Arme Bundeshauptstadt.

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mistam
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » So 20. Jan 2019, 11:46

Dass Lehrkräfte unterschiedliche Qualität haben, ist weder ein auf Berlin, noch auf Polizei begrenztes Problem.
Deutschlehrer sind übrigens "echte Lehrer", also keine Polizisten. Ansonsten ist natürlich auch das Personal an der PA knapp bemessen. Für jedes Fach mehrere Vertretungslehrer für den Fall von Erkrankungen o. ä. vorzuhalten, ist da nicht möglich. Die aktuell hohen Einstellungszahlen sollen ja eben diese Personaknappheit beheben, sind für die PA aber natürlich schwer zu bewältigen.

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SirJames
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon SirJames » So 20. Jan 2019, 12:09

krisjugo hat geschrieben:
So 20. Jan 2019, 11:27
SirJames hat geschrieben:
So 20. Jan 2019, 11:08
Syzygy hat geschrieben:
So 20. Jan 2019, 04:07

Ähm nein? Ich bin etwas konsterniert... werd ich zu alt oder wieso stimme ich mit dieser Aussage *grundsätzlich* nicht überein? Das tut nicht jeder. Das aktive "versuchen" schonmal gar nicht, das passive Entgegennehmen von durch die Aktivitäten Anderer erlangten Prüfungslösungen vielleicht einige, aber auch noch lange nicht jeder. Darf ich mich als Ausnahme oder gar dumm betrachten, weil ich noch nie in meinem Leben auf die Idee kam, eine Prüfung bescheißen zu wollen?

Und selbst wenn es so wäre, dass Schüler/Azubis heutzutage so regelmäßig versuchen, dass man ihnen das Bewusstsein für ein Fehlverhalten gar nicht mehr zurechnen kann, so würde ich zumindest von Leuten, die bei der POLIZEI in der Ausbildung sind, dieses Bewusstsein erwarten wollen. Also würde mir ein Polizeischüler den ich dabei erwischt habe im Nachgespräch was davon erzählen wollen, dass das doch alle machen würden, den würde ich fragen, ob er eigentlich noch alle Latten am Zaun hat und weder weiß was das hier für eine Veranstaltung ist noch ob er den Sinn einer Prüfung mit seinen geistigen Kapazitäten erfassen kann. Sorry, aber ich kann so eine Einstellung nicht nachvollziehen.

Dass es kein polizeispezifisches Problem ist, da bin ich voll dabei. Nein ist es nicht und nein, ein "Skandal" ist es auch nicht. Es ist Fehlverhalten einzelner, aber dass sollte bitteschön auch weiterhin genau so betrachtet und nicht relativiert werden.
Guten Morgen,

ich sehe das ganz genauso.

Gruß
Dass ihr beide pauschal und generell nie versucht habt bzw. nie versuchen würdet an Lösungen von bevorstehenden Prüfungen zu gelangen, ehrt euch. Für mich persönlich ist das schwer vorstellbar. Wenn ein Mitstreiter, sei es in der Grund-, Ober- oder Hochschule,prüfungsrelevante Erkenntnisse hat, und er diese aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf rein legalem Wege beschafft hat, war ich keiner derjenigen, die Augen und Ohren verschlossen haben, wenn er Inhalte preisgab. Auch die von Lehrenden unbeaufsichtigt gelassenen Unterlagen waren kurz vor Prüfungen höchst attraktiv. Den Delinquenten, der diese in Augenschein nahm, habe auch ich danach gefragt, ob er etwas prüfungsrelevantes ausspionieren konnte.

Würde mich mal interessieren, wie ihr euch in derartigen Situationen verhalten habt.
Moin,

ich habe in meinem Leben privat wie auch beruflich mehr als genug Fehler gemacht. Ich kenne meine Schwächen sehr genau, aber nein, "betrogen", ob nun mit Spickzetteln, Handy, Erlangen von Prüfungsinhalten etc. habe ich nie. Ist einfach nicht mein Stil und ich hätte, um ehrlich zu sein, auch zu viel Schiss gehabt, dass man mich erwischt.

Abgesehen davon wurden mir weder während des Abiturs, des Studiums noch in der Ausbildung mD Prüfungsinhalte angeboten, mal abgesehen von Fachlehrern, die im Vorlauf zu Prüfungen während des Unterrichts ein paar Tipps gaben was vermutlich drankommen würde.

Hätte ich von Mitschülern oder Kommilitonen derlei angeboten bekommen - weiß ich nicht ob ich angenommen hätte. Evtl. ja, vielleicht auch nicht. Ich hatte das aber nie zu entscheiden. Nach meiner Ansicht verlangt der Polizeiberuf eine gewisse innere Haltung, auch schon während der Ausbildung. Und dazu zählt für mich u.a., dass man zumindest versucht gerade zu bleiben, sich Problemen zu stellen. Vielleicht habe ich deswegen auch nur mit befriedigend abgeschlossen, Faulheit und mangelnder Intellekt mal außen vor gelassen.

Gruß
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Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Do 24. Jan 2019, 10:48

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/ ... m-31921422

Ein schönes Beispiel wie empfindlich der Bereich Social Media ist.

Polizei und rumalbern ist eben eine Gratwanderung.

Für mich hat das das Niveau von „auf Streife“ :pfeiff:

https://www.spiegel.de/panorama/berlin- ... 0-amp.html

Hier noch ein besserer Artikel. Gefällt mir zumindest besser


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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 24. Jan 2019, 10:50

Schön, dass man da direkt bei Machtmissbrauch und metoo ist.
:lah:

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Do 24. Jan 2019, 10:54

Es gibt immer Schreiberlinge, die jede Gelegenheit nutzen, um auf den Skandalzug aufzuspringen.

Man muss aus einer Mücke keinen Elefanten machen.

Es ist jedoch albern und unseriös - meine Meinung.


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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Knaecke77 » Do 24. Jan 2019, 11:34

Die Frage, ob es Aufgabe einer (seriösen) Sicherheitsbehörde ist, via Twitter als Kuppler aufzutreten, darf meiner Überzeugung nach schon gestellt werden....

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 24. Jan 2019, 11:48


Officer André hat geschrieben:.

Man muss aus einer Mücke keinen Elefanten machen.

Es ist jedoch albern und unseriös - meine Meinung.
Das sehe ich auch so. Beides.

Das Gesülze von #metoo, von Machtmissbrauch, Machtgefälle und Stalking ist aber völlig überzogen.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Do 24. Jan 2019, 12:08

Überzogen und lächerlich.
Verschwörungstheorien


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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Trooper » Do 24. Jan 2019, 12:24


mistam hat geschrieben: Das Gesülze von #metoo, von Machtmissbrauch, Machtgefälle und Stalking ist aber völlig überzogen.
Das liegt daran, daß das entsprechende Klientel schon dann ein Machtgefälle wittert, wenn am Sonntagmorgen ein Mann vor ihnen in der Schlange beim Bäcker steht...

Vielleicht hätte ich ja auch mal ein Faß bei Twitter aufmachen sollen, als gestern beim Kinderschwimmen eine Mami mit Gören ganz selbstverständlich in die Männerumkleide gelatscht ist, in der ich mich gerade umzog, und sich da fertig gemacht hat.

Der fällige #aufschrei unterblieb dann aber, weil mir noch rechtzeitig einfiel, daß ich ja nicht zu #metoo gehöre, sondern zu #medontgiveashit.

Was die Berliner Kiste angeht: ich finds gut. Und falls der Kollege dadurch die Frau seines Lebens finden sollte, war der ganze Shitstorm ein gutes Investment.

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Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Do 24. Jan 2019, 12:58

Sehr unwahrscheinlich.
Aber gut, ist ja sein Bier
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Old Bill » Do 24. Jan 2019, 13:23

KLICK

...mehr fällt mir leider dazu nicht ein
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Do 24. Jan 2019, 13:33

Wie die Polizeien sich auf ihren Social Media Kanälen positionieren und präsentieren, ist nunmal ein Thema der aktuellen Zeit.

Von den Machtpanikern mal abgesehen, zeigen die Reaktionen durchaus, wie sensibel diese Kanäle sind.

Ich habe übrigens gar kein Twitter, Instagram und wie sie alle heißen




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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Knaecke77 » Sa 26. Jan 2019, 12:53

Der Pöbler, der in Berlin einen Polizeiangestellten attackiert hat, ist gefasst.


https://www.bild.de/video/clip/uebergri ... .bild.html

Polizei fasst U-Bahn-Pöbler dank Twitter-Video[

Es ist ein bemerkenswerter Fall mit Aufregerpotenzial: Die Berliner Polizei hat einen 23-jährigen Mann festgenommen, der in der U-Bahn einen uniformierten Angestellten der Berliner Polizei angepöbelt, bespuckt und bedroht hat. Doch ohne die sozialen Medien wäre das vermutlich nie möglich gewesen. Der Fall offenbart die Grenzen der Strafverfolgungsbehörden, den Einfluss der sozialen Medien und das Empörungspotenzial über angeblich mangelnde Zivilcourage. 

Aber von vorn: Seit Sonntag kursierte ein Video in sozialen Medien, das zeigt, wie ein Fahrgast einen Polizisten in der U-Bahn beleidigt und bedrängt. Der Videoausschnitt dauert eine halbe Minute: Er zeigt, wie ein junger Mann in einer Berliner U-Bahn einen Polizisten des Objektschutzes anpöbelt und schubst. "Ich habe weder Respekt vor Vater Staat, weder Respekt vor dir. Auf deine scheiß Uniform rotze ich, Alter. Hast du gerade gesehen?", sagt der Mann mit aggressiver Gestik. Der beschimpfte Polizist bleibt ruhig, versucht deeskalierend zu wirken. Der Vorfall ereignete sich Freitag vergangener Woche gegen 15 Uhr in der U5 zwischen Wuhletal und Kaulsdorf Nord.
(........)
Objektschützer sind nicht für Situationen wie diese geschult

Im Gegensatz zu Vollzugsbeamten haben Objektschützer der Polizei eine kürzere Ausbildung und sind daher nicht jahrelang für Situationen wie diese geschult worden. Zudem haben sie weniger Vollzugsrechte als Polizeibeamte. Die Rechte von ZOS-Angestellten, legitim Gewalt und unmittelbaren Zwang anzuwenden, sind im Vergleich zu Beamten deutlich eingeschränkt.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/poli ... 12636.html
Ohne jetzt konkret zu wissen, ob der Objektschützer die Freifahrtregelung für uniformierte Beamte in Anspruch genommen oder sich ein Ticket gezogen hat: Gehören Objektschützer zum Personenkreis, die diese "Annehmlichkeit" überhaupt nutzen düften? :gruebel:

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Sa 26. Jan 2019, 13:31

Stimmt, das weißt du nicht. Und welche Rolle spielt es diesem Zusammenhang?
Abgesehen davon zeigt gerade diese Situation, dass es eben vielleicht doch keine Annehmlichkeit ist, in Berlin uniformiert den ÖPNV zu nutzen.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Knaecke77 » Sa 26. Jan 2019, 13:51

Auch hier im Ländle würde ich nicht in Uniform irgendwo hinfahren, selbst für lau nicht.
Mir ist nicht bekannt, ob Objektschützer bewaffnet sind oder nicht. Wenn sie es sind, dürfen sie ihr Eqickment sicherlich nicht mit nach hause nehmen. Da dies, wie auch die Nutzung der Freifahrtegelung, Zöllnern ebenfalls untersagt ist, interessiert es mich, wie man das in Berlin mit den Objektschützern geregelt oder nicht geregelt hat. Immerhin hat der Dienstherr ja auch eine Fürsorgepflicht. :polizei1:


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