Kunstoffeinmalfessel/Kabelbinder/Schnellfesselung

Erfahrungsberichte, Fragen und Tipps

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Beitragvon Guard » Sa 11. Okt 2008, 08:19

Benötige mal eure Erfahrungswerte....


Wir, die Justiz, fesseln die Ganoven, in speziellen Situationen (z.B. einem CT ) von Eisen auf Kunststoff um.
Das Problem was wir bzw. ich damit habe ist, dass man die Kunststofffesseln wieder aufmachen kann. Wenn ein Gefangener z.B. in einer Röhre liegt, können wir nicht immer gleich erkennen, ob er manipuliert.
Ich hörte mal, dass es andere Kabelbinder gibt, die schwerer bzw. nicht mehr zu öffnen sind.
Wer kennt diese, wer hat anderweitige Tipps??

Danke !!
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Beitragvon Pyro » Sa 11. Okt 2008, 09:05

Also ich hab das so gelernt, das die abstehenden Enden der Kunststofffesseln nach dem anlegen abzuschneiden sind, damit er diese nicht umbiegen und zum öffnen nutzen kann.
Wenn der Gefangene dann vorher, wie bei jeder Aus- oder Vorführung, ordentlich durchsucht wurde, hat er auch nichts womit er sie wieder öffnen kann.

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Beitragvon anschu » Sa 11. Okt 2008, 09:14

Ihr legt die Burschen gefesselt in die Röhre...hä??? :o

Wo sollen sie denn hin?

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Beitragvon Puritaner » Sa 11. Okt 2008, 11:34

In der Regel kommen die "Burschen" gefesselt in die Röhre!

Spricht allerdings die dafür erforderliche medizinische Lagerung dagegen,
kann von der Fesselung abgesehen werden soweit der CT-Raum abschließbar!

Ist es medizinisch nicht erforderlich und ein entweichen ist nicht auszuschließen bleiben die Strippen dran.

Kenne aber auch nur Otto-Normal-Strippe! :P

Außerdem wird ja der Schlingel wie schon erwähnt ordentlich durchsucht
und sollte somit nichts zum manipulieren dabei haben...



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Beitragvon Guard » So 12. Okt 2008, 18:50

Die Kunstofffesseln können mit den Fingenägeln geöffnet werden !!
Probiert es doch einfach mal aus. Ich war auch verwundert !!!

Wir praktizieren es auch so, dass die überstehenden Enden abgeschnitten werden. Der "Pin" zum öffnen bleibt jedoch dran.
Der "Pin" ist nur so ein kleiner Stift, den man mit den Nägeln runterdrücken kann. Muss man genau hinsehen, dann erkennt man ihn !
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Beitragvon anschu » So 12. Okt 2008, 18:57

Also ich meine bei uns verwendete Binder lassen sich nicht mehr öffnen, daher auch immer das Drama in der Gefangenensammelstelle... :o Wo ist der Seitenschneider???????????????????

Aber ne andere Frage:
Wie legt ihr fest wer gefesselt wird? Alle? Auch der Sittich der 3 Mon einsitzt, genau wie der Mörder oder Totschläger?
Gibts ne Gefährdungseinstufung für Insassen?

:hallo:

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Beitragvon Puritaner » So 12. Okt 2008, 19:02

Das wird vom SDL angeordnet!

Bei einem der ne EFS verbüßt wird das wohl kaum/selten angeordnet werden!

Aber auch der Mörder mit Lockerungen muss nicht zwangsläufig gefesselt zur Vorführung erscheinen!

....klar gibt es eine Gefährdungseinstufung!



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Beitragvon Guard » Mo 13. Okt 2008, 22:21

[quote=""anschu""]Also ich meine bei uns verwendete Binder lassen sich nicht mehr öffnen, daher auch immer das Drama in der Gefangenensammelstelle... :o Wo ist der Seitenschneider???????????????????

Aber ne andere Frage:
Wie legt ihr fest wer gefesselt wird? Alle? Auch der Sittich der 3 Mon einsitzt, genau wie der Mörder oder Totschläger?
Gibts ne Gefährdungseinstufung für Insassen?

:hallo:[/quote]


In jedem Fall wird eine Einzelfallentscheidung getroffen.
Ich selber halte die Fesselung grundsätzlich für angebracht.
Weiß ich, ob der Strolch noch ein offenes Verfahren im kommen hat?
Die STA teilt uns solche Dinge leider mit einer nicht zu unterschätzenden Zeitverzögerung mit......
Im übrigen halte ich die Fesselung bei den Meisten (es gibt immer Außnahmen / EFS etc.) schon aus Gründen der Eigensicherung für angebracht !!

Nun aber nochmal zum Topic:
Schaut euch mal eure "Strapse" an. Lassen sie sich öffnen oder nicht?
Unser Problem besteht nach wie vor !
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Beitragvon Raphi85 » Mo 13. Okt 2008, 22:41

Bei den Einwegfesseln schneiden wir auch die Enden ab - die können dann nur mit nem Seitenschneider geöffnet werden. Allerdings hab ich es auch schon erlebt, dass die Gefangenen die Fesseln sich dennoch daraus befreit haben - allerdings weiß ich nicht, ob sie die Fesseln geöffnet haben oder nur mit den Händen sich irgendwie rausgewunden haben. Wird man aber wohl nie ganz vermeiden können. Wie schon gesagt wurde, ordentlich fesseln und durchsuchen ist da wohl die einzige und beste Möglichkeit.

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Beitragvon Michemike » Mo 24. Nov 2008, 21:30

In Bayern gibt es 2 Arten, eine mit Kunststoffwiderhaken und eine mit Metallblättchen wobei letztere nicht so leicht geöffnet werden kann.
Da aber Metall haut des mim CT ned so ganz hin... is allerdings nicht groß

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Beitragvon vidarr » Fr 12. Dez 2008, 17:09

Verwende am liebsten Kabelbinder, da es schlicht einfacher ist, wenn man Festgenomme in der Arrestantensammelstelle "abliefert". Wir verwenden zwei verschiedene Versionen, entweder ganz aus Kunststoff oder sonst mit Metallhäkchen.
Aqulia non capit vermem.

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Beitragvon Gast » Fr 12. Dez 2008, 17:14

[quote=""Guard""]Die Kunstofffesseln können mit den Fingenägeln geöffnet werden !!
Probiert es doch einfach mal aus. Ich war auch verwundert !!!

Wir praktizieren es auch so, dass die überstehenden Enden abgeschnitten werden. Der "Pin" zum öffnen bleibt jedoch dran.
Der "Pin" ist nur so ein kleiner Stift, den man mit den Nägeln runterdrücken kann. Muss man genau hinsehen, dann erkennt man ihn ![/quote]


Egal ob das Blättchen aus plastik oder metall ist. mitm feuerzeug dran und das verschlussstück zugeschmolzen.
Schon kann er mit seinen fingernägeln in die öffnung fahren was er will.

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Beitragvon Odie_SH » Fr 12. Dez 2008, 17:55

Besteht dann bei einem Widerstand nicht ein erhöhtes Verletzungs..äh... Verbrennungsrisiko?

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Beitragvon Gast » Fr 12. Dez 2008, 17:59

Während dem Widerstand hat er ja ohnehin nicht die möglichkeit da reinzupfriemeln und das Ding aufzumachen.

Das "verschweißen" kann man ja dann machen wenn man schön draufkniet oder wenn er sich wieder beruhigt hat was ja speziell bei einem Arztbesuch der fall sein wird sonst wäre er ja gar nicht dorthin mitgenommen worden :wink:

Musst halt aufpassen dass du nicht zu viel gas gibst, ned dass ihm ein ein tropfen flüssiges oder brennendes plastik aufn arm tropft. Das kenn ich nämlich aus eigener erfahrung als mich die Kollegen im schlaf ans bett gefesselt haben und ich mich "losbrennen" wollte :mrgreen:

Darfst halt nur so lange hingehen dass das Plastik ein bisschen verschmilzt oder so weich wird dass du den verschluss mit den fingern zusammendrücken kannst. wenns dann auskühlt bleibts ja steif :)

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Beitragvon ma68-geloescht » Fr 12. Dez 2008, 19:10

Also ich habe mit der normalen Plastikfessel noch keine Probleme gehabt. Der Gef. wird durchsucht, Plastik dran, Eisen ab. Rein in die Röhre und wir stehen ja dabei. Wenn er wieder raus kommt und sollte es drinnen abgefriemelt haben, wir der Kollege schon reagieren.

Alternativ gehen aber auch die Kevlarschnüre.

Also noch mal, ich seh das im Krankenhaus als kurzfristige Umfesselung und wir stehen ja letztlich immer dabei. In Hannover kann man immer durch ein Fenster zuschauen. Bei mir hat noch kein Gef. versucht sich zu entfesseln.
Auf eigenen Wunsch am 20.12.2008 gelöscht.


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