Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

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Judy NRW 6
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Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Judy NRW 6 » Mo 18. Feb 2019, 22:50

Hallo zusammen!

Ich bin zwar keine Polizeibeamtin, aber befasse mich mit folgendem Thema ( möchte dort eine positive Veränderung bewirken, in Zusammenarbeit mit Vertretern aus Politik, Polizei u.ä.). Bin ehrenamtlich, liberal engagiert.
Es geht um Folgendes:

Am 7.2. 2019 ging die Nachricht der Polizei Dortmund durch die sozialen Medien, daß man 50 "Gaffer" registriert habe und Strafanzeige gegen diese gestellt hat.

Dieses Thema habe ich aufgegriffen und nun stellt sich folgende Frage:
Welche effektiven Abschreckungsmaßnahmen sind von der Polizei aus "erwünscht?"
Daß sich keine Staus mehr bilden - weil die Leute ihr Handy zücken und filmen etc.

Mir ist bewusst, daß hier keine Ratschläge gegeben werden können, die man auch politisch umsetzt/ verwertet.
Dazu ist dies hier ein geschlossenes " Cop Forum."
Mich interessiert einzig und alleine die Sicht der Polizei, was aus verkehrsrechtlicher Sicht machbar ist.

Ob das Ganze dann gesetzlich funktioniert, ist eine andere Kiste!

Vorschläge, die ausgearbeitet worden sind wären:

a) Kamera sofort an der Unfallstelle aufbauen und filmen, bevor eine Straftat begangen wurde
= Leute sind gehemmt, zu fotografieren.
---> Problem: die DSGVO müsste man prüfen, inwiefern juristisch aushebelbar ( bei drohender Gefahr o.ä.?)

b) "Blaulicht" ( sorry, kenne Eure Fachbegriffe dazu nicht :polizei7: ) bei Bildung eines Staus an der Unfallstelle ABSCHALTEN,
damit keine weitere Aufmerksamkeit auf sich gezogen wird.
Auf den Unfall durch Warntafeln " Achtung Gefahr" o.ä. hinweisen,
nicht aber mit Lichtsignal = Achtung, hier findet ein Einsatz statt!
Das lenkt die Aufmerksamkeit ( im negativen Sinn) auf die Unfallstelle = da gibt´s Blut!

c) Die Funkwagen mit Sichtschutzwänden ausstatten, damit man diese nicht erst anliefern muss.

d) zum Sichtschutz rund um die Unfallstelle " Einfädelungstafeln" :polizei3: aufstellen, sodaß keine Sicht mehr auf
Unfallstelle gegeben ist.

Wie seht Ihr diese Punkte, Ihr die tag - täglich mit dem Problem zu tun haben?

Danke Euch schonmal im Voraus und herzliche Grüße, aus dem schönen NRW !
:hallo:

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 18. Feb 2019, 23:28

Den Fred gab es schon.
Und weder passen Sichtschutztafeln auf meine Karre, noch werde ich im Fließverkehr auf die Absicherung durch Blaulicht und Nissenleuchte / eFlare/ etc. verzichten.
:lah:

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Officer André » Di 19. Feb 2019, 00:02

Pauschal mit Kameras um sich zu schmeißen, halte ich für nicht durchsetzbar. Ein situativer Einsatz dagegen wäre wohl sinnig. Ließe sich dann auch begründen.

Wir benötigen eine grundsätzliche Linie der Unterstützung für Einsatzkräfte in Politik und Justiz.
Die Rückkehr von Disziplin und Autorität wäre dienlich.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 19. Feb 2019, 00:04

Wenn auf deine E Klasse Limousine Faltwände passen und du gerne ohne Licht auf der Straße rumhampelst, mach das doch. In meinen 3er passt es nicht und ich werde das nicht machen.
:lah:

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Officer André » Di 19. Feb 2019, 06:05

Inhaltlich stimme ich dir voll und ganz zu. Dem war nichts hinzuzufügen.
Daher ergänzte ich lediglich zu Vorschlag a) der TE.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Judy NRW 6 » Di 19. Feb 2019, 06:59

Guten Morgen zusammen!

Bin positiv erstaunt, wie sehr auf "Nettikette" geachtet wird.
Danke dafür an Office André! :polizei2:

Ich habe jedoch aus gutem Grund gefragt, eben um Eure Meinung zu hören-auch Negatives!

So lange der Ton in der Kommunikation gewahrt wird, ist Kritik willkommen.
Danke, für Eure Beiträge!

Gerade um eine einheitliche Richtlinie geht es -letztendlich- doch.
Werde diesen Punkt aufgreifen, denn ich erachte ihn als wirklich sinnvoll!

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Old Bill » Di 19. Feb 2019, 07:18

Judy NRW 6 hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 22:50
Dazu ist dies hier ein geschlossenes " Cop Forum."
Nein ist es nicht, auch wenn ich mir hier manchmal vorkomme wie in einer "Geschlossenen". :gaga:
Das Thema steht unter Beobachtung, gerade weil es erwünscht ist auch Meinungen, Denkanstöße und Anfragen von außerhalb der Polizei zu bekommen. Wenn sich der Bürger mit polizeibezogenen Themen befasst, dann ist das auch für uns i.d.R. Informationsgewinnung u.a. wie unsere Arbeit "draußen" wahrgenommen wird.
Wenn es den "Fred" bereits gab, dann wäre für einen Neu-User ein Link hilfreich gewesen, der auf das Thema verweist.

Bei einem größeren Schadenereignis sind schon so viele Kräfte gebunden, dass solche Maßnahmen beim "ersten Angriff" eben aus Personalmangen nicht getroffen werden können.
Wenn es sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte, das die Maßnahme (z.b. bei einem großen Unfall) hinauszieht, weil noch Gutachter, Staatsanwaltschaft o.ä. auf der Platte erscheint, dann wurden ja bereits in zurückliegender Zeit Sichtschutzwände aufgestellt. Hier bietet sich eine gute Zusammenarbeit mit Feuerwehr oder THW an. Vor allem Letztere verfügen über Menpower und auch über das Material dazu.
Leider ist in den Zeiten diese widerliche Filmerei oder Fotografiererei in Zeiten, in denen sich jeder Depp in sozialen Medien exponieren muss, mehr als ein temporäres Phänomen.
Jeder Vorschlag wird wohl jede Menge Personal binden und ist bei einem großen Schadenereignis wohl nicht umsetzbar. Man kann nur jedem "Gaffer" wünschen, das er eventuell selbst mal in misslicher Lage gefilmt oder fotografiert wird und diese als Fundstücke irgendwann bei FB oder youtube bestaunen darf.

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Officer André » Di 19. Feb 2019, 07:45

Vlt. könnten auch hier die Bodycams helfen :polizei7:

Bezüglich Netiquette: Der Ton macht die Musik
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon 1957 » Di 19. Feb 2019, 09:46

da muss ich dem alten Bill aber mal Recht geben.
Jede Aufgabe benötigt und bindet Personal.
Zu berücksichtigen ist auch, dass das Vorgehen gegen solche Gaffer und Hobbyprivatjournalisten wg. deren Uneinsichtigkeit mitunter aus dem Ruder läuft - insbesondere dann, wenn Solidarisierungseffekte auftreten.
Einschreiten gegen solche Wohlstandslangeweilevoyeure also nur, wenn sie wirklich stören bzw. dann, wenn das entsprechende Personal zur Verfügung steht.

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Syzygy » Di 19. Feb 2019, 11:13

1957 hat geschrieben:
Di 19. Feb 2019, 09:46
da muss ich dem alten Bill aber mal Recht geben.
Jede Aufgabe benötigt und bindet Personal.
Zu berücksichtigen ist auch, dass das Vorgehen gegen solche Gaffer und Hobbyprivatjournalisten wg. deren Uneinsichtigkeit mitunter aus dem Ruder läuft - insbesondere dann, wenn Solidarisierungseffekte auftreten.
Einschreiten gegen solche Wohlstandslangeweilevoyeure also nur, wenn sie wirklich stören bzw. dann, wenn das entsprechende Personal zur Verfügung steht.
:zustimm:

Genau aus diesen Gründen würde ich den Einsatzkräften vor Ort auch keine weiteren "Schritte" aufbürden. Die haben echt genug zu tun und ich glaube als Verunfallter möchte man sicherlich, dass die anwesenden Helfer ihre Priorität ganz stark darauf ausrichten, dass schnellstmöglich eine Versorgung der Opfer stattfindet und weitere Schäden durch Absicherung der Unfallstelle und der Einsatzkräfte abgewendet werden. Zumal der Platz auf den Einsatzfahrzeugen begrenzt und wertvoll ist.

Das Vorgehen gegen solche Leute muss durch Prävention (Aufklärung, Mediale Präsenz...) und empfindliche Strafen für bewiesene Verstöße erfolgen. Das kann man nämlich alles außerhalb der Notfallsituation vom Schreib- und Richtertisch aus tun.
Safety first!

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Officer André » Di 19. Feb 2019, 11:41

Das ist mir zu kapitulierend.
Es braucht neue Ideen und Ansätze. Kreativität und neue Wege können da nicht schaden.

Videobeweise könnten situativ ein Ansatz sein.
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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Judy NRW 6 » Di 19. Feb 2019, 11:55

@officer André (weiß leider noch nicht wie man hier zitiert ;D )

Gerade um neue Ansätze, die Personalentlastend und abschreckend gegenüber den ganzen Voyeuren sind geht es mir.

Die "Aufzeichnungsoption" wäre eine Möglichkeit.
Müsste mich mal schlau machen, inwieweit man da juristisch eine Lücke finden kann?

Bis jetzt muss ja erst der Strafbestand Filmen und Fotografieren vorliegen -man kann nicht präventiv filmen...richtig?

Danke für Eure rege Beteiligung am Thema! :)

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon 1957 » Di 19. Feb 2019, 11:57

Andre', das ändert doch an der Situation vor Ort nix. Damit können lediglich die OWI-/Strafverfahren eingeleitet werden.
Auch das braucht Personal und Ausrüstung , insbesondere in der späteren Auswertung. Das ist auch nicht besonders kreativ, sondern ein schon länger praktiziertes Verfahren (Besi) . Was da letztlich bei raus kommt, weiß ich nicht.

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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon Jake21 » Di 19. Feb 2019, 11:59

Also die bisherigen Ansätze in diese Richtung sind ja eine konsequente Verfolgung dieser Verstöße, sowohl mit präventiver, als auch repressiver Zielrichtung.

Aber irgendwie müsste ja bereits vorher den sensationsgeilen Gaffern der „Spaß“ an ihrem Vorhaben genommen werden.

Im Bezug darauf bin ich vor einigen Jahren mal auf einen Artikel gestoßen, der ein Patent einer nicht näher genannten vitaminreichen Handy und Computerfirma behandelte.

Dieses Patent drehte sich um das Problem, welches alle Live-Konzert Liebhaber sicherlich kennen werden. Der Besucher vor einem dreht für seine Daheimgebliebenen ein schönes Homevideo vom gesamten Konzert, nur um es sich hinterher nie wieder anzusehen. Selbstverständlich will ich an der Stelle keinen Kat 1 oder 2 VU mit einem
Konzert vergleichen, jedoch zielte das Patent darauf ab, mittels Infrarotsignale die Bild(Aufnahme) und Tonfunktion zu stören. So würde dementsprechend nur ein schwarzes Bild als Produkt überbleiben.

Grundsätzlich wäre dies - sofern technisch realisierbar - auch ein Ansatz. Zumal, wenn es sich ins RTK einbauen ließe, ein Modul, was weder groß auffallen, noch großartige Betreuung benötigen würde.

Na klar, das bloße Gaffen aus Fensterscheiben wird dadurch nicht unterbunden. Aber Handys und Kameras würden deutlich weniger gezückt werden.


Hier der Link zu dem Artikel mit dem Patent:
https://www.gearnews.de/wenn-der-zuscha ... t-versaut/
"Polizeinotruf" :?:
"Bin ich bei der Polizei?" :lupe:
"Nein, ich bin bei der Polizei. Sie sind irgendwo da draußen und telefonieren" :mrgreen:

1957
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Re: Vorgehen gegen Gaffer / Fotografierer an Unfallstellen

Beitragvon 1957 » Di 19. Feb 2019, 12:05

Gegen jede Technik gibt es Gegenmaßnahmen. Aufrüstungsspirale.
Wird die eigene Beweissicherung/ Doku nicht auch gestört? Presse oder sonst Berechtigte?


Gleichwohl ist nicht jeder Gafferfilm eine Straftat.

Ja, gaffen und das ganze noch Filmen etc. ist in vielen Fällen widerlich. Ich bin aber der Meinung, das die Kirche ins Dorf gehört und entsprechend im Einzelfall entschieden werden muss. I.d.R. ist das dann eine Entscheidung des EInsatzleiters.
Zuletzt geändert von 1957 am Di 19. Feb 2019, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.


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