Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Controller » Mo 7. Mär 2016, 21:09

Spawnilein,
merci für den Link !
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon sloan » Mo 7. Mär 2016, 21:43

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:
sloan hat geschrieben:
Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Das weiß jeder PVB hier, jedoch ist es in der Praxis egal, weil die Justiz nahezu immer auf Notwehr geht. Deinen Satz habe ich hier auch lange Jahre mantramäßig wiederholt, habe es aber letztlich aufgegeben, weil sich scheinbar kein StA und kein Richter mit Polizeirecht auseinander setzen mögen.
Hörte sich so an als würdest du dem uneingeschränkt zustimmen :polizei3:
Dass man den Rechtfertigungsgrund im PolG suchen kann? Ja.

Aber um dahin zu kommen, eröffne ich erstmal ein Verfahren, woll?
Dann hat sich das ja geklärt, ich dank dir untertänigst :flehan:

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SirJames
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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon SirJames » Di 8. Mär 2016, 08:07

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:So schaut es aus.

Und die Vorprüfung heißt schlicht Vorermittlungsverfahren. Und da kann man ein paar nette Urteile zu Belehrungspflichten und Beweisverwertungsverbot googlen.
Danke. Da hat sich jetzt etwas Nebel in meinem Kopf gelichtet. Ich ging bis dato davon aus, dass bei allen SWG regelmäßig ein Strafverfahren gegen den Kollegen im Beschuldigtenstatus eingeleitet wird. Das war bei uns dienstlich noch nie ein Thema, glücklicherweise, daher meine Fragezeichen.

Gruß
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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Mac Phail » Mi 9. Mär 2016, 13:36

Die Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, dass es sich bei dem Schützen um einen Hospitanten eines SEKs handelt.
Gruß Gordon - Kein PVB

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 9. Mär 2016, 13:40

Der hospitiert beim SEK oder in der Schicht?

Und wozu ist das wichtig?
:lah:

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Mac Phail » Mi 9. Mär 2016, 13:44

Hospitiert in der Schicht. Ob das wichtig ist musst du die Staatsanwaltschaft fragen.
Gruß Gordon - Kein PVB

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Controller » Mi 9. Mär 2016, 15:17

stand auch schon in dem Link von Spanilein
Einer der Polizisten – laut Passade ein SEK-Beamter, der als Streifenpolizist unterwegs war – feuerte sofort zurück.
Ebenso wie, dass auch der Mieter durch einen Streifschuss leicht verletzt wurde.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon schutzmann_schneidig » Mi 9. Mär 2016, 15:28

Und dass es sich bei dem Mieter um denjenigen handelt, der unmittelbar zuvor mit der Gaspistole in Richtung der Beamten geschossen hatte.
- It's a deadly stupid thing to point a gun (real or fake) at a police officer in the dark of night or the light of day -

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Controller » Mi 9. Mär 2016, 15:37

:ja: scheinbar haben nur wir den verlinkten Inhalt gelesen :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: AW: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon vladdi » Mi 9. Mär 2016, 18:40

Es ist traurig, dass die 17 Jährige verletzt wurde.
In den Medienberichten wird mir jedoch zu wenig Gewicht auf die Ursache gesetzt. Der Mieter, der mit einer Gaspistole schießt, hat den Polizeischusswaffeneinsatz ausgelöst!

Man sollte diesen Punkt mal ganz genau betrachten. Selbst wenn die Angreifer zurück gekommen wären, sehe ich die Notwehrlage äußerst schwach. Zu schwach um blind durch einen Türspalt zu schießen. In dem Fall waren es jedoch nicht mal die Angreifer, sondern die Polizei. Da die Partygäste selber die Polizei gerufen hatten, konnte mit deren Eintreffen gerechnet werden.

Dann die Frage wie unbeteiligt ist die 17 Jährige, wenn sie direkt hinter der Tür steht aus der Menschen beschossen werden?

Schließlich muss der Polizist sich auch die Frage gefallen lassen, warum er auf eine geschlossene Tür geschossen hat. Diese Notwehrlage sehe ich jedoch aufgrund des engen Zeitaublaufs deutlich ausgeprägter, als die des Mieters.

Aber hier am Computer ist das eh anders, als im Treppenhaus oder in den Akten der Staatsanwaltschaft.

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Controller » Mi 9. Mär 2016, 19:10

Man sollte diesen Punkt mal ganz genau betrachten
mir fällt da der Vorfall in meinem BL ein, der ja gut bekannt ist.
Da die Partygäste selber die Polizei gerufen hatten, konnte mit deren Eintreffen gerechnet werden.


In einer der Zeitungsmeldungen stand, das wären andere Anwohner gewesen.
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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Harkov » Mi 9. Mär 2016, 19:59

Controller hat geschrieben:
Man sollte diesen Punkt mal ganz genau betrachten
mir fällt da der Vorfall in meinem BL ein, der ja gut bekannt ist.
Da die Partygäste selber die Polizei gerufen hatten, konnte mit deren Eintreffen gerechnet werden.


In einer der Zeitungsmeldungen stand, das wären andere Anwohner gewesen.
Total beschissene Lage: Wenn ich generell an party-Erfahrungen in großen Wohnungen mit vielen Teilnehmern denke, kann es gut sein, dass ich in der Küche mir gerade Margeritas mixe, während irgend ein Vollspacken meint, es sei angebracht die Gasknarre aus der Tür zu halten.
Wenn ich dann derjenige bin der die Polizeikugel........


Auf der anderen Seite, warum soll ich mich im engen Treppenhaus beschießen lassen, wo Flucht mitunter gar nicht so schnell möglich ist und deshalb auf die Tür wirke, in der Hoffnung den Angreifer zu stoppen. ?

Das sind solche Situationen in denen es keine Gewinner gibt.
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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon Controller » Mi 9. Mär 2016, 20:19

eben

daher sind auch solche Fragen
Dann die Frage wie unbeteiligt ist die 17 Jährige, wenn sie direkt hinter der Tür steht aus der Menschen beschossen werden?
wenig zielführend und völlig unangebracht, da sie der jungen Dame eine -wie auch immer geartete- Beteiligung andichten wollen.

Wir betrachten die Situation jedoch unmittelbar vor den Schüssen

und

die junge Frau könnte ja auch auf den Schützen eingewirkt haben, da jetzt auf keinen Fall, gar nicht mit der Gaswaffe ...... :polizei10:


Interessant ist jedoch aus dem Link von Spanilein der Verweis auf das andere Urteil und die antrainierten Reflexe :gruebel:
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Re: AW: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon zambo84 » Mi 9. Mär 2016, 20:32

vladdi hat geschrieben: Selbst wenn die Angreifer zurück gekommen wären, sehe ich die Notwehrlage äußerst schwach.
Also ich sehe da überhaupt keine Notwehrsituation. Schließlich wurde nur an die geschlossene Wohnungstür geklopft / geklingelt. Ich glaube nicht, dass da irgendein Richter einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff sehen kann. Auch die Putativnotwehr kommt meiner Meinung nach nicht in Frage.

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Re: Bremen: 17-jährige bei Polizeieinsatz angeschossen

Beitragvon JedemDasSeine » Do 10. Mär 2016, 09:02

Kann die Verletzung einer Unbeteiligten durch die Polizei überhaupt jemals rechtmäßig sein? Die meisten Polizeigesetze lassen in Extremfällen eine Gefährdung von unbeteiligten Personen zu. Von Verletzung ist allerdings nicht die Rede. Und es wäre auch unlogisch, wenn ein versehentlich Angeschossener keine zivilrechtlichen Ansprüche geltend machen könnte, weil der SWG gegen den eigentlichen Täter ja rechtmäßig war.

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass der Beamte vermutlich strafrechtlich nicht belangt werden kann (entschuldigender Notstand). Der Dienstherr hingegen wird vermutlich Schmerzensgeld zahlen und eventuelle Schäden begleichen müssen.
An sich ist nichts weder gut noch böse, das denken macht es erst dazu!(Shakespeare)


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