Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Officer André » Di 8. Aug 2017, 23:43

Beobachter, was genau erwartest Du dann von der Polizei für eine Reaktion?
Ich verstehe, dass sich Angehörige in einer Ausnahmesituation befinden, aber ich muss trotzdem meine Maßnahmen durchführen, für einen geordnet Ablauf sorgen und auch die Rechte anderer Beteiligter (und Unbeteiligter) wahren.
Wenn Angehörige meinen Anweisungen trotz mehrfacher Aufforderung nicht nachkommen, muss ich irgendwann eine klare Grenze ziehen und diese dann auch umsetzen.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon schutzmann_schneidig » Di 8. Aug 2017, 23:45

Ob hier eine theoretisch denkbare andere Kommunikation die Situation anders aufgelöst hätte, gibt der Artikel nicht her und ist somit reine Spekulation. Und es ist auch OT, da sich der Thread um die Frage dreht, ob die Art und Weise der Fesselung die Menschenwürde verletzte.
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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Controller » Di 8. Aug 2017, 23:50

Andre, wenn da mein Angehöriger liegen würde und ich wüsste dass der die xy Behandlung nicht verträgt möchte ich, dass diese Info ankommt.
Ich möchte, dass der PVB mich als besorgten Angehörigen wahrnimmt und mir bei meinem Anliegen hilft. und unterstützt.

Ich möchte nicht, dass er mich als Feind sieht, nur weil er sich zuvor oder sonst immer mit irgendwelchen Drecksäcken an Vu Stellen kloppen muss.

Eigentlich ganz einfach :ja:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

jsb

Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon jsb » Mi 9. Aug 2017, 00:03

@Beobachter

Ich habe den Eindruck, dass Du so in Deinem Themenschwerpunkt drin bist :kuss:, dass Du nicht bemerkst, dass Du nicht gerade so schreibst, als würdest Du andere Perspektiven respektieren?

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Beobachter » Mi 9. Aug 2017, 00:16

Danke, Controller....genau so! :zustimm:
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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon DerLima » Mi 9. Aug 2017, 00:34

Und dem Verletzten am Boden, respektive seinen Helfern sowie dem vermeintlichen Unfallverursacher, welcher angegriffen wurde, ist es vermutlich ganz lieb, dass die PVB an die (Grund)Rechte aller Beteiligten denken und jmd. fernhalten (auf welche Art auch immer).

Mal so aus meinem Dienstleben:
210 Meter lange Unfallstelle eines Alleinunfalles mit Todesfolge auf stark frequentierter Durchgangsstraße innerorts.
17 Zeugen, ein zerstörtes Motorrad, 1
Leiche, notwendige Vollsperrung und Verkehrsab- und umleitung.
Dann kamen die Eltern des Verstorbenen vor Ort. Der Vater brach zusammen, benötigte erste Hilfe, die Mutter drehte durch und ließ sich kaum halten (bei dem Versuch biss sie mich). Neben mir ein frischer, junger Kommissar...

Zum Glück war eine Halbgruppe Hundertschaft zufällig vor Ort. So könnten wir die Dame in einen Wagen sperren.
Wären mein Kollege und ich alleine gewesen, wäre es sehr sehr eng geworden und eine Laterne sehr verlockend.

ICH kann mir durchaus eine solche Situation vorstellen.
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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon FWA » Mi 9. Aug 2017, 01:16

So, nachdem ich bisher nur stiller Mitleser war habe ich mich doch mal angemeldet um meine Meinung zu diesem Thema zu sagen. Ich bin zwar noch kein Polizeibeamter, arbeite aber seit 4 Jahren im Rettungsdienst. Deshalb von meiner Seite hier mal 2 Punkte zu dem Vorfall aus Sicht des RD.

1. Es ist verständlich, dass Angehörige Bedenken und Anmerkungen zur Behandlung haben, allerdings müssen die oftmals ignoriert werden, weil sie medizinisch gesehen Blödsinn und für den Patienten gefährlich sind. So auch hier, der Sinn dieser Halskrause ist nämlich eine Immobilisierung der Halswirbelsäule und die kann nur erreicht werden wenn der Stifneck eng anliegt und fest angezogen wird. Gerade beim Thema VU hat man auch nicht immer die Zeit auf Umstehende einzugehen und medizinische Entscheidungen lange zu erklären, weil die Maßnahmen möglichst schnell getroffen werden müssen.

2. Wie hier schon von mehreren PVB angeführt wurde gibt es für den RD fast nichts Störenderes als Angehörige, die auf ihrer völlig falschen Meinung zur Behandlung beharren und uns nicht in Ruhe arbeiten lassen. Ich habe auch mehr als einmal erlebt, dass Angehörige oder Umstehende uns tätlich angegangen sind, weil wir den Patienten nicht so behandelt haben wie sie es wollten. In jeder dieser Situationen war ich mehr als froh wenn die Polizei vor Ort war und diese Leute entfernt hat, vor allem dann wenn aufgrund des Patientenzustandes kein schneller Rückzug in den RTW möglich war. Genau das ist bei einem VU meistens der Fall, weil man diese Patienten ohne Immobilisierung( u.a. mit dem Stifneck) nicht bewegen sollte.

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Beobachter » Mi 9. Aug 2017, 06:32

Ich versteh dich.
Es war aber grad nich die Frage, ob die Angehörige gestört hat, sondern ob man sie deswegen an nem Fahnen Mast ausstellen musste.
Die Platzverweis werden rechtskräftig gewesen sein.
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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Beobachter » Mi 9. Aug 2017, 07:07

Provokation entfernt
Das Problem, das dieser Fred anschaulich macht... und zwar lange, bevor ich überhaupt nen Satz geschrieben hatte ist, dass es manchen Menschen unmöglich ist, den entwürdigenden Charakter dieser Form der Rechtsdurchsetzung in der gegebenen Situation überhaupt zu erkennen.
Man lernt mal was über diesen GG-Artikel, aber wenn er dann des Wegs kommt, stellt man ihn nicht in seine Überlegungen ein, sondern ordnet ihn fraglos dem Tagespragmatismus unter.
Provokation entfernt
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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon FWA » Mi 9. Aug 2017, 07:21

Beobachter hat geschrieben:Ich versteh dich.
Es war aber grad nich die Frage, ob die Angehörige gestört hat, sondern ob man sie deswegen an nem Fahnen Mast ausstellen musste.
Die Platzverweis werden rechtskräftig gewesen sein.
Stimmt, dass sie gestört hat war allen klar, es wurde aber, unter anderem von dir, behauptet, dass die Frau nicht ernstgenommen wurde und das es den PVB und dem RD an Empathie gefehlt hat. Deshalb habe ich erklärt wieso, auch wenn man die Frau beachtet hat, ihre Anmerkungen nicht umgesetzt wurden und wieso man in der Lage nicht die Zeit hat die Gründe für die medizinischen Entscheidungen lange zu erläutern.

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Officer André » Mi 9. Aug 2017, 07:43

Controller, mit welchem Post habe ich dir bitte den Eindruck vermittelt, dass ich keine Rücksicht und kein Gehör den Angehörigen schenke?! Und sie als "Feind" sehe.
In meiner DG gibt es keinen einzigen Kollegen, der auch nur ansatzweise so drauf ist!

Lima, ich weiß, dass gerade eine Mutter Kräfte einer Löwin entwickeln kann. Da haben dann auch 2 ausgewachsene Männer alle Hände voll zu tun. Die Frage ist jedoch, ob ich nun vor Ort die Zeit Angehörige mit erheblichen Kraft- und Zeitaufwand zu verfrachten, oder nicht. Daran mache ich fest, ob die Massnahe nun verhältnismäßig war, oder nicht
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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon Polli » Do 10. Aug 2017, 23:15

Hi Leute,

wir Moderatoren haben beschlossen, diesen Thread wieder zur Diskussion freizugeben.
Voraussetzung ist, dass wieder auf sachlichem Niveau diskutiert wird.
Einige Beiträge wurden editiert oder ganz gelöscht, da sie über alle Maße diffamierend waren und wir das hier nicht dulden.
Speziell an Beobachter, jedoch auch an alle anderen:

Beleidigende Beiträge werden wir umgehend löschen, wir werden auch User vorübergehend oder dauerhaft bannen, löschen oder sperren, insofern die Grenze erneut überschritten wird.
Insbesondere Behauptungen dergestalt, dass PVB in Deutschland allgemein die Grundrechte nicht kennen, nicht achten oder sogar bewusst mißachten, fallen in diese Kategorie.

Beobachter erhält von mir wegen seiner Äußerungen in diesem Thread eine 2wöchige Sperre.

Gruß :polizei2:
Polli (NRW)

--> Hier gibt´s Beratung - bitte mal draufklicken :!:



http://polizeistiftung-nrw.de/


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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon grenzwertig » Sa 25. Mai 2019, 10:19

Hallo!

Weiß jemand, wie dieser Fall ausgegangen ist bzw. kennt evt. das Urteil dazu?

https://www.abendzeitung-muenchen.de/in ... 070d9.html

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon der kanadier » Sa 25. Mai 2019, 12:12

Der Mangel an anschließender Berichterstattung spricht mMn dafür, dass keine weiteren rechtlichen Schritte seitens der Betroffenen eingeleitet wurden.

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Re: Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Fahnenmast

Beitragvon schutzmann_schneidig » Sa 25. Mai 2019, 19:23

Ich denke, die zunächst durch den Anwalt effekthaschend in den Raum gestellte Verletzung der Menschenwürde konnte in der genaueren Bewertung des Sachverhalts dann nicht substanziell untermauert werden. Weitere juristische Verfahren wurden offenbar, mutmaßlich mangels Erfolgsaussicht, nicht angestrengt.

So hatte man damals einen Zeitungsartikel mit diesem Aufhänger... und offensichtlich war es das dann auch.
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