Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon springer » Do 9. Aug 2012, 21:43

Die meisten Kommentare bei sowas entspringen wohl der Unkenntnis derer, die dann am lautesten am heulen sind, wenn es doch schiefgegangen ist.

Es gab hier bei dem Faden über Mumbai auch User, die erklärten, dass für sowas die BFEen / USKs bestens geeignet wären - sowohl von der Ausbildung wie Ausrüstung.

So ist das eben, wenn Blinde von Farben erzählen ...

Gast

Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Gast » Do 9. Aug 2012, 22:02

Ahja BFE bei einer "Deutschen Mumbailage", vll doch lieber ne EH und die versuchen den Täter einfach zu überrennen ? :pfeif:

Meiner Meinung nach reicht die MP5 vollkommen aus. Was wollen wir jetzt noch ein G36c mit in den Kofferraum packen ? Ich bin selbst hier in BW noch mit dem G3 ausgebildet worden und wir haben auch noch welche (Wildunfälle), aber diese stehen meistens im Schrank...

Kostenfrage sollte auch berücksichtigt werden.

Gruß

finkus

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Europol110 » Do 9. Aug 2012, 22:44

finkus hat geschrieben:Ahja BFE bei einer "Deutschen Mumbailage", vll doch lieber ne EH und die versuchen den Täter einfach zu überrennen ? :pfeif:

Meiner Meinung nach reicht die MP5 vollkommen aus. Was wollen wir jetzt noch ein G36c mit in den Kofferraum packen ? Ich bin selbst hier in BW noch mit dem G3 ausgebildet worden und wir haben auch noch welche (Wildunfälle), aber diese stehen meistens im Schrank...

Kostenfrage sollte auch berücksichtigt werden.

Gruß

finkus
:zustimm:

bin auch in BW tätig, aber die MP 5 langt im Ablagefach .
Ich Denke ihr schleppt die genauso oft mit wie wir :polizei13: wenn ich mir jetzt noch vorstellen müsste eine Langwaffe mitzuschleppen oh weh.

Gast

Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Gast » Do 9. Aug 2012, 23:02

Europol110 hat geschrieben:
finkus hat geschrieben:Ahja BFE bei einer "Deutschen Mumbailage", vll doch lieber ne EH und die versuchen den Täter einfach zu überrennen ? :pfeif:

Meiner Meinung nach reicht die MP5 vollkommen aus. Was wollen wir jetzt noch ein G36c mit in den Kofferraum packen ? Ich bin selbst hier in BW noch mit dem G3 ausgebildet worden und wir haben auch noch welche (Wildunfälle), aber diese stehen meistens im Schrank...

Kostenfrage sollte auch berücksichtigt werden.

Gruß

finkus
:zustimm:

bin auch in BW tätig, aber die MP 5 langt im Ablagefach .
Ich Denke ihr schleppt die genauso oft mit wie wir :polizei13: wenn ich mir jetzt noch vorstellen müsste eine Langwaffe mitzuschleppen oh weh.

Hör mir blos auf, haben ja noch nicht genug dabei :polizei3:

Habt ihr auch noch des G3 ?

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Europol110 » Do 9. Aug 2012, 23:24

Ja 2 oder 3 glaube ich

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon hellbert » Do 9. Aug 2012, 23:40

Ich hätte gerne ne Langwaffe. Es erweitert einfach meine Möglichkeiten in den entsprechenden Lagen. Zumal Zurückweichen so garnicht mein Ding ist....

Die Kosten sind meiner Ansicht nach minimal. Eine Handvoll von solchen Dinger und Muniton sollte nicht so der Kostenfaktor sein, der in einem "Staatshaushalt" von tragender Bedeutung ist. (Auch wenn ich mir da nicht so gaaaanz sicher bin!)
Ausbilden könnten man dann auch nur die, die Lust drauf haben und vielleicht auch bereit sind, entsprechende Opfer zu bringen.

Aber alles hypotetisches Gewäsch.... :pfeif:

Gast

Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Gast » Do 9. Aug 2012, 23:43

Diese "minimalen" Kosten... sorgen die derzeit nicht dafür,
dass man so selten als möglich zum Schiessen geht? :lupe:

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon springer » Fr 10. Aug 2012, 00:02

Die Waffe allein machts ja nicht aus; um bei sowas effektiv agieren so können ist viel mehr eine entsprechende Ausbildung notwendig, dh koordiniertes Vorgehen im Gefecht im (min.) Zugrahmen.

Und das kann man nicht einfach so nebenher üben.

Das einzige, was da mE noch Sinn machen würde, wären Prazisionsschützen, da diese auch in kleinen Gruppen - sogar zu zweit - agieren können. Zumindest taktisch als Möglichkeit für wenig Personal gesehen - wie das rechtlich verwurstest wird, ist da wieder eine andere Frage, das müsste nämlich das OK beinhalten, sämtliche erkannte Terroristen abschießen zu dürfen. Auch wenn sie gerade nur rumstehen.

Und ob das insgesamt gesehen wünschenswert ist - auf die ganze Lage bezogen - ist eine weitere Frage.

Man kann nur hoffen, dass es nie passiert ...

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Eisscrat » Fr 10. Aug 2012, 02:08

Mit unserer MP5 sind wir ja eigentlich ganz gut aufgestellt.
Da sie der Porsche unter den MPs ist/war und Reichweiten bis 100m ohne Probleme packt brauche wir eigentlich kein G36. Die mangelnde panzerbrechende Wirkung ist natürlich gegeben aber hoffentlich bleiben Schutzwesten bei Verbrechern auch weiterhin rar gesäht. Und da hätte man dann wenigstens die chance auf Kopftreffern aus der Entfernung.
Da waren die amerikanischen Kollegen bei der Schießerei gegen die schwerbewaffneten gepanzerten Täter in Hollywood(?) mit ihren Pistolen und Pumpguns schlechter aufgestellt.
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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Freeman12349 » Fr 10. Aug 2012, 02:15

Ich gehe mal davon aus, dass die Amerikaner ihre Flinten nicht mit Buckshot, sondern mit Slugs, also Flintenlaufgeschossen benutzen.
Kein PVB

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Ghostrider1 » Fr 10. Aug 2012, 06:57

Ich bin der Meinung, dass die Mp5 reicht.

Was macht den der Streifendienst?
AMOK - Lage erfordert sofortiges handeln. Da ist die die Mp5 für den 12'er und 6'er völlig ausreichend. Sowohl von der Größe, als auch von der Munition.
Ein G3 wäre hier viel zu lang. In einer engeren Umgebung brauch ich mit einer langen Wafen länger für die Zielaufnahme. Ich bin schon oft genug durch den Busch getrampelt, das G3 später das G 36 in Vorhalte und habe mit dem Z-Blick den Wald vor mir abgesucht. Das G3 wird sehr schnell, sehr schwer. Außerdem kommt der ordentliche Rückstoß hinzu. Wer es nicht kennt, holt sich spätestens im abgehockten, nicht aufgelegten Schuss in blutiges Gesicht.

Bei spezielle Lagen sieht es ja anders aus. Lage Einfrieren und auf SE warten. Absprerren, Unbeteiligte in Sicherheit bringen , Verkehr ableiten etc.. Die glühenden Kohlen greifen sich die Männer in den schwarzen Uniformen. Und selbst wenn es zum Feuergefecht zwischen Straftäter und StD kommen sollte, gehört eine Menge Ausbildung dazu ein Ziel auf über 100 m zu treffen, da dieses sich bewegen wird. Da einigen Leuten die 100 m der Mp5 nicht ausreichend erscheinen.


Ein oder 2 G3 im Waffenschrank ist okay. Habe ich den Fall mit dem Stier (VKU oder entlaufen) oder anderem sehr großen Tieren und der Jagdpächter ist nicht zu erreichen, kann die Waffe rausgebracht und eingesetzt werden. 7,62 x 51 hat noch richtige Löscher gemacht. :polizei2:
(was für ein Anblick als wir die Ziegelmauer mit dem MG3 abgetragen haben, da kommen G36 & Co nimmer mit ;D )

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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon trigonaut » Fr 10. Aug 2012, 08:41

Die Frage müsste ja eher lauten: Auf welche Szenarios bereiten wir uns vor?

Für den täglichen Dienst ist die MP5 sicherlich optimal. Nur sollte man sich auch mal rechtzeitig Gedanken zu Alternativen machen. Die MP5 ist überwiegend bereits Uralt und wird so auch nicht mehr produziert.

Für Langwaffen eines anderen Kalibers sprechen aber nicht die alltäglichen Einsätze sondern eher die etwas ungewöhnlichen, selteneren Vorfälle.

Ich denke da z.B. an mit Schutzwesten und Langwaffen ausgestattete Banden so wie es 1997 in den USA zum sogenannten Hollywood Shootout kam. In Zeiten von offenen Grenzen und eine relativ leichte Verfügbarkeit von Kriegswaffen gar nicht so unrealistisch.

Oder aber noch eine Stufe höher, die Vorfälle von Mumbai...

Aber eigentlich übertreibe ich ja, so etwas kommt ja zum Glück bei uns NIE vor :gruebel:
Gruß Trigonaut

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Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon MICHI » Fr 10. Aug 2012, 08:57

Man kann hier nicht einfach zwei Vorfälle heranziehen und die dann als Begründung für die Einführung von bestimmten Waffengattungen nehmen.

Ich gleichen Atemzug könnte man sich auch damit befassen, England als Begründung zu nehmen, um die Polizei zu "entwaffnen".

Es bedarf da schon etwas mehr, und mögliche Szenarien hält man sich bei den Polizeien immer vor Augen. Einsatzkonzepte bei Terroranschlägen sind ja vorhanden. Nur wird in den Reihen derer, die für so etwas verantwortlich sind, viel weitreichender gedacht.
Gruß
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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Trooper » Fr 10. Aug 2012, 09:05

Ich will ja an der Ergonomie der MP5 auch gar nicht rummeckern :-) Mir ging es nur darum, daß es aus zielballistischer Sicht sozusagen eine Verschwendung von Leistungsreserven ist, eine Langwaffenplattform in einem Kurzwaffenkaliber zu betreiben.

Und damit meine ich nicht nur die Wirkung gegen ballistischen Schutz, sondern auch und gerade Energieabgabe in Weichzielen. 9 mm x 19 ist nunmal ein vergleichsweise kleines Kaliber mit überschaubaren Leistungsdaten... und daran ändert auch kein Expansivgeschoß etwas grundlegendes (mal ganz davon abgesehen, daß die meisten Kollegen die Wirkung von Action 4, PEP 2 & Co. meiner Ansicht nach ohnehin gewaltig überschätzen).

Klar dürften Schußentfernungen von 100 Metern und mehr im polizeilichen Kontext eine absolute krasse Ausnahme darstellen. Die Notwendigkeit, einen bewaffneten Täter so schnell wie möglich auszuschalten, aber womöglich etwas weniger.

In den USA ist in vielen Behörden der "patrol carbine", also ein kompaktes Gewehr in .223 übrigens gängige Praxis, insbesondere im Hinblick auf Amoklagen. Womöglich verhält es sich einfach wie mit vielen anderen Dingen, die erst drüben zum polizeilichen Alltag werden mußten, bevor sie in Deutschland Aufmerksamkeit fanden und irgendwann übernommen wurden.
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Re: Einführen der Langwaffe in den Polizeidienst?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 10. Aug 2012, 09:10

Ghostrider1 hat geschrieben:
Bei spezielle Lagen sieht es ja anders aus. Lage Einfrieren und auf SE warten. Absprerren, Unbeteiligte in Sicherheit bringen , Verkehr ableiten etc.. Die glühenden Kohlen greifen sich die Männer in den schwarzen Uniformen. Und selbst wenn es zum Feuergefecht zwischen Straftäter und StD kommen sollte, gehört eine Menge Ausbildung dazu ein Ziel auf über 100 m zu treffen, da dieses sich bewegen wird. Da einigen Leuten die 100 m der Mp5 nicht ausreichend erscheinen.

Was dann auch meine Antwort auf meine Frage "wer das wohl sonst lösen wollte" wäre.

Genauso wenig, wie ich als Streifenlollo mit Messer zu einer Schießerei fahre, löse ich als selbiger eine Mumbailage mit Sprengfallen, militärisch geschultem und waffentechnisch überlegenem Gegenüber.

Und ich persönlich wurde relativ ausführlich an der MP5 ausgebildet. Dennoch greife ich beim Amoktraining immer wieder zur P99. Das ist meine Waffe, da bin ich handlungssicher, da fühle ich mich "save".

Eine weitere Langwaffe? Ich sehe derzeit keinen konkreten Bedarf.

Wenn es die geben sollte....dann bitte eine einjährige Fortbildung dazu, wo ich ein Jahr lang mindestens zwei Mal die Woche auf die Bahn und mehr als 30 Schuss raus rotzen darf.
:lah:


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