Gumball 3000

Alles zum Thema Verkehrsrecht

Moderatoren: Brot, Boxerwolf, Brot, Boxerwolf

derpatti
Corporal
Corporal
Beiträge: 282
Registriert: Mi 3. Jan 2007, 00:00
Wohnort: Berlin

Gumball 3000

Beitragvon derpatti » Mo 30. Apr 2007, 20:31

In einem anderen Forum bin ich auf einen interessanten Thread gestoßen:
Gumball 3000 in Deutschland: Polizei beendet "illegales Rennen" - Rechtsgrundlage?

http://www.netzeitung.de/vermischtes/631473.html

Mein Fragen diesbezüglich:

1. Wer definiert, was ein illegales Rennen ist?

2. Darf die Polizei verdächtige Verkehrsteilnehmer ohne Beweise (z.B. Geschwindigkeitsmessung) aus dem Verkehr ziehen und ihnen die Weiterfahrt verbieten?

3. Wo leben wir, dass die Polizei vom gefahrenen Fahrzeug auf illegale Handlungen schließen darf?

Weder StVO noch Bußgeldbescheid sind dort so eindeutig, dass man auf den groben Verdacht hin eine Ansammlung von Sportwagen wäre ein illegales Rennen, mehreren dutzend Verkehrsteilnehmern verbieten darf, ihre Fahrt fortzusetzen.

Zumal es auf deutschen Autobahnen ja mehr als genug Möglichkeiten gibt, völlig legal 300+ zu fahren. Darf auch dort die Polizei grundlos einschreiten, weil sie "was von nem illegalen Rennen" gehört haben?

Natürlich wäre es wünschenswert, dass die Veranstalter einer solchen Rallye (es ist ja eben kein Rennen, und Oldtimerrallyes sind ja nach Anmeldung auch erlaubt) sich vorher mit den Behörden in Kontakt setzen, um geeignete Strecken und Uhrzeiten für die Durchfahrt (also z.B. eine unbeschränkte Autobahn außerhalb der Stoßzeiten) festzulegen oder bestimmte Streckenabschnitte kurzfristig für die Rallye zu sperren.

Irgendwo finde ich das ganze schon eine ziemliche Rechtsverdrehung. Von der Unschuldsvermutung keine Spur.

Auch ich frage mich wo die Rechtfertigung herkommt wegen einiger Geschwindigkeitsübertretungen auf ein Rennen zu schließen und ein Verbot dieses "Rennens" auszusprechen.

Benutzeravatar
Vito
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 8255
Registriert: So 24. Jul 2005, 00:00
Wohnort: Da wo man babbele dud
Kontaktdaten:

Gumball 3000

Beitragvon Vito » Mo 30. Apr 2007, 20:39

Auf die Geschwindigkeitsübertretungen kommt es hier gar nicht an :nein:

Du kannst Dich auch an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten, und dennoch an einem illegalen Autorennen teilnehmen ;-D
BildFreiheit für die SpareribsBild

Benutzeravatar
Apollo
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 3360
Registriert: So 29. Aug 2004, 00:00

Gumball 3000

Beitragvon Apollo » Mo 30. Apr 2007, 20:41

Gefahrenabwehr?
"All gave some, some gave all"

In Xanadu schuf Kubla Khan
Ein prunkvolles Vergnügungsschloss.
Wo Alph, der heil´ge Strom, durchfloss,
die tiefen Höhlen, unendlich groß,
hinab zum dunklen Ozean.


A Message to Humanity

derpatti
Corporal
Corporal
Beiträge: 282
Registriert: Mi 3. Jan 2007, 00:00
Wohnort: Berlin

Gumball 3000

Beitragvon derpatti » Mo 30. Apr 2007, 20:55

Aber wer sagt das es ein Rennen ist? Da wollten nur ein paar tollkühne in ihren Kisten möglichst schnell von einem Ort zum anderen.

Wenn ich jetzt mit jemandem Wette, dass ich mit dem Auto schneller von Berlin nach Hamburg von einer Tür zur anderen komme als er mit der Bahn ist das ja auch nicht illegal.

Oder etwa doch?

Gegen irgendwas müssen die ja laut StVO ers mal verstoßen, oder?

FordDriver
Constable
Constable
Beiträge: 71
Registriert: So 1. Jan 2006, 00:00

Gumball 3000

Beitragvon FordDriver » Mo 30. Apr 2007, 21:02

Is sowas nicht in § 29. StVO Übermäßige Straßenbenutzung Abs 1 u. 2. geregelt??

Benutzeravatar
Vito
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 8255
Registriert: So 24. Jul 2005, 00:00
Wohnort: Da wo man babbele dud
Kontaktdaten:

Gumball 3000

Beitragvon Vito » Mo 30. Apr 2007, 22:04

[quote=""derpatti""]Aber wer sagt das es ein Rennen ist? Da wollten nur ein paar tollkühne in ihren Kisten möglichst schnell von einem Ort zum anderen.

Wenn ich jetzt mit jemandem Wette, dass ich mit dem Auto schneller von Berlin nach Hamburg von einer Tür zur anderen komme als er mit der Bahn ist das ja auch nicht illegal.

Oder etwa doch?

Gegen irgendwas müssen die ja laut StVO ers mal verstoßen, oder?[/quote]

Maßnahmen im Rahmen der Gefahrenwehr setzen nicht zwangsläufig einen vorherigen Verstoß gegen ein/e Gesetz/Verordnung voraus.

Des weiteren haben die Behörden ja entsprechende Erkenntnisse. Sprich: Startgebühr, bereits mitgeführte Barmittel wegen Bußgelder, und und und.

Der § 29 StVO sagt ja auch schon einiges. Und was hier nicht genau definiert wird, das definiert halt die Rechtsprechung :ja:
BildFreiheit für die SpareribsBild

Benutzeravatar
Schussel
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 1010
Registriert: Sa 10. Apr 2004, 00:00
Wohnort: Stuttgart
Kontaktdaten:

Gumball 3000

Beitragvon Schussel » Di 1. Mai 2007, 00:47

Wie schon geschrieben wurde ist ein Rennen nicht gleichbedeutend einer Geschwindigkeitsüberschreitung nach der StVO. Auch wenn ein Wettbewerb innerhalb der Rahmenbedingungen der StVO erfolgen sollte, ist dies eine Sondernutzung und damit Genehmigungspflicht. Grund dafür ist die erhöhte Gefährlichkeit die aus dem Renncharakter entsteht. Hierdurch wird das Hauptaugenmerk der Teilnehmer nicht auf den Verkehr als solches gerichtet sondern auf den Wettbewerb an sich. Dies kann zu einer erhöhten Risikobereitschaft führen welche im normalen Straßenverkehr nicht zu suchen hat.

In dem von Dir angesprochen Rennen wird dies aber trotzdem praktiziert, was die ganze Sache noch einfach macht.

Rechtsgrundlagen für die Untersagung solcher Veranstaltungen sind zum einen der § 29 Absatz 1 StVO und zum anderen der § 16 Absatz 1 Straßengesetz Baden Württemberg (StrG – BW) Diese Regelung findest sich aber auch in den Straßengesetzten der anderen jeweiligen Bundesländer so wie im § 8 Absatz 1 des Fernstraßengesetz der Bundes (FStrG).

Anhand dieser überschrittenen Rechtsnormen und hinsichtlich der möglichen Gefährdung von Verkehrsteilnehmern liegt auf jeden Fall eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vor. Somit begründen sich alle weiteren Maßnahmen aus dem jeweiligen Polizeigesetzes des jeweiligen Bundeslandes.
Aber wer sagt das es ein Rennen ist?
Die VWV zur StVO.
Zu Absatz 1
1
I. Rennen im Sinne des § 29 Abs. 1 sind Wettbewerbe oder Teile eines Wettbewerbes (z. B. Sonderprüfungen mit Renncharakter) sowie Veranstaltungen (z. B. Rekordversuche) zur Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten mit Kraftfahrzeugen. Auf die Art des Starts (gemeinsamer Start, Gruppenstart, Einzelstart) kommt es dabei nicht an.
2
II. Das Verbot gilt auch für nichtorganisierte Rennen.
3
III. Eine Ausnahmegenehmigung für eine Rennveranstaltung mit Kraftfahrzeugen darf in der Regel nur dann erteilt werden, wenn Straßen benutzt werden, die nur geringe Verkehrsbedeutung haben. Die von der Veranstaltung in Anspruch genommenen Straßen sind zu sperren. In jedem Fall ist zu prüfen, ob eine zumutbare Umleitung für den Verkehr vorhanden ist und ob das Interesse an der Veranstaltung so stark überwiegt, daß die Beeinträchtigung des allgemeinen Verkehrs hingenommen werden kann.
4
IV. Die genehmigende oberste Landesbehörde kann es der zuständigen Straßenverkehrsbehörde oder höheren Verwaltungsbehörde überlassen, im Erlaubnisverfahren die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, Bedingungen zu stellen und Auflagen zu machen.
Und genau darunter fallen deine beiden Beispiele. Somit sind sie Verboten.

Das Problem ist in aller Regel die Führung des Nachweises über die Tatbestandsmerkmale. Aber bei einem Rennen wie das Gumball 3000 wird es schon wesentlich einfacher, da man hier dank Medien, Szenewissen und Grenzübergreifende Verkehrsüberwachung ein recht deutliche Bild für die Tatbestandsvoraussetzungen erhält.

Und wer im letzten Jahr den Bericht in der Motorradzeitschrift Motorrad oder PS … ich weiß es nicht mehr so genau… gelesen hat, der weiß, wie wichtig es ist, dieses Rennen zu stoppen. Da hat ein Rennteilnehmer ein Renntagebuch geschrieben und ein bisschen von hinter den Kulissen berichtet.
Dumm ist,
wer dummes tut

Benutzeravatar
Seraphem
Corporal
Corporal
Beiträge: 277
Registriert: Fr 6. Apr 2007, 00:00
Wohnort: Niedersachsen

Gumball 3000

Beitragvon Seraphem » Di 1. Mai 2007, 03:14

Ich fand, was ich randweise so von diesem 'Wettbewerb' mitbekommen habe, recht amüsant -- habe mich aber auch noch nicht weiter damit beschäftigt, zumal ich immer nur gehört habe, dass die durch Amerika und sonstwo fahren...
Da ich nun leider nicht die besagt Zeitschrift (welche es nun auch sein mag) mit dem Artikel habe - kann man das irgendwo nachlesen? - wäre jemand so nett, mir zu erläutern, was aus diesem Artikel hervorgeht, dass man zu der Meinung kommt, dieses Rennen sollte verboten werden!?

DocSnyder
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 138
Registriert: Mo 11. Dez 2006, 00:00
Wohnort: Baden

Gumball 3000

Beitragvon DocSnyder » Di 1. Mai 2007, 09:22

Hmm...verwechsle ich das eben mit einem anderen vermeintlich illegalen Rennen, welches in den letzten Wochen angeblich stattfand? Das, das ich meine, sorgte hier auch für Aufregung, im Endeffekt verhielten sich alle beobachteten Teilnehmer verkehrsgerecht, lediglich ein Ferrari wurde aufgrund starker Mängel im Bremssystem stillgelegt...

Benutzeravatar
TomTom80
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 148
Registriert: So 14. Mai 2006, 00:00
Wohnort: München

Gumball 3000

Beitragvon TomTom80 » Di 1. Mai 2007, 09:45

hier mal ein satz recht interessanter bilder ausm netz

http://s53.photobucket.com/albums/g50/j ... 00%202007/

diesem F1-ähnlichen dingsda könnte man ja theoretisch die weiterfahrt verweigern, da keine beleuchtung vorhanden oder ned? :D

Benutzeravatar
Controller
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 17456
Registriert: Mo 20. Dez 2004, 00:00

Gumball 3000

Beitragvon Controller » Di 1. Mai 2007, 10:57

Polizeipräsidium Koblenz
30.04.2007, 05:30 - Polizeipräsidium Koblenz

A 61, Rastanlage Brohltal-West,

Gumball 3000 – Polizei beendet illegeles Rennen

Illegales Autorennen wurde durch die Polizei beendet


Am 30.04.2007, ab etwa 02.00 Uhr wurde durch die Polizei auf der A 61, Höhe Tank- und Rastanlage Brohltal-West in Zusammenarbeit mit der Polizeikräften aus Nordrhein-Westfalen ein illegales Autorennen beendet. Teilnehmer der diesjährigen Veranstaltung „Gumball 3000“ welche am 29.04.2007, gegen 16.00 Uhr in London gestartet und über Amsterdam nach Deutschland eingefahren sind, wurden im Rahmen einer Polizeiaktion angehalten.
Der derzeit noch andauernde Polizeieinsatz auf der A 61, Höhe Tank u-. Rastanlage Brohltal-West, in Fahrtrichtung Süden, führte dazu, dass ankommende Teilnehmer der Veranstaltung - es handelt sich um 52 Teilnehmer – angehalten und ihnen die Fortsetzung des Rennens untersagt wurde. Weitere 10 Teilnehmer der Veranstaltung wurden auf der A 60 beim Grenzübertritt von Belgien nach Deutschland angehalten. Die Veranstaltung wird als „illegales Rennen“ eingestuft und ist somit verboten. Den Teilnehmern droht ein Bußgeldverfahren. Da es sich überwiegend um ausländische Fahrer handelte, mussten sie im Hinblick auf das zu erwartende Bußgeld eine Sicherheitsleistung in Höhe von 420,- € hinterlegen. Die Teilnehmer waren von Amsterdam zum Etappenziel Flughafen –Hahn unterwegs, von wo Fahrzeuge und Personen dann per Flugzeug nach Istanbul transportiert werden sollen, um von dort das Rennen quer durch Südosteuropa fortzusetzen. Nachdem mehr als 60 Fahrzeuge kontrolliert waren und die Parkplatzkapazität durch PKW und Schwerverkehr ausgelastet war, wurde die Weiterfahrt zum Flugplatz Hahn in zwei durch die Poilizei überwachten Konvois gestattet. So wurde unterbunden, dass die Teilnehmer in Rennfahrermanier weiterfuhren und Geschwindigkeitsüberschreitungen oder andere gefährliche Fahrmanöver verhindert.

Bei Geschwindigkeitsmessungen sind 6 Rennteilnehmer aufgefallen, die zu schnell unterwegs waren. Spitzenreiter war ein deutscher Fahrer mit gemessenen 150 km/h bei erlaubten 80 km/h. Insgeamt wurden auf der Rastanlage Brohltal von 52 Rennteilnehmern eine Sicherheitslsitung einbehalten.
Im Bereich der angrenzenden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen wurden noch 6 Rennteilnehmer von der Polizei angehalten.



Polizeipräsidium Koblenz
Moselring 10-12
56068 Koblenz
Telefon: 0261/103-1

mach dich schlau

Zu der recht infantilen Eingangsfrage:
Auch ich frage mich wo die Rechtfertigung herkommt wegen einiger Geschwindigkeitsübertretungen auf ein Rennen zu schließen und ein Verbot dieses "Rennens" auszusprechen.

Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass sich auch "die Polizei" im Netz tummelt und lesen kann:

:arrow: :lol:

oder

:arrow: :lach:

und für die ganz faulen, phantasielosen User:

:arrow: :ja:

Google findet in 0,05 sec. ungefähr 180.000 Seiten auf Deutsch für Gumball 3000; wer aufmerksam liest, der findet auch massenweise Rechtfertigungen !


Controller
der sich über manche Fragen wirklich nur noch wundern kann....... :nein: :/
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

derpatti
Corporal
Corporal
Beiträge: 282
Registriert: Mi 3. Jan 2007, 00:00
Wohnort: Berlin

Gumball 3000

Beitragvon derpatti » Mi 2. Mai 2007, 17:15

[quote=""DocSnyder""]... lediglich ein Ferrari wurde aufgrund starker Mängel im Bremssystem stillgelegt...[/quote]

:o So was gibts? :o

Übrigens hab ich heute gehört, dass einige Roller-Fahrer beim Anrollern Ärger mit der Polizei bekamen. Wenn sich mehr als zwei Rollerfahrer treffen, muss solch eine Veranstaltung angemeldet werden. So zumindest hat es die teilnehmende Moderatorin meines Lieblingssenders verstanden.

Benutzeravatar
TomTom80
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 148
Registriert: So 14. Mai 2006, 00:00
Wohnort: München

Gumball 3000

Beitragvon TomTom80 » Fr 4. Mai 2007, 07:53

die verantstaltung ist übrigens vorzeitig beendet worden... siehe hier:

http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/4439230.html

http://www.networld.at/index.html?/arti ... 2224.shtml

Benutzeravatar
CopBerlin
Corporal
Corporal
Beiträge: 521
Registriert: Fr 25. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Berlin

Gumball 3000

Beitragvon CopBerlin » Fr 4. Mai 2007, 09:00

Wen wundert das denn noch, dass es zu einem tödlichen Unfall gekommen ist.

Es war doch nur eine Frage der Zeit gewesen, wann das passiert.

Sehr traurig das erst ein Mensch sterben musste, um solch eine schwachsinnige "Veranstaltung" zum Ende zu bringen.

:nein:
*** Legibus idcirco omnes servimus ut liberi esse possimus ***

PMA (1994) --> PMzA (1996) --> PM (1997) --> POM (2001) --> FHS/HWR (2002-2005) --> PK (2006) --> POK (2008) --> PHK (2010)

Synth_Oil
Corporal
Corporal
Beiträge: 307
Registriert: So 16. Apr 2006, 00:00

Gumball 3000

Beitragvon Synth_Oil » Fr 4. Mai 2007, 10:56

Britische Luxusauto-Rallye kostet Menschenleben

Sie fahren Lamborghini, Ferrari oder Porsche und kümmern sich einen Dreck um Tempolimits. Jedes Jahr rasen mehr als 100 gut betuchte Autonarren beim "Gumball 3000" quer durch Europa. Jetzt kam bei dem Rennen in Mazedonien ein unbeteiligter 67-jähriger Autofahrer ums Leben.

Berlin/London - In Mazedonien seien zwei britische Teilnehmer in einen Unfall verwickelt gewesen, bei dem ein Auto gerammt wurde, teilte das britische Außenamt gestern Abend mit. Ein Mann aus Mazedonien starb nach Angaben mazedonischer Behörden nach dem Unfall, der sich bereits am Mittwoch ereignet hatte, an einem Herzanfall. Der 67-Jährige soll nicht an dem Rennen teilgenommen haben. Seine Frau wurde schwer verletzt und befindet sich noch immer in einem kritischen Zustand.



Die 30 und 32 Jahre alten Briten wurden wegen gefährlichen Fahrverhaltens und Fahrerflucht verhaftet, sagte ein Sprecher der mazedonischen Polizei. Sie fuhren einen Porsche 911. "Die Briten hatten den Unfallort verlassen. Kurze Zeit später haben Grenzbeamte die beiden in einem anderen Auto .. in Qafasan an der Grenze zu Albanien gestellt", sagte der Sprecher.

Augenzeugen berichteten laut der mazedonischen Nachrichtenagentur Makfax, dass der Porsche mit russischen Nummernschild mit hoher Geschwindigkeit auf der Straße von Struga und Qafasan über die mittlere Fahrbahn zog und in einen Golf gekracht sei. Beide Autos seien von der Straße gerutscht. Die Briten seien in einem BMW geflohen. Nach Aussage der Zeugen sei der Porsche in einem Konvoi mit vier anderen Luxusautos unterwegs gewesen.

Das Rennen ende nun aus Rücksicht auf den schrecklichen Vorfall in Bratislava, sagte der verantwortliche "Gumball"-Veranstalter. Die seit 1999 jährlich veranstaltete Rallye sollte eigentlich morgen in London enden. Die Teilnahmegebühr für ein Fahrzeug und zwei Insassen beträgt 28.000 Pfund (rund 41.000 Euro), jeder weitere Mitfahrer muss noch mal 12.000 Pfund bezahlen.

In Deutschland wird die "Gumball 3000" von den Verkehrsbehörden als illegales, privates Autorennen eingestuft. Bereits Anfang der Woche waren zahlreiche Teilnehmer mit ihren Lamborghinis, Bugattis und Rolls-Royce-Karossen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen von der Polizei angehalten worden. Heute sollten die Autos in Berlin eintreffen. Die Polizei in der Hauptstadt hatte sich nach Angaben eines Sprechers auf die Ankunft der Autos vorbereitet und wollte keineswegs ein Rennen in der Stadt zulassen. Sammelpunkt für die Fahrzeuge sollte die Straße des 17. Juni sein.

Vorbild sind Cannonball-Rennen in den USA

Die Teilnehmer des diesjährigen "Gumball 3000" waren am Sonntagnachmittag in England gestartet. Nach einer Fahrt von Amsterdam bis Hahn in Deutschland ging es mit einem Frachtflugzeug nach Istanbul. Von dort aus fuhren die Teilnehmer über Athen und Thessaloniki in Griechenland nach Tirana (Albanien) und Bratislava (Slowakei).

Zwar gibt es offiziell gibt es keine Siegerehrung für die schnellsten Wagen. Intern und im Internet kursieren allerdings Rankings, bei denen unter anderem die erreichten Geschwindigkeiten und die Höhe der kassierten Strafgelder als Kriterien dienen. Wichtig sind auch Originalität der Fahrzeuge und die Partys in den Etappenorten. Vorbild sind die sogenannten Cannonball-Rennen aus den USA, die auch in Filmen mit Burt Reynolds (Deutscher Titel: "Auf dem Highway ist die Hölle los") populär wurden.

Problematisch sind nach Meinung von Experten insbesondere die zahlreichen Verkehrsverstöße mit den auf den ersten Blick nicht erkennbaren Rennwagen und die Einstellung, dass mit Geld jedes Problem zu lösen sei. Das Rennen hat längst eine erhebliche kommerzielle Bedeutung als Werbeträger und dient als Vorbild für PC- Spiele.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,15 ... 56,00.html



my 2 cents: was für ein dekadenter Mist für reiche Möchtegern-Schumis :nein: :/
Mädchen für alles und für jeden in Kaeptn_Chaos Bierclub :bia:

Meistens kreiert halt male smart mit female smart kid smartass wohingegen male dumbfuck mit female dumbfuck kid dumbass kreiert


Zurück zu „Verkehrsrecht“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste



  • Neue Mitglieder

  • Top Poster

  • CopZone Spende