Kubotan

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Kubotan

Beitragvon milka-gelöscht » Mo 23. Okt 2006, 18:40

ja :!:


aber du versteckst eine waffe !

du gehst davpon aus, das es verboten ist, desswegen versteckst du das ding und passt auf, dass dich keiner sieht!

das ist nicht rechtstaatlich!


und was war mit der mag-lite ?
und mit dem kugelschreiber ?

vielleicht gäbe es sogar mittel dein kubotan auf rechtstaatliche weise einzusetzen ? :!:
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Kubotan

Beitragvon Controller » Mo 23. Okt 2006, 20:50

ist das eine Waffe ??

Oder nur ein gefährlicher Gegenstand ??

Oder überhaupt nix ??


Controller
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Beitragvon DonCorleone » Di 24. Okt 2006, 15:51

Das der Kubotan eine Waffe ist, ist denke ich klar und muss nicht diskutiert werden.

Die Frage ist, ob dieser noch als Schlagstock durchgeht. Denn dann ist es zumindest eine zulässige Waffe nach dem PolG. Dort steht nämlich nix darüber, wie groß/lang ein Schlagstock zu sein hat.

Bliebe am Ende nur ein dienstrechtlicher Verstoß über, weil der Dienstherr wiederum genau festlegt, welche Art von Stöcken zugelassen sind.

MagLights, Kulis usw. sind erstmal nix, werden aber zum gefährlichen Gegenstand i.S.d. gef. KV, wenn man sie nutzt, um damit Schmerzen zu erzeugen. Praktisch gesehen würden sie für uns zu einem Hilfsmittel der körperlichen Gewalt nicht zu einer Waffe. Rechtstheoretisch sind sie bei den H.d.k.G. aber nicht aufgezählt.

Im PolG NRW steht aber:

§58 (3) Hilfsmittel der körperlichen Gewalt sind insbesondere Fesseln, Wasserwerfer, technische
Sperren, Diensthunde, Dienstpferde, Dienstfahrzeuge, Reiz- und Betäubungsstoffe sowie zum
Sprengen bestimmte explosionsfähige Stoffe (Sprengmittel).

Das kleine Wörtchen insbesondere heißt für mich, dass es sich nicht um eine abschließende Aufzählung handelt und dass auch andere geeignete Gegenstände unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit zulässig sind. Ob das so durch die Mehrheit der rechtsgelehrten Vertreten wird ist mir allerdings nicht bekannt.
cu
Don

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Beitragvon Gast » Di 24. Okt 2006, 16:17

Moin!

Im UZwG Berlin ist festgelegt:

§ 2 (4):

Waffen sind dienstlich zugelassene Schusswaffen (...) und Hiebwaffen (Schlagstöcke).


Daher erübrigt sich der Einsatz des Kubotan bei uns, da nicht dienstlich zugelassen.

Der Einsatz von MagLite, Kugelschreiber, Leatherman, Mülltonnen und brennenden Kuscheltieren ist jedoch im Einzelfall möglich, wenn nix anderes geht.
Allerdings sind diese Gegenstände ihrem Sinn nach nicht als Waffe/Hilfsmittel der körperlichen Gewalt mitgeführt, sondern würden nur ersatzweise eingesetzt werden. Der Kubotan ist als Waffe konzipiert und wird daher nur als solche mitzuführen sein.

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Beitragvon milka-gelöscht » Di 24. Okt 2006, 17:56

ist der kubotan wirklich eine hiebwaffe?

fällt er laut uzwg unter den waffenbegriff ?

oder wegen des einsetzen auf druckpunkte kann er vielleicht zu den hilfsmitteln gezählt werden ?

das wäre ein wichtiger zu klärender punkt.

und dann eine dementsprechende rechtliche einschätzung deiner behörde um das ding zu benutzen oder es sein zu lassen.
man kann auch begründet eine freigabe bzw. beschaffung anregen.

jedoch das ding im handschuh zu verstecken und heimlich zu verwenden halte ich für den falschen weg; rechtlich nicht zulässig. nicht beamtengerecht, nicht rechtstaatlich...
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Beitragvon Gast » Di 24. Okt 2006, 19:45

@Milka:

Falls ich gemeint sein sollte:

Ich werde nicht in waffenrechtliche Detailbewertungen einsteigen, da gibt es weitaus sachkundigere Forumuser.

Fakt ist: das Teil ist in Berlin nicht dienstlich geliefert, vom Zweck her allerdings sicher eine Waffe (ob nun Hieb-/Schlag-/Stoß-/was-auch-immer-Waffe) und somit nicht verwendbar.

Tonfas sind im Funkwageneinsatzdienst bei uns (leider) auch nicht gestattet; bei Zivilkräften und den GE jedoch dienstlich zugelassen/geliefert und mit entsprechender Ausbildungskonzeption versehen.

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Beitragvon milka-gelöscht » Di 24. Okt 2006, 19:54

@ goldstern


nein!

du warst nicht gemeint...

ich habe nur laut gedacht...

das wären fragen, die die dienstelle des benutzer klären sollte bzw. der benutzer und warum das geklärt sein musste habe ich ja gesagt: rechtstaatlichkeit, legale gewalt anwendung etc


ich würde so ein ding nicht benutzen!

und wenn ich es so toll finden würde, dann schalge ich das vor und höhere ebenen klären das für mich... und dann darf ich das nicht haben oder die ausstattung ändert sich *müde-lächel* (warte immernoch auf neue holster)
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Kubotan

Beitragvon TomDark » Di 24. Okt 2006, 22:21

Kobotan ist definitiv eine Waffe:

(2) Waffen sind
1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände
und
2. tragbare Gegenstände,
a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;

Kobotan hat keine andere Verwendung, drum klar definiert.

Zivil würde ich dir deswegen eine Maglite empfehlen, etwa gleiche Form, aber halt keine Waffe. Wie sich das aber mit deinen Dienstvorschriften beißt, hab ich keine Ahnung von.

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Kubotan

Beitragvon Trooper » Di 24. Okt 2006, 22:40

Wir haben sogar in der Ausbildung gelernt eine Mag Lite oder Kugelschreiber zu benutzen. Die stehen auch nicht im PolG.
Ja, für Notwehrlagen... das ist dann aber eine völlig andere Kiste als Zwangsanwendung zur Durchsetzung einer Polizeiverfügung :D
ist der kubotan wirklich eine hiebwaffe?

fällt er laut uzwg unter den waffenbegriff ?
Waffenrechtlich ist er definitiv eine Waffe. Im UZwG und den sonstigen PolG'en wird er natürlich nicht genannt, weil er eben nicht dienstlich zugewiesen ist.

Es ist aber eine realistische Annahme, daß ein Gegenstand, der waffenrechtlich/verwaltungsrechtlich als Waffe gilt, polizeirechtlich nicht plötzlich zum bloßen Hilfsmittel herabgestuft wird.

Diese Annahme läßt sich weiterhin darauf stützen, daß mit einem Kubotan auch prima auf empfindliche Körperstellen geschlagen werden kann.
Bliebe am Ende nur ein dienstrechtlicher Verstoß über, weil der Dienstherr wiederum genau festlegt, welche Art von Stöcken zugelassen sind.
Das dürfte am Ende nicht deine größte Sorge sein. Ich schätze nämlich mal, daß der Rechtsanwalt deines "Kunden", der nun von deiner Behörde Schadenersatz haben möchte, dahingehend argumentieren wird, daß die Verletzungen und Schmerzen seines Klienten mit einem sicheren, erprobten, behördlich offiziell eingeführten Schlagstock erheblich weniger schwerwiegend gewesen wären. Weiterhin wird er vermutlich versuchen, dich vor Gericht als jemanden darzustellen, der so gewalttätig ist, daß er sich sogar private Hiebwaffen beschafft und sie im Dienst mit sich rumträgt.
Dear Kids,
There is no Santa. Those presents are from your parents.
Sincerely, Wikileaks

krabo

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Beitragvon krabo » Mi 25. Okt 2006, 09:39

Das dürfte am Ende nicht deine größte Sorge sein. Ich schätze nämlich mal, daß der Rechtsanwalt deines "Kunden", der nun von deiner Behörde Schadenersatz haben möchte, dahingehend argumentieren wird, daß die Verletzungen und Schmerzen seines Klienten mit einem sicheren, erprobten, behördlich offiziell eingeführten Schlagstock erheblich weniger schwerwiegend gewesen wären. Weiterhin wird er vermutlich versuchen, dich vor Gericht als jemanden darzustellen, der so gewalttätig ist, daß er sich sogar private Hiebwaffen beschafft und sie im Dienst mit sich rumträgt.
O.k O.k ihr habt mich überzeugt. In Zukunft werde ich das Teil wohl lieber Zuhause lassen...!


Wir haben sogar in der Ausbildung gelernt eine Mag Lite oder Kugelschreiber zu benutzen. Die stehen auch nicht im PolG.


Ja, für Notwehrlagen... das ist dann aber eine völlig andere Kiste als Zwangsanwendung zur Durchsetzung einer Polizeiverfügung
Wir haben tatsächlich gelernt, dass bei SITZBLOCKADEN eine MagLite Kugelschreiber verwendet werden kann. Von einer Notwehrsituation war da niemals die Rede. War in der Ausbildung aber in Bayern, vielleicht drehen sich die Uhren da doch noch etwas anders. :)

mfG,

krabo :D

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Kubotan

Beitragvon Gast » Mi 7. Feb 2007, 14:14

Mal unabhängig davon, ob der Einsatz nun rechtsstaatlich ist oder nicht... Man kann sich das Geld für so ein Ding auch sparen. Die Techniken lassen sich prima mit ner kleinen Taschenlampe ausführen. Die habe ich oftmals sowieso schon in der Hand und sieht zudem noch nach Nichts aus. Damit kann ich mir Nachts dann wenigstens noch ein bissel Licht verschaffen. Weiter habe ich mit dem Kubotan nicht noch mehr Gerödel am Koppel (ist bei mir sowieso schon mehr als genug dran :mrgreen: ). Und mich kann hinterher keiner ankacken, wo heutzutage jeder kleine ...... sofort zum Rechtsanwalt rennt und ne Rechtsschutzvers. hat. Die Kubotan mit Pfeffer sind zwar praktisch, aber da benutze ich lieber meine gutes altes Pfefferspray, was ich immer dabei habe/benutze.

Gruß

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Beitragvon Synth_Oil » Mi 7. Feb 2007, 14:51

ein Kobutan ist unerlässlich für den Streifendienst; uns fehlen eigentlich nur noch folgendes "Zutaten" und unser Equipment wäre komplett:

1. Schlagring
2. Flammenwerfer
3. Pump-Action-Flinte
4. AK-47
5. Bazooka
6. Stinger-Luftabwehrrrakete
7. Leo-II-Panzer


und dann ist man für die nächste Ruhestörung wirklich gerüstet :P
Mädchen für alles und für jeden in Kaeptn_Chaos Bierclub :bia:

Meistens kreiert halt male smart mit female smart kid smartass wohingegen male dumbfuck mit female dumbfuck kid dumbass kreiert

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Beitragvon Wiederstandsbeamter » Fr 9. Feb 2007, 16:44

Ich persönlich halte nicht viel von einem Kubotan. Nahezu alle Effekte kann ich auch anderes erreichen, er wäre nur noch mehr unnötiges Gebammel, dass ich mit mir rumschleppe.

Für die, die nicht darauf verzichten wollen:

Ich denke die Beamten der Länder, die so weise waren ihre Hilfsmittel der körperlichen Gewalt nicht abschließend zu definieren, haben es etwas leichter. Da ist dann eine Orientierung an Rahmenerlässen möglich. Allerdings meine ich mich dunkel zu erinnern, dass mal ein Kollege den Einsatz eines Kubotan als eine Mindermaßnahme gegenüber dem Einsatz seines Schlagstockes geäußert hat, und dies dann als mildestes Mittel im Rahmen der Verhältnismäßigkeit genutzt hat. Ich glaube die Begründung hat die richtigen Leute verwirrt, so dass niemand mehr nachgefragt hat, warum er eigentlich eine Waffe bei sich trug.
Um Besserwissern vorzubeugen: Ich weiß, wie "Widerstand" geschrieben wird. Mein Nick hier ist eine Anspielung auf einen Spitznamen... hat wie immer was mit Alkohol zu tun;)

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Beitragvon Blaulicht199 » Di 13. Feb 2007, 16:41

Schmerzpunkte mit den Fingern angehen wirkt auch ziemlich gut - oder habt ihr da andere Erfahrungen gemacht?

Natürlich hat der Finger nicht die gleiche Wirkung wie der Kubotan, Klui, Mini Mac...Magie des Eisens halt... :magic:

Aber bei wem der Kraftverstärker noch Schmerz auslöst, bei dem sollte es doch auch mit den Fingern gehen - oder?
I know it's hot with the vest on, but it's a lot hotter in hell !

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Kubotan

Beitragvon TomDark » Di 13. Feb 2007, 16:50

@Blaulicht

Es geht, verlangt aber langes Training. Wobei es natürlich Schmerzpunkte bzw. Punkte gibt wo wenig Kraft und Können ausreicht z. B. unterhalb Kehlkopf, Nase, Augen, neben Schlüsselbein. Aber Nervendruckpunkte sind sehr schwer zu erreichen, ohne Hilfsmittel, finde ich.


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