Pistole oder Revolver?

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Pistole oder Revolver?

Beitragvon Reporter » Mo 23. Apr 2012, 23:16

Mich interessiert schon länger warum sich die Deutsche Polizei für Pistolen statt Revolver entschieden hat. Gibt es da handfeste Vorteile?

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon tyrant » Mo 23. Apr 2012, 23:18

1. Magazinkapazität
2. Nachladezeiten
Ich bin KEIN PVB!

An allem Unrecht, das geschieht,
ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der,
der es nicht verhindert.

(Erich Kästner)

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Pistole oder Revolver?

Beitragvon MICHI » Di 24. Apr 2012, 04:35

Das regelt ein sog.Plichtenheft, in dem die Anforderungen an eine Dienstwaffe geregelt sind. Da dort aktuell u. a. eine Mindestmagazinkapazität von 15 Schuss gefordert ist und es nur ein Kaliber (glauche Patrone) für Standardwaffe und MP geben soll , entfällt ein Revolver. Ich habe jahrelang als Dienstwaffe einen Revolver geführt, sehe jedoch inzwischen, da man sich als Standardmunition bei der Pistole von 9mm Para verabschiedet hat, auch keinen Vorteil für den täglichen Dienst beim Revolver.

Das haben selbst die USA erkannt. Dort ist der Revolver bei der Polizei inzwischen auch nur noch selten vorzufinden.
Gruß
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Paul0815 » Di 24. Apr 2012, 16:28

"...inzwischen, da man sich als Standardmunition bei der Pistole von 9mm Para verabschiedet hat..."

Kannst Du das mal näher erläutern?

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Pistole oder Revolver?

Beitragvon MICHI » Di 24. Apr 2012, 16:34

War wohl etwas falsch ausgedrückt morgens um 4:35 Uhr ;) Kal. ist natürlich weiterhin 9mm Para. Geschoß ist aber nicht mehr VM.
Gruß
MICHI


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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon SK4973 » Di 24. Apr 2012, 17:33

Als Vorteil für die Pistole sehe auch noch das Gewicht.

Gruß

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Eisscrat » Di 24. Apr 2012, 17:57

SK4973 hat geschrieben:Als Vorteil für die Pistole sehe auch noch das Gewicht.
Das Gewicht?

Is ja schön bei nur 6 Schuss dass das Teil dann leichter ist.
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon MICHI » Di 24. Apr 2012, 18:01

Also ein 686er Smith wiegt z. B. ungeladen mehr als das Dopelte der P99 :polizei2:
Gruß
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon SK4973 » Di 24. Apr 2012, 18:13

:applaus: Michi

Ich hatte auch an den 686 6" gedacht ( ca.1,45 kg leer) und die P6 (820 Gramm)

Gruß

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Loewe » Di 24. Apr 2012, 20:59

Die Auflagen des sog. Pflichtenheftes und der Munitionslogistik wurden schon genannt. Ungeachtet dessen finden sich bei einigen Einheiten ( z.B. MEK ) noch heute Revolver und auch einige unserer Nachbarn ( Frankreich, Luxemburg ) haben sich noch nicht davon verabschiedet. Die gute Handlage und das hohe Gewicht, was den Hochschlag der Waffe sehr wirkungsvoll entgegenwirkt, sprechen dafür. Vom Vorteil des gezielten Einzelschusses auf Grund des Abzugsverhaltens ggü. z.B. der P 30 mal ganz zu schweigen.

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Mezzo » Di 24. Apr 2012, 22:58

Ich habe es schon mal hier geschrieben ( und wer möchte, der findet es durch die Suchfunktion ), von 1945 bis Anfang der 60er Jahre war der der deutsche Schutzmann mit Revolvern ausgestattet.
Weil es nach dem II. WK verboten ( und unerwünscht ) war, daß man als deutscher PVB mit deutschen Waffen auf Streife ging ( immerhin nicht ungefährlich wegen der Schwarzmarktbanden und ehemaligen Zwangsarbeitern usw. ), wurden viele PVB in D ( West )mit alliierten Waffen ausgerüstest.
Zu 80% waren dies Smith & Wesson Revolver im Kaliber .38 S&W oder Special.
Mir liegen diverse Schriftstücke aus den 50/60er Jahren vor, in denen sich die PVB über die
"Aufhaltekraft" der Revolver beklagten beim Schuß auf Vieh oder Wild.

Und ich wollte auch noch anmerken, daß es diverse Revolver im Kal. 9 mm x 19 gibt....

Aber grundsätzlich glaube ich, daß es keine Revolver heutzutage bei den "normalen" PVB gibt,
aus dem gleichen Grund, aus dem es keine Flinten gibt.... :pfeif:
( Kommt ja aus Amerika ).

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Trooper » Di 24. Apr 2012, 23:50

Mir liegen diverse Schriftstücke aus den 50/60er Jahren vor, in denen sich die PVB über die
"Aufhaltekraft" der Revolver beklagten beim Schuß auf Vieh oder Wild.
Was sich durch die Einführung der später üblichen "Waltherchen" in 7,65 mm natürlich drastisch verbesserte... ;D

Ich habe irgendwo noch das "Visier"-Sonderheft zum Thema historische Dienstwaffen in Deutschland rumliegen... da stand eine Menge zu dem Thema drin. Mal sehen, ob ich es finde.
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon zoellner » Mi 25. Apr 2012, 09:03

Zollfahnder konnten sich bis vor 3-4 Jahren noch entscheiden, ob sie einen .38er Revolver oder ne SIG P6 haben wollten. Wer ihn noch hat, darf ihn weiter haben. Neue gibts aber keine.

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Gast » Mi 9. Mai 2012, 19:45

Reporter hat geschrieben:Mich interessiert schon länger warum sich die Deutsche Polizei für Pistolen statt Revolver entschieden hat. Gibt es da handfeste Vorteile?
Nicht nur die "Deutsche Polizei" hat sich für Pistolen entschieden! Ich glaube Revolver vs. Pistole ist eher eine philosophische Frage, aber da Du explizit nach Vorteilen von Pistolen gefragt hast:
-Manche Leute können mit Pistolen besser schiessen als mit Revolvern (Sorry, ich treffe mit Revolvern nur ungenau)
-Mehr Schüsse im Magazin
-Allgemeinheitliche Abwendung von Revolvern zu Pistolen
-für den gezielten Schuß muß man nicht jedes mal vorspannen!
-Im Halfter sind Revolver naturgemäß eher klobig
-Nachladen ist umständlicher
-Behörden wollen oft einfach einen "Sicherungs-Schaltstellung"
-Munition einfacher verfügbar (ich nehme einfach an das 9x19mm im Vergleich zu .38 oder .357 steht.

Das waren meine spontanen Gedanken dazu, bin auf die Diskussion sehr interessiert. Man darf auch nicht vergessen, dass ein Revolver auch sehr viele Vorteile hat.

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Trooper » Mi 9. Mai 2012, 20:38

-Im Halfter sind Revolver naturgemäß eher klobig
Holster... ein Halfter ist das, was man Pferden ins Maul packt.
-Behörden wollen oft einfach einen "Sicherungs-Schaltstellung"
Nein, wollen sie nicht. Tatsächlich beinhaltet die TR Pistolen explizit die Forderung, daß zertifizierbare Dienstpistolen keine außenliegende Sicherung haben dürfen.
-Munition einfacher verfügbar (ich nehme einfach an das 9x19mm im Vergleich zu .38 oder .357 steht.
Wo soll da der Unterschied sein?
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