Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Erfahrungsberichte, Fragen und Tipps

Moderator: schutzmann_schneidig

Benutzeravatar
Kaeptn_Chaos
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 25251
Registriert: Di 22. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Tal der Verdammnis

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 24. Jul 2016, 14:17

Stell dir mal vor, du bist bei deiner Bekannten, legst das Eisen kurz ab, weil du auf's Klo musst und der sechsjährige findet es da...
:lah:

Benutzeravatar
mitch94
Constable
Constable
Beiträge: 54
Registriert: Mi 11. Jan 2012, 01:04

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon mitch94 » So 24. Jul 2016, 16:57

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Stell dir mal vor, du bist bei deiner Bekannten, legst das Eisen kurz ab, weil du auf's Klo musst und der sechsjährige findet es da...
Joa ist schlecht ne? Würd sagen den Krieg gegen das Böse ham wir verloren.

Auuuuußer man kommt auf die sinnhafte Idee, die Knarre nicht überall da hin zu legen, wo leude ran kommen die nich ran kommen sollen. Dannnnn haben wir vielleicht ne reelle Chance.

Ganz ehrlich, willst du mich nur nerven oder war dein Einwurf da gerade ernst gemeint?

Benutzeravatar
Kaeptn_Chaos
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 25251
Registriert: Di 22. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Tal der Verdammnis

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 24. Jul 2016, 17:01

Statistisch gesehen lassen mehr Vollzugsbeamte ihre Waffe versehentlich auf dem Klo zurück, als dass wir Amokläufe haben.

Wenn ich dich nerven wollte, hätte ich deine juristische Einschätzung thematisiert, da du ja in Rechtsfächern nicht immer zugehört hast.
:lah:

Benutzeravatar
Ghostrider1
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 3985
Registriert: Fr 9. Feb 2007, 00:00
Wohnort: Elbflorenz

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Ghostrider1 » So 24. Jul 2016, 17:06

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Ich glaube, bei dem Versuch, sich aus dem gaghaften zu winden, hat man die grobe Marschrichtung aus den Augen verloren.
Nee , nee, die Marschrichtung wurde nicht verloren.
Mein persönlicher Standpunkt ist der, dass man als Privatperson u.U. das Bauernopfer sein kann.
Juristisch habe ich keine Bauchschmerzen, dienstlich schon, da Politik definitiv Druck ausüben kann.

Würzburg: Nur wenige Stunden nach dem Vorfall, gab es u.a. von Bundespolitikern subtile Schuldzuweisung Richtung Polizei. Der gewünsche Druck konnte nicht aufgebaut werden, da die Sympathien bei der Polizei lagen, da es eine entsprechende Vortat gab. Frau K. hatte sich verrechnet.


Jetzt das hier (Beispiel)
https://www.polizeibericht-dresden.de/b ... e-gestellt

Statt 5 sind es 2 Räuber. Es fallen 2 Schüsse, ein Angreifer tot der andere flüchtig.

Solche Dinge, gerade wenn es um Flüchtlinge geht, werden von dem jeweiligen politischen Lager instrumentalisiert. Der Mensch der zum Ping-Pong-Ball wird, ist sch*** egal. Wie hoch dann die Rückendeckung durch den Dienstherren ist, weiß ich nicht. Ich habe meine Zweifel, an einer fast 100% Rückendeckung.
Wenn ich auf Seite 1 & 2 das Beispiel mit dem Flüchtling anführte, habe ich mir dabei etwas gedacht. Nicht alles ist "rechts" und begründet eine Schnappatmung.
Dazu kommen dann noch wichtige Bürger, die den SV nur aus der Zeitung oder Facebook kennen und stellen locker mal ne Strafanzeige gegen den Schützen.


Hört sich für manchen User schlimm an, aber dies ist meine Meinung über unsere Politiker. Deswegen lasse ich meine Waffe im Schließfach. Ich bin bis jetzt auch noch nie in die Lage versetzt wurden, dass ich privat hätte eine Schusswaffe ziehen müssen.

Hier wird München genannt. Was zum Henker wollt hier machen? Die suchen eine flüchtigen TV mit Faustfeuerwaffen. Dann kommt hier, ohne Uniform aber mit Pistole um die Ecke. Wäre ich im Dienst, würde ich dich unter Waffengewalt zwingen dich hinzulegen, da ich davon ausgehen muss, du bist der TV oder Mittäter. Oder wollt ihr euch einen Feuerkampf stellen?
Dann halte ich es wie die anderen Leute und versuche meinen A**** in Sichehreit zu bringen.

@dem User der mit falsche Berufswahl unterstellt hat
1. du kennst weder mich noch meine Arbeitsweise
2. nimm die Knarre und stelle im Alleingang Amok-Läufer, Terroristen, bewaffnete Räuber. Vlt gibt dein Bundesland etwas zum Begräbnis dazu.
3. finde ich es persönlich eine Frechheit jemanden so etwas zu unterstellen, nur weil man eine andere Sicht auf die Dinge hat und deswegen trennt: Dienst / Freizeit.

Wenn in unserem Land irgendwann mal wieder die Unschuldsvermutung gilt und die Kollege / Schütze medial nicht wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird, werde ich bestimmt meinen Blickwinkel ändern.

Benutzeravatar
mitch94
Constable
Constable
Beiträge: 54
Registriert: Mi 11. Jan 2012, 01:04

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon mitch94 » So 24. Jul 2016, 17:42

Vielleicht seht ihr das anders, aber bei solchen Amok-Lagen sehe ich nicht die Konsequenzen des Schusswaffengebrauchs im Vordergrund sondern den Täter. Und zwar speziell den Täter zu stoppen.

Dass man mit der P7 besser nicht den IS Terroristen mit Ak etc. entgegentritt, das ist mir bewusst. Das würde ich auch nicht machen.

Benutzeravatar
mitch94
Constable
Constable
Beiträge: 54
Registriert: Mi 11. Jan 2012, 01:04

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon mitch94 » So 24. Jul 2016, 17:50

Du schreibst, du würdest mich zu Boden dirigieren. Kann ich verstehen, ist ne Extremsituation. Aber dass es wirklich so weit kommt, dafür musst du schon extrem unter Druck stehen um meine Aussagen in diesem Fall nicht zu raffen. Ich meine, wenn der vermeintliche Attentäter alias Polizist dann mit Dienstgrad, Dienststelle und weiteren Infos oder Internas kommt, dann würde zumindest ich dem glauben schenken.

Und sollte es tatsächlich so weit kommen dass sich der vermeintliche Attentäter hinlegen muss, dann kann man sich immernoch als Polli ausweisen. Dann hat das eben 5 min. gedauert.

Benutzeravatar
Kaeptn_Chaos
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 25251
Registriert: Di 22. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Tal der Verdammnis

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 24. Jul 2016, 17:55

Das ist ja auch aller Ehren Wert...fraglich ist, wie oft du als Einzelperson in die Verquickung kommst verglichen mit den Risiken und Problemen, die das private Führen mit sich bringt - insbesondere wenn man rechtlich / taktisch vielleicht nicht zu 90 % aufgestellt ist. Allgemein gesprochen und nicht auf Anwesende bezogen.

Und ich habe schon Zivilbeamte im Dienst zu Boden gesprochen und einen Kollegen auf den Weg zum Dienst, der einen Funkwagen unterstützen wollte, umgerockt. Wenn du als einschreitender bei der Lage was nicht brauchen kannst, dann nicht klar als PVB erkennbar einschreitende mit Plempfe. Und im anderen Fred wird gerade darüber diskutiert, ob du wartest, dass sich da einer von der Waffe trennt oder befeuert wird.

Aber auf dem Grabstein liest es sich bestimmt toll. 'Er kam, um zu helfen...' oder so.
:lah:

1957
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 6140
Registriert: Sa 2. Dez 2006, 00:00

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon 1957 » So 24. Jul 2016, 18:00

Solche Situationen wird es geben. Es hat sie schon mehrfach gegeben, weil sich verschiedene verdeckt arbeitende Kollegen nicht voneinander wussten, sich nicht kannten und sich schließlich mit gezogenen Waffen gegenüberstanden. Zwei dramatische aber glücklich ausgangene Fälle kenne ich aus eigenem Erleben.

Wer seine Knarre privat führen möchte, soll das machen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, einen Amoklauf zu erleben, beinahe bei 0.
Je mehr Kollegen außerhalb des Diensters bewaffnet sind, desto mehr Waffeneinsätze wird es mit der Zeit geben. Auch solche, die ungünstig verlaufen. Dessen sollte man sich bewusst sein.

ghosti, mit deiner Einstellung hierzu brauchst du auch während des Dienstes keine Knarre .

Wer sich als Kollege in der Freizeit veranlasst fühlt, einzuschreiten, ist im Dienst.

Hoffe nur, dass die Waffenträger besonnen, erfahren und kompetent sind.

McFadden
Corporal
Corporal
Beiträge: 216
Registriert: Mi 7. Apr 2010, 14:48

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon McFadden » So 24. Jul 2016, 18:07

Ich sehe den Aspekt für das Tragen der Waffe gar nicht darin, mich zur Unterstützung in eine entsprechende Situation zu begeben.

Wenn dort Polizeikräfte bereits im Einsatz sind, ist es tatsächlich blödsinnig dort hin zu rennen und meinen zu müssen diese zu unterstützen.

Für den Bereich der direkten Notwehrsituation halte ich es jedoch durchaus für sinnvoll. Wenn ich angegriffen werde oder mich in einer Örtlichkeit befinde wo für mich oder andere eine konkrete Gefahr besteht und weit und breit keine Kräfte in Sicht sind, bin ich froh die entsprechende Verteidigungsmöglichkeit zu haben.

Sei es der Raub wo mir das Messer unter die Nase gehalten wird oder der um sich schießende McDoof Besucher.

Wenn ich mich verteidigen muss tue ich es. Wenn es in der Situation taktisch nicht möglich ist laufe ich wie der Rest.

Und wer seine Waffe irgendwo rumliegen lässt ist eh nicht dazu geeignet eine Waffe zu führen...

Benutzeravatar
Kaeptn_Chaos
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 25251
Registriert: Di 22. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Tal der Verdammnis

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 24. Jul 2016, 18:24

Ist das in deinem Umfeld noch nie passiert, dass jemand hektisch in die Kabine zurückrannte?

Btw: zwei von vier Amokläufen mit SW begannen und endeten in Schulen. Seid ihr noch oft in öffentlichen Schulen? Diese Art der Panikmache halte ich für nicht angemessen und überlasse diese lieber den Medien.
:lah:

McFadden
Corporal
Corporal
Beiträge: 216
Registriert: Mi 7. Apr 2010, 14:48

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon McFadden » So 24. Jul 2016, 18:42

Doch KC sind mir bekannt die Fälle. Auch im direkten Umfeld.
Das sind meiner Erfahrung nach dann auch zu 98% der Fälle die Kollegen/-innen die eh wie Wurst auf dem Schiesstand sich bewegen und bei denen Mann jedes Mal wenn sie ihre Waffe in die Hand nehmen denkt "Bitte leg sie wieder hin" oder die Art von Kollege wo man bei einem Wiederstand denkt "bitte lass die Verstärkung schnell da sein".


Und wie gesagt, sehe ich den Zweck der Selbstverteidigung im Vordergrund und weniger die Situation wo ich einen Amokläufer in Schule oder sonst wo stoppen will.

Benutzeravatar
Challenger
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 6332
Registriert: So 11. Apr 2004, 00:00
Wohnort: Hessen
Kontaktdaten:

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Challenger » So 24. Jul 2016, 19:12

Schon heftig, was hier teilweise für Aussagen fallen. :help:

Sorry, aber einen Satz wie "das sind zu 98 % Kollegen, die sich wie Wurst auf dem Schießstand bewegen", halte ich für genauso überheblich wie in Bezug auf eine andere Geschichte bspw. zu sagen "wie konnte der sich nur seine Waffe abnehmen lassen?" oder "sowas würde mir nie passieren". :nein:
Challenger


"Wenn Du willst, daß Dir die Leute auf die Schulter klopfen und sich überschlagen vor Dankbarkeit, hast Du den falschen Beruf gewählt."

Benutzeravatar
Ghostrider1
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 3985
Registriert: Fr 9. Feb 2007, 00:00
Wohnort: Elbflorenz

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon Ghostrider1 » So 24. Jul 2016, 19:14

1957 hat geschrieben: ghosti, mit deiner Einstellung hierzu brauchst du auch während des Dienstes keine Knarre .
Nö, dienstlich und privat sind zwei verschiedene Baustellen.
Dienstlich hatte ich sie mehr als einmal draussen und war auch kurz vor der Schussabgabe gegen einen Menschen.
Vertrauen in die Justiz habe, denn es wurde genau als das gewertet was es war.

Medienwirkung gabs keine, außer 3 Leute zur Gerichtsverhandlung.

McFadden
Corporal
Corporal
Beiträge: 216
Registriert: Mi 7. Apr 2010, 14:48

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon McFadden » So 24. Jul 2016, 19:40

Mag überheblich klingen, aber diese Kollegen gibt es leider.

Die Schusswaffe wird leider noch von zu vielen Kollegen als unliebsames Anhängsel gesehen bzw. an manchen Dienststellen lieber in der Schreibtisch Schublade liegen gelassen.

Benutzeravatar
SirJames
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 2478
Registriert: Sa 5. Sep 2009, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Führt ihr eure Waffe außerhalb des Dienstes?

Beitragvon SirJames » So 24. Jul 2016, 19:45

Moin,

ich persönlich führe meine Dienstwaffe nicht in der Freizeit. Einzige Ausnahme wären Lehrgänge, bei denen ich sie mitnehmen (muss). Ansonsten will ich die mit dem Führen einer Schusswaffe einhergehende Verantwortung in meiner Freizeit nicht tragen. Das muss m.A.n. aber jeder Kollege selbst entscheiden. Wenn jemand das für sich persönlich anders sieht, kann ich da nichts negatives dran erkennen, sofern er verantwortungsvoll damit umgeht.

Würde ich auf dem Land wohnen mit den entsprechenden Anfahrtszeiten, würde ich sie wahrscheinlich mit nach Hause nehmen und in den safe packen.

Gruß
“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)


Zurück zu „Waffen und Einsatzmittel des unmittelbaren Zwangs“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast



  • Neue Mitglieder

  • Top Poster

  • CopZone Spende