Frage zur Munition ( Schrot )

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Frage zur Munition ( Schrot )

Beitragvon Boron » Di 22. Jan 2008, 16:24

Guten Tag,

gesten hatten wir ( allesamt Jäger ) eine Diskussion bezüglich einer gewissen Art von Schrotmunition.
Es stellte sich die Frage was genau sogenannte "NullNull" Schrote sind.
Sind das grobe bis gröbste Posten oder ist NullNull die Bezeichnung für
ein Flintenlaufgeschoss.
Ich hoffe jemand aus diesem Forum kann die Frage beantworten.

Besten Dank im Vorwege !

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Beitragvon Trooper » Di 22. Jan 2008, 16:39

Doppel-Null-Schrote sind große Schrotkugeln (Posten), die früher zur Jagd auf Schalenwild verwendet wurden. Sie werden auch im polizeilichen/militärischen Bereich gegen Personen eingesetzt. Allerdings meine ich mich zu erinnern, daß sie bei deutschen Spezialeinheiten aufgrund entsprechender Erlasse nur gegen Kampfhunde eingesetzt werden dürfen (ohne Gewähr). Im Englischen werden sie als "Buckshot" bezeichnet.

Hier sind die gängigen Größen:

000 ("triple-ought") .36" (9.1 mm)

00 ("double-ought") .33" (8.4 mm)

0 ("ought") .32" (8.1 mm)

1 .30" (7.6 mm)

2 .27" (6.9 mm)

3 .25" (6.4 mm)

4 .24" (6 mm)
Zuletzt geändert von Trooper am Di 22. Jan 2008, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Trooper » Di 22. Jan 2008, 16:40

Ich dachte allerdings, daß man das in der Jägerausbildung lernt... ;)
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Beitragvon Boron » Di 22. Jan 2008, 17:23

@ Trooper

vielen Dank für die fixe und kompetente Antwort.
Ja, in der Tat waren die Schrotkaliber ein grosses Thema in der Waffenausbildung. Allerdings fiel niemals der Begriff NullNull Schrot und
so blieb der Begriff ungeklärt. Zumal es ja auch heute nicht mehr erlaubt ist mit Postenschrot auf Schalenwild zu schiessen.
Aber eines sei Ihnen noch mal gesagt ! Ich habe Ihre Beiträge in diesem Forum verfolgt und ziehe vor Ihrer Fachkompetenz und Ihrer Bereitschaft Ihr Wissen auch kundzutun den sprichwörtlichen Hut !

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Beitragvon Trooper » Di 22. Jan 2008, 18:03

Danke, aber wir duzen uns normalerweise in diesem Forum :)
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Beitragvon Afu » Fr 25. Jan 2008, 23:56

Ich muß zugeben, ich hätte die Antwort nicht exakt gewußt.

"NullNull-Schrot" dürfte eine sehr alte Bezeichnung sein, die vermutlich ihren Ursprung in England hat. Auch Flintenkaliber sind aus heutiger Sicht recht merkwürdig. Warum ist eine Schrotpatrone Kaliber 16 dünner als eine Kaliber 12?
Trooper, nicht sofort antworten. :mrgreen:

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Beitragvon Trooper » Sa 26. Jan 2008, 13:39

"NullNull-Schrot" dürfte eine sehr alte Bezeichnung sein, die vermutlich ihren Ursprung in England hat.
Die von mir genannten Bezeichnungen sind gängiger Sprachgebrauch im englischen Sprachraum. Wie alt die sind, weiß ich nicht. Es gibt aber keine "aktuelleren" Bezeichnungen dafür.
Trooper, nicht sofort antworten.
Wer sich ein bißchen mit Schußwaffen und ihrer Geschichte auskennt, müßte das eigentlich wissen...
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Frage zur Munition ( Schrot )

Beitragvon Landsknecht » Mi 30. Jan 2008, 15:28

[quote=""Afu""]Ich muß zugeben, ich hätte die Antwort nicht exakt gewußt.

"NullNull-Schrot" dürfte eine sehr alte Bezeichnung sein, die vermutlich ihren Ursprung in England hat. Auch Flintenkaliber sind aus heutiger Sicht recht merkwürdig. Warum ist eine Schrotpatrone Kaliber 16 dünner als eine Kaliber 12?
Trooper, nicht sofort antworten. :mrgreen:

Afu[/quote]

Na dann ich: Die (Schrot) Kalibergröße gibt an, wieviele, gleichgroße Kugeln aus einem alten, englischen Pfund Blei gegossen werden können. Die Kugelgröße entspricht dem Rohrkaliber. Demzufolge: Je höher die Zahl, um so geringer der Durchmesser.
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Beitragvon Tinker » Mi 30. Jan 2008, 15:50

gibt es eigentlich auch salzschrott?
ok

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Beitragvon Landsknecht » Do 31. Jan 2008, 08:02

Nicht auf dem hiesigen Markt. Gummischrot allerdings schon, und, ich glaube, RUAG bietet die "Entry"-Patrone, also einen Türöffner, an.
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Frage zur Munition ( Schrot )

Beitragvon Nordlicht » Fr 1. Feb 2008, 15:05

Die Nummernbezeichnungen bei Schrot sollte man tunlichst zugunsten der Angabe in mm lassen.
Es gibt etliche Nummernsysteme, die z.T. erheblich abweichende Schrotstärken unter der gleichen Zahl aufführen.
Z.B. in Frankreich existiert noch heute neben der Parisien-Nummerierung, die der deutschen entspriecht, die Lyonaise-Nummerierung, bei der die Schrote bei gleicher Nummer eine Größe geringer sind.

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Beitragvon Landsknecht » Mo 4. Feb 2008, 09:37

[quote=""Nordlicht""]Die Nummernbezeichnungen bei Schrot sollte man tunlichst zugunsten der Angabe in mm lassen.
Es gibt etliche Nummernsysteme, die z.T. erheblich abweichende Schrotstärken unter der gleichen Zahl aufführen.
Z.B. in Frankreich existiert noch heute neben der Parisien-Nummerierung, die der deutschen entspriecht, die Lyonaise-Nummerierung, bei der die Schrote bei gleicher Nummer eine Größe geringer sind.[/quote]

Es ging nicht um die Größe der Schrote, sondern um das Kaliber der Patrone. Die Korngrößennummer (Auch hier: je größer die Nummer, desto kleiner das Schrot, angefangen bei "10"-1,7mm bis "0"-4,2mm, Die Nummern sind in allen Nachbarländern uneinheitlich!)halte ich auch für überflüssig. Um die Verwirrung noch zu komplettieren, sollten die unterschiedlichen Patronenlängen im Kaliber 12 (65mm, 67,5mm, 70mm, 76mm und Exot, 89mm) nicht unerwähnt bleiben, Ein Fehlgriff hier führt gerne mal zu einer Waffensprengung ;-)
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Frage zur Munition ( Schrot )

Beitragvon Isegrim762 » Mo 4. Feb 2008, 11:18

der guten ordnung halber solltest du dann aber auch noch die weiteren unterschiede bei den patronen erwähnen: schwarzpulver- oder nitropatronen und - auch nicht ganz unwichtig gegenüber den "normalen", klassischen schrotpatronen die mit stahlschrot - auch dafür muß die waffe extra beschossen sein... - ältere waffenmodelle machen sich mit denen auch nicht so gut, auch wenn die effekte nicht ganz so spektakulär sind, wie die 12/76 aus dem 10/65 lauf sein können ...


die notwendigkeit, genau zu lesen, was z.b. auf dem hülsenboden oder der verpackung steht, ist aber nicht nur bei schrotpatronen wichtig - auch ältere büchsen haben die möglichkeit zur verwirrung: die 8x57 ist da ähnlich variabel und garantiert ebenfalls die waffensprengung mit der richtigen patrone im falschen patronenlager.

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"NullNull" Schrote

Beitragvon Woltemade » Di 6. Mai 2008, 16:13

Hallo Waitmänner,

ich kann nicht allen Anmerkungen meines Vorredners zustimmen.
Meines Wissens wird lediglich die Schrotstärke 4,5mm in Deutschland, Frankreich und Spanien mit der Schrotgröße "00" gekennzeichnet. In den USA heißen sie "BB" in Italien 4/0. Alle größeren werden bei uns als Posten bezeichnet.
Hier ein kleiner Ausschnitt der Einteilung:
3,50mm 0,138 inch D-Gr.3 USA-Gr.3
4,00mm 0,157 inch D-Gr.1 USA-Gr.1
4,50mm 0,177 inch D-Gr.00 USA-Gr.BB
5,00mm 0,197 inch USA-Gr.T

ich hoffe, ich konnte hier etwas weiterhelfen.

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Frage zur Munition ( Schrot )

Beitragvon Nordlicht » Di 3. Jun 2008, 16:28

[quote=""Isegrim762""] auch wenn die effekte nicht ganz so spektakulär sind, wie die 12/76 aus dem 10/65 lauf sein können ...

[/quote]
Die 12er dürfte in einem 10er Patronenlager so weit nach vorn rutschen, daß sie nicht gezündet wird.
Es ist aber bereits mehrfach passiert, daß beim Griff in die "Grabbelkiste" eine 20er Patrone erwischt wurde, die dann in den 12er Lauf gestopft wurde. Wenn der Schuß dann nicht losging, wird kurz nachgesehen mit dem Resultat. "Nix drin". Dann eine 12er Patrone geladen und schon platzt die Waffe, denn die 20er rutscht genau bis zum vorderen Ende des Patronenlagers durch.


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