Tazer bei der deutschen Polizei?

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Tazer bei der deutschen Polizei?

Beitragvon Thorben1248 » Fr 2. Feb 2007, 22:57

@springer

hast recht, aber oft ringen wir uns viel zu spät zu neuerungen durch.
das kostet oft menschenleben. :/

Yggdrasil
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Tazer bei der deutschen Polizei?

Beitragvon Yggdrasil » So 4. Feb 2007, 06:17

wie weit ist überhaupt die reichweite eines tasers?

wer knuddelt eigentlich das kabel wieder in das gerät?

wie schnell kann ich einen zweiten schuss abgeben, wenn ich
1. auf den selben nochmal schießen will und die kabel hängen noch an ihm
2. ich vorbei geschossen hab und nochmal schießen will, bzw. mehrere ziele bekämpfen will.

bei dem video 2 fände ich den einsatz vom taser aus deutscher sicht betrachtet quatsch.

was würde es bringen, eine person im auto zu tasern. nachher verkrampft die noch und verkeilt sich in pedalen und lenkrad und ich bekomm sie garnicht mehr raus. außerdem sitzt sie immer noch im fahrzeug nach dem tasereinsatz und erholt sich ziemlich schnell vom ganzen.

als die schwbbel dann aus dem auto war, was gab es dann noch für einen grund zu tasern? warum haben 3 beamte es nich fertig bebracht, die schnalle einfach zu packen und zu fixieren.

was würde die anschaffung von tasern für sämtliche streifenteams kosten?
wie oft bräuchte man dann lehrgänge im jahr?

gräbt uns das nicht selbst das wasser ab, in dem wir dann gezwugen sind, andere maßnahmen aufgrund der verhältnismäßigkeit nicht mehr zu treffen?
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Beitragvon shredder-gelöscht » So 4. Feb 2007, 10:14

Taser:

Ein Schuß, 2 Pfeile mit Draht zur Kartusche, Entfernung je nach Kartusche 5 bzw.7 Meter max., es können erneute Stöße über den Abzug ausgelöst werden, solange die Pfeile am/im Mann sind. Ein neuer Schuß ist erst nach Wechsel der Kartusche möglich.
Kartusche ist danach unbrauchbar...niemand pfriemelt die Drähte auf.
Preis des Taser mir unbekannt, Kartusche um die 50-60 Euro. Lehrgang muß abgelegt werden.
Taser kann auch ohne Kartusche am Mann aufgesetzt benutzt werden, wie bei "normalen" Elektroschocker.
Im Gerät befindet sich ein Chip, der am Computer ausgelesen werden kann...wann und wie oft ausgelöst wurde.
In der Regel reicht ein Schuß, danach genügend Handlungszeit, den Täter zu "verpacken".

siehe auch: http://www.airtaser.de/

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Beitragvon Violaa » So 4. Feb 2007, 19:52

beim obigem Link kostet ein kompletter taser


ADVANCED TASER® M18 Komplett-Set

BESTELL NR: 44008 Anzahl:

829.95 €
ziemlich viel find ich..
Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.
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Beitragvon joey_nrw » So 4. Feb 2007, 21:01

Nachdenkenswert - aber die kardiologische Problematik gehört natürlich auch berücksichtigt. Wäre nicht das erstemal, dass ein Hersteller sagt "absolut sicher" und nachher hat man mit Zitronen gehandelt.

Andererseits - wie sieht es denn nun bei Lederjacken, Motorradkombis, Daunenjacken etc. mit der Durchdringungsfähigkeit aus :?: :?:

Außerdem ist zu bedenken das die Einzelstreife in den USA deutlich häufiger ist als hier - zumindest meines Wissens nach. Die Kradfahrer, BD's und die Kollegen von der Geradeauspolizei mal ausgenommen...

MfG
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Beitragvon springer » So 4. Feb 2007, 21:29

[quote=""joey_nrw""]Kollegen von der Geradeauspolizei mal ausgenommen...[/quote]

Auch die fahren nicht allein raus.

gruß,
Springer

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Beitragvon joey_nrw » So 4. Feb 2007, 21:31

@ Springer

In NRW recht oft, zumindest BezReg Köln, jetzt eher PP Köln

Gruß
joey
MfG
joey_nrw

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Beitragvon springer » So 4. Feb 2007, 21:35

Traurig wenns so gemacht wird...

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Beitragvon joey_nrw » So 4. Feb 2007, 21:40

@ Springer

Da gebe ich dir recht
MfG
joey_nrw

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Beitragvon Synth_Oil » So 4. Feb 2007, 21:56

diese Tazer sind sogar in den USA nicht unumstritten; manche sind der Meinung dass die Dinger zu häufig eingesetzt werden in Situationen in denen es eher darum geht dem polizeilichen Gegenüber einen "Denkzettel" zu verpassen statt eine konkrete Gefahrensituationen zu klären. Eine "Wunderwaffe" sind sie bestimmt nicht und auch nicht gerade billig
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Beitragvon Tinker » So 4. Feb 2007, 22:35

lieber einmal zuviel als einmal zu wenig gefragt. wobei ich leute wie stöbele usw. auch nicht abkann. aber der pluralismus gehört ja zu uns und darüber sollten wir froh sein.
der taser ist bestimmt sehr effektiv,nur wenn das mit einem vollkommenden muskulaturverlust endet, seh ich das schon auf art 1 gg sehr problematisch
ok

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Beitragvon Yggdrasil » Di 6. Feb 2007, 08:11

also bis jetzt hat mich der taser in der kosten/nutzen rechnung noch nicht überzeugt.

ich würde viel lieber mal an die einführung von gummigeschossen denken, ich glaube da hätten wir viel mehr von.
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Beitragvon Gast » Di 6. Feb 2007, 09:06

In Berlin wird der Taser ausschließlich vom SEK im Rahmen einer Probephase genutzt - mit bislang guten Erfahrungen in den zum Einsatz geeigneten Situationen.

Ausnahme:
Pressemitteilung
Berlin, den 07.02.2005
Generalstaatsanwaltschaft Berlin
- Der Pressesprecher -

Selbsttötung in Charlottenburg: Air-Taser blieb wirkungslos

Im Fall des 28-jährigen Robert R., der sich am Samstag, 5. Februar 2005 vom Balkon eines Hauses in der Angerburger Allee in Berlin-Charlottenburg gestürzt hat, kann nach ersten Ermittlungen folgendes mitgeteilt werden:
Nachdem Robert R. etwa zwei Stunden auf dem Balkon verbracht hatte, kletterte er gegen 17.10 Uhr von der Balkonbrüstung in das angrenzende Wohnzimmer zurück. Dort hielt er eine -nach damaligen Erkenntnissen „scharfe“- Schusswaffe weiterhin gegen seinen Kopf, kündigte aber an, mit einem Polizisten reden zu wollen. Im Verlauf der Kontaktaufnahme zwischen Robert R. und einem SEK-Beamten kam es aus noch ungeklärten Gründen zum Einsatz des sog. Air-Tasers durch den Polizisten. Dieser schoß, obwohl er selbst eine „scharfe“ Waffe bei sich hatte, mit dem Air-Taser auf Robert R., in der Absicht, diesen durch einen Stromschlag bewegungsunfähig zu machen. Dieser Effekt trat jedoch nicht ein. Stattdessen rannte Robert R. auf den Balkon zurück und sprang gegen 17.25 Uhr aus dem 9. Stock in den Tod.
Die zwischenzeitlich durchgeführte Obduktion ergab als Todesursache eine Vielzahl durch den Sturz verursachter schwerster innerer Verletzungen. Hinsichtlich des Air-Taser-Einsatzes erscheint es nach dem Obduktionsergebnis möglich, dass nicht beide Pfeile des Air-Tasers auf die Haut des Robert R. auftrafen, so dass der Stromschlag nicht ausgelöst wurde. Grund hierfür könnte die dicke Bekleidung des Robert R. gewesen sein.
Bei der äußerlich wie eine „scharfe“ Waffe aussehenden Pistole des Robert R. handelte es sich um eine mit Reizgas gefüllte Schreckschusspistole.
Eine für Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Schusswaffengebrauch von Polizisten zuständige Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen, insbesondere um die näheren Umstände des Geschehensablaufes vor Einsatz des Air-Tasers aufzuklären. Diese Untersuchungen dauern an.
Quelle: http://www.berlin.de

Der Taser ist waffenrechtlich noch nicht eingeordnet und daher nicht Bestandteil des UZwG.

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Beitragvon Yggdrasil » Di 6. Feb 2007, 09:24

ich frage mich ,warum in diesem zusammenhang immer darauf hingewiesen wird, dass die waffe des betroffenen nicht echt war.

für die beamten macht es doch keinen unterschied, so lange sie nicht wissen, dass sie nicht echt ist. zum andern hat sich an der konkreten situation doch auch nichts geändert. auch eine an den kopf gehaltene gasdruckwaffe ist/kann tödlich sein, gerade wenn sie an die schäfe gehalten wird, ist der tod so gut wie sicher.

wo liegt denn so der richtwert, ab wann die nadeln die kleidung nicht mehr durchstoßen können?

hing es immer daran, dass die nadeln zu kurz waren und die kleidung zu viel volumen hatte, oder daran, dass das material zu fest war?
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