Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Icha » Fr 18. Jun 2010, 22:39

Hallo zusammen,
ich möchte gern auf folgenden Thread bezug nehmen: Antrag auf kleinen Waffenschein welcher auf nachfrage bei Trooper nicht wieder geöffnet wird.

Ich lebe in Duisburg und habe vor einigen Wochen einen kleinen Waffenschein bei der Polizei beantragt.
Gestern morgen gegen 10:00 Uhr stand ein Herr von der Kriminalpolizei vor der Tür um mit mir über eben diesen zu sprechen, da ich zu dem Zeitpunkt einkaufen war, teilte meine Verlobte dem Freundlichen Herrn mit, das ich gegen 11:00 Uhr zurück sei. Er wollte dann wiederkommen.

So kamm es dann, das nachdem ich zurück war, auch wirklich um kurz vor 11 Uhr der besagte Kriminalbeamte wieder klingelte.
Da ich nichts zu verbergen hatte, habe ich ihn freundlich hienein gebeten, und wir haben uns dann in ruhe im Wohnzimmer unterhalten.

Das Gespräch war in zwei Teile unterteilt würde ich sagen, zuerst frage er mich warum ich eine SSW Führen möchte, und versuchte es mir auszureden, oder mir andere selbstschutz"waffen" wie ein Pfefferspray schmackhaft zu machen.
Als ich durchblicken lies, das ich mir eine SSW aus gutem Grund ausgesucht habe, und mich auch im vorhinein eingehen mit dem Waffenrecht, dessen auslegung, und erfahrungsberichte zum Thema selbstschutzwaffen beschäftigt habe, gab er mit seinem Versuch auf, mich von etwas anderem zu überzeugen.
Der zweite gesprächsteil befasste sich mit meiner beruflichen Situation, meiner zukunft und meinen perspektiven. Den rest der befragung versuchte es als beiläufiges gespräch zu tarnen, in dem er vermutlich versuchte eine einschätzung meines charakters zu tätigen, und so die geforderte persönliche eignung festzustellen.
Es handelte sich um so beiläufige und wenig auffällige Themen, wie Fussball, die WM, eine kleine ausschreitung die es nach dem ersten Deutschland spiel hier in Duisburg gab, und sonstige sachen mit denen man unauffällig die gewaltbereitschaft, und sonstige einstellung eines menschen testen kann.
Während des gesamten Gesprächs, konnte ich merken, wie er immer wieder versuchte sich unauffällig umzusehen.

Als er dann alle infos hatte die er wollte, bedankte und verabschiedete er sich.

Bis auf das ich sein vorgehen etwas scheinheillig fand, war es ganz nett, ich hatte nichts zu verbergen (habe ihn sogar zur begrüßung schon gesagt, das wir schon mehrmals (er in dienstlicher natur) mit einander zu tun hatten (er hat mich schon 3 mal zu hause abgeholt zu verschiedenen anlässen^^))hatte hab ich damit kein problem, finde es sogar nicht verkehrt, wenn die Polizei sich vorher ein Bild macht, bevor sie jemanden erlaubt eine Waffe in der öffentlichkeit zu führen.

Ich kann also, die vermutung von Gaius aus dem anderen Thread nur bestätigen, das sowas zumindest in Duisburg gemacht wird, nämlich das beim Antrag auf den kleinen Waffenschein, eines morgens/vormittags ohne vorankündigung die Polizei vor der Tür steht, und einen befragt.

Mit freundlichen Grüßen
Icha

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Pistolen-Paule » Fr 18. Jun 2010, 22:52

Das bestätigt auch meine bisherigen Erkenntnisse.

Mindestens zwei Geschichten wurden u. a. bei CO2air.de - dem größten deutschsprachigen Forum für Freie Waffen - genannt:

September 2006: (Neunkirchen-Seelscheid)
KWS – Überprüfung an der Haustür

November 2007:
Tauglichkeitsüberprüfung an der Haustür (Mal wieder was zum KWS)

Die Geschichten wurden heiß diskutiert und es klang für mich recht plausibel, zumindest nicht abwegig. Deshalb erlaube ich mir zu behaupten, dass es in NRW bereits vorgekommen ist und vorkommen kann.

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Trooper » Sa 19. Jun 2010, 01:39

Das Gespräch war in zwei Teile unterteilt würde ich sagen, zuerst frage er mich warum ich eine SSW Führen möchte, und versuchte es mir auszureden, oder mir andere selbstschutz"waffen" wie ein Pfefferspray schmackhaft zu machen.
Damit hat er ziemlich recht. Eine SSW ist in meinen Augen gefährlicher Unsinn.
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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Tinker » Sa 19. Jun 2010, 07:05

Feuerwaffen aller Art in privater Hand sind gefährlicher Unsinn

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Trooper » Sa 19. Jun 2010, 07:15

Kollege, reiz mich nicht :-) Diese Debatte wollen wir hier nicht führen.
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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Pistolen-Paule » Sa 19. Jun 2010, 10:02

Tinker hat geschrieben:Feuerwaffen aller Art in privater Hand sind gefährlicher Unsinn
Ja nee, is klar...

Dann wirst Du Dich sicher freuen, dass die Grünen gestern ihren Antrag
Mehr öffentliche Sicherheit durch weniger private Waffen gestern im Bundestag vorgebracht haben.

Doch außer den Linken wollte denen niemand beipflichten. Selbst Frau Frograscher (SPD), die sich in den Debatten der letzten Jahre eher gegen Waffen aussprach, konnte sämtliche Einzelforderungen der Grünen auseinander nehmen.


Vielleicht fühlst Du Dich ja auch sonst durch eine der beiden Parteien (Grüne/ Linke) gut vertreten. Ich nicht. Weder beim Waffenrecht, noch in sonstigen Punkten.
:nein:

Aber wundern tu ich mich nicht über Deinen Ausspruch. Deine Volks-Hoplophobie wird ja sogar vom Bund der Deutschen Kriminalbeamten getragen/ gefordert.
:wall:

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon dangerfreak5 » Sa 19. Jun 2010, 10:11

Ich finde es gut, dass auf den Antrag eine Überprüfung stattfindet. Das zeigt doch einmal mehr, dass das Behördensystem hier und da spitze funktioniert.

Als Waffenerlaubnisbehörde würde ich ebenfalls abchecken lassen, welcher Zweifelsfall da was beantragt. (Führungszeugnis unbefleckt wär da schon mal Voraussetzung)


und was Tinker schreibt, ich finde, diese Meinung kann man ruhig publizieren, so wie andere Meinungen auch.

wer sich da bereits gereizt fühlt, der hat eine sehr niedrige Toleranzschwelle im Nervensystem. Der ist eigentlich zum Beispiel nicht polizeidienstfähig.

@pistolen-Paule
bist du Arzt, dass du sogar per Ferndiagnose eine Volks-Hoplophobie diagnostizieren kannst?
Zuletzt geändert von dangerfreak5 am Sa 19. Jun 2010, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon UllaDieTrulla » Sa 19. Jun 2010, 10:16

Manche wollen einen Dachaufsetzer, andere ne Schreckschusswaffe...

Was tut man nicht alles für's Ego...

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon DocSnuggles » Sa 19. Jun 2010, 10:39

Icha hat geschrieben:(habe ihn sogar zur begrüßung schon gesagt, das wir schon mehrmals (er in dienstlicher natur) mit einander zu tun hatten (er hat mich schon 3 mal zu hause abgeholt zu verschiedenen anlässen^^))
Wenn einen schon die Kriminalpolizei mehrfach von zu Hause abholt, dann würde ich spontan behaupten, dass die Überprüfung des privaten Umfeldes mehr als geboten war. Stellt sich mir nur noch die Frage, warum der TS ne SSW in der Öffentlichkeit führen will?
"Oft ist "kritisch" eine gute Eigenschaft, manchmal aber auch ein Synonym für "keine Ahnung, aber für alles eine Meinung"."
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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Holger73 » Sa 19. Jun 2010, 10:59

Icha hat geschrieben:...

Das Gespräch war in zwei Teile unterteilt würde ich sagen, zuerst frage er mich warum ich eine SSW Führen möchte, und versuchte es mir auszureden, oder mir andere selbstschutz"waffen" wie ein Pfefferspray schmackhaft zu machen.
Als ich durchblicken lies, das ich mir eine SSW aus gutem Grund ausgesucht habe, und mich auch im vorhinein eingehen mit dem Waffenrecht, dessen auslegung, und erfahrungsberichte zum Thema selbstschutzwaffen beschäftigt habe, gab er mit seinem Versuch auf, mich von etwas anderem zu überzeugen.
...
Hallo Icha,

ich habe jetzt schon ne ganze Weile überlegt, was man an Nutzen von einer SSW haben könnte?
Nicht das du es offenlegen müsstest... aber wozu braucht man eine SSW???

Ansonsten ist es doch schön wenn das "Abklopfen" vorher so funktioniert.


Gruß
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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon gunrights » Sa 19. Jun 2010, 12:11

Eine Schreckschusswaffe kann, wenn sie mit kleinem Waffenschein und Pfeffer bzw. CS Gas Kartuschen geladen geführt wird, zur Selbstverteidigung gegenüber Angreifern verwendet werden.

Da der Gesetzgeber seinem Bürger fast alle Mittel genommen hat, um sich bei einem Angriff auf Leben und Tod wirkungsvoll zu verteidigen, greifen ebend viele auf diese Möglichkeit zurück.

Wenn jetzt Zweifel an der Wirksamkeit einer SSW aufkommen, möchte ich auf diese Videos verweisen.
http://www.youtube.com/watch?v=rIQxNRuEWVY
http://www.youtube.com/user/TotoHU#p/a/u/1/Sll6oxY0WD0 .

Diese Videos wurde im Ausland aufgenommen, falls sich jemand daran stößt.
Es ist natürlich klar das eine SSW nicht unbedingt garantiert, körperlich unversehrt aus einem Angriff hervorzugehen, aber sie ist immernoch besser als nichts.

Jetzt kommen wir zur Frage, wieso man sich denn eigentlich selbst verteidigen muss.
Antwort: Muss man nicht, aber da die Polizei nicht überall und immer innerhalb von Sekunden zur Stelle sein kann, sollte der rechtsschaffende Bürger ebend sehen wie er selbst in so einer Situation für sich sorgt. Außer man gibt nichts auf seine körperliche Unversehrtheit und möchte gerne Sterben oder im Krankenhaus liegen.

Der Kurs der Politik, auf der einen Seite Stellen bei der Polizei zu streichen, aber auf der anderen Seite Zivilcourage zu predigen und denjenigen dann noch zu loben, wenn er bei der unbewaffneten Zivilcourage sinnlos sein Leben weggeworfen hat, finde ich auch äußerst verwerflich und scheinheilig. Durch die Stellenstreichungen wird die Situation ja noch verschärft.
Und mit der Gleichung, weniger Polizei auf den Straßen = weniger Sicherheit stimmen wir hier wohl alle überein oder?

Außerdem gibt es für die persönliche Nachschau Zuhause bei Beantragung eines Kleinen Waffenscheins keine Rechtsgrundlage. Wäre mir das passiert hätte ich den Beamten nachhause geschickt und im Zweifelsfall einen auf Waffenrecht spezialisierten Anwalt eingeschaltet. Wo kommen wir denn da hin.

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Doncahounas » Sa 19. Jun 2010, 14:05

gunrights hat geschrieben:Eine Schreckschusswaffe kann, wenn sie mit kleinem Waffenschein und Pfeffer bzw. CS Gas Kartuschen geladen geführt wird, zur Selbstverteidigung gegenüber Angreifern verwendet werden.
Ja. Am besten in dem Du sie auf den Angreifer wirfst. Das hat eine bessere Reichweite, verursacht mehr Schaden/Schmerzen und birgt nicht die Gefahr, dich witterungsbedingt selbst einzunebeln.
gunrights hat geschrieben:Da der Gesetzgeber seinem Bürger fast alle Mittel genommen hat, um sich bei einem Angriff auf Leben und Tod wirkungsvoll zu verteidigen, greifen ebend viele auf diese Möglichkeit zurück.
Die Wirksamkeit stelle ich massivst in Frage, siehe oben. Normales Pfefferspray steht dir ja trotzdem zu Verfügung, warum mit einer möchtergern-Knarre rumproleten? Abgesehen davon das es in der öffentlichkeit in D nicht allzu gerne gesehen ist, wenn Zivilisten mit Ballermännern rumlaufen. Du würdest Stammgast polizeilicher Kontrollen - so gesehen hättest Du eh immer genug Polizei um dich herum...
gunrights hat geschrieben: Jetzt kommen wir zur Frage, wieso man sich denn eigentlich selbst verteidigen muss.
Antwort: Muss man nicht, aber da die Polizei nicht überall und immer innerhalb von Sekunden zur Stelle sein kann, sollte der rechtsschaffende Bürger ebend sehen wie er selbst in so einer Situation für sich sorgt. Außer man gibt nichts auf seine körperliche Unversehrtheit und möchte gerne Sterben oder im Krankenhaus liegen.
Wenn Du mit einem Messer angegriffen wirst, ist es weitaus suizidärer, sich auf seine Assi-Prothese zu verlassen, als einfach wegzulaufen.
gunrights hat geschrieben: Der Kurs der Politik, auf der einen Seite Stellen bei der Polizei zu streichen, aber auf der anderen Seite Zivilcourage zu predigen und denjenigen dann noch zu loben, wenn er bei der unbewaffneten Zivilcourage sinnlos sein Leben weggeworfen hat, finde ich auch äußerst verwerflich und scheinheilig. Durch die Stellenstreichungen wird die Situation ja noch verschärft.
Und mit der Gleichung, weniger Polizei auf den Straßen = weniger Sicherheit stimmen wir hier wohl alle überein oder?
Welche Fälle von Zivilcourage wären denn deiner Meinung nach anders verlaufen, wenn der einschreitende Bürger eine Pseudo-Pumpe gehabt hätte?
gunrights hat geschrieben: Außerdem gibt es für die persönliche Nachschau Zuhause bei Beantragung eines Kleinen Waffenscheins keine Rechtsgrundlage. Wäre mir das passiert hätte ich den Beamten nachhause geschickt und im Zweifelsfall einen auf Waffenrecht spezialisierten Anwalt eingeschaltet.
Und wie glaubst Du wird die geforderte, persönliche Eignung und/oder fachgerechte Aufbewahrung sonst Überprüft? Du kommst mir eher vor wie jemand, der sich an dem Gedanken aufgeilt, in der Öffentlichkeit mit Knarre rumzurennen. Komplexe?
gunrights hat geschrieben: Wo kommen wir denn da hin.
Wo kommen wir hin wenn jeder Eumel sich nun was umschnallt? Der Umstand, das die Leute in D nicht massenhaft mit Waffen rumrennen, ist ein gutes Stück Lebensqualität. Und es zeigt ausserdem, dass deine Sicherheitswahrnehmung etwas...verzerrt ist.

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Trooper » Sa 19. Jun 2010, 14:12

Ich will auch niemandem die Berechtigung von Selbstschutz/Selbstverteidigung absprechen; meine Einwände sind rein technisch/taktischer Natur. Ein gutes Pfefferspray ist sowohl von der Handhabung als auch von der Einsatzfähigkeit her deutlich geeigneter als eine SSW.

Ein Reizstoffsprühgerät zur Selbstverteidigung ist prinzipiell eine gute Sache. Es gibt aber keinen einzigem sinnvollen technischen Grund, ein Reizstoffsprühgerät in die Form einer völlig anderen Gerätschaft, nämlich der Schußwaffe, zu packen. Wenn dies doch geschieht (und sich augenscheinlich recht gut verkauft), dürfte das ziemlich ausschließlich dem Wunsch des Anwenders geschuldet sein, die Optik und das Flair des "Verbotenen" zu haben... und zwar unbeachtet der mannigfaltigen technischen und taktischen Nachteile, die man sich damit einkauft. Das ist in meinen Augen unvernünftig.
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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Pistolen-Paule » Sa 19. Jun 2010, 14:17

@Doncahounas:
Niveau ist auch nicht dein Ding oder?
:nein:

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Re: Antrag auf kleinen Waffenschein

Beitragvon Kathinka88 » Sa 19. Jun 2010, 14:31

na dann will ich mal:
Doncahounas hat geschrieben:Ja. Am besten in dem Du sie auf den Angreifer wirfst. Das hat eine bessere Reichweite, verursacht mehr Schaden/Schmerzen und birgt nicht die Gefahr, dich witterungsbedingt selbst einzunebeln.
das zeigt nur dass du offensichtlich keine ahnung von ssw hast. die wirkung ist vergleichbar mit dem eines guten sprays. hinzu kommen noch einige vorteile: ein knall (besonders bei der abwehr bissiger hunde extrem wirksam) und starker gasdruck, der als ultima ratio, wenn nichts anderes mehr geht und das eigene leben bedroht ist zum aufgesetzten schuss genutzt werden kann. und das ist keine spekulation, ich habe mich bereits drei mal per ssw gegen angreifer zur wehr setzen müssen (2 mal davon waren die angreifer mit stichwaffen bewaffnet). jedes mal habe ich mich erfolgreich und dem rechtlichen rahmen angemessen verteidigt, die wirksamkeit einer vernünftigen ssw steht ausser frage.
Doncahounas hat geschrieben:Abgesehen davon das es in der öffentlichkeit in D nicht allzu gerne gesehen ist, wenn Zivilisten mit Ballermännern rumlaufen. Du würdest Stammgast polizeilicher Kontrollen - so gesehen hättest Du eh immer genug Polizei um dich herum...
niemand der bei verstand ist, würde eine schusswaffe, ob ssw oder scharf, offen sichtbar führen.
Doncahounas hat geschrieben:Welche Fälle von Zivilcourage wären denn deiner Meinung nach anders verlaufen, wenn der einschreitende Bürger eine Pseudo-Pumpe gehabt hätte?
ist zwar nicht an mich gerichtet, aber ich behaupte der herr, der vor nicht allzulanger zeit an einem bahnhof zu tode geprügelt wurde, in welchem ort ist mir gerade entfallen, hätte, wenn er mit einer hochwertigen ssw ausgestattet und im umgang mit ihr geübt gewesen wäre eine wesentlich bessere chance gehabt.
Doncahounas hat geschrieben:Wo kommen wir hin wenn jeder Eumel sich nun was umschnallt? Der Umstand, das die Leute in D nicht massenhaft mit Waffen rumrennen, ist ein gutes Stück Lebensqualität. Und es zeigt ausserdem, dass deine Sicherheitswahrnehmung etwas...verzerrt ist.
ich bin bürgerin der tschechischen republik. in meiner heimat darf jeder nicht vorbestrafte und volljährige bürger schusswaffen besitzen und auch verdeckt führen, nachdem er einen dafür erforderliche sachkundeprüfung bestanden hat. das verständnis von schusswaffen ist ganz anders. ich wurde seit der dritten klasse in der schule im schießen unterrichtet, und das ist für uns die normalste sache der welt. diese fast schon krankhafte abneigung gegen waffen in deutschland ist ein kuriosum, nicht umgekehrt. und damit meine ich nicht die antidemokratischen elemente in der polizei, denen der gedanke zuwieder ist dass das volk auch nur ein kleines bisschen macht haben könnte. sondern ganz normale leute auf der straße.
und doch sind in der tschechischen republik wesentlich weniger straftaten pro einwohner pro jahr mit feuerwaffen fällig als in der brd. obwohl "jeder eumel sich etwas umschnallt". komisch, nicht? kein einziger amoklauf hier, obwohl die waffen und munition sogar zeitweise an die schüler verteilt werden...


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