Zollbeamte & die deutsche Bahn

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

Moderator: Team Zoll

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Buford T. Justice
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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Buford T. Justice » So 28. Jul 2019, 10:18

Indem man wie verfährt?
:applaus:

Knaecke77
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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Knaecke77 » So 28. Jul 2019, 10:49

Deine Frage bezieht sich auf die Frage der Berlin-Bonn-Flüge oder die JobTickets für Zollbeamte?

Ersteres: Alle Ministerien und nachgeordnete Behörden die gem. Berlin/Bonn-Gesetz noch in Bonn residieren, ziehen sukzessive nach Berlin um. Als Ausgleich erhält Bonn temporäre Beihilfen um den Übergang gestalten zu können.
Innerhalb Berlins besteht eher kein Bedarf an ministeriellen Flugreisen.
Setzt natürlich entsprechende politische Mehrheiten voraus, die bereit sind, dass Berlin/Bonn-Gesetz abzuwickeln.
Will man das nicht, könnte das Verbot dienstlicher inländischer Flüge, der Ausbau schneller Bahnverbindungen, sowie der massive Ausbau und Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel eine Alternative darstellen.

Zweitens: Die GZD sollte alle HZÄ anweisen, mit den örtlichen Verkehsverbünden in Verhandlungen einzutreten. Auf Landesebene ist man hier schon wesentlich weiter.
Gerade für die Angehörigen des mD wäre dies ein Gewinn, da viele Kolleginnen und Kollegen aufgrund der massiv gestiegenen Immobilienpreise genötigt werden, jeden Tag zu ihren Dienststellen zu pendeln, da man sich die Mieten in den Metropolen nicht mehr leisten kann.

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Buford T. Justice
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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Buford T. Justice » So 28. Jul 2019, 11:27

Das Jobticket stelle ich in keiner Weise in Frage. Da müssten verschiedene Behörden langsam aus dem Quark kommen. Meine bietet es an, bloß empfinde ich die Bahnverbindung als nicht zumutbar (unter anderem, weil sie an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen ist...).
Knaecke77 hat geschrieben:
So 28. Jul 2019, 10:49
[...]da man sich die Mieten in den Metropolen nicht mehr leisten kann.
Diesen Halbsatz empfinde ich in Bezug auf Deine Idee der Bonnabwicklung aus sich selbst erklärenden Gründen allerdings als prägnant.

Hier im Forum kann ich öfters lesen, wie unzumutbar es für den Bundesbeamten ist, sich ein Stück zur Stelle zu bewegen, weil man sich ja schließlich die einzig wahre Existenz in Form abzuzahlender Realitäten aufgebaut hat.
:applaus:

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon fmaster2000 » So 28. Jul 2019, 20:21

Dass die Dienstherrn mehr für ihre Bedienstete machen müssen, ist jedem bewusst.
Junge Sekretäre auch Inspektore finden keine bezahlbare Mietwohnungen in den Ballungsräumen. Und sind dafür noch mindestens 3 Jahre nach der Ausbildung am Dienstort gebunden.

Daher sind viele gezwungen zu Pendeln. Dass nur Dienstkleidungsträger eine kostenfreie Fahrt erlaubt wird, finde ich falsch. Somit würde die Frust unter den Kollegen noch mehr erhöhen.

Was ist den der Unterschied zwischen einem ZS der im SG C / E und der ZI im SG A / B sein Dienst verrichtet, welche in der selben Dienstgebäude sitzen. Der eine hat Dienstkleidung und der andere nicht.

Daher sollte man für jedermanns ein Lösung finden.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon kegelbert » Mo 29. Jul 2019, 17:25

Ich stelle mal eine gewagte These in den Raum. Die geringste Ungleichbehandlung erreicht man, indem man für absolut niemanden eine Extrawurst brät. Warum um Himmels willen sollte ein Zöllner kostenlos Bahn fahren, nur weil er Zöllner ist? Das lässt sich übrigens auch auf das Zulagenwesen u. ä. übertragen.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon ostkev » Mi 31. Jul 2019, 11:53

kegelbert hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 17:25
Ich stelle mal eine gewagte These in den Raum. Die geringste Ungleichbehandlung erreicht man, indem man für absolut niemanden eine Extrawurst brät. Warum um Himmels willen sollte ein Zöllner kostenlos Bahn fahren, nur weil er Zöllner ist? Das lässt sich übrigens auch auf das Zulagenwesen u. ä. übertragen.
Danke. :zustimm: Damit sprichst du das aus, was mir in diesem Zusammenhang auch durch den Kopf ging.
Welche "Extrawurst" kann denn der Handwerkergeselle oder der/die zu Mindestlohn beschäftigte in Anspruch nehmen, der/die neben dem ach so armen Zöllner im ÖPNV sitzt oder steht?
Bleibt einfach mal auf dem Boden der Realität.
Das "kostenlos"-Fahrangebot war ursprünglich für Vollzugsbeamte gedacht, die in Uniform und damit jederzeit als solche erkenn- und ansprechbar im ÖPNV reisen. Eine Maßnahme die Sicherheit suggerieren soll, wobei die Verkehrsmittelbetreiber natürlich das eingesparte Sicherheitspersonal gegenrechnen.
Wer das in Kauf nimmt und auch damit rechnen muss, dahingehend vom üblichen Klientel provoziert zu werden, dem sei die Freifahrt gegönnt. Für Leute die bei An-und Abreise einfach ihre Ruhe haben wollen, ist das bestimmt nichts. Zumal einzeln reisende Zöllner in Uniform ohne Einsatzmittel ganz schlechte Karten haben, wenn es hart auf hart kommt.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Knaecke77 » Fr 2. Aug 2019, 15:32

fmaster2000 hat geschrieben:
So 28. Jul 2019, 20:21

Daher sollte man für jedermanns ein Lösung finden.
Solange Zolls sein Handwerkszeugs nicht mit nach Hause nehmen darf, halte ich nichts davon, dass auch Zollbedienstete in Dienstkleidung kostenlos die Bahn nutzen dürfen.

Allerdings gäbe es da ja noch zahlreiche andere Optionen (Zuschüsse des AG, JobTickets etc ) , um pendelnde Mitarbeiter des eD und des mD zu unterstützten.

Man würde sich beim Dienstherrn etwas mehr Begeisterung für dieses Thema wünschen. Die Interessenvertretungen haben sich meiner Überzeugung nach auch noch nicht intensiv genug hier eingebracht.

Die meisten Kollegen würden solche Unterstützung vermutlich einer "Freifahrtregelung" in DK vorziehen, die den Nutzer zu bestimmten Dienstleistungen für die Bahn verpflichten würde.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon unbekannte » Fr 2. Aug 2019, 20:00

Und was ist mit den Dienstkleidungsträgern, die nicht im Vollzugsdienst sind? Ich halte es für schwierig, diesen die kostenlose Fahrt zu gestatten, obwohl sie im Ernstfall gar nicht wüssten, wie sie eingreifen sollen.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Apollo » Fr 2. Aug 2019, 20:06

Wenn dann macht es nur Sinn ZVB das zu gestatten und auch nur wenn sie die entsprechende Ausrüstung mitführen dürfen.

Uniform allein reicht nicht, zumal Angehörige der Zollämter auch keine bahnpolizeiliche Eilzuständigkeit haben.
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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon kegelbert » Fr 2. Aug 2019, 23:23

Knaecke77 hat geschrieben:
Fr 2. Aug 2019, 15:32

... Allerdings gäbe es da ja noch zahlreiche andere Optionen (Zuschüsse des AG, JobTickets etc ) , um pendelnde Mitarbeiter des eD und des mD zu unterstützten. ...
Ich erkenne an, dass es hier im Einzelfall hohe Kosten für den einzelnen Bediensteten geben kann. Wenn dein Wunsch ist, dass der Zoll Jobticket-Konditionen aushandelt, deren Kosten dann aber zu 100 % vom Nutzer getragen werden, bin ich auch bei dir.
Einen Zuschuss sehe ich jedoch kritisch. Erstens fehlt es an der rechtlichen Grundlage. Gut, die könnte man schaffen. Aber wenn es darum geht, Einzelne - hier: Nutzer des ÖPNV- ohne anderen Beweggrund zu privilegieren, wird sofort die nächste Neid- bzw. Ungleichbehandlungsdebatte aufgemacht. Denn auch ein Pendler, der z. B. einen Pkw nutzt/nutzen muss, hat Kosten und zwar im Einzelfall höhere als ein Bahnfahrer.

Auf die Beschränkung deiner Forderung auf den eD/mD gehe ich mal nicht näher ein.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Knaecke77 » Sa 3. Aug 2019, 08:19

kegelbert hat geschrieben:
Fr 2. Aug 2019, 23:23

Ich erkenne an, dass es hier im Einzelfall hohe Kosten für den einzelnen Bediensteten geben kann. Wenn dein Wunsch ist, dass der Zoll Jobticket-Konditionen aushandelt, deren Kosten dann aber zu 100 % vom Nutzer getragen werden, bin ich auch bei dir.
Einen Zuschuss sehe ich jedoch kritisch. Erstens fehlt es an der rechtlichen Grundlage. Gut, die könnte man schaffen. Aber wenn es darum geht, Einzelne - hier: Nutzer des ÖPNV- ohne anderen Beweggrund zu privilegieren, wird sofort die nächste Neid- bzw. Ungleichbehandlungsdebatte aufgemacht. Denn auch ein Pendler, der z. B. einen Pkw nutzt/nutzen muss, hat Kosten und zwar im Einzelfall höhere als ein Bahnfahrer.

Auf die Beschränkung deiner Forderung auf den eD/mD gehe ich mal nicht näher ein.
JobTickets gibt es ja bereits. Leider ist die Anzahl der teilnehmenden Verkehrsverbünden nicht besonders groß. Das Angebot muss unbedingt verbessert werden. Interessierte Kollegen sollten den örtlichen Personalrat darauf ansetzten.

Für alle Interessierten: Beim Jobticket handelt es sich um ein Angebot der DB/ (einiger) Verkehrsverbünde für ein vergünstigtes Ticket für Bedienstete des Bundes.
https://www.bva.bund.de/DE/Services/Bun ... _node.html

Ich halte es durchaus für legitim, dass der Dienstherr den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV finanziell versüsst. Immerhin ist es ja erklärtes Ziel der Bundesregierung den CO2-Ausstoß (auch der Straße) deutlich zu reduzieren.
Nun ist mir allerdings bewusst, dass Kollegen die Schichtdienst leisten und/oder auf dem flachen Land wohnen, nur sehr beschränkt den ÖPNV nutzen können.
Für diesen Kollegenkreis könnte ich mir (unter bestimmten Bedingungen) durchaus einen "Benzin-Zuschuss" des AG vorstellen. Diesen Zuschuss benötigt der ZAM eher nicht, während ein ZOS durch die hohen Spritkosten schon arg gebeutelt werden kann.

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Buford T. Justice » Sa 3. Aug 2019, 09:51

Also hat der ZAM für das Erreichen seiner Laufbahn nichts getan und sich seinen daraus resultierenden Lebensstandard nicht verdient, so dass er ruhig draufzahlen kann?
:applaus:

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Knaecke77 » Sa 3. Aug 2019, 11:40

Buford T. Justice hat geschrieben:
Sa 3. Aug 2019, 09:51
Also hat der ZAM für das Erreichen seiner Laufbahn nichts getan und sich seinen daraus resultierenden Lebensstandard nicht verdient, so dass er ruhig draufzahlen kann?
Ein Benzin-Zuschuss wäre (es gibt ihn ja nicht) für mein Dafürhalten eine aus sozialen Erwägungen gezahlte Zulage des Dienstherrn für die unteren Besoldungsstufen. Ähnlich wie die Ballungsraumzulage (die manche BL ja gewähren) nicht allen zufließt, wäre es meiner Überzeugung nach ungerecht, den ZAM dem ZHS gleichzustellen und beiden eine Zulage in gleicher Höhe zu gewähren. :polizei4:
Staatsbeamte, die in München oder dem Umland leben, bekommen vermutlich bald mehr Geld. Das Kabinett beschloss am Dienstag, die Ballungsraumzulage für den öffentlichen Dienst um die Hälfte zu erhöhen. Aktuell beträgt sie monatlich 79,91 Euro pro Mitarbeiter und 21,31 Euro pro Kind; sie wird bis zu einer Grenze von 3478 Euro Monatseinkommen bezahlt. Künftig würden, wenn der Landtag zustimmt, etwa 40 Euro mehr pro Monat gezahlt, also knapp 500 Euro im Jahr. Ziel der Erhöhung sei es, insbesondere die Mitarbeiter der unteren und mittleren Einkommensgruppen zu unterstützen, teilte die Staatskanzlei mit. 
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ba ... -1.3759423

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Buford T. Justice » Sa 3. Aug 2019, 12:34

Und soll das Benzingeld dann gerechterweise pauschal jeder in der jeweiligen Besoldungsgruppe bekommen oder gerechterweise entsprechende der tatsächlichen Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort?
:applaus:

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Re: Zollbeamte & die deutsche Bahn

Beitragvon Knaecke77 » Sa 3. Aug 2019, 13:15

Buford T. Justice hat geschrieben:
Sa 3. Aug 2019, 12:34
Und soll das Benzingeld dann gerechterweise pauschal jeder in der jeweiligen Besoldungsgruppe bekommen oder gerechterweise entsprechende der tatsächlichen Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort?
Sinnig wäre, die tatsächliche Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort als Berechnungsgrundlage für den Zuschuss anzusetzen. Die Frage ist, ob der Verwaltungsaufwand dann nicht zu hoch und eine tatsächliche Pauschale nicht zielführender wäre? Letztendlich sprechen wir aber über ungelegte Eier.

Das Thema muss erst mal über die Personalvertretung in die Gremien transportiert werden.


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