m/w/d

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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Syzygy
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Re: m/w/d

Beitragvon Syzygy » Do 23. Mai 2019, 13:19

Das ist leider so. Bei uns war genau diese Diskussion bereits Thema. Neue Stellen sind seit einigen Monaten immer als m/w/d ausgeschrieben, am Arbeitsplatz sind jedoch nur m/w Toiletten verfügbar (und auch in der baulichen Planung der Gebäude so berücksichtigt). Dies benachteiligt faktisch jedoch potenzielle d-Mitarbeiter. Die Diskussion mit den anwesenden Juristen und der Chefetage und der Mitarbeitervertretung war haarsträubend.

Die Juristen vertraten den Standpunkt, dass man d-Toiletten vorhalten MÜSSE, wenn man d-Stellen ausschreibt. Auch wenn derzeit noch gar keine gebraucht werden. Es sei denn man würde alle Toiletten generell als Unisex-Toiletten gestalten, dann wäre es auch d zumutbar, diese zu nutzen. Dagegen lief dann die Gleichstellungsbeauftragte Sturm, scheinbar ist es Frauen nicht zumutbar, mit Männern eine Toilette zu teilen... Gegen die d-Toiletten stemmte sich natürlich die Chefetage, angesichts der Kosten von mehreren 100.000€ für genau 0 Mitarbeiter die diese aktuell nutzen würden. Gegen den Vorschlag, d dürfe sowohl m- als auch w-Toiletten nutzen oder sich aussuchen ob er/sie/es m- oder w-Toiletten nutzt, wetterte dann wieder die Mitarbeitervertretung, weil sich jeder andere auch nicht aussuchen dürfte wo er kackt und mit Rosinenpickerei für eine Minderheit wolle man gar nicht erst anfangen.

Als normaler Mitarbeiter kann man angesichts dieses Affentanzes nur noch mit dem Kopf schütteln.
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Re: m/w/d

Beitragvon Officer André » Do 23. Mai 2019, 13:26

Der Arbeitgeber meiner besseren Hälfte, hat einfach ein WC für Herren und ein WC für Damen + divers. Weil es ja einzelne Kabinen gibt. Hat bisher keiner benötigt.
Aber in der Theorie ist es vorhanden
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: m/w/d

Beitragvon schutzmann_schneidig » Do 23. Mai 2019, 13:50

Gibt es noch Klärungsbedarf zu Fragen mit direktem Polizeibezug? Eine allg. Diskussion über Mitarbeitertoiletten, die sich in jeder Behörde oder Firma stellt, gehört jedenfalls nicht dazu.
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Re: m/w/d

Beitragvon Controller » Do 23. Mai 2019, 16:56

Wir verhalten uns grundsätzlich menschlich und sind Menschen und ihren Sorgen gegenüber tolerant - solange man uns auch vernünftig behandelt (Waldformel).


Ich möchte mich ausdrücklich von diesem Müll ausnehmen :!: :polizei4:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: m/w/d

Beitragvon ostkev » Do 23. Mai 2019, 18:47

Das hier von dir geschriebene finde ich doch arg grenzwertig!
vladdi hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 04:38
....
Ob Trans- / Inter- / Multisexuell, m/w/d die Frage sollten sie sich stellen, was haben sie falsch gemacht, dass sie durchsucht werden.
Wenn man schon eine besondere Anerkennung seiner Situation fordert, warum achtet man nicht die Situation der anderen und macht eine Durchsuchung gegen sich erforderlich?
Ist dir vielleicht nicht bewusst, dass körperliche Durchsuchungen durchaus auch Teil einer gründlicheren Zollkontrolle (§10(3) ZollVG) sein können? Und da bewegen wir uns noch nicht einmal in der Strafprozessordnung. Was hat denn jemand bereits falsch gemacht, der vom Zoll kontrolliert wird?
"Personen dürfen nur von Bediensteten ihres Geschlechts durchsucht werden; dies gilt nicht, wenn eine sofortige Durchsuchung zum Schutz gegen eine Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist.", dürfte doch klar und deutlich formuliert sein.
Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert, dies auch in den betreffenden Gesetzen praktikabel umzusetzen, auch wenn dieses 3. Geschlecht absoluten Seltenheitswert hat.
Allen die hier schrieben: "ist mir doch egal- ich lege einfach fest, Mann oder Frau" empfehle ich die Lektüre des Art.20(3)GG.

Zum Polizeibezug:
Die Chance im echten Leben auf eine "diverse" Person zu treffen und diese als solche zu erkennen, dürfte bei allen die Pässe von Personen abfordern können wohl am größten sein. Denn nur dort und in der Geburtsurkunde ist es vermerkt.

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Re: m/w/d

Beitragvon vladdi » Do 23. Mai 2019, 18:54

10 (3) ... Personen können bei Vorliegen zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte dafür....

Einfach so körperlich durchsuchen macht der Zoll wohl auch nicht; damit ist meine Aussage auch in Anbetracht einer Zollkontrolle nicht böse.

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Re: m/w/d

Beitragvon mistam » Do 23. Mai 2019, 19:12


ostkev hat geschrieben: "Personen dürfen nur von Bediensteten ihres Geschlechts durchsucht werden; dies gilt nicht, wenn eine sofortige Durchsuchung zum Schutz gegen eine Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist.", dürfte doch klar und deutlich formuliert sein.
Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert, dies auch in den betreffenden Gesetzen praktikabel umzusetzen, auch wenn dieses 3. Geschlecht absoluten Seltenheitswert hat.
Allen die hier schrieben: "ist mir doch egal- ich lege einfach fest, Mann oder Frau" empfehle ich die Lektüre des Art.20(3)GG.
Zunächst mal hat hier niemand geschrieben, dass es egal sei.
Solange der Gesetzgeber keine Regelung getroffen hat, wird eine praktikable Lösung von der Exekutive gefunden werden müssen. Wie gesagt, auch das (Grund)gesetz kann nicht dazu führen, Unmögliches möglich machen zu müssen.

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Re: m/w/d

Beitragvon ostkev » Do 23. Mai 2019, 19:24

mistam hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 19:12
Zunächst mal hat hier niemand geschrieben, dass es egal sei.
Ach wirklich? :lupe:
Ghostrider1 » Mittwoch 22. Mai 2019, 21:33
Hat der was zwischen den Beinen hängen, ist es ein Mann, auch wenn der sich gerade nicht danach fühlt.
Praktikabel ist es durchaus in diesen und in Zweifelsfällen einen Arzt bzw. eine Ärztin hinzuzuziehen, denn die dürfen Personen beiderlei, jetzt dreierlei Geschlecht unter- und damit auch durchsuchen.

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Beitragvon mistam » Do 23. Mai 2019, 19:31

Nein, ist es nicht, z.B. bei DS zur Eigensicherung.
Vielleicht habe ich nen Augenfehler, aber von "ist mir egal" lese ich in dem Zitat nichts.

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Beitragvon ostkev » Do 23. Mai 2019, 19:41

mistam hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 19:31
Nein, ist es nicht, z.B. bei DS zur Eigensicherung.
Vielleicht habe ich nen Augenfehler, aber von "ist mir egal" lese ich in dem Zitat nichts.
Die Durchsuchung zur Eigensicherung habe ich schon vorher bereits ausgenommen.
Es geht hier um Durchsuchungen die damit nicht begründet werden können.

Zu deinem Augenfehler kann ich nichts sagen.

Die zitierte Aussage ist erkennbar anmaßend.

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Re: m/w/d

Beitragvon mistam » Do 23. Mai 2019, 19:47

Wie auch immer. Du darfst sicher sein, dass auch diverse Personen von Frauen oder Männern durchsucht werden.
Ist "divers" denn überhaupt ein Geschlecht oder eben gerade KEIN Geschlecht?
Dann dürfte es ohnehin schwierig sein, eine Dienstkraft gleichen Geschlechts zu finden.

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Beitragvon ostkev » Do 23. Mai 2019, 20:00

mistam hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 19:47
Wie auch immer. Du darfst sicher sein, dass auch diverse Personen von Frauen oder Männern durchsucht werden.
Ich schrieb bereits, dass dies kein Problem darstellt, wenn diese Arztkittel tragen. ;D

Ist "divers" denn überhaupt ein Geschlecht oder eben gerade KEIN Geschlecht?
Dann dürfte es ohnehin schwierig sein, eine Dienstkraft gleichen Geschlechts zu finden.
Die Frage hat der Gesetzgeber doch beantwortet, indem er das dritte Geschlecht den beiden anderen gleichgestellt hat, egal was du oder ich davon halten. Und wie ich schon schrieb, liegt es jetzt auch am Gesetzgeber, das was er eingerühert hat, zu Ende zu bringen und praktikabel zu gestalten. Die Änderung von Pass-, Melde und Personenstandgesetzen allein reicht da wohl nicht aus.

übrigens: Die ARD berichtete am 9. Mai 2019 auf Basis einer parlamentarischen Anfrage, dass (bisher) 69 Personen als „divers“ eingetragen wurden, davon 3 zur Geburt.

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Beitragvon Officer André » Do 23. Mai 2019, 20:19

Betrachten wir die Ursache für die Geschlechterregelung.

Verletzung des Schamgefühls einer Person ( und auch Schutz der Beamten vor Vorwürfen der sexuellen Belästigung. )

Ist das Schamgefühl einer diversen Person denn verletzt, wenn der Beamte nicht ebenfalls dem diversen Geschlecht angehört?
Oder ist die individuelle Wahl zwischen m und w Beamten ausreichend?

Ich kenne keine diverse Person und kann somit nicht sagen, wie diese Person das empfindet. Vermutlich ganz unterschiedlich.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Beitragvon ostkev » Do 23. Mai 2019, 20:26

Ich könnte mir vorstellen, dass die wenigen Personen die es betrifft und die zudem noch einen Personenstands-Änderung ins drittes Geschlecht vornehmen lassen haben, durchaus darauf achten werden, dass dieses als eigenständiges - mit allen Rechtsfolgen - akzeptiert wird.
Für die Praxis ist es sicherlich schwierig dabei nicht "Trittbrettfahrern" durch pures Behaupten aufzusitzen, da im Perso ja kein Geschlecht vermerkt ist und nicht jeder seinen Reisepass dabei hat. Einen Rechtsanspruch dürften ja nur die "Umgeschriebenen" haben.

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Re: m/w/d

Beitragvon vladdi » Do 23. Mai 2019, 20:33

Es wird ja akzeptiert.
Und die Person, der Mensch wird durchsucht...


... von einem m/w Polizisten

Nicht zum Spaß, nicht aus Jux und Dollerei
Ein Arzt wird keine Durchsuchung durchführen, das ist eine hoheitliche Aufgabe der Polizei.

Maßgeblich wird das körperliche Geschlechtsteil sein, wonach sich entscheidet, wer sie durchsucht.


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