Arme Bundeshauptstadt.

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Trooper
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Trooper » Do 20. Dez 2018, 11:26

Ich schätze, es kennzeichnet mich als hoffnungsloses Landei, daß ich "wallah cüs" tatsächlich erstmal googlen mußte. Hab ich allen Ernstes bis zur Lektüre dieses Threads noch nie gehört.

Der Fairness halber muß man sagen, daß Schwächen zumindest im schriftlichen Ausdruck etwas sind, das ich auch bei Anwärtern mit Deutsch als erster Muttersprache und/oder ohne MiHi deutlich wahrnehme. Meine Kollegin orakelte neulich, daß wir jetzt wohl langsam die ersten Produkte der "Wir schreiben wie wir hören/wollen"-Grundschulpädagogik in die Polizei bekommen...

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 20. Dez 2018, 11:53

Tja, James - und genau das - die Einstellung - kann kein Auswahlverfahren der Welt zuverlässig erkennen. Das weiß jeder, der sich mit der Thematik auskennt.

Die Aufgaben der PA übrigens bestimmst glücklicherweise nicht Du, sondern die Behördenleitung und letztlich die Qualität der verfügbaren Azubis.

Der Handwerksbetrieb findet die idealen Bewerber auch schon lange nicht mehr.

@Trooper: So ist es. Bedauerlich aber wahr.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 20. Dez 2018, 11:56

Ach ja, an der PA hat man das zwischenzeitlich auch erkannt und verabschiedet sich vom zwischenzeitlichen Kuschelkurs und Campus-Feeling.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon SirJames » Do 20. Dez 2018, 12:20

mistam hat geschrieben:
Do 20. Dez 2018, 11:53
Tja, James - und genau das - die Einstellung - kann kein Auswahlverfahren der Welt zuverlässig erkennen. Das weiß jeder, der sich mit der Thematik auskennt.

Die Aufgaben der PA übrigens bestimmst glücklicherweise nicht Du, sondern die Behördenleitung und letztlich die Qualität der verfügbaren Azubis.

Der Handwerksbetrieb findet die idealen Bewerber auch schon lange nicht mehr.

@Trooper: So ist es. Bedauerlich aber wahr.
Nein, glücklicherweise bestimme ich die Aufgaben der PA und Deines Büros nicht. Es gibt glücklicherweise Kollegen von Deinem Schlag, die die letzten Jahrzehnte bewiesen haben wie man das tut. Der Erfolg spricht für sich.

Gruß
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Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Do 20. Dez 2018, 12:34

Trooper: da lebst du aber schon sehr lange auf dem Ländle. Das war schon in den 90ern beliebt. Zugegeben, dort wo ich herkomme kennt man das auch nicht. Ist sich nichts dran verloren gegangen.

SJ: wir werden umdenken müssen. Daran merkst du, dass du „alt“ wirst.
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 20. Dez 2018, 13:11

Ach James, ich bestimme gar nichts. Ich bin lediglich nahe dran und deshalb in der Lage zu sehen, wie das Ausgangsmaterial ist und wo folglich die Möglichkeiten der Auswahl enden.
Auswählen kann man nämlich nur unter denen, die sich beworben haben. Anders als von manchen offenbar vermutet, kann man sich nicht aussuchen, wer sich bewirbt.

Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass PA und EB unter den gegebenen Umständen einen guten Job machen.

Wir würden gern nur halb so viel einstellen, das würde dann aber eben einen Personalabbau von rund 600/Jahr bedeuten.

Ich habe erhebliche Zweifel, dass das im Interesse der Behörde wäre.

Schwarze Schafe (oder unmotivierte Leute, die nach ihrer Einstellung Ghetto-Sprech bevorzugen) aber ließen auch dann nicht gänzlich verhindern. Entgegen landläufiger Meinung kann man den Leuten nämlich nicht hinter die Stirn schauen.

Ich schlage vor, ich sage Dir nicht,wie Du Deinen Job machen sollst und Du verzichtest umgekehrt darauf, es mir erklären zu wollen.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Habakuk2 » Do 20. Dez 2018, 15:32

Generell ist dein letzter Satz gut, wenn es trotzdem einen besseren Austausch zwischen allen Ebenen geben würde.

Einstellungsbüro/ Auswahlverfahren
PA/HWR
Praktikumsdienststellen
(Erst)-Verwendungsdienststellen

Ich bekomme einen PMA/PKA auf den Wagen und weiß weder was er alles schon können muss und was eigentlich die PA von mir erwartet, dass ich es ihm beibringe.
Ebenso wenig bekommt der Gruppenführer/Klassenlehrer (wenn er denn wirklich seinen Auszubildenden kennt) eine personenbezogenes Feedback. Ebenso würde ich mir einen besseren Austausch zwischen PA und Stammdienststellen wünschen im Schwerpunkt "Wie praxisnah ist unsere Ausbildung eigentlich ?".

Dass ihr im EB nicht zauber könnte ist jedem klar, aber wenn man die Mehreinstellungen nur über Qualitätsverlust hinbekommt, muss das u.a. der (politischen ) Führung, eben auch ganz klar so gesagt werden. Und ja, dann fahre ich eben mit weniger aber besseren Kollegen heraus. Oder aber manch anderer muss wieder auf die Straße :polizei3:

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 20. Dez 2018, 15:54

Wenn nach den Regeln der Bestenauslese eingestellt wird, ist mit jedem einzelnen mehr Eingestellten ein Qualitätsverlust verbunden, denn der ist schlechter als der Schlechteste von denen, die sonst eingestellt worden wären. Bei einem Einzelnen ist das kaum messbar, bei 300 sehr wohl.
Das zu erkennen ist keine Raketenwissenschaft und selbstverständlich jedem Verantwortungsträger in- und außerhalb der Behörde bekannt

Dass dabei weiterhin die von der Behörde vor gut 8 Jahren festgelegten Mindeststandards gelten, ist (bisher) selbstverständlich. Deshalb wurden eben auch in den letzten Einstellungsverfahren die Zielzahlen nicht erreicht.
Die Innenverwaltung sieht das etwas anders und beabsichtigt eine "Billigpolizei" mit Kurzausbildung zu installieren, um das Sicherheitsgefühl durch Präsenz zu erhöhen, wenn nicht genügend "richtige Polizisten" eingestellt werden können. Dort würde man auch eine Senkung der Anforderungen für reguläre Polizisten unkritisch sehen, gegen die sich die Behörde aber bisher erfolgreich gewehrt hat. Ob das künftig unter der Präsidentin von Staatssekretärs Gnaden so bleiben wird, steht in den Sternen.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Habakuk2 » Do 20. Dez 2018, 16:03

Und eben deswegen wünsche ich mir von einigen Führungsebenen deutlichere (und ehrliche) Worte in Richtung politische Führung. Kritisches Hinterfragen ist doch so angesagt, nur ab einer bestimmten Ebene scheint da alter Kadavergehorsam zu herrschen. Auch mein Vorgesetzter muss sein Handeln ja begründen und ein Schlichtes "Ist politisch so gewollt, basta." reicht eben nicht.

Das geht jetzt aber nicht speziell in deine Richtung.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 20. Dez 2018, 16:24

Habakuk, wie ich gerade schon sagte, ist das bereits auf politischer Ebene bekannt. Und ich kann Dir versichern, dass es bei den Verantwortlichen der SE Pers und des Einstellungsbüros keinen Kadavergehorsam gibt. Wir sagen, was wir zu sagen haben, ob man es hören will oder nicht. So agiere ich also nicht nur hier. Meine Chefs ebenso wenig.

Allerdings haben wir eben auch keine Lösung für das Problem, dass in den nächsten Jahren viele tausend Pensionierungen anstehen und bei guter Konjunktur sich alle um die wenigen guten Schulabgänger balgen. Ebenso können wir keinen Einfluss darauf nehmen, dass sinnvollerweise Schulabgänger wieder halbwegs ordentlich Deutsch schreiben können sollten.

Allein ein Festhalten an den derzeitigen Anforderungen, die ja hier von Einigen schon als zu gering angesehen werden, wird in den nächsten Jahren zu einem Rückgang der Einstelllungszahlen und damit einer Ausdünnung der Personaldecke führen. Die vielfach geforderte Anhebung der Anforderungen würde in wenigen Jahren zur Funktionsuntüchtigkeit der Behörde führen.

Ich persönlich sehe hier auch für die Politik keine großen Handlungsoptionen.
Aus Sicht der Polizei müssten wir schon fast auf einen Konjunktureinbruch und höhere Arbeitslosigkeit hoffen.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon krisjugo » Do 20. Dez 2018, 21:27

mal eben zusammengefasst:

1) Die Anforderungskriterien haben sich nicht geändert. Mindeststandards müssen erfüllt werden.
2) In der Vergangenheit konnte unter denjenigen, die die Mindeststandars erfüllt haben, nochmal kräftig selektiert werden. (Fiktiv: Mindeststandard = 60% aller möglichen Punkte, eingestellt wurden im Ergebnis alle mit mind. 80% Punkte, da viele "Überqualifizierte" dabei waren.
3) Aktuell werden alle mit (fiktiv) mind. 65% aller möglichen Punkte eingestellt, da nicht so viele "Überqualifizierte" dabei sind.
4) Die Standards wurden folglich nicht gesenkt, sondern wurden in der Vergangenheit durch eine "Bestenauslese" gefühlt angehoben.

Bitte korrigiert micht, wenn ich etwas falsch darstelle.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon IndianaBln » Sa 22. Dez 2018, 10:56

mistam hat geschrieben:
Do 20. Dez 2018, 11:56
Ach ja, an der PA hat man das zwischenzeitlich auch erkannt und verabschiedet sich vom zwischenzeitlichen Kuschelkurs und Campus-Feeling.
Das äußert sich wie?
Die einzige Veränderung die ich wahrgenommen habe ist, dass wir 7:30:00 antreten und 07:30:46 wieder abtreten und 20 min später Feierabend haben, weil dadurch sich die Unterrichtszeiten verschieben
„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Bertolt Brecht

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Sa 22. Dez 2018, 10:59

Das wirst Du merken, wenn Du "unrund läufst".

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon IndianaBln » Sa 22. Dez 2018, 11:05

Dann werd ich das wohl nie merken. Da aber jede Klasse ihren/ihre Unrunden hat, kann ich durchaus beurteilen, dass Sanktionen sich meist auf ein Gespräch mit dem Klassenlehrer beschränken.
„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Bertolt Brecht

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Sa 22. Dez 2018, 11:17

Ja, was sollte Deiner Meinung nach die erste Sanktion sein? Nachsitzen?
Veränderungen liegen insbesondere in der Art der Durchführung dieser Gespräche und Sanktionen bei ausbleibender Besserung.
Letztlich aber ist das im Detail nicht mein Thema. Klar ist, dass die Schulleitung schärfer gegen Problemschüler vorgehen will.


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