Pistole oder Revolver?

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon mymind » Mi 9. Mai 2012, 21:22

Reporter hat geschrieben:warum sich die Deutsche Polizei für Pistolen statt Revolver entschieden hat. Gibt es da handfeste Vorteile?
Das ist - meines Erachtens - nur logisch. Eine Pistole ist fortschrittlicher als ein Revolver und die Polizei geht nun mal mit der Zeit.

Revolver sind was für Nostalgiker und Leute die was schießen wollen, das ...einen heftigen Rückstoß hat...und ordentlich reinkickt...und...schön laut ist.


Für die Praxis nicht geeignet.
1957 hat geschrieben:der anlass bestimmt unser wirken.

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Nucleonix » Mi 9. Mai 2012, 21:25

Für die Praxis nicht geeignet.
Also dafür, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und mit praxisuntauglichen
Waffen ausgerüstet sind, schlägt sich das MEK-HH wirklich gut.

Gruß,

Nucleonix

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon ChaosRaven » Mi 9. Mai 2012, 21:30

Lindwurm hat geschrieben:(...) (ich nehme einfach an das 9x19mm im Vergleich zu .38 oder .357 steht.(...)
Wenn alle ein anderes Kaliber kaufen würden, würde es davon auch mehr geben. Simple Regel der Marktwirtschaft. Nichtsdestotrotz bekommst du für deine legale Schußwaffe auch die Munition, die du dafür benötigst.
Übrigens sind die Patronen der Kaliber .38 und .357 auch im Durchmesser 9mm, aber dafür länger, was eine höhere Geschoßenergie ermöglicht.
Ansonsten mag ich ja das Kaliber 4,6 x 30.
Was ist das?
Das ist blaues Licht.
Was macht es?
Es leuchtet blau.
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon mymind » Mi 9. Mai 2012, 21:33

Nucleonix hat geschrieben:Also dafür, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und mit praxisuntauglichen
Waffen ausgerüstet sind, schlägt sich das MEK-HH wirklich gut.
Hängt die Qualität einer Einheit wirklich von deren Waffe ab? :gruebel:

Dass jede Polizei in Deutschland eine Pistole als Dienstwaffe hat...spricht auf jeden Fall für den Revolver.
1957 hat geschrieben:der anlass bestimmt unser wirken.

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Pistole oder Revolver?

Beitragvon MICHI » Mi 9. Mai 2012, 21:38

Nucleonix hat geschrieben:
Für die Praxis nicht geeignet.
Also dafür, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und mit praxisuntauglichen
Waffen ausgerüstet sind, schlägt sich das MEK-HH wirklich gut.

Gruß,

Nucleonix
Die SEK Gruppen in Hamburg haben ihre eigene Philosophie ;)
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Nucleonix » Mi 9. Mai 2012, 21:48

mymind, worauf ich hinaus wollte:

Ob ein Ding besser oder schlechter geeignet ist, hängt eben von dessen Verwendungszweck
ab.

Vorteile Revolver u.a.:

Im üblichen cal .357 bei bspw. 4"-Läufen ca. die doppelte Mündungsenergie im Vergleich
zu 9x19mm bei (nahezu) gleichem Projektildurchmesser. Ergebnis:

- höhere Stoppwirkung (auch wenn der Zusammenhang natürlich nichtlinear ist)
- wesentlich höhere Duchschlagskraft

Selbstladepistolen mit Magazin im Griff werden bei vergleichbar leistungsfähigen
Kalibern "sperrig zu greifen". (Allerdings steht mit cal .357 SIG ein "Auto"-Kaliber
zur Verfügung, welches den ballistischen Eigenschaften der .357 sehr nahe kommt.
Das sind "necked down" 10mm-Hülsen, sooo groß sind die gar nicht)


Für die meisten Polizeibeamten wäre es offensichtlich blödsinnig, das Extra an
Magazinkapazität gegen mehr Mündungsenergie einzutauschen; wenn die von
einer "Lage überrascht" werden, die einen SWG erforderlich macht, dürfte die
erste Pflicht darin bestehen, überhaupt zu treffen. Desweiteren ist das Plus an
Durchschlagskraft in unplanbaren Situationen eher bedenklich.


Gruß,

Nucleonix

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon mymind » Mi 9. Mai 2012, 22:01

Nucleonix hat geschrieben: Im üblichen cal .357 bei bspw. 4"-Läufen ca. die doppelte Mündungsenergie im Vergleich
zu 9x19mm bei (nahezu) gleichem Projektildurchmesser. Ergebnis:

- höhere Stoppwirkung (auch wenn der Zusammenhang natürlich nichtlinear ist)
- wesentlich höhere Duchschlagskraft
Eine hohe Durchschlagskraft ist nicht erwünscht.

Denk nochmal nach, was für Vorteile eine moderne Polizeipistole mit sich bringt.

Ich würde nicht mit einem Revolver unterwegs sein wollen, vor allem nicht beim MEK Hamburg.
1957 hat geschrieben:der anlass bestimmt unser wirken.

Gast

Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Gast » Mi 9. Mai 2012, 22:16

mymind hat geschrieben:
Reporter hat geschrieben:warum sich die Deutsche Polizei für Pistolen statt Revolver entschieden hat. Gibt es da handfeste Vorteile?
Das ist - meines Erachtens - nur logisch. Eine Pistole ist fortschrittlicher als ein Revolver und die Polizei geht nun mal mit der Zeit.

Revolver sind was für Nostalgiker und Leute die was schießen wollen, das ...einen heftigen Rückstoß hat...und ordentlich reinkickt...und...schön laut ist.


Für die Praxis nicht geeignet.
Die Eignung in der Praxis mag ich nicht beurteilen, (wir haben die sig sauer 226)

Aber privat bin ich totaler Revolverfan eben aus den von dir genannten Gründen. Macht echt Spaß .357 oder .44 Magnum zu schießen :polizei1:

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Gast » Do 10. Mai 2012, 19:32

Trooper hat geschrieben:
-Im Halfter sind Revolver naturgemäß eher klobig
Holster... ein Halfter ist das, was man Pferden ins Maul packt.
Ja, Anglizismen sind inzwischen schon sehr weit verbreitet. Mein etymologisches Wörterbuch des Deutschen von 1994 kennt den Begriff Halfter (u.a. auch die Bedeutung mit dem Pferd) aber über das englische Holster steht da nichts. Vom militärischen Sprachgebrauch (ist ja auch schon eine Zeit her) kenne ich persönlich nur die "Pistolentragetasche". Aber darüber mögen sich die Gelehrten streiten, Du hast ja auch sofort verstanden was ich ausdrücken wollte.
-Behörden wollen oft einfach einen "Sicherungs-Schaltstellung"
Trooper hat geschrieben:Nein, wollen sie nicht. Tatsächlich beinhaltet die TR Pistolen explizit die Forderung, daß zertifizierbare Dienstpistolen keine außenliegende Sicherung haben dürfen.
In der Tat kenne ich keine neuere TR, die dass fordert - eher das Gegenteil (Der Schuß muß sofort losgehen können). Interessant für mich wäre aber, warum dann die älteren Polizei-Dienstpistolen immer Sicherungen hatten. Kannst Du bitte hier eine ältere "TR" reinstellen oder einen Link dazu angeben?
Trooper hat geschrieben:
-Munition einfacher verfügbar (ich nehme einfach an das 9x19mm im Vergleich zu .38 oder .357 steht.
Wo soll da der Unterschied sein?
Da hast Du genauso wie andere danach Recht, ich habe mich da gedanklich vergallopiert und hatt eher Sportschützen und Jäger im Hinterkopf. Für Behörden (ausgenommen Bundeswehr da STAN) sollte es keine Unterschiede machen. Sportschützen und Jäger haben mit der 9mm Para meist eine grössere Auswahl an Geschossen und Ladungen.

Gast

Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Gast » Do 10. Mai 2012, 19:53

Nucleonix hat geschrieben:mymind, worauf ich hinaus wollte:

Ob ein Ding besser oder schlechter geeignet ist, hängt eben von dessen Verwendungszweck
ab.

Vorteile Revolver u.a.:

Im üblichen cal .357 bei bspw. 4"-Läufen ca. die doppelte Mündungsenergie im Vergleich
zu 9x19mm bei (nahezu) gleichem Projektildurchmesser. Ergebnis:

- höhere Stoppwirkung (auch wenn der Zusammenhang natürlich nichtlinear ist)
- wesentlich höhere Duchschlagskraft

Hallo Nucleonix,
ich habe das ungefähr so gelernt, dass die 9x19 ca. einer .357 Magnum entspricht.
Ich habe auch gerade den Frankonia Katalog vor mir:
Patrone (VM), Gewicht (in Gramm), V0 (in m/sec.), E0 (in Joule) für S&B Nontox Patronen
9x19, 8gramm, 390, 570
.38 Special, 10.24gramm, 271, 376
.357 Magnum, 10.24gramm, 385, 760
.357 SIG, 9gramm, 411,760

Ich werde mich hier vermutlich wirklich täuschen, aber Lutz Möller hat auf seiner Website früher die 9x19 mit der .357 Magnum gleichgesetzt. Bessere Kurzwaffe für Nachsuche (nach meiner Erinnering) wäre eine mit .357 SIG oder eine 7.62 mm Tokarev-Pistole.

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Trooper » Do 10. Mai 2012, 21:35

Interessant für mich wäre aber, warum dann die älteren Polizei-Dienstpistolen immer Sicherungen hatten.
Kann ich dir nicht sagen, aber ich vermute, weil Pistolen generell früher nunmal praktisch immer Sicherungen hatten... zumindest wenn man sich mal die Topseller aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts (1911, Hi-Power, P38, P08, PP/PPk usw.) anschaut. Die Gebrauchspistole ohne außenliegende Sicherung ist vermutlich ein Ausfluß von relativ modernen Schießausbildungsdoktrinen der letzten paar Jahrzehnten, die sich auf empirischer Basis mit dem Thema "Leistungsfähigkeit unter Streß" auseinandergesetzt haben.
Dear Kids,
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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Nucleonix » Do 10. Mai 2012, 21:57

ich habe das ungefähr so gelernt, dass die 9x19 ca. einer .357 Magnum entspricht.
Hallöchen Lindwurm, das sind dann aber vergleichsweise schwache
(dafür laufschonende..!)Laborierungen. Durchschnittlich packt eine 9x19 ca 500J,
eine .357 mag immerhin 750J, dieser Trend geht ja auch aus Deiner Liste hervor.
Und tatsächlich gibt es serienmäßige Munition im cal .357 mag, die schon aus einem
4"-Lauf die 1kJ-Marke knackt. Wobei außerdem die "mag" von einem längeren Lauf als 4"
stärker profitiert als eine 9x19.

Ich vermute, dass Revolver die eine oder andere Nieschenanwendung haben, für den
allgemeinen Polizeidienst aber weniger geeignet sind.

Gruß,

Nucleonix

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon Buford T. Justice » Fr 11. Mai 2012, 01:30

Nucleonix hat geschrieben:Nieschenanwendung
Eine davon ist z.B., dass manche Staaten deutschen Beamten auf ihrem Territorium (z.B. Personenschützer) keine anderen Waffen gestatten, z.B. Spanien.
:applaus:

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Re: Pistole oder Revolver?

Beitragvon zulu » Do 17. Mai 2012, 12:48

Wenn man bedenkt wieviel man von seinem 13/15 Schuss Magazin unter Streß noch sicher trifft, wird es mit einer 6er Trommel schon sehr sehr eng. Hat man dann verschossen, tut es kein kurzer Magazinwechsel. Die vorgespannten Abzugsysteme aus den modernen Dienstwaffen sind wohl auf Revolver auch nur schwer übertragbar. Was wieder Probleme in der breiten Anwendung mit sich bringen würde.

Insgesamt halte ich Revolver für die Anwendung durch PVB in der Breite für nicht sinnvoll.

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Pistole oder Revolver?

Beitragvon MICHI » Do 17. Mai 2012, 13:07

Die Magazinkapazität ist schon ein wesentlicher Vorteil, welcher auch in den USA bei der Polizei zum Weg vom Revolver geführt hat. Aber das Nachladen per Speedloader muss nicht langsamer als ein Magazinwechsel sein ;)
Gruß
MICHI


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