Waffenrecht Verschärfen / So lassen / Liberalisieren

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Waffenrecht Verschärfen / So lassen / Liberalisieren

Beitragvon noch_student » Mi 22. Nov 2006, 20:34

Hi,
die ewige Diskussion. Da sie aber gerade wieder in einigen Threads aufkommt (und ich persönlich der Ansicht bin, dass sie in anderen Diskussion fehl am Platz ist) - hier eine Möglichkeit gezielt über dieses Thema zu diskutieren.
Leider versandet aber gerade dieses (recht wichtige) Thema häufig sehr schnell (nicht nur in diesem Forum). Deshalb meine Bitte:

1. Lest die Beiträge nochmal durch bevor ihr sie abschickt. Vielleicht findet man ja noch den einen oder anderen Rechtschreibfehler, kann ungeschickte Formulierungen entschärfen, oder stellt fest, dass man etwas vergessen hat. Soll ja vorkommen. Auf die paar Sekunden oder Minuten kommt es auch nicht mehr an, die Diskussion kann dann aber eventuell mit weniger Mißverständnissen geführt werden

2. Lest alle bisher geposteten Beiträge. Lest den Beitrag, auf den ihr antworten wollt. Lest ihn nochmal. Denkt nach. Antwortet dann. Lest eure Antwort durch. Korrigiert die Fehler. Klickt auf "Vorschau" (häufig hat man Formatierungsfehler, die Sinnentstellend sein können).
Denkt nochmal drüber nach. Lest die Antwort nochmal. Korrigiert die Fehler. Drückt dann erst auf "Absenden".
Das ist KEIN Angriff auf Einzelne, KEINE Kritik an der Diskussionskultur hier in diesem Forum (das Niveau ist normalerweise erstaunlich hoch, das Forum sehr gut), etc - aber das Thema ist sensibel und schnell mal eine Formulierung in die Tasten gerutscht, die man eigentlich so scharf gar nicht haben wollte. Oder man ist gerade genervt und vom vorherigen Post erregt - vielleicht hilft die kurze Pause Mißverständnisse zu vermeiden. Und es kommt doch eigentlich auf diese kurze Zeit wirklich nicht an. Und die Betätigung der Shift-Taste (Großschreibung) kostet keine Zeit mehr wenn man sich mal dran gewöhnt hat.

3. Trolle - trollt euch. Wer nichts zu dem Thema zu sagen hat, kann das anderswo tun. Wer etwas zu sagen hat: Herzlich willkommen :-)

4. Bringt Fakten, Statistiken, Zahlen, etc - aber bitte mit Quellen. Die umfangreichste Statistik bringt nichts, wenn der Gegenüber nicht nachvollziehen kann, wie diese Statistik entstanden ist.

5. Geht auf die Argumente eurer Gegenüber ein. Lest die Beiträge, antwortet auf die Beiträge.

6. Lasst diese Diskussion in einem Thread. Sie hat nichts mit einer Diskussion über Computerspiele (etc) zu tun.

7. Bitte, bitte keine persönlichen Angriffe oder Schwachsinnsbeiträge ...

Komme ich gerade arrogant rüber? Möglich. Vermutlich sogar wahrscheinlich. Ist aber nicht so gemeint. Ich möchte nicht von mir behaupten, dass ich gut argumentiere oder diskutiere. Oder, dass ich viel von diesem speziellen Thema verstehe. Aber: Wenn sich jeder etwas Mühe gibt, wird viel mehr draus :-)

Und mir liegt dieses Thema am Herzen (ohne jetzt eine explizite Meinung zu nennen oder zu haben) und ich fände es Schade, wenn die Diskussion wieder flau wird. Ich bin kein Moderator und verstehe mich auch nicht als Hobby-Foren-Controlleur. Aber: Ich finde es wirklich schade, wenn Diskussionen versanden oder über mehrere Threads geführt werden (man findet dann eventuell wirklich gute Beiträge nicht mehr, andere die sich vielleicht für diese Diskussion interessieren, suchen sie dort nicht, etc).
Ich möchte diesen Text auch bitte nicht als Angriff auf die Moderatoren oder Administratoren verstanden wissen. Die machen einen guten Job. Danke

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Beitragvon Panther » Mi 22. Nov 2006, 21:16

Ich kann dazu nur sagen: Vom Gefühl her möchte ich nicht, dass Schusswaffen in der Gesellschaft weiter verbreitet werden, als sie schon sind.

Objektiv ist es aber wohl so dass, wenn die ÜBERWACHUNG der Waffenbesitzer, das heißt, psychologische und sonstige Eignungstests verschärft bzw. eingeführt würden, wenig dagegen spricht, dass jeder, der meint, eine Waffe zu brauchen, auch eine haben darf. Sofern er geeignet ist, nie aufgefallen und ein Experte (durch Lehrgänge o.ä.) in Sachen Notwehrrecht geworden ist.
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Beitragvon noch_student » Mi 22. Nov 2006, 21:19

[quote=""Panther""]Objektiv ist es aber wohl so dass, wenn die ÜBERWACHUNG der Waffenbesitzer, das heißt, psychologische und sonstige Eignungstests verschärft bzw. eingeführt würden, wenig dagegen spricht, dass jeder, der meint, eine Waffe zu brauchen, auch eine haben darf. Sofern er geeignet ist, nie aufgefallen und ein Experte (durch Lehrgänge o.ä.) in Sachen Notwehrrecht geworden ist.[/quote]
Ich würde noch empfehlen, dass der Betreffende nicht nur Waffenrechtlich, sondern auch Waffentechnisch geschult wird - er also mit der Waffe umgehen kann (nicht nur schießen, auch die Reinigung, das Wissen um Durchschlagkraft, etc)

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Beitragvon Jango » Mi 22. Nov 2006, 21:59

panther tut mir leid aber auf dieses zitat
wenn die ÜBERWACHUNG der Waffenbesitzer, das heißt, psychologische und sonstige Eignungstests verschärft bzw. eingeführt würden, wenig dagegen spricht
kann ich nur eins sagen und davor hab ich gelacht...

vor nicht langer zeit haben sich alle über psychologische urteile von verbrechern (im letzten fall kinderschänder) aufgeregt. Und ich denke dass diese gutachten intensiver erarbeitet wurden als es sich bei der sache umsetzen lassen würde.

Ich sehs kommen: Mann erschiesst seine frau mit einer schusswaffe und einige aus der CZ: "häääääääääh wie geht das denn, da war doch ein psychologisches gutachten dabei, diese psychologen gehören in haftung und vor gericht gezogen..."

Und neben bei bemerkt würd ich gerne wissen, wie die überwachung von 5 mio waffenfreunden aussehen soll,
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Beitragvon CLAF » Mi 22. Nov 2006, 22:39

Das Waffenrecht als solches ist scharf genug.
Es gibt seltenst Probleme mit den Waffen registrierter Benutzer. Die illegal vorhandenen Waffen machen weitaus mehr Probleme. Was sollte eine Verschärfung also bringen?

Wir haben es zunehmend mit dem Phänomen zu tun, dass sich allerlei Gegenstände zum Bau einer Waffe eignen:
- Eine legal erworbene Sammlerwaffe (schussunfähig umgerüstet) lässt sich anhand von Wissen und Quellen aus dem Internet ratzfatz in ein tödliches Instrument verwandeln. Wenn nicht der Rückbau in den Originalzustand gelingt, so ist eine Fortentwicklung zu einer simplen Vorderlader-Waffe schnell und einfach ausgeführt.
- Ein Grundkurs in Chemie, rudimentäre Physik-Kenntnisse und ein Internetzugang ermöglichen heute eine schnelle und diskrete Art, Stoffe so zu mischen, verpacken und verdrahten, dass eine handliche Bombe mit veritabler Sprengkraft entsteht.

Ich habe keine Ahnung, ob und wie man das verhindern kann, vermutlich gelingt das nicht. Aber das geltende Waffenrecht sieht mir nicht nach einer möglichen Lösung aus.

Gruß
Ralf
»Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.«

aus Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten.

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Beitragvon noch_student » Mi 22. Nov 2006, 23:52

Bah, Sprengstoff. Wer sich nur ein kleines bisschen damit beschäftigt, findet relativ schnell Bauanleitungen für chemische Kampfstoffe .. Biologische Kampfstoffe setzen etwas mehr Material und Wissen voraus, aber auch hier nur begrenzt schwierig ..

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Beitragvon CLAF » Do 23. Nov 2006, 00:12

@ noch_student

Jeder großen Erfindung haftet stets die Tragik an, dass sie sowohl dem Frieden, aber auch dem Kriege dienen kann.

Wie ist denn Deine Meinung zum Thema Waffenrecht?

Gruß
Ralf
»Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.«

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Beitragvon noch_student » Do 23. Nov 2006, 01:42

Meine Meinung .. Ist schwierig, da ich mir noch keine dedizierte zu diesem Thema gebildet habe.

Vorneweg: Ich stelle meine Meinung hier dar. Ich nenne keine Fakten, bringe keine neuen Argumente. Ich verletze also meine Forderung zum Diskussionsstil.

[quote=""John Stuart Mill""]..dass der einzige Grund, aus dem die Menschheit, einzeln oder vereint, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mitglieder einzumischen befugt ist: sich selbst zu schützen. Dass der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gesellschaft rechtmäßig ausüben darf: die Schädigung anderer zu verhüten.[/quote]
[quote=""Wikipedia - Liberalismus""]Wo die Freiheit des Einzelnen berührt wird, habe jede, auch die staatliche Gewalt zu enden – der Staat habe nur dann einzugreifen, wenn die Freiheit der Individuen verletzt wird. Seine Rolle habe sich vorrangig auf den Erhalt von Recht und Freiheit zu beschränken. Dem Einzelnen solle durch sein Mehr an Freiheit auch mehr Verantwortung für sich selbst übertragen werden.[/quote]

Ich bin politisch Liberal eingestellt. Das bedeutet, bezogen auf dieses Thema, dass der Staat jede Einschränkung seiner Bürger begründen muss. Das die einzige gültige Begründung der Schutz der Freiheit und der Gesundheit seiner Bürger ist.
Bezogen auf das Waffenrecht: Dieses ist IMO perfekt wenn eine Liberalisierung des Waffenrechtes ein Mehr an Gefährdung bedeuten würde, dass größer ist als das Mehr an Freiheit. Auf der anderen Seite aber eine Verschärfung des Waffenrechtes ein Weniger als Freiheit bedeutet, dass größer ist, als das Weniger an Gefährdung.
So viel wie nötig, so wenig wie möglich - sollte die Maxime jedes staatlichen Eingriffs sein.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie weitgehend diese Einschränkungen sein müssen, um diese Forderung zu erfüllen, glaube aber, dass das Deutsche Waffenrecht bereits zu scharf ist.
Rein vom Herzen her, kann die die Fraktion der WaffG-Verschärfer durchaus verstehen. Mir selbst ist auch unwohl wenn ich mir überlege, dass mein Gegenüber eine Waffe tragen könnte, mein Nachbar (mit dem ich mich vielleicht streite) eine Waffe zu Hause haben könnte. Rein vom Gehirn her, weiß ich allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit, dass besagter Nachbar mich mit seiner Waffe wegen des Streites erschießen würde, aber minimal. Und wenn er dies täte - aber keine Schußwaffe besitzen würde - würde er mich vermutlich die Treppe runterstoßen oder erstechen.
Verschiedene, hier gepostete Statistiken die ich noch raussuchen werde, zeigen, dass der legale Waffenbesitz nur eine geringe Gefährdung darstellt - im Gegensatz zum illegalen Waffenbesitz. Andererseits bin ich der Überzeugung, dass unkontrollierte Waffenabgabe wiederum ein großes Mehr an Gefährdung bringen würde.
Anszustreben ist also ein Kompromiss. Wie könnte dieser aussehen?

1. Die Waffenabgabe wird kontrolliert - jeder, der eine Waffe besitzen möchte, muss sich registrieren und überprüfen lassen. Wer vorbestraft ist oder nicht die nötige Sachkenntnis (Rechtliche Lage, Umgang mit der Waffe (theoretisch und praktisch) besitzt, psychisch labil ist oder keine ausreichenden Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Waffe hat, darf keine kaufen. Wer diese Forderungen allerdings erfüllt, darf eine besitzen.

2. Jede Waffe wird registriert

3. Die Sachkenntnis ist keine einmalige Prüfung, sie muss fortwährend geschult werden

4. Wer straffällig wird oder auf Grund psychischer Probleme Waffenbesitz-untauglich (bsp. Alkoholismus, Drogenkonsum, ..) muss seine Waffen abgeben

5. Bestimmte Typen von Waffen, die auf Grund ihrer Natur hinterhältig (bsp. versteckt zu tragen) oder gemeingefährlich (Automatische Waffen, Sprengvorrichtungen, ..) werden verboten

Was ist dann aber mit dem Tragen einer Waffe in der Öffentlichkeit?
Das würde ich einschränken (Bedürfnis) - warum?
Aus meiner jetzigen Perspektive würden 2 große Gefährungsszenarien entstehen:
1. Verlust der Waffe (egal ob durch Wegnahme oder Verlieren) - dies würde die Waffe u.U. einer Person in die Hände spielen, die damit entweder nicht umgehen kann (bsp. Kinder) oder damit Straftaten verübt
2. Situationsentwicklung - Alkohol- oder Drogenkonsum, Panik- oder Stressreaktionen, falsch verstandene Streitereien, etc - zuviel kann "in der Öffentlichkeit" passieren, dass normale Bürger überlasten würde.
Ob es die Möglichkeit gäbe, hier durch spezielle Schulungen einzugreifen, ich die Gefahrenlage überschätze oder genau richtig einordne, kann ich nicht beurteilen. Derzeit bin ich allerdings dieser Ansicht - Waffenbesitz: Ja, Waffen in der Öffentlichkeit tragen: Nein.

(Wobei ich allerdings ein gewisses Paradoxon mit dem Tragen von Messern, etc sehe ..)

PS Das ganze hat übrigens nichts damit zu tun, dass ich eine konkrete Gefährdungs- oder Verteidigungsposition sehe. Ich glaube nicht, dass der normale Bürger eine Waffe zur SV benötigt. Ich sehe nur keinen Grund (ausgehend von einer liberalen Grundhaltung) das Waffenrecht scharf zu gestalten.

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Beitragvon Jango » Do 23. Nov 2006, 09:50

ich bin schwer beeindruckt mit welcher gleichgültigkeit der waffenbesitz behandelt wird.

Um mal nen übergreifenden schwenk zu machen.

Bei Verkehrskontrollen sind doch die Polizisten die ersten die Angst vor Waffen beim gegenüber haben. Gleichzeitig wird aber davon gesprochen das es nicht so schlimm sein kann, wenn Leute waffen besitzen.

Dann bin ich auch von den ausführungen von noch student angetan. Ich will dich echt nicht angehen, aber dass was du da aufzählst sind wenn überhaupt moralische unterstützungsaspekte für den gesetzgeber um zu sagen dass er die waffen nicht unkontrolliert ins volk streut. Schon mal überlegt, wie man deine Kontrollwünsche in die Praxis umsetzen soll?
dass die Wahrscheinlichkeit, dass besagter Nachbar mich mit seiner Waffe wegen des Streites erschießen würde, aber minimal
und das ist ein punkt den ich fürchte,

viele situationen könnten weit schlimmer enden durch affekthandlungen,
vllt. erschiesst dich der nachbar nicht wegen nem dummen streit, vllt erschiesst du ihn aber weil er in deinem bett mit deiner frau rummacht... Du weisst ja dann wo die waffe ist :/
Was ist dann aber mit dem Tragen einer Waffe in der Öffentlichkeit?
Das würde ich einschränken (Bedürfnis) - warum?
Aus meiner jetzigen Perspektive würden 2 große Gefährungsszenarien entstehen:
1. Verlust der Waffe (egal ob durch Wegnahme oder Verlieren) - dies würde die Waffe u.U. einer Person in die Hände spielen, die damit entweder nicht umgehen kann (bsp. Kinder) oder damit Straftaten verübt
2. Situationsentwicklung - Alkohol- oder Drogenkonsum, Panik- oder Stressreaktionen, falsch verstandene Streitereien, etc - zuviel kann "in der Öffentlichkeit" passieren, dass normale Bürger überlasten würde.
Ob es die Möglichkeit gäbe, hier durch spezielle Schulungen einzugreifen, ich die Gefahrenlage überschätze oder genau richtig einordne, kann ich nicht beurteilen. Derzeit bin ich allerdings dieser Ansicht - Waffenbesitz: Ja, Waffen in der Öffentlichkeit tragen: Nein

also wie gesagt in der theorie hört sich das alles toll an was du sagst, nur das dumme ist, dass theorie und praxis oft welten auseinander liegen und dann die leute ein großes ? im gesicht haben wie so etwas passieren konnte bei den regeln die man gemacht hat. Und dann kommt des Argument, tja wer sich über regeln und gesetze hinwegsetzt hätte sich auch so ne waffe besorgen können. - Ja hätte er, nur in der situation wo er die waffe aus affekt genommen hat, wäre doch keine dagewesen. Ich sehe die Gefahr weniger in einer Tat die weit im voraus geplant wird, sondern in spontanen ausrastern die tragischer enden würden.

Da bin ich mehr als nur froh, statements von polizisten zu hören, die waffen als "pervers" bezeichnen und ihre schutzfunktion in den eigenen händen ausblenden um die gefahren bei der allgemeinheit zu erkennen.
User auf eigenen Wunsch am 26.12.07 gelöscht.

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Beitragvon SchwarzeSau » Do 23. Nov 2006, 10:14

Um es kurz zu machen :
-CLAF hats auf den Punkt gebracht.
- Panther und noch_student empfehle ich, mal einen Blick in das WaffG und dessen Vorgänger zu werfen. Seit beide Gesetze bestehen, wurde jede LEGALE Waffe registriert und jeder LEGALE Waffenbesitzer einer Sachkundeprüfung unterzogen. noch_student´s fünf Punkte sind im WaffG schon längst Realität. Guckst Du auch dort.
-Jango, ich muß Dir ehrlich sagen, vorm LEGALEN Waffenbesitzer habe ich keine Angst. Gefährlicher sind die Spinner, die sich irgendwo ILLEGAL eine Plempe gekauft haben und testen wollen, ob den meine dienstliche Schutzweste auch hält. Siehst Du es jedem an, ob der nicht so ein Spinner ist???

Ihr schreibt alle so schön von Waffen. Ich unterscheide zwischen LEGAL und ILLEGAL. Legale Waffenbesitzer werden jetzt schon reglementiert und registriert, illegale kümmern die Gesetze einen Sch&%$§dreck. AUch wen Ihr die LEGALEN Waffen verbieten und alle LEGALEN Waffenbesitzer entwaffnen wollt, es wird nichts an Sicherheit bringen. ES tritt eher das Gegenteil ein. Schaut nach England, Schröders Duzfreund Blair hats dort vorgemacht. Selbst seine krankhafte Videoüberwachung hat in Verbindung mit dem Waffenverbot einen drastischen Anstieg der Schußwaffenkriminalität gebracht. UNd nun braucht nur noch einer klugsch&%$§erisch zu labern, daß man das nicht auf die BRD übertragen könnte. Es ist ganz einfach: Wenn waffen kriminell sind, haben nur noch die Kriminellen welche.
Hüte Dich vor dem Zorn eines sanftmütigen Mannes. (John Dryden)
Wenn Ihr den Tod so sehr liebt, könnt Ihr ihn haben....(Otto Schily)

A gun in the hand is better than a cop on the Phone.

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Beitragvon forstmensch » Do 23. Nov 2006, 10:27

Glückwunsch Noch-Student.
Der von dir angedachte Kompromiss deckt sich in fast allen Punkten mit dem zur Zeit geltenden Waffenrecht.

Zu 1.: Zur Zeit muss sich jeder, der eine Waffe (wenn sie erlaubnispflicht-ig ist) erwerben will, registrieren und überprüfen lassen (Antrag auf WBK). Wer vorbestraft, in psychiatrischer Behandlung, Drogen- Alkohol oder sonstwie abhängig ist oder kein passendes Behältnis zur Aufbewahrung (Waffenschrank) hat darf keine Waffe erwerben.
Zu 2.: Jede erworbene Waffe muss in die WBK eingetragen (also registriert) sein.
Zu 3.: Hier hinkt zugegebenermaßen das WaffG hinterher.
Zu 4.: Wer strafrechtlich aufffällig wird verliert die nach WaffG erforderliche Zuverlässigkeit und somit auch seine WBK. Gleiches gilt bei unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.
Zu 5.: Gerade die "heimtückischen" Waffen wie Langwaffen die besonders stark zusammengeschoben werden können, oder "getarnt" sind, sind ja bereits verboten. Auch der Erwerb von Sprengstoffen jeglicher Art ist streng reglementiert.

Von daher verstehe ich nicht ganz, warum du das WaffG als zu streng bezeichnest. Ich persönlich finde es als durchaus ausgeglichen was das Verhältnis persönliche Freiheit und Sicherheitsinteresse des Staates angeht.
Es sind die Fragen die zählen. Antworten sind nur eine Ausrede um eine Zeit lang mit dem Denken aufhören zu können.

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Beitragvon Aguirre-gelöscht » Do 23. Nov 2006, 12:45

@ CLAF
Es gibt seltenst Probleme mit den Waffen registrierter Benutzer.
Bei den Amokläufen in Brannenburg, Bad Reichenhall und Erfurt wurden mit legalen Sportwaffen insgesamt 24 Menschen getötet und unzählige verletzt. Hinsichtlich Emsdetten warten wir mal ab, um was für Waffen es sich handelte (umgebaute oder scharfe?).

Sind das genug Probleme für Dich? :wink:

Ich bin klar für eine Änderung des Waffen- und des Strafrechts:

1. Wer unberechtigte Dritte an einer Waffe ausbildet, sie ihnen überlässt oder ihnen den Zugang ermöglicht, wird mit 10 Jahren Haft bestraft.

2. Wer unberechtigten Dritten den Zugang zu einer Waffe ermöglicht, mit der dann eine Straftat ausgeführt wird, ist im gleichen Maße haftbar wie der Täter. Sprich killt Sohnemann mit Papis Waffen seine Mitschüler, geht auch Papi wegen mehrfachen Mordes in den Knast.

3. Sportschützen unter 25 Jahren dürfen keine eigene Waffe besitzen.

Drei einfache Regeln, die zumindest den Zugriff auf legale Waffen massiv erschweren sollten.

Grüßle
Frank

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Beitragvon Trooper » Do 23. Nov 2006, 13:03

Sind das genug Probleme für Dich?
Wenn man diese Probleme mal in Beziehung zu der Anzahl der in Deutschland legal besessenen Waffen setzt, nein, dann nicht.

Der Jahresbericht Waffen- und Sprengstoffkriminalität des BKA weist aus, daß im Jahr 2002 insgesamt 11 legal besessene Waffen aufgrund von Tötungsdelikten sichergestellt wurden. Bei einer Anzahl von etwa 10 Mio. Schußwaffen, die sich legal in privater Hand befinden, ergibt sich also eine Chance von etwa 1:1.000.000, daß eine Legalwaffe einen Menschen tötet.

Zum Vergleich: bei etwa 6.000 Verkehrstoten pro Jahr in Deutschland und einem Kfz.-Bestand von ca. 55 Mio. beträgt die Chance, daß ein beliebiges Kfz einen Menschen tötet, ziemlich genau 1:9100.

Im Klartext: dein Auto, Frankie, ist tatsächlich etwa 110 mal so gefährlich für ein Menschenleben wie meine SIG-Sauer...
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Beitragvon Trooper » Do 23. Nov 2006, 13:25

Bei Verkehrskontrollen sind doch die Polizisten die ersten die Angst vor Waffen beim gegenüber haben. Gleichzeitig wird aber davon gesprochen das es nicht so schlimm sein kann, wenn Leute waffen besitzen.
Stimmt. Und das liegt daran, daß diejenigen, die sich mit der Materie mal auseinandergesetzt haben, sich darüber im Klaren sind, daß in aller Regel die Gefahren nicht von legalen Waffenbesitzern ausgehen, sondern von Kriminellen, die sich ihre Waffen "schwarz" besorgt haben.

Es ist ein Trugschluß, daß man die Sicherheitslage über die Regelung des legalen Waffenbesitz beeinflussen könnte. Das hat man schon in anderen Ländern versucht, und es hat nicht funktioniert...

Gewaltkriminalität hängt von sozialen und wirtschaftlichen Faktoren ab, nicht von der Legalität oder Illegalität der entsprechenden Werkzeuge.
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Beitragvon Jango » Do 23. Nov 2006, 13:46

moin trooper,

das mag richtig sein was du sagst, wenn jemand von grund auf gefährlich ist, wird er sich auch illegal ein waffe zulegen.

ich mal mir nur folgendes bild aus:



Viele Bürger haben bei sich zu Hause ein Waffe liegen, um sich selbst zu schützen (das dürfte wohl der gängiste Vorwand sein)

dann gibt es einfach dumme konflikte, die eskalieren und man ohne zu überlegen die waffe benutzt. Genauso können Unfälle passieren mit Waffen (alkohol etc) ... es gibt 1000 situationen in der die waffe benutzt wird ohne das es nötig ist. Ich weiss nicht wieviele einbrüche es gibt, aber sagen wir mal dass ein Familienvater ein Schusswaffe besitzt. Diese in einem Safe aufbewahrt um den Zugang von den Kindern auszuschließen. Bis im Falle des Falles der Familienvater die Waffe rausgeholt hat, ist eh schon alles zu spät.

Das was ich sage hat weder was mit dem Amoklauf noch mit Kriminellen was zu tun. Ich rede nur davon dass Bürger denken, sie bräuchten eine Waffe um sich zu schützen.

Und eure Wahrscheinlichkeitsrechnungen in allen Ehren, ein Auto wurde im Gegensatz zur Waffe nicht zum töten gebaut. Und bei dem Gedanken, dass "brave" Bürger sich mit einem "Tötungsinstrument" schützen wollen, frag ich mich wo wir leben und ob wir langsam alle paranoid werden.
User auf eigenen Wunsch am 26.12.07 gelöscht.


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