Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

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Lone Soldier

Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Lone Soldier » So 13. Dez 2015, 18:03

Wie jetzt? Benny hat uns alle hier doch in einem an Arroganz kaum zu überbietenden Tonfall darüber belehrt, dass es solche Probleme gar nicht gibt und alles super ist.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Der TE ist ein Schwarzmaler, der den Teufel an die Wand malt

2) Benny-Online wäre gut beraten nochmal in sich zu gehen und die Tonlage seiner Beiträge zu überdenken.

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 13. Dez 2015, 18:03

Danke für die letzten zwei Beiträge.
:lah:

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Syzygy » So 13. Dez 2015, 18:22

Lone Soldier hat geschrieben:Wie jetzt? Benny hat uns alle hier doch in einem an Arroganz kaum zu überbietenden Tonfall darüber belehrt, dass es solche Probleme gar nicht gibt und alles super ist.
Benny sprach imho über die Situation im Justizvollzug, die sich von der im MRV _grundlegend_ unterscheidet.
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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 13. Dez 2015, 18:25

Ja. Das hat er ja 'beschrieben'.
:lah:

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Zeus » So 13. Dez 2015, 18:44

Also mal ganz im Ernst, ich habe selten einen Thread lesen, wo so ein "Ton" wie hier herrscht und dermaßen viel aneinander vorbeigeredet wird... :polizei4:

1. Jeder Bereich handelt nach unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben.
-Polizeivollzug
-Justizvollzug
-Maßregelvollzug

Also hilft der Blick in die jeweiligen Gesetze bei der Rechtsfindung welche Maßnahmen zulässig sind. :polizei3:

2. Es kam mehrfach das Wort "Vollzugsarzt".
In NRW gibt es ein Justizkrankenhaus. Es gehört zum Justizvollzug. Dort arbeiten Mediziner verschiedener Fachrichtungen. Ganz normale "Behördenärzte", ähnlich dem PÄD oder dem Amtsarzt bei der Kommune. Keine spezielle "Zusatzausbildung" für das doch spezielle Arbeitsumfeld.
Außerdem medizinisches Personal und Justizvollzugsbeamte und Verwaltungsbeamte m.D., g.D. und h.D.

Dann gibt es aber auch sog.Vollzugsärzte, das sind Ärzte die faktisch dem Ministerium unterstehen und die bei Zurruhesetzungsverfahren durch die Behörden genutzt werden können, alternativ zum Amtsarzt. Also das was im Bereich des Polizeivollzuges der PÄD macht.
Diese Ärzte haben nichts mit Inhaftierten zutun.

3. Der Maßregelvollzug hat, anders als viele es augenscheinlich vermuten, nichts mit der Justiz bzw dem Justizvollzug zutun. Es ist letztendlich vom Aufbau ähnlich wie ein Krankenhaus, ist aber letztendlich einen "Bau" wie eine JVA und hat eine ähnliche Aufgabe, wenn auch dort die Inhaftierten mehr als "Patient" gesehen werden...
Aber auch da entbehrt es m.E. jeder Grundlage, dass es dafür keine spezielle, vorgegebene Ausbildung oder gar Laufbahn gibt. Ist meiner Meinung nach ein absolutes NoGo, dass man dort medizinisches Personal mit Aufgaben der Inneren Sicherheit betraut ohne ihnen die benötigte Ausbildung und auch die Hilfsmittel/Waffen zur Verfügung zu stellen... (Und die Mitarbeiter dort würden es bestimmt auch begrüßen!)
Aber wie so oft, bis mal was passiert und man auf die Schnelle was "bastelt"... Das kann man ja in NRW sehr gut.... :pfeif: :applaus:


Und jetzt seit wieder nett zueinander. :kuss: :bindafür: :tannenbaum:

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Lone Soldier » So 13. Dez 2015, 19:34

Zeus, danke für die Erklärung. Im Prinzip beschreibst du ja die gleichen Defizite, bei denen wir uns alle einig sind. Die den TE auch überhaupt zu seiner Fragestellung bewogen haben. Nur einer nicht, der stellt jeden der in diese Richtung schreibt, als blöd und inkompetent hin und hat es sich nicht nehmen lassen u.a. mich dabei direkt persönlich anzusprechen. So ein Tonfall kann ich vielleicht gerade noch so an den Tag legen, wenn ich im Recht bin. Bin ich es nicht, ist es wohl normal, dass da dann auch eine entsprechende Antwort kommt.

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Zeus » So 13. Dez 2015, 20:03

Das stimmt natürlich, ein kollegialer und freundlicherer Ton wäre hier wirklich angebracht.

Also alle durchatmen und im normalen Rahmen weiter mit dem Thema. :polizei1:

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Benny-Online » So 13. Dez 2015, 22:00

Zeus hat geschrieben:...., ist aber letztendlich einen "Bau" wie eine JVA und hat eine ähnliche Aufgabe, wenn auch dort die Inhaftierten mehr als "Patient" gesehen werden...
Aber auch da entbehrt es m.E. jeder Grundlage, dass es dafür keine spezielle, vorgegebene Ausbildung oder gar Laufbahn gibt. Ist meiner Meinung nach ein absolutes NoGo, dass man dort medizinisches Personal mit Aufgaben der Inneren Sicherheit betraut ohne ihnen die benötigte Ausbildung und auch die Hilfsmittel/Waffen zur Verfügung zu stellen... (Und die Mitarbeiter dort würden es bestimmt auch begrüßen!)
Wie kommst du eigentlich auf das alles was du schreibst ?

Das JVK ist ein Justizvollzugskrankenhaus und kein Justizkrankenhaus.

Viele der aVd Kräfte m/w sind ausgebildete Justizvollzugsbeamte im Sanitätsdienst mit zusätzlicher Ausbildung als Krankenpfleger/in.

Diese Qualifikation haben sie mitgebracht oder nach ihrer Ausbildung im aVd auf Staatskosten gemacht. Es ist aber keine gesonderte Laufbahn, die Kollegen kämpfen dafür.

Das JVK ist ein als Krankenhaus errichtetes Gebäude das schlichtweg pleite ging und vom Land NRW gekauft wurde und für die Zwecke des Justizvollzugs umgebaut wurde.

Die dort einsitzenden Strafgefangen sind krank und somit Patient im eigentlichen Sinne. Das ein Gitter vorm Fenster ist und das Krankenzimmer abgeschlossen ist ändert nichts am Status das sie verurteilt und Gefangene sind.

Die Mediziner kümmern sich um ihre Patienten und haben allgemeine Pflichten u.a. die Tür hinter sich abzuschliessen. Kein Mediziner führt im eigentlichen Sinne vollzuglliche Aufgaben durch. Ich habe jedenfalls noch keinen Arzt oder reine Krankenschwester gesehen die eine Freistunde abhält.

Die reinen Pflegekräfte sind zur Assistenz der Ärzte und spezielle fachliche Aufgaben da.

Es ist auch interessant Zeus das du weisst was die Kollegen im JVK begrüssen würden.

Es gibt sicherlich auch dort Amimositäten, aber ich habe dort noch keine offensichtliche Diskrepanz erlebt die hier vermutet wird.

Zu dem was hier als mein "Ton" geschrieben wird habe ich keinen Grund mich dazu zu entschuldigen, überdenken etc.

Wir sind hier sich völlig fremde Menschen die sich über ein Thema unterhalten. In wie weit wir tatsächlich das sind was wir hier vorgeben bleibt dahin gestellt.

Ich finde das was der "Kollege" aus dem MRV schreibt beeindruckend.

Auch Zeus schreibt das erst, wenn was passiert wieder wilde Hektik ausbricht und ein Schuldiger gesucht wird.

Aus meiner Sicht werden die Kollegen im MRV alleine gelassen.

Ja und nach dreissig Dienstjahren im Vollzug kann ich schreiben das in jeder JVA alles anders ist. In meiner Anstalt gibt es die wenigsten Zugriffe mit uZwang. Ich laufe auch nicht ständig mit Handschuhen im Gürtel rum um allzeit bereit zu sein und es wird auch nicht gerne gesehen.

Ja bei uns ist größtenteils alles tutti.
Ich komme seit dreissig Jahren unverletzt mit unzerissener Kleidung und mit allen Zähnen und nicht blutend nach Hause.

Trotzdem ist mir immer bewusst das es Verbrecher sind. Ich werde von diesen nicht bespuckt und respektvoll behandelt. Ich verspreche nicht was ich nicht halten kann und bespucke sie auch nicht und behandele sie respektvoll.

Das heisst alles nicht das ich/wir uns nicht im Rahmen der geltenden Gesetze mit den dienstlich zugelassenen Mitteln wehre.

Wir werden auch regelmässig in waffenloser Kampfesweise aus- und weitergebildet. Es gibt Dienstsport etc. Wir sind mit Waffen ausgerüstet und es ist unsere Aufgabe mit diesen eine Flucht zu verhindern oder uns zum Selbstschutz zu verteidigen. Alles zu seiner Zeit am richtigen Ort.

Wie kommst du Zeus darauf das im JVK keine Hilfsmittel des uZw, Waffen etc vorhanden sind und keine ausgebildeten Kräfte vorhanden sind.
Geschweige das dort hoheitliche Dinge von Medizinern verlangt werden ?

So, was wollt ihr von mir ?





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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 13. Dez 2015, 22:22

Ich will deinen Körper. :love:
:lah:

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Benny-Online » So 13. Dez 2015, 22:27

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Ich will deinen Körper. :love:
Den kriegste nicht, der ist alt, verbraucht und kaputt und brauche ihn selber.

Ich war heute jagen und merke jeden Knochen, also wünsch dir das nicht.

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Zeus » Mo 14. Dez 2015, 13:53

Benny-Online hat geschrieben:
Zeus hat geschrieben:...., ist aber letztendlich einen "Bau" wie eine JVA und hat eine ähnliche Aufgabe, wenn auch dort die Inhaftierten mehr als "Patient" gesehen werden...
Aber auch da entbehrt es m.E. jeder Grundlage, dass es dafür keine spezielle, vorgegebene Ausbildung oder gar Laufbahn gibt. Ist meiner Meinung nach ein absolutes NoGo, dass man dort medizinisches Personal mit Aufgaben der Inneren Sicherheit betraut ohne ihnen die benötigte Ausbildung und auch die Hilfsmittel/Waffen zur Verfügung zu stellen... (Und die Mitarbeiter dort würden es bestimmt auch begrüßen!)
Wie kommst du eigentlich auf das alles was du schreibst ?

Das JVK ist ein Justizvollzugskrankenhaus und kein Justizkrankenhaus.

Viele der aVd Kräfte m/w sind ausgebildete Justizvollzugsbeamte im Sanitätsdienst mit zusätzlicher Ausbildung als Krankenpfleger/in.

Diese Qualifikation haben sie mitgebracht oder nach ihrer Ausbildung im aVd auf Staatskosten gemacht. Es ist aber keine gesonderte Laufbahn, die Kollegen kämpfen dafür.

....
Da ich ja selber zu mehr Freundlichkeit aufgerufen habe, werde ich es selbst natürlich auch beherzigen. :polizei1: :polizei1: :polizei1:

Lies doch einfach mal meine Aussagen durch und überfliege sie nicht nur und reiße sie bitte nicht komplett aus dem Zusammenhang.
Ja, das JVK ist das Justizvollzugskrankenhaus in NRW, wie die Abkürzung schon sagt.
Da hast du natürlich Recht.
Dort arbeiten auch AVD-Beamte, teils auch mit einer medizinischen Vorausbildung/Ausbildung, zusätzlich zu ihrer Laufbahnausbildung und der Rest so wie ich es beschrieb und du noch weiter ausführtest. Korrekt.



Den Rest, den du von mir zitierst und leider aus dem Zusammenhang gerissen und bezieht sich doch überhaupt gar nicht auf das JVK, sondern einzig und allein auf den Maßregelvollzug. :polizei10: Bestimmt hast du dich verlesen, weil ich schrieb
... aber letztendlich einen "Bau" wie eine JVA ...
Ich habe nirgens behauptet, dass die Beamten und Mitarbeiter im JVK nicht richtig ausgebildet sind, dort kein unmittelbarer Zwang ausgeübt werden kann oder Sie keine Hilfsmittel und Waffen zur Verfügung haben etc pp! :polizei10:
Zeus hat geschrieben:3. Der Maßregelvollzug hat, anders als viele es augenscheinlich vermuten, nichts mit der Justiz bzw dem Justizvollzug zutun. Es ist letztendlich vom Aufbau ähnlich wie ein Krankenhaus, ist aber letztendlich einen "Bau" wie eine JVA und hat eine ähnliche Aufgabe, wenn auch dort die Inhaftierten mehr als "Patient" gesehen werden...
Aber auch da entbehrt es m.E. jeder Grundlage, dass es dafür keine spezielle, vorgegebene Ausbildung oder gar Laufbahn gibt. Ist meiner Meinung nach ein absolutes NoGo, dass man dort medizinisches Personal mit Aufgaben der Inneren Sicherheit betraut ohne ihnen die benötigte Ausbildung und auch die Hilfsmittel/Waffen zur Verfügung zu stellen... (Und die Mitarbeiter dort würden es bestimmt auch begrüßen!)
Und jetzt würde ich mich freuen wenn wir den Umgangston wieder auf ein freundlicheres und kollegialeres Niveau heben könnten, dann macht es auch mehr Spaß hier zu lesen und schreiben. :polizei1:

Gruß
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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon matzeman » Fr 18. Dez 2015, 08:06

Abgesehen davon wer jetzt was anordnet (Fesselung). Ich hab, vor langer Zeit, mal gelernt das jeder gefesselte zu "Führen" (Hand am Mann) ist.

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Diag » Fr 18. Dez 2015, 11:32

Du hast aber die eigentliche Problematik dazu gelesen? Genau das soll ja nicht sein.

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon matzeman » Fr 18. Dez 2015, 11:57

Diag hat geschrieben:Du hast aber die eigentliche Problematik dazu gelesen? Genau das soll ja nicht sein.
Wieso soll das nicht sein?
Wir haben eine Dienstanweisung in der steht das der gefesselte Gefangene zu Führen ist.

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Re: Handfesselung hinten - Sturz & Haftung

Beitragvon Diag » Fr 18. Dez 2015, 12:05

Ist es jetzt echt zu viel verlangt, den ersten Beitrag des Threads zu lesen?


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