Warten auf A10

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Warten auf A10

Beitragvon vual » Do 18. Jul 2019, 11:22

Hallo zusammen,

in Pollis FAQ wird die Frage behandelt, ist jedoch einige Jahre alt.

Kann man abschätzen wie lange man nach dem Studium im Schnitt auf den POK wartet?

Auch interessant die Wartezeit vom POK zum PHK

Primär interessiere ich mich für NRW. Erfahrungen aus anderen Ländern/Bund sind aber auch gut :)
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Re: Warten auf A10

Beitragvon Luk91 » Do 18. Jul 2019, 12:46

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten.

In welche Behörde kommst du nach dem Studium(?), auf welche Dienststelle kommst du (?), wie gut machst du deine Arbeit(?) , wie gut sind die Kollegen in deiner Vergleichsgruppe(?), wie hängt sich der Vorgesetzte bei der Punktevergabe für dich rein(?) und viele andere Punkte spielen da mit ne Rolle.

Von 4 Jahren bis ü20 Jahre auf den POK warten, hab ich schon vieles gesehen.
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Re: Warten auf A10

Beitragvon MICHI » Do 18. Jul 2019, 16:41

vual hat geschrieben:Hallo zusammen,

in Pollis FAQ wird die Frage behandelt, ist jedoch einige Jahre alt.

Kann man abschätzen wie lange man nach dem Studium im Schnitt auf den POK wartet?

Auch interessant die Wartezeit vom POK zum PHK

Primär interessiere ich mich für NRW. Erfahrungen aus anderen Ländern/Bund sind aber auch gut :)
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Gute Leute werden zeitgerecht, weniger gute warten ewig.
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Re: Warten auf A10

Beitragvon chigurh » Do 18. Jul 2019, 16:59

vual hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 11:22
Erfahrungen aus anderen Ländern/Bund sind aber auch gut :)
Du wirst deswegen zwar nicht nach Bayern wechseln.... aber da du gefragt hast:

Von A 9 nach A10 sind es 3 Jahre (für jeden Direkteinsteiger)
...von A10 in A11 in der Regel zwischen 3 und 3,75 Jahre.
http://www.mit-sicherheit-anders.de
Ab 2018 Bewerbungen bis 31J möglich!

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Re: Warten auf A10

Beitragvon Luk91 » Fr 19. Jul 2019, 11:52

MICHI hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 16:41
Leistung, Eignung und Befähigung.

Gute Leute werden zeitgerecht, weniger gute warten ewig.
Okay, den muss ich mir merken! :polizei2:
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Re: Warten auf A10

Beitragvon Polli » Fr 19. Jul 2019, 23:04

Hi vual,

du kannst heutzutage davon ausgehen, dass du bei guten Leistungen nach ca. 6 - 7 Jahren
nach Beendigung der Ausbildung zum POK, zur POK´in befördert wirst.

Es dauert weitere 6 - 7 Jahre zum PHK.

Gruß :polzei2:
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Re: Warten auf A10

Beitragvon vladdi » Sa 20. Jul 2019, 06:16

Ich finde die Frage nach Wartezeiten immer am Grundsatz vorbei.

Es gilt das Leistungsprinzip.

Warten klingt so, als ob jeder nach einer gewissen Zeit dran ist.
Leider verkommt es auch dazu.
Gegen ein echtes Zeitprinzip hätte ich nichts - haben wir jedoch nicht.

Vermutlich ist die Frage nach Wartezeit gar nicht so gemeint, sondern bezieht sich auf durchschnittliche Zeiten bei durchschnittlichen Leistungen.
Ich habe jedoch das Gefühl, dass immer mehr vergessen, dass die Beförderungsrangfolge eine Rangliste nach erbrachten Leistungen ist. Gerade bei meiner Behörde sind derzeit Massenbeförderungen, da wird dieser Punkt der Leistung zu oft vergessen.

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Re: Warten auf A10

Beitragvon 1957 » Sa 20. Jul 2019, 08:48

Ein Zeitprinzip wäre grob ungerecht und verfassungswidrig.

Klar, es gibt keine "Gerechtigkeit". Dafür ist das System Maßstäbe/Leistungsmessung/Leistungsbewertung/Beurteilung auch viel zu komplex.

Und Leistung ist nicht der einzige Aspekt. Manchmal wird Leistung durch Stellen ein wenig relativiert.
Es gibt immer nur so viele Beförderungen, wie der Finanzminister Stellen genehmigt.

Es gibt durchschnittliche "in etwa" Wartezeiten, die Michi auch schon klar benannt hat. In den Bundesländern gibt es Unterschiede.

Wartezeiten können sich erheblich nach oben und unten ändern. Derzeit deuten die Zeichen auf "nach oben".

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Re: Warten auf A10

Beitragvon vladdi » Sa 20. Jul 2019, 09:44

Ich finde ein Zeitprinzip nicht ungerecht, sondern als Anerkennung für geleistete Dienste

Jedoch kann das dahinstehen, da wir das nicht haben und eine Änderung der Verfassung unwahrscheinlich ist.

Die Note (Beurteilung) und damit Listenplatz in der Beförderungsrangfolge ist die Summe aus der gezeigten Leistung (Qualität) über einen Zeitraum (Quantität) im Abgleich seiner Vergleichsgruppe und Tätigkeitsfeld.

Dazu kommt natürlich der Haushalt - bis zu welchem Listenplatz befördert wird. Bei der Bundespolizei gibt es zur Zeit Beförderungen ohne Ende. Manche können sich gar nicht wehren. Das führt leider auch dazu, dass herausragende Leistung weniger Anerkennung findet, wenn eh jeder befördert wird. Durch Vereinfachtes Aufstiegsverfahren von PHMz zu A10 gibt es einen Stau bei den PKs (teilweise/ in anderen Direktionen wurde der PK mit Wegfall der Probezeit POK)

Aber das ist ja eine andere Behörde

Wer gut in fleißig ist, der hat auch gute Chancen befördert zu werden. Wobei auch Gute teilweise warten müssen und Leistungsverweigerer teilweise nicht lange genug warten müssen.

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Re: Warten auf A10

Beitragvon Challenger » Sa 20. Jul 2019, 11:45

vladdi hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 09:44
Bei der Bundespolizei gibt es zur Zeit Beförderungen ohne Ende. Manche können sich gar nicht wehren. Das führt leider auch dazu, dass herausragende Leistung weniger Anerkennung findet, wenn eh jeder befördert wird.
In Hessen leider auch. Hier bekommt aktuell z.B. jeder die A10, sobald es laufbahnrechtlich möglich ist - egal wie schlecht man ist...

Hier könnte man (und müsste es streng genommen auch!) mit einer Rückkehr zum Leistungsprinzip für die A10 viel Geld sparen sowie fachlich herausragende, leistungsstarke Kollegen motivieren und belohnen. Hessen bietet in dieser Form momentan nichts, so dass die Leistungsträger ihre Motivation aus sich heraus (oder dem Zusammenhalt einer tollen Dienstgruppengemeinschaft) schöpfen müssen.

Das ist in meinen Augen ein Irrweg, der hoffentlich bald wieder verlassen wird!
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Re: Warten auf A10

Beitragvon 1957 » Sa 20. Jul 2019, 12:48

VLaddi, ein echtes Zeitsystem honoriert lediglich vergangene Zeit, nicht Kompetenz und tatsächliche Leistung.
Das entspräche dem tatsächlichen "Polizei"leben nicht.

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Re: Warten auf A10

Beitragvon MICHI » Sa 20. Jul 2019, 12:50

1957 hat geschrieben:VLaddi, ein echtes Zeitsystem honoriert lediglich vergangene Zeit, nicht Kompetenz und tatsächliche Leistung.
Das entspräche dem tatsächlichen "Polizei"leben nicht.
Und auch nicht Art. 33 GG
Gruß
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Re: Warten auf A10

Beitragvon Inspektor_GER » Sa 20. Jul 2019, 14:37

1957 hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 12:48
VLaddi, ein echtes Zeitsystem honoriert lediglich vergangene Zeit, nicht Kompetenz und tatsächliche Leistung.
Das entspräche dem tatsächlichen "Polizei"leben nicht.
Wie schon von Challenger geschrieben, ist das "Zeitsystem" in Hessen für die Beförderung in die A10 allein ausschlaggebend. Es wird JEDER befördert, der formell beförderungsfähig ist, also schon ein Jahr Lebzeitbeamter ist. Da könnt ihr hier noch so oft auf "Eignung, Leistung, Befähigung" verweisen, in Hessen gilt dieses Prinzip bei der Beförderung in die A10 einfach nicht, was auch von keinem Vorgesetzten bestritten wird.

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Re: Warten auf A10

Beitragvon MICHI » Sa 20. Jul 2019, 14:44

Inspektor_GER hat geschrieben:
1957 hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 12:48
VLaddi, ein echtes Zeitsystem honoriert lediglich vergangene Zeit, nicht Kompetenz und tatsächliche Leistung.
Das entspräche dem tatsächlichen "Polizei"leben nicht.
Wie schon von Challenger geschrieben, ist das "Zeitsystem" in Hessen für die Beförderung in die A10 allein ausschlaggebend. Es wird JEDER befördert, der formell beförderungsfähig ist, also schon ein Jahr Lebzeitbeamter ist. Da könnt ihr hier noch so oft auf "Eignung, Leistung, Befähigung" verweisen, in Hessen gilt dieses Prinzip bei der Beförderung in die A10 einfach nicht, was auch von keinem Vorgesetzten bestritten wird.
Bis einmal jemand dagegen klagt, weil er sich ungerecht behandelt fühlt.

Gibt einige VW Gerichtsurteile zu diesem Thema.
Gruß
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Re: Warten auf A10

Beitragvon RafaelGomez » Sa 20. Jul 2019, 15:16

MICHI hat geschrieben:
Inspektor_GER hat geschrieben:
1957 hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 12:48
VLaddi, ein echtes Zeitsystem honoriert lediglich vergangene Zeit, nicht Kompetenz und tatsächliche Leistung.
Das entspräche dem tatsächlichen "Polizei"leben nicht.
Wie schon von Challenger geschrieben, ist das "Zeitsystem" in Hessen für die Beförderung in die A10 allein ausschlaggebend. Es wird JEDER befördert, der formell beförderungsfähig ist, also schon ein Jahr Lebzeitbeamter ist. Da könnt ihr hier noch so oft auf "Eignung, Leistung, Befähigung" verweisen, in Hessen gilt dieses Prinzip bei der Beförderung in die A10 einfach nicht, was auch von keinem Vorgesetzten bestritten wird.
Bis einmal jemand dagegen klagt, weil er sich ungerecht behandelt fühlt.

Gibt einige VW Gerichtsurteile zu diesem Thema.
Wer sollte denn klagen, wenn absolut jeder befördert wird? Und einen Verstoß gg ELB sehe ich durch das Prinzip Wegfall Probezeit = Beförderung auch nicht. Wird ja jeder, der diese (einzige) Voraussetzung erfüllt, also keine Benachteiligung.
Dass dieses Prinzip große Nachteile beinhaltet schrieb Challenger ja bereits, da gehe ich auch mit.
Kritik an zu vielen Beförderungen ist natürlich ein Luxusproblem. Und das aus Hessen... ;-)


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