine einzelne Person, in der Gruppe oder alleine, auf eine recht weite Distanz, sofort und ohne größere Verletzungen (keine Prellungen, Brüche oder Reizungen der Schleimhäute) Handlungs- und Kampfunfähig zu machen. Das einzigste Manko: es sieht total krass und brutal aus wenn die Person verkrampft umfällt und das passt nicht in die deutsche Mentalität.

Ich war 2010 auf der IWA und habe unteranderem mit dem Vertreter von Taser gesprochen, der mir sagte das bereits erste Gespräche mit deutschen Behörden am laufen sind und irgendwo hat ein Kollege das RLP-UZWG zitiert wo ich das glaub auch herauslesen konnte.

Gewisse Situationen erfordern eben gewisse Einsatzmittel und das ich als Streifenbeamter als Erster bei Amok-Lagen vor Ort bin und rein geh ist keine Notlösung, sondern so gewollt. Denn das schaffen SEKs und die GSG9 aufgrund der örtlichen Distanz einfach nicht. Es gibt ein gewisses Zeitfenster innerhalb dessen die GSG9 an jedem Ort in Deutschland sein muss und das ist trotzdem verdammt groß und bei Amok-Lagen mehr als entscheidend. Hätten wir eine so große Dichte an Spezialeinheiten um ein Eintreffen von ca. 5 min zu gewährleisten hätten wir das was Kensai als negativ in den USA ankreidet. Für mich klingt das als ob du dich beschwerst es gäbe zu viele Schlüsseldienste... :D

Ich würde trotzdem rein gehen mit meinen 15 Schuss + Pistole, meiner Weste und mit Glück haben wir ne MP5 dabei, die wie bereits festgestellt auch nur bedingt wirksam ist. Selbst bei angefahrenen Wildschweinen sollte man was größeres anfordern.
Ich sehe es als meine Aufgabe Menschen zu helfen und eben mit dem schlimmsten zu rechnen und so gut wie möglich darauf vorbereitet sein. Dafür muss ich aus einer gewissen Bandbreite an Einsatzmitteln situativ auswählen können. Weder der deutsche noch der amerikanische Polizist wird im Rahmen seiner Streife durch die Fußgängerzone, beim Fußball, am Flughafen, beim Oktoberfest usw. sein Ar15 Sturmgewehr mitnehmen....


Ein weiteres tolles Beispiel: der Car-PC
In Amerika gang und gebe das jedes FZ damit ausgestattet ist... wir haben irgendwann sog. "Fahndungskoffer" bekommen. Diesen darf ich laut Dienstvorschrift nur stationär in Betrieb nehmen, sprich KontrollSTELLE. Wir haben das Glück noch zu 2t Streife zu fahren und da sollte es kein Problem sein für einen mal eben die Daten abzufragen. Da würde ein kleines Netbook locker reichen. Rein technisch müsste das sogar mit jedem Ipad klappen. Ist vom Dienstherren bestimmt nett gemeint, aber irgendwie doch Quatsch.



Letztendlich wird man hier auf keinen Konsens kommen, da hier 2 Welten auf einander prallen. 2 Länder die beide von ihren Geschichten geprägt sind: Das Pro Waffen Amerika und Deutschland das lieber etwas understated ist.
In Deutschland werde ich dumm angemacht warum mein Gürtel so voll ist, ich Handschuhe anziehe, eine Sturmhaube und einen Helm trage.

Auf jede Aktion folgt eine Reaktion.. die Kriminellen passen sich uns an und dann passen wir uns wieder ihnen an und ich finde das schaffen die Amerikaner schneller und besser als wir.

Man möge bitte die Uhrzeit meines Posts berücksichtigen und sich alle rechtschreibflames sonst wo hin stecken ;)

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Brathühnchen » Di 25. Dez 2012, 09:57

Da ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet habe, inwieweit wir in Deutschland eine andere Waffengattung brauchen, würde mich der Kostenfaktor interessieren.

Gibt es Abschätzungen oder grobe Überlegungen was die Ausrüstung von dem hier vorgeschlagenen AR-Gewehr kosten würde und wie oft dieses wirklich zum Einsatz (nicht nur im Sinne von 'Schießen', sondern im Sinne auch vom sinnvollen Mitführen angepasst an der Lage) kämen würde.

Meine Befürchtung ist einfach die, dass wenn man dieses Geld in den Straßenverkehr oder Jugendbehörden oder Sozialarbeit stecken würde, dass der Gesellschaft mehr geholfen werden würde. Und stärkere Waffen vergrößern auch die Distanz zwischen Bürger und Bewaffneten.

Der Topf des Steuereinkommens zur Investition wird leider nicht wirklich größer... (abgesehen von der Bundespolizei, die ja jetzt ein schönes Sümmchen extra bekommen hat). Auch würde ich es aus Gründen der Wirtschaftsförderung begrüßen, wenn ein europäisches Gewehr ausgewählt werden würde. Dann bleibt das Geld wenigstens in unserem Wirtschaftskreislauf.

Vorteile dieser Waffen wurden hier mehrfach angesprochen. Diesen folge ich auch soweit.

Daher habe ich mir noch kein Urteil gebildet, mich würde hier ebenfalls die Kostenfrage interessieren.

Abgesehen davon sind USA und Deutschland von der Kultur ziemlich weit auseinander und nur sehr schwer zu vergleichen. Ich habe akzeptiert, dass ich die amerikanische Kultur und deren Überzeugungen genauso wenig kapieren werde, wie die der Inder oder Brasilianer.
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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Leon_der_Profi » Di 25. Dez 2012, 10:02

Der Kensei begibt sich hier auf ganz dünnes Eis und das auf einem verdammt hohen Roß. Polizisten hier wie drüben in den USA wollen zuerst einmal gesund nach Hause kommen. Das sind drüben wie hier normale Menschen, die nicht im geringsten geil drauf sind jeden Tag in eine Schießerei zu kommen, Menschen zu verletzen, zu töten oder selbst Gefahr zu laufen, verletzt oder getötet zu werden.

Nun ist in den USA der Prozentsatz der verfügbaren Schußwaffen in Privathaushalten deutlich höher als in Deutschland. Es ist in der Regel leichter an Schußwaffen heranzukommen und es geht in der Regel auch schneller als in D. Hierzu gibt es natürlich auch Ausnahmen und es ist u. U. auch in D. ganz einfach, schnell an eine Waffe zu gelangen und das ohne Wartefrist von mindestens einem Jahr, ohne Bedürfnisnachweis durch einen Verband und legal. Ist aber ein anderes Thema.

Die Verfügbarkeit von Schußwaffen impliziert aber nicht automatisch die Gefährlichkeit, will heißen, nicht überall da, wo Schußwaffen leicht zu bekommen und in sehr großen Prozentsätzen in Privathaushalten zu finden sind, gibt es eine hohe Gewaltbereitschaft. Man nehme Kanada und die Schweiz mal als Beispiel für genau die gegenteilige Entwicklung trotz der sehr hohen Verfügbarkeit von Schußwaffen in Privathaushalten!

In den USA hat der Schutz des eigenen Hauses, Besitzes und der Gesundheit einen deutlich höheren Stellenwert, als bei uns. Der US Bürger besitzt hier aus der Geschichte heraus ein ganz anderes Selbstverständnis. Die USA haben sicherleich dazu noch ganz andere soziale Probleme als wir und sie haben es versäumt, diese auch sinnvoll anzugehen. Die Schere zwischen arm und reich klafft deutlich weiter auseinander als bei uns und sie haben eine ganze Menge mehr verzeifelter und zu allem bereiter Menschen als wir. Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben.

Dieses Recht auf Selbstverteidigung steht nunmal auch den Polizisten dort zu. Das sind Menschen mit den selben Rechten, die jeder US Bürger hat. Und nun kommst du und willst denen erklären, dass statistisch nur Pistolen und Revolver durch die bösen Buben benutzt werden und es deshalb nicht gut ist, dass sie sich aufrüsten, um dennoch gesund nach Hause zu kommen. Du willst ein Gleichgewicht schaffen, damit der böse Bube eine gleichwertige Chance hat, oder wie? Ist das für dich ein Spiel? Und wenn der böse dann doch ein Gewehr hat (und da streiten wir uns nun mal nicht um die Fachbegriffe und Unteschiede und Spezifikationen) dann willst du dem Cop sagen:"tjo Pech gehabt, bist halt einer, der in der Statistik nicht vorkommt, aber dafür bekommste jetzt nen Kondulenzbuch!" Ich glaube dort drüben erreichen deutlch mehr Cops durch Gewalteinwirkung nicht das Pensionsalter, als hier. Und denen willst du nun verbieten, sich zu schützen, weil du dich dann besser fühlst? Du bist doch nicht ganz dicht! Im Übrigen reitet auch in den USA niemand bei irgendwelchen Typen in die Bude ein, der es nicht verdient hat. Die haben noch ein ganz anderes Zivilrecht als wir und dort drüben wird sowas unter Umständen richtig teuer. Auch dort braucht man richterliche Beschlüsse und auch dort hat der böse Bube die Wahl sich zu wehren oder eben nicht. er weis, was ihn erwartet und er hat sein Schicksal selbst in der Hand.

Auch hier verzeichnen wir insbesondere in den Ballungsräumen in den letzten Jahren eine ganz andere Qualität von Gewaltbereitschaft. Ich ziehe hier keine Statistiken heran, weil ich weiß, welche Mühe sich die Politik und die Polizeiführung gibt, um diese zumindest zu "schönen". "Happy Slapping", "Geburtstagsschläge", das unmotivierte zusammenschlagen in Banhöfen oder vor Diskotheken, sich stark häufende Angriffe auf Busfahrer etc. Die Bereitschaft andere Menschen alleine schon ohne Grund oft nicht unerheblich zu verletzen ist meiner persönlichen Empfindung nach deutlich gestiegen. Amokläufe, Bedrohungslagen etc haben auch uns in regelmäßiger Schrecklichkeit erreicht. Die Medien tun ihr eigenes dazu, dass die Täter meinen, so unsterblich werden zu können. Wir zähle immer mehr Angriffe auf Polizisten mit Messern, die mit tödlichen Schüssen auf diese enden. Ich erinnere mich noch an eine Zeit, da wurde mir beigebracht, dass es absolut nicht verhältnismäßig wäre, auf einen Messerangriff mit einem Schußwaffengebrauch zu reagieren. Zum Glück hat sich hier die Beurteilung solcher Fälle geändert.

Robert Steinhäuser nutzte eine Vorderschaftrepetierflinte und es ist eine Frage der Zeit, bis der erste Täter mit nem AR-15 aufkreuzt. Die Dinger sehen nämlich cool aus und sind auch in D problemlos zu bekommen. Wenn mir die 12/76er Bleibatzen oder .223 in gezieltem Einzelfeuer um die Ohren fliegen, werde ich mich hüten, ohne venünftige Langwaffe auch nur ansatzweise an solch einen Täter ranzugehen. Ohne eine vernünftige Ausbildung an vernünftigem Einsatzmitteln ist sowas glatter Selbstmord und zum Glück haben das die deutschen Behörden (nachdem die Entscheidungsträger zu Recht ordentlich auf den Arsch bekommen haben) endlich verstanden.... auch wenn sie es nur halbherzig umsetzen. Sie geben uns zumindest ansatzweise die Chance vorbereitet zu sein.

Durch den extremen Kuschelkurs, den wir durch Gerichtsurteile und die Politik bestimmt in den letzten Jahren fahren, gibt es immer mehr Kollegen, die sich fragen:"Wofür soll ich meinen Arsch hinhalten? Es reicht auch, wenn ich etwas später ankomme, wenn alles vorbei ist. Mein Bürgermeister grüßt seine übelriechenden Beamten immer noch nicht. Ich kann doch heutzutage nichtmal mehr eine 5 Euro Ordnungswidrigkeitenanzeige verteilen, ohne angepöbelt zu werden." Und ich kann es dem einen oder anderen nichtmal verübeln so zu denken. Und dann kommt so ein selbstherrlicher Typ wie du an und fühlt sich besser, wenn die Polizei schlechter ausgerüstet ist, als möglich und sinnvoll? Der irre aus dem Wedding, der mit Messer und Axt auf Polizisten losging könnte noch leben, hätte man vernünftige Einsatzmittel. Ebenso die Frau, die letztes Jahr hier bei einem Messerangriff erschossen wurde. Die Kette der Beispiele ist endlos. Und wenn der nächste mit nem Sturmgewehr ne Schule rockt, wird die Presse aufschreien, warum die Polizei nicht vorbereitet war. Es wird öffentliche Schelte regnen, Brathühnchen, der Kostenfaktor wird dann kein Argument mehr sein und niemanden wird es interessieren, dass wir seit Jahre nichts anderes gefordert aber nicht bekommen haben.....

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Re: Ausrüstung von US Polizisten

Beitragvon Kensei » Di 25. Dez 2012, 10:26

@Loewe
Ich finde es schon ziemlich anmaßend anhand einer Karte auf die Ergebnisse und die wissenschaftliche Haltbarkeit einer mehr als hundertseitigen Studie schließen zu wollen, die sich dazu noch auf weitere in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführte Untersuchungen bezieht. Ich unterstelle dir einfach mal, dass du die cato-Studie entweder garnicht gelesen hast, oder zumindest nicht über die ersten fünf Seiten hinausgekommen bist. Dort hättest du nämlich sowohl die einzelnen Icons ausführlich aufgeschlüsselt und kommentiert gefunden, als auch auf deine Kritikpunkte genügend kritische Antworten erhalten, bspw. wenn es um die Art und Weise geht, wie richterliche Genehmigungen für Hausdurchsuchungen in den USA vonstatten gehen.

Dass du mir dazu noch unterstellst, wissenschaftlich unhaltbare Quellen anzuführen, im gleichen Atemzug aber auf eine Seite wie http://www.officer.com Bezug nimmst, um deine Behauptungen zu untermauern, grenzt schon fast an Lächerlichkeit.
Würdest du auch http://www.copzone.de als zitierfähige Quelle anführen, wenn es um eine deutsche Studie ginge?
Leute die so argumentieren und Leute die solchen Beiträgen dann auch noch beipflichten, zeigen mir nur, dass sie weder die Ahnung haben, noch sich die Mühe machen wollen, sich mit einem Thema mal wissenschaftlich fundiert und reflektiert auseinanderzusetzen.

Auf so einer Grundlage müssen wir in der Tat nicht weiter diskutieren, weshalb ich auch nicht böse drum bin, dass das dein letztes Statement zum Thema war Loewe.

schönen Feiertag noch.
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