Verschärfung des Waffenrechts = Eindämmung Amokläufe???

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Verschärfung des Waffenrechts = Eindämmung Amokläufe???

Beitragvon Gutfried » Mo 16. Mär 2009, 20:18

[quote=""deBadner""]
Tatsache bleibt, dass jeweils der Weg des geringsten Widerstands gewählt wird. Ob sich der Tim K. in Winnenden die Mühe gemacht hätte, eine illegale Waffe zu besorgen wenn er nicht so mühelos an die legale seines Vaters gelangt wäre, werden wir nie erfahren.
Ich persönlich glaube jedoch, dass er sich diese Mühe nicht gemacht hätte. Das einfache Herankommen an die Waffe des Vaters hat die Entscheidung zum Amoklauf sicher nicht unwesentlich beeinflusst.[/quote]

So gerne ich dieses Argument als Befürworter privaten Waffenbesitzes auch widerlegen würde- ich muss ihm zustimmen.

Es mag ja für bestimmte Bevölkerungsgruppen problemlos möglich sein, sich eine Schusswaffe auf dem Schwarzmarkt zu beschaffen- Amoktäter mit dem sozialen Hintergrund und dem Lebensalter wie Tim K. dürften nicht dazu gehören.

Zumal ein Beschaffungsversuch ohne bereits vorhandene persönliche Kontakte in entsprechende Kreise ein nicht unerhebliches Risiko birgt, dabei aufgegriffen zu werden.

Gast

Verschärfung des Waffenrechts = Eindämmung Amokläufe???

Beitragvon Gast » Mo 16. Mär 2009, 20:25

Ob ein Legalwaffenbesitzer in eine Amoklage eingreifen sollte ist eine notwehrrechtliche und taktische Diskussion, mit dem Waffengesetz an sich hat es aber nichts zu tun. Insofern sollte es wenn überhaupt seperat erörtert werden.
Zurück zum eigentlichen Thema: Ist es sinnvoll das Waffengesetz erneut zu verschärfen, nachdem bereits die beiden Verschärfungen nach Erfurt so deutlich ins Leere gelaufen sind? Vorschläge hierfür gab es ja genug:

1. Sportschützen könnten ihre Waffen und/oder Munition im Vereinheim aufbewahren.
Dagegen spricht in meinen Augen vor allem der Sicherheitsaspekt. Hunderte Waffen die an einem allgemein bekannten Ort aufbewahrt werden laden nunmal weitaus eher zum Diebstahl ein, als ein oder zwei Waffen die man anonym in einen Tresor sperrt.
Hinzu kommen aber noch massive logistische Probleme, hohe Kosten und nicht zu vergessen eine massive Behinderung von Trockenübungen seitens der Schützen. Denn wer will schon 40 km fahren, nur um seine täglichen 10 Minuten Ziel- und Holsterübungen zu absolvieren?
Abgesehen davon sind längst nicht alle Waffenbesitzer Sportschützen und manch einer (wie z.B. Kollegen die in Uniform Zug fahren) ist auch ganz einfach darauf angewiesen seine Waffe zu Hause aufzubewahren.

2. Man könnte die Zahl der Waffen und die Munitionsmenge die ein Sportschütze besitzen darf einschränken.
Das klingt zunächst gut, relativiert sich aber wenn man bedenkt, dass die in Winnenden verwendete Munitionsmenge nach Schützenmaßstäben eigentlich eher gering war und dem Täter eine einzige Waffe für dieses Massaker gereicht hat.

3. Ein Totalverbot von Waffen.
Das wäre zwar eine durchaus konsequente Maßnahme, nur leider übersehen ihre Verfechter, dass sie an der eigentlichen Thematik vorbeidiskutieren. Das Phänomen Amok beschränkt sich nämlich leider nicht auf das (ohnehin austauschbare) Tatmittel. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Amoktaten ja leider nicht an legale Schusswaffen gebunden, sondern werden mit den verschiedensten Gegenständen, von Kraftfahrzeugen über Hieb- und Stoßwaffen bis hin zu selbstgebauten Flammenwerfern begangen.

4. Man könnte Kindern den Umgang mit Waffen verbieten.
Das ist ja im bestehenden Waffengesetz bereits weitgehend geschehen. Es gibt einige wenige klar definierte Ausnahmen, die es z.B. ermöglichen unter Aufsicht mit Druckluftwaffen zu schießen.
Speziell Jungen werden aber immer von Waffen fasziniert sein, Millionen Mütter die ihren Söhnen Spielzeugpistolen verbieten wollten können das bestätigen. :wink:

Insofern bin ich der Meinung, dass bislang kein Vorschlag gemacht wurde, der Amoktaten merklich erschweren würde. Darüber hinaus frage ich mich allerdings auch, wie sicher man vor legalen Waffen wirklich sein kann.
Bei aller Tragik der Ereignisse möchte ich daran erinnern, dass der Straßenverkehr in Deutschland jeden Tag mit Winnenden oder Erfurt vergleichbare Zahlen an Todesopfern fordert.
Insofern erscheint mir die Gefahrenwahrnehmung in Bezug auf das Risiko durch den möglichen Mißbrauch oder Verlust legaler Waffen doch massiv verschoben.
Das heisst nicht, dass keine Kontrolle der selben erfolgen sollte. Jedoch darf dabei das richtige Augenmaß nicht verlorengehen.

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Beitragvon deBadner » Mo 16. Mär 2009, 20:34

[quote=""Gerry""]Bei aller Tragik der Ereignisse möchte ich daran erinnern, dass der Straßenverkehr in Deutschland jeden Tag mit Winnenden oder Erfurt vergleichbare Zahlen an Todesopfern fordert.[/quote]

Sicherlich richtig.

Nur wenn an einem einzigen Ort durch einen einzigen Unfall, nehmen wir einen verunglückten Reisebus, auf einen Schlag 15 bis 20 Todesopfer zu beklagen sind, wird auch Ursachenforschung betrieben und im Fall von technischen Mängeln am Bus oder menschlichem Versagen durch Übermüdung auch Gegenmaßnahmen diskutiert.

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Beitragvon Gutfried » Mo 16. Mär 2009, 20:35

[quote=""Gerry""]
3. Ein Totalverbot von Waffen.
(...)Das Phänomen Amok beschränkt sich nämlich leider nicht auf das (ohnehin austauschbare) Tatmittel. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Amoktaten ja leider nicht an legale Schusswaffen gebunden, sondern werden mit den verschiedensten Gegenständen, von Kraftfahrzeugen über Hieb- und Stoßwaffen bis hin zu selbstgebauten Flammenwerfern begangen.
[/quote]

Ist natürlich vollkommen richtig, dass andere Tatmittel bis hin zu Alltagsgegenständen ebenso "Amok-tauglich" sind.

Allerdings ist die Hemmschwelle, einfach nur den Finger zu krümmen mit Sicherheit geringer, als etwa mit einem Messer an das Opfer heranzutreten und dann zuzustechen.

In meinen Augen ein entscheidender Faktor gerade bei Menschen mit der vielfach beschriebenen Persönlichkeitsstruktur eines "typischen" Amoktäters.

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Beitragvon Mystix » Mo 16. Mär 2009, 21:10

Der Vergleich mit dem Strassenverkehr hinkt m. E. ganz gewaltig.

Unfall = unbeabsichtigt.

Amoklauf = beabsichtigt.

Ich bin ein Waffengegner. Von mir aus sofort ein Totalverbot für Schusswaffen für Private (ich sehe den Sinn nicht, Schusswaffen zu besitzen).

Möglicherweise wurde die Tat durch den freien Zugang zur Waffe begünstigt. Wir werden es nie erfahren.

Aber wir haben genug Gesetze und genug Verbote.

Belassen wir's dabei.

Meine (zugegebenermassen ein wenig pessimistische und destruktive, aber m. E. durchaus realistische) Meinung:

Die Gesellschaft ohne Verbrechen gibt es nicht. Gab es nie und wird es auch nie geben.

Und einen Polizeistaat mit Abermillionen Verboten will ich nicht.

Der Mensch soll Verantwortung tragen!

Und kranke ausgetickte Menschen, die aus dem Schema fallen, wird es immer geben (hoffentlich!!!), ohne dass wir irgendetwas dagegen tun können.

Das ist die Menschheit, und genau so will ich sie! Mit Unfällen, Morden, Toten, Tragödien. Die perfekte Menschheit, das wäre ein Ort, an dem ich nicht sein wollte. Denn nur so kann ich das Gute schätzen.

Lassen wir den Dingen ihren Lauf. Wir können den Menschen nicht verbessern. Zumindest nicht durch Verbote.

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Verschärfung des Waffenrechts = Eindämmung Amokläufe???

Beitragvon springer » Mo 16. Mär 2009, 21:38

[quote=""UllaDieTrulla""]
Hätte auch nur ein legaler waffenbesitzer vor Ort die ersten Schüsse gehört, hätte er zwar zwei rechtswidrige Taten (Führen von Schußwaffen, Schießen außerhalb von zugeölassenen Schießstätten) begangen, aber im Rahmen der Nothilfe oder Notwehr den amokläufer ausschalten und mehrere Leben retten können.
Oder er hätte auf einen anderen wildgewordenen Cowboy geschossen, der exakt das gleiche gedacht hätte und den anderen Cowboy zu erst gesehen hätte.

Wäre eine 'amüsante' Schießerei zwischen Waffenfreaks geworden.[/quote]

[quote=""SchwarzeSau""]Liebe(s ) Ulla, was nützt Dir die hübschere Miez, wenn sich Deine Beiträge zum Thema auf sachfremde Polemik beschränken?[/quote]

So unrecht hat Ulla gar nicht; mal angenommen, da hört einer Schüsse, schnappt sich seine Waffe, rennt in die Richtung, sieht ein paar Erschossene und dann eine Person mit einer Waffe. Der Amoktäter? Ein anderer, der ebenfalls auf die Schüsse reagiert hat? Wie soll man das in der Lage sicher feststellen? Fragen? Und wenn der dann lügt?

[quote=""Challenger""][quote=""newyorker""]So einem Argument nach dürften ja nicht mal Polizisten in Zivil Waffen tragen, es könnte ja ein anderer dahergelaufener Polizist in Zivil meinen, der erste Zivilbeamte der auf den Ammokläufer schießt ja selber der Ammokläufer ist.[/quote]
Man denke an das Phänomen des "friendly fire" unter Polizeibeamten.[/quote]

Ich kann mich an einen Einsatz erinnern, da habe ich auf eine Person gezielt, die eine Waffe in meine Richtung hielt und hielt diese Person für den Täter. Blos wars dummerweise nicht der Täter, sondern ein Kollege, der mich für den Täter hielt, der mit einer Waffe in seine Richtung zielt. Es war eine Entfernung von ca. 40-50m, und wir hatten ziemlichen Hintergrundlärm, eine Verständigung war also nicht möglich. Wir trugen beide Uniform, die sah man allerdings nicht, da keiner von uns sich unnötig exponiert hat und wir beide in guter Deckung lagen.

SCHEIßE, es ging zum Glück gut!

Gruß,
Springer

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Beitragvon Loewe » Mo 16. Mär 2009, 23:14

Nach Erfurt hat man sehr viel über Killerspiele und dergleichen disskutiert. Mit viel TamTam wurde das Waffengesetz verschärft... und heimlich still und leise das Thüringische Schulgesetz, welches einem jungen Menschen damals 11 Jahre seines Lebens raubte und dem Lehrpersonal eine sehr bequeme Deckung vor unbequemen Fragen bot. "Wir haben nach Vorschrift gehandelt" konnten diese Damen und Herren sagen.

Heute, fast 7 Jahre nach Erfurt, stehen wir wieder vor einer kaum fassbaren Tat und hören wieder dieselben Phrasen über eine Verschärfung des Waffengesetzes, über Killerspiele etc.
Die Unterhaltungsindustrie bietet nur das, wonach die Kundschaft verlangt. Wenn es keine Spiele sind, sind es Filme, wenn es keine Filme sind, sind es gewaltverherrlichende Songtexte div. Bands etc. Keine Rede davon, was junge Menschen dazu treibt sich stundenlang mit derartigen Computerspielen zu beschäftigen.

Ehrlich gemeinte Ursachenforschung sieht anders aus, sie fragt nach dem WARUM? und nicht nach dem WOMIT?

Aber wahrscheinlich ist es bequemer auf eine unbestimmte Größe als Verursacher zu zeigen, als selbst ehrlich in den Spiegel zu sehen und sich eingestehen zu müssen, daß man versagt hat bzw. die Hilferufe eines jungen Menschen ignoriert hat.

Rufe nach einer Verschärfung des Waffengesetzes und nach dem Verbot sog. Killerspiele sind nichts anderes als purer Aktionismus zur Ruhigstellung des Wahlvolkes und zur eigenen polit. Profilierung.

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Verschärfung des Waffenrechts = Eindämmung Amokläufe???

Beitragvon uwewittenburg » Di 17. Mär 2009, 07:55

Das Problem, oder das Risiko stellen nicht unbedingt die Waffen dar, sondern der Mensch.

Was nützt es wenn ich die erforderlichen Panzerschränke besitze, aber jeder aus der Familie dort ran kann.

Ein 6-stelliger Zahlencode ist zwar ganz gut, aber den kann man ausspähen.

Ein Doppelbartschlüssel ist zwar auch gut, aber man kann ihn finden und benutzen.

Der Waffenbesitzer muß nun mal alle Vorkehrungen treffen, um den Zugriff 3. zu verhindern.

Die gesetzlichen Bestimmung bezüglich der Aufbewahrung und auch der Kontrolle sind im Waffengesetz geregelt.

Es hapert aber an folgenden Dingen:

1. mangelhafte Sicherung der Waffen durch den Eigentümer (in Einzelfällen = sogenannte "Betriebsblindheit" oder Sorglosigkeit

2. fehlende personelle Kapazitäten bei der Behörde zur Überprüfung der Waffenaufbewahrung

3. fehlende rechtliche Grundlage zur Durchführung der Kontrolle gegen den Willen des Waffenbesitzers in seinen Wohnräumen

Eine Grundgesetzänderung wird es daher wohl kaum geben.

Wie gesagt, es sind traurige Einzelfälle, die auf Schlamperei des Waffenbesitzer zurückzuführen sind.

Wie oft haben Jugendliche die Fahrzeugschlüssel ihrer Eltern an sich genommen und andere Menschen mit in den Tod gerissen?

Wie oft sind PKW-Fahrer in Amok Absicht in Fußgängergruppen gefahren?

Man kann nicht alles mit Gesetzen regeln!

Die Wurzeln müssen gepackt werden, was geht in diesen Menschen vor? Was treibt sie?
Sie fühlen sich von der Gesellschaft im Stich gelassen!

Warum können wir nicht erkennen, dass der Junge von nebenan eine tickende zeitbombe ist?
Warum belächelt man nur noch schwache Menschen?

Nur mal ein paar Gedanken auf die Schnelle!
Ich lasse mir meine Meinung nicht nehmen und nehme sie auch nicht anderen.
Nur wer höflich widerspricht ist ein würdiger Diskussionspartner.

SERVO PER AMIKECO

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Verschärfung des Waffenrechts = Eindämmung Amokläufe???

Beitragvon SchwarzeSau » Di 17. Mär 2009, 08:13

[quote=""deBadner""]Es ist leider eine Tatsache, dass beide bisherigen Amokläufe in Deutschland mit legalen Waffen "veranstaltet" wurden. [/quote]

Kann ich so nicht stehenlassen, weil: lediglich Hypothese ohne Hintergrund. Winnenden: Sohn nahm Waffe rechtswidrig in Besitz= Diebstahl, daraus folgt: Waffe illegal besessen. Erfurt: Waffe legal gekauft, jedoch vom OA nicht eintragen lassen, WBK verfälscht, OA der Kontrollpflicht nicht nachgekommen, dh, bestehendes Recht durch Behörde nicht angewandt (somit trifft diese eine Mitschuld)= Waffe illegal besessen.


[quote=""deBadner""]Die Verschärfung nach Erfurt, wonach die Zugangsmöglichkeiten erschwert wurden, war meiner Meinung nach schon richtig.[/quote]

Nein.

Lies das Buch von Ines Geipel "Für heute reichts" und laß dabei das Brimborium weg. Dort werden die Fakten erläutert. Mit etwas Kenntnis im WaffR kommste zu dem Schluß, daß bei konsequenter Anwendung damals bestehendem Rechts dieser amoklauf zu verhindern gewesen wäre.

[quote=""deBadner""]Tatsache bleibt, dass jeweils der Weg des geringsten Widerstands gewählt wird. [/quote]

Unbestritten. Das tun die Waffengegner, Polemiker und Gutmeschen ja auch.

Steh den Befürwortern das gleiche recht zu, noch sind wir eine Demokratie. Wenn das Volk keine waffen merh hat, sind wir eine Diktatur. Schau in die Geschichte, es gibt genug Beispiele. Auch in D. Ich sage nur 3.Reich und DDR.

[quote=""deBadner""]Ob sich der Tim K. in Winnenden die Mühe gemacht hätte, eine illegale Waffe zu besorgen wenn er nicht so mühelos an die legale seines Vaters gelangt wäre, werden wir nie erfahren.[/quote]

Da geb ich Dir mal Recht.

[quote=""deBadner""]Ich persönlich glaube jedoch, dass er sich diese Mühe nicht gemacht hätte. Das einfache Herankommen an die Waffe des Vaters hat die Entscheidung zum Amoklauf sicher nicht unwesentlich beeinflusst.[/quote]

Würde ich anders formulieren. Streiche "unwesentlich beeinflußt"- setze "wesentlich erleichtert". So liest es sich etwas anders. Und: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" !!!

S.o., die Wegnahme einer fremden (im rechtmäßigen Besitz des Vaters befindlichen) Sache ind rechtswidriger (ohne waffenrechtliche Erlaubnis, zu Verwendung von geplanten Straftaten benutzter Waffe) Zueignungsabsicht (Brechen bisherigen Gewahrsams und Gründung neuen unrechtmäßigem Gewahrsams) ist Deiner Meinung nach legal, :respekt: :yau: :!: :!: :!:

Noch herrscht in D Glaubensfreiheit. Ohne Waffen im Volk nicht mehr lange. Denk mal drüber nach :!: Der letzte derartige Fall in der deutschen Geschichte wurde 1990 zu den Akten gelegt.

@ all contras:

Wenn Ihr dienstlich gern juristische Haarspaltereien betreibt, dann tu coque!!!

Wer lesen und denken kann schaue auch mal hier: http://ef-magazin.de/2009/03/15/1035-am ... der-waffen

@ uwewittenburg:

:top: , seh ich auch so!!
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Beitragvon Mystix » Di 17. Mär 2009, 09:22

[quote=""SchwarzeSau""][quote=""deBadner""]Es ist leider eine Tatsache, dass beide bisherigen Amokläufe in Deutschland mit legalen Waffen "veranstaltet" wurden. [/quote]

Kann ich so nicht stehenlassen, weil: lediglich Hypothese ohne Hintergrund. Winnenden: Sohn nahm Waffe rechtswidrig in Besitz= Diebstahl, daraus folgt: Waffe illegal besessen. Erfurt: Waffe legal gekauft, jedoch vom OA nicht eintragen lassen, WBK verfälscht, OA der Kontrollpflicht nicht nachgekommen, dh, bestehendes Recht durch Behörde nicht angewandt (somit trifft diese eine Mitschuld)= Waffe illegal besessen.
[/quote]

Man kann's immer so drehen, dass es einem passt.

Man kann es auf die Spitze treiben: Amoklauf/Mord/Tötung/Verletzung/Nötigung/Drohung mit ner Waffe = illegale Waffenverwendung, ergo Waffe illegal. :o

So bringt das natürlich gar nix :nein:

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Beitragvon Fritz4081 » Di 17. Mär 2009, 09:56

@ Loewe

Das die ganze Poblematik unter Ausschluß des Warum (gefühlt von fast allen die sich öffentlich äußern) nur auf das Wie reduziert wird geht tatsächlich am Kern des Problems vorbei!

Die Frage nach dem Warum wird oft über den Ansatz der Aufklärung des Wie zu beantworten versucht.
Solche Betrachtungen sind sicher nicht grundsätzlich falsch, aber immer mit dem Mangel der Subjektivität behaftet.

Da möchte ich, was die unterschiedliche Bewertung angeht, an die Diskussion der "Fakten" im Falle der Sauerlandgruppe erinnern; auch hier war ein breites Meinungsspekturm vorhanden. Eingeschränkt durch die Schwierigkeit einer öffentlichen Diskussion.

Dagegen kann der neuste Vorfall eigentlich offen diskutiert werden. Immerhin wurde schon häufiger die Frage nach dem Warum gestellt und erntete ohrenbetäubendes Schweigen oder den Verweis auf das Wie.

Es ist schon aufffällig das anstelle eins Eingeständnisses nicht alles beantworten zu können Pseudolösungen (WaffR) etc angeboten werden.
Viel bedenklicher ist das sich allzuviele Menschen mit solchen Lösungen zufriedengeben. Vermutlich hat das Lösungen vermeiden zu lange funktioniert. Wie ja auch ander glücklicherweise gscheiterten Novelle zum § 89 StGB zu sehen war.

In fehlender Normenklarheit liegt keine Lösung und die Frage nachdem Wie ersetzt nicht die Frage nach dem Warum.

Sicher hat das jetzige Diskussionsverhalten wahltaktische Gründe und trägt nicht zur Prävention bei.

Was letzendlich einen 17-Jährigen dazu treibt auf Menschen zu schießen statt, zwar rechtswidrig aber doch wahrscheinlicher, irgendwo ohne Fremdgefährdung "rumzuballern" oder garnix zu machen bleibt unnachvollziehbar. Sicher ist nur das das Verhalten des Täters nicht im üblichen Bereich für in D sozialisierte Maneschen liegt.

Gruß Fritz
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Beitragvon SchwarzeSau » Di 17. Mär 2009, 10:03

[quote=""Mystix""][quote=""SchwarzeSau""][quote=""deBadner""]Es ist leider eine Tatsache, dass beide bisherigen Amokläufe in Deutschland mit legalen Waffen "veranstaltet" wurden. [/quote]

Kann ich so nicht stehenlassen, weil: lediglich Hypothese ohne Hintergrund. Winnenden: Sohn nahm Waffe rechtswidrig in Besitz= Diebstahl, daraus folgt: Waffe illegal besessen. Erfurt: Waffe legal gekauft, jedoch vom OA nicht eintragen lassen, WBK verfälscht, OA der Kontrollpflicht nicht nachgekommen, dh, bestehendes Recht durch Behörde nicht angewandt (somit trifft diese eine Mitschuld)= Waffe illegal besessen.
[/quote]

Man kann's immer so drehen, dass es einem passt.[/quote]

Is nix drehn, kannste überall nachlesen und recherchieren, der Abschlußbericht wurde veöffentlicht und die Fehler des OA zur Genüge beschrieben.

[quote=""Mystix""]Man kann es auf die Spitze treiben: Amoklauf/Mord/Tötung/Verletzung/Nötigung/Drohung mit ner Waffe = illegale Waffenverwendung, ergo Waffe illegal. :o [/quote]

Kann man nicht, denn Du hast eins wohlweislich weggelassen, mMn die Hauptsache: Auf welche Weise kam das Tatwerkzeug in Besitz des Täters?

Und wieder sollte man nicht vergessen: nicht die Waffe tötet, sondern der Mensch, der sie dazu gebraucht!!
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Beitragvon Mystix » Di 17. Mär 2009, 11:33

SchwarzeSau, du weisst ganz genau, was und wie ich es meine. :ja:

Fakt ist: Hätte jemand diese Waffen nicht legal gekauft und erworben, hätten diese Waffen mit allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht illegal in den Besitz der entsprechenden Schüler kommen können.

(Damit will ich nicht sagen, dass der Amoklauf nicht passiert wäre! Ich will auch keine Unterschriften sammeln für eine Waffengesetz-Verschärfung! Aber die Waffenbefürworter sollten doch auch mal einsehen, was Sache ist und nicht ständig versuchen, die legalen Waffenbesitzer zu "schützen", als ginge es um ihr eigenes Leben.)

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Beitragvon Gremlin » Di 17. Mär 2009, 11:33

[quote=""Gerry""]

1. Sportschützen könnten ihre Waffen und/oder Munition im Vereinheim aufbewahren.[/quote]

In vielen Vereinen ist das schon längst so.

[quote=""Gerry""]
3. Ein Totalverbot von Waffen.
Das wäre zwar eine durchaus konsequente Maßnahme, nur leider übersehen ihre Verfechter, dass sie an der eigentlichen Thematik vorbeidiskutieren. Das Phänomen Amok beschränkt sich nämlich leider nicht auf das (ohnehin austauschbare) Tatmittel. [/quote]

Genau, das wäre sehr konsequent zumal ja diese Amokläufe hauptsächlich mit legalen Schußwaffen durchgeführt worden sind.
Selbst wenn die Waffe ordentlich im Safe aufbewahrt gewesen wäre,der Tim hätte sich bestimmt die Schußwaffe seines Vaters auch auf andere Weise besorgt. Ich glaube irgendwie nicht,dass der sich einen Flammenwerfer zusammengebaut oder sich irgendwo im Millieu eine illegale Waffe besorgt hätte.

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Beitragvon Chrisimo » Di 17. Mär 2009, 11:49

[quote=""deBadner""]
Ich persönlich glaube jedoch, dass er sich diese Mühe nicht gemacht hätte. Das einfache Herankommen an die Waffe des Vaters hat die Entscheidung zum Amoklauf sicher nicht unwesentlich beeinflusst.[/quote]

Wenn er wirklich psychisch so starke Probleme hatte, dass er sich gezwungen fühlte, so etwas zu tun, dann finde ich es schon nicht unwahrscheinlich, dass er sich eine andere Waffe besorgt hätte. So wie Du es schilderst klingt es, als hätte er Langeweile gehabt.

[quote=""Mystix""]
Der Vergleich mit dem Strassenverkehr hinkt m. E. ganz gewaltig.

Unfall = unbeabsichtigt.

Amoklauf = beabsichtigt.
[/quote]

Soll das heißen, dass Verkehrstote demnach egal sind?

[quote=""Mystix""]
Ich bin ein Waffengegner. Von mir aus sofort ein Totalverbot für Schusswaffen für Private (ich sehe den Sinn nicht, Schusswaffen zu besitzen).
[/quote]

Jeder ist gegen irgend etwas. Manche Leute sehen auch den Sinn im Motorradfahren nicht. Oder im Rauchen. Die Frage ist, ob eine Gesellschaft erwünscht ist, in der alles, was irgendwie gefährlich sein könnte, verboten ist.


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