Waffen-Nachweis-Datei WANDA

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Waffen-Nachweis-Datei WANDA

Beitragvon MICHI » So 10. Mai 2009, 09:27

Hamburg erfüllt bereits jetzt die EU-Vorschrift eines computer gestützten Waffen-Nachweis-Registers, welche ab Dez. 2014 für alle Staaten der Gemeinschaft gilt:



WANDA

Hamburg hat im Bundesrat eine bundesweite Einführung dieser Datei beantragt.

Kein Allheilmittel aber immerhin ein Anfang.
Gruß
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Beitragvon MICHI » Sa 6. Jun 2009, 05:10

Auf der Innenministerkonferenz wurde jetzt beschlossen, ein zentrales Waffenregister nach hamburger Vorbild bis zum Jahre 2012 bundesweit einzuführen.
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Gast

Re: Waffen-Nachweis-Datei WANDA

Beitragvon Gast » Sa 6. Jun 2009, 08:34

[quote=""MICHI""]Kein Allheilmittel aber immerhin ein Anfang.[/quote]

Nicht dass ich ein Problem mit dieser Datei hätte, aber ich sehe ehrlich gesagt wenig Nutzen für die Polizei darin.
Ob eine waffenrechtliche Erlaubnis besteht, kann ich auch heute schon überprüfen. Und wenn ich dringend wissen muss, was für Waffen genau auf eine Person registriert sind (z.B. um die tatsächliche Gefährlichkeit bei einer Bedrohungslage abzuschätzen), rufe ich halt bei der KVB an.
Und die wirklich problematischen illegalen Waffen finde ich sowieso nicht in der WANDA...

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Beitragvon Mezzo » Sa 6. Jun 2009, 11:45

Und Dienstwaffenträger, die ihre Waffen mit Hause
nehmen können, auch nicht...

Gast

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Beitragvon Gast » Sa 6. Jun 2009, 11:52

Ich glaube weniger, dass die ein Problem darstellen. Ausserdem dürfte das nur einen minimalen Prozentsatz der Kollegen betreffen.

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Beitragvon Mezzo » Sa 6. Jun 2009, 12:40

Nun,

die legalen Waffenbesitzer dürften auch kein Problem darstellen...

Die Sache ist doch die: wenn bei zukünftigen Einsätzen ( Bsp: Ruhestörung bei Meier, Hauptstr. 1 ) nicht nur die Person auf Erkenntnisse durch die Elst. abgecheckt wird, sondern auch gleich aus Eigensicherungsgründen überprüft wird, ob die Person legal Waffen besitzt, dann macht es nur Sinn, wenn a l l e, die legale Waffen besitzen, erfaßt werden.

Weiterhin wissen wir ja beide, wie sich der Schlendrian bei unseren Kollegen breitmacht: heißt es zukünftig, "Meier hat einen Revolver und eine Flinte!", stehen sie bei der Ruhestörung da, Hand am Holster, angespannt , und die Waffen sind wichtiger, als die Ruhestörung.

Heißt es, daß er keine Waffen hat, geht man ganz anders und entspannt an die Sache, auch wenn der Mensch bis an die Zähne illegal bewaffnet ist oder andere gefährliche Gegenstände hat... ( ich sage ja nicht, daß das Verhalten richtig ist, aber machen wir uns nichts vor, so wird es ablaufen... )

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Re: Waffen-Nachweis-Datei WANDA

Beitragvon springer » Sa 6. Jun 2009, 13:48

[quote=""Gerry""]Und wenn ich dringend wissen muss, was für Waffen genau auf eine Person registriert sind (z.B. um die tatsächliche Gefährlichkeit bei einer Bedrohungslage abzuschätzen), rufe ich halt bei der KVB an.[/quote]

Und die sind bei euch rund-um-die-Uhr erreichbar? Bei uns nicht! Und selbst wenn; dann ist da besetzt, es geht mal niemand ran (wenns brennt hab ich nicht ewig Zeit) usw.

Es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Je mehr Infos ich über eine Lage habe, desto besser bin ich darauf vorbereitet.

[quote=""Gerry""]Und die wirklich problematischen illegalen Waffen finde ich sowieso nicht in der WANDA...[/quote]

Die Benutzung einer legalen Waffe ist genauso gefährlich wie die einer illegalen. Klar hab ich weiter ein problem, weil eine illegale Waffe immer auch im Spiel sein kann, aber ich hab zuzmindest mal bessere Infos wie wenn ich gar nichts weiß.

@Mezzo
Ich versteh nicht ganz, was Du damit sagen willst. Dass Eigensicherung Unsinn ist, weil man dann uU den (randalierenden) Bürger erschreckt, sondern dass man im Zweifel eher entspannt sein soll und die Eigensicherung hinten anstellen soll?

Gruß,
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Beitragvon Mezzo » Sa 6. Jun 2009, 15:25

@Mezzo
Ich versteh nicht ganz, was Du damit sagen willst. Dass Eigensicherung Unsinn ist, weil man dann uU den (randalierenden) Bürger erschreckt, sondern dass man im Zweifel eher entspannt sein soll und die Eigensicherung hinten anstellen soll?


Nein,

ganz im Gegenteil!

Es wird nur darauf hinauslaufen, daß es erstmal wichtiger ist, was der Mensch zu Hause im Waffenschrank hat und nicht, was ursprüngliches Ziel des polizeilichen Einschreitens ist...
Und hat er nichts im Schrank ( offiziell ), dann geht man anders an die Sache, was dann falsch ist..

Eigentlich soll es doch so sein:

Einsatz kommt ( egal was );
1.) es ist bekannt, daß der Mensch Waffen hat, also wie gehe ich vor:
unter Berücksichtigung der Eigensicherung wird der Einsatz abgearbeitet.

2.) es kommt: der Mensch hat keine Waffen, wie gehe ich vor: siehe 1.)!

Und dies wird wahrscheinlich anders werden ( bin ja kein Prophet ), weil den Kollegen ein falsches Bild vermittelt wird:
Es ist immer davon auszugehen, daß das Gegenüber was hat und es evtl. gegen mich / uns einsetzen wird...

Und im Zweifelsfalle sind das eben genau die, die nicht in der Datei stehen...

Und auch jemand der legale Waffen hat, die unter Kontrolle sind, könnte trotzdem noch illegale Waffen haben oder erlaubnisfreie oder gefährliche Gegenstände, die nirgends zu Papier stehen.

Es wird eine falsche Sicherheit vorgegaukelt, wenn die Datei die Auskunft gibt, keine Waffen.

Also ist der Nutzen der Datei eher gering...

Gast

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Beitragvon Gast » Sa 6. Jun 2009, 15:43

[quote=""Mezzo""]die legalen Waffenbesitzer dürften auch kein Problem darstellen...[/quote]

Das habe ich auch nicht behauptet. Allerdings ist es nunmal so, dass alle mir bekannten aktiven Sportschützen ihre Waffen zu Hause lagern.
Bei den Kollegen ist das dagegen die absolute Ausnahme. Ich selber mache das z.B. nur, wenn ich mal wieder zugfahren will.

[quote=""springer""]Die Benutzung einer legalen Waffe ist genauso gefährlich wie die einer illegalen.[/quote]

Ja, aber die Erfahrung lehrt dass sie nicht annähernd so wahrscheinlich ist. :wink:

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Beitragvon springer » Sa 6. Jun 2009, 15:52

@Mezzo
Ich hab zumindest im Hinterkopf, dass es im Haushalt Waffen gibt. Diese Info hilft mir zB weiter, wenn ich im Haus bin, und auf einem Tisch eine Waffe liegen sehe; dann kann ich nämlich auch davon ausgehen, dass der die besitzen darf und es sich nicht unbedingt um eine Straftat handelt. Dass die Waffe immer noch gefährlich ist liegt auf der Hand.

Genau sowas hab ich schon erlebt: wir sollten einen FS beschlagnahmen, der lässt uns in die Wohnung rein, wir erklären das dem, der sagt dass der FS im Schreibtisch ist und geht auf den Schreibtisch zu. Da seh ich auf dem Schreibtisch eine Waffe liegen. Du glaubst gar nicht, wie bei mir der Alarm losging - und sowas kann auch mal in die Hose gehen.

Wissen ist Macht! Und die kann auch den Adressaten schützen...

[quote=""Gerry""][quote=""springer""]Die Benutzung einer legalen Waffe ist genauso gefährlich wie die einer illegalen.[/quote]

Ja, aber die Erfahrung lehrt dass sie nicht annähernd so wahrscheinlich ist. :wink:[/quote]

Nein, genau das tut sie im konkreten Fall nicht - denn eine Statistik / Wahrscheinlichkeit sagt absolut nichts über den Einzelfall aus.

Das ist das allererste, was man in Statistik lernt, und gleichzeitig auch das, was kaum jemand weiß! Nicht umsonst gibts Statistik als Uni-Studiengang, denn ganz so einfach, wie viele glauben, sind Statistiken nicht...

Gruß,
Springer

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Beitragvon Gast » Sa 6. Jun 2009, 16:39

[quote=""springer""]Nein, genau das tut sie im konkreten Fall nicht - denn eine Statistik / Wahrscheinlichkeit sagt absolut nichts über den Einzelfall aus.[/quote]

Es geht hier aber nicht um den konkreten Einzelfall, sondern um eine allgemeine Erfassung von Waffen in einer Datei.
Du kannst dir sicher sein, dass ich auch bei einer legalen Waffe entsprechend reagieren werde, wenn ich mein Leben oder das eines Kollegen bedroht sehe. :wink:

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Beitragvon springer » Sa 6. Jun 2009, 16:47

[quote=""Gerry""]Es geht hier aber nicht um den konkreten Einzelfall, sondern um eine allgemeine Erfassung von Waffen in einer Datei.[/quote]

Letzten Endes hat die Datei den Sinn, dass man sich auf den konkreten Einzelfall besser vorbereiten kann, es geht nur und ausschließlich um den konkreten Einzelfall bzw. um ein entsprechendes Gefährdungspotential.

Und wenn ich in einer Wohnung drin stehe, dann gehts mir auch nur um den Einzelfall.

Die Waffen sind schon erfasst - es geht nur um den Zugriff auf die Datei. Ob wir den jetzt telefonisch zu Geschäftszeiten haben oder direkt im PC macht nicht wirklich einen großen Unterschied.

Gruß,
Springer

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WANDA - Datei: sinnvoll oder nicht?

Beitragvon Stephan_L » Sa 6. Jun 2009, 16:57

Hallo zusammen,

zunächst mal kurz zum Thema Waffennachweisdatei allgemein:

Ich denke schon, dass es für die Polizei ein hilfreiches Mittel ist, wenn eine einheitliche und standardisierte Datei vorliegt. Das kann zum einen im Vorfeld eines Einsatzes von Interesse sein (wenn ich so schon im Vorfeld erfahren kann, dass Waffen in einem Haushalt vorhanden sind/sein können), zum anderen aber auch später, wenn ich klären will, ob eine Person eine Waffe besitzen darf oder nicht.

Ich denke, dass wir (die Polizei) uns einiges an Bürokratie und Zeitaufwand ersparen können, wenn es ein einheitliches/standardisiertes System gibt (auch über die Grenzen der Bundesländer hinaus).

@ Mezzo:

Ich glaube zu verstehen, was du meinst: Wenn Kollegen regelmäßig Infos bekommen: Waffe ja ode Waffe nein, dann werden einige über längere Zeit dazu übergehen und bei der Meldung: Waffen nein den Aspekt der illegalen Waffen und gefährlichen Gegenstände in den Hintergrund rücken. Die Eigensicherung wird zurückgefahren.
Diese Gefahr sehe ich auch bei einigen Kollegen. Allerdings hat das weniger mit der Datei als solcher zu tun. Es ist eigentlich Aufgabe der Kollegen, aber auch von Vorgesetzten und speziell der FbSt immer wieder auf diese Aspekte hinzuweisen, damit sie im Bewußtsein der Kollegen präsent bleiben.

@ Springer:

Dein Beispiel verstehe ich jetzt nicht so ganz:
Ihr wollt jemandem den Führerschein wegnehmen. Der ist zwar locker und entspannt, geht dann zu einem Schreibtisch, um den Führerschein zu holen und da liegt eine Waffe.

... und dann? ...

Ich meine, welchen Unterschied hätte es für dich gemacht, wenn du gewußt hättest, ob er in dem Moment die Waffe legal oder illegal besitzt? Für mich hätte das keinen Unterschied gemacht.

Ich hätte ihn sofort aufgefordert stehen zu bleiben und sich von dem Tisch zu entfernen.

Dann hätte ich entweder den Führerschein selbst geholt und das Gespräch wegen der Waffe mit der Person anschließend geführt, oder die Waffe gesichert (wenn möglich) und ihm anschließend die Möglichkeit gegeben, den Führerschein zu holen. Da wäre für mich das Verhalten des Gegenübers ausschlaggebender gewesen, als die Information, ob er die Waffe legal oder illegal besitzt.

Eine Waffe - egal ob legal oder illegal - ist immer gleich gefährlich, wenn sie durch eine Person mit entsprechender Absicht eingesetzt wird!


Gruß,

Stephan

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Re: WANDA - Datei: sinnvoll oder nicht?

Beitragvon springer » Sa 6. Jun 2009, 17:01

[quote=""Stephan_L""]@ Springer:

Dein Beispiel verstehe ich jetzt nicht so ganz:
Ihr wollt jemandem den Führerschein wegnehmen. Der ist zwar locker und entspannt, geht dann zu einem Schreibtisch, um den Führerschein zu holen und da liegt eine Waffe.

... und dann? ...

Ich meine, welchen Unterschied hätte es für dich gemacht, wenn du gewußt hättest, ob er in dem Moment die Waffe legal oder illegal besitzt? Für mich hätte das keinen Unterschied gemacht.[/quote]

Grundsätzlich mal keinen, aber ich wäre eher darauf vorbereitet gewesen. Klar sollte man immer mit sowas rechnen, aber wenn das Ding dann plötzlich vor dir liegt, machst Du trotzdem große Augen.

Das war damals eine PTB, die der auch besitzen durfte und einfach eine blöde Situation.

Gruß,
Springer

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Waffenregister und Hausbesuche

Beitragvon DirtyHarry » Sa 6. Jun 2009, 18:41

wie ich hier so aus den Postings der User entnehme, sind Waffenbesitzer von vorn herein als "gefährlicher" einzustufen, zumindest die legalen. Die Illegalen könnt ihr ja nicht aus der Datei entnehmen.

Ich verstehe diese Einstellung, wenn man zum Beispiel zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung im familiären Bereich gerufen wird, wo auch noch eine Menge Alkoholika im Spiel sind.
Doch gleich jeden Waffenbesitzer als potentiellen Straftäter und Polizistenkiller anzusehen halte ich für übertrieben.
Ist einer hier schon mal von einem gemeldeten Waffenbesitzer in dessen Wohnung mit der Waffe bedroht worden?
Für mich als Waffenbesitzer steht fest, dass ich keine Polizeibeamten mehr in die Wohnung lasse und alle Herrschaften vor der Tür abfertige, auch dann wenn einer z.B. meinen FS einkassieren möchte (hoffe, das passiert nie)

Demnächst muss ich ja Angst haben, dass die Panik ausbricht, wenn ich eines oder mehrere meiner Werkzeuge auf dem Tisch liegen habe.

Und dann noch eine Frage zu der Datei?
Wer hat den Zugriff darauf? Liegen die Ausdrücke auch in Mülltonnen wie schon oft bei den Finanzämtern geschehen. Sie die Daten sicher vor Hackern oder muss ich mit Besuch rechnen, der KEINE Uniform trägt.
Bin ich somit gefährdeter als die Allgemeinheit, wenn ich nicht weiß, wer meine Adresse kennt und nicht Polizeibeamter ist. Kann ich sicher sein, dass meine Adresse nicht "weiterverkauft" wird?
"stay armed"


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