Das Beurteilungssystem in NRW - Beförderungungen

Auswahlverfahren und Ausbildung

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Das Beurteilungssystem in NRW - Beförderungungen

Beitragvon Polli » Mo 29. Nov 2004, 23:41

Ein Gast hatte eine Frage:

Mal eine Frage zu dem Thema:
Was ist ausschlaggebend für eine Beförderung?

Nennt mir mal ein paar Beispiele wann man befördert wird!

Vielen Dank!!!!!! …



.....................................................


Hi Gast,

in erster Linie ist die
Beurteilung ausschlaggebend.


Alle drei Jahre werden die Polizeibeamten, i. d. R. von ihren
direkten Vorgesetzten, beurteilt.

In NRW gibt es ein Punkteschema. :juggle:


Dabei wird innerhalb einer Vergleichsgruppe beurteilt.

Eine Vergleichsgruppe sind z. B. alle Kommissare, die in einer Behörde Dienst machen.


:arrow: 5 Punkte ist das Beste was es gibt. :jump:

Max. 10 % können der KollegInnen können diese 5 Punkte erhalten.


:arrow: 4 Punkte können max. 20 % der KollegInnen einer Vergleichsgruppe bekommen.

:arrow: 3 Punkte erhält der Löwenanteil aller KollegInnen.

:arrow: 2 Punkte erhalten nur sehr wenige KollegInnen.

:arrow: 1 Punkt - na, ja - kaum jemand


Direkt nach der Ausbildung wird man Kommissar. :jump:

Man kann nicht sofort zum Oberkommissar befördert werden, :sad:
da man noch eine Probezeit - von i. d. R. 3 Jahren erfüllen muss.

Nach der Beendigung dieser 3jährigen Probezeit besteht noch eine -nach meinem Wissen-
12 monatige Beförderungssperre.

...............................................

Von der Landesregierung werden nach einem Verteilerschlüssel
Beförderungsstellen an die jeweiligen Behörden abgegeben.

...............................................

Jetzt erhält die Behörde z. B. zwei Oberkommissarsstellen = Besoldungsgruppe A 10.

...............................................

Wenn nun zwei Kommissare, die o.g. Voraussetzungen für eine Beförderung erfüllen,
und die selbe Beurteilung haben, geht es i. d. R. nach der Verweildauer im Beförderungsamt.
Das nennt sich dann Hilfskriterium.

:arrow: Verweildauer im Beförderungsamt - auf Hochdeutsch: Wie lange ist jemand bereits Kommissar.

Angenommen, beide haben zur gleichen Zeit ihre Fachprüfung gemacht, folgt das nächste Hilfskriterium.

Das könnte z. B. der Diensteintritt in die Polizei sein.

Wenn der Dienstantritt zur gleichen Zeit war, folgt das nächste Hilfskriterium.

Das könnte z. B. das Lebensalter sein,
oder der Familienstand ( Anzahl von Kindern).

...............................................

Pauschal kann man sagen, dass das Beurteilungssystem und die damit verbundenen
Beförderungsmöglichkeiten eine sehr komplizierte Materie sind. :gruebel:

Da gibt es viele Richtlinien, die man hier in einem Forum nicht aufzählen kann,
da sie kaum jemand verstehen würde, geschweige denn lesen :les: würde.


Ich hoffe, ich konnte einen kurzen Überblick :lupe: geben. :ja:

Gruß ;)
Zuletzt geändert von Polli am So 19. Apr 2009, 00:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Polli » Di 30. Nov 2004, 13:56

Hier ein Beispiel,
wie der berufliche Werdegang zum Thema Beförderungsmöglichkeiten aussehen könnte:

http://www.copzone.de/phpbb3/viewtopic. ... 3777#13777

Gruß ;)
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Beitragvon Gerrit » Di 30. Nov 2004, 19:22

Hey,


habe mich auch schon lange gefragt, wie das funktioniert !

:)

Wie sieht es eigentlich in einer großen Dienststelle aus, muss man besonders gut sein, um befördert zu werden?
Woran erkennen die Kommissare das, ich meine es ist ja sicher nicht möglich, mit allen mal Streife gefahren zu sein.

Könnte man sich also 7-8 Jahre vergebens reinhängen und bleibt trotzdem immer bei der gleichen Stufe ? Nur weil z.B. der Kollege einen besseren draht zu den kommissaren hat? Oder weil er 4 Kinder hat ?

:mrgreen:

gruß
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Beitragvon greedo » Di 30. Nov 2004, 19:36

äh, ich glaube du hast da was falsch verstanden:
du bist selbst kommissar. alle kommissare werden von ihrem vorgesetzten bewertet. ebenso alle oberkommissare. es bewerten immer die vorgesetzten die untergebenen (mir fällt gerade kein anderes wort ein). nicht kollegen der geleichen stufe einander (also kommissare bewerten nicht kommissare).

gruß, jan

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Beitragvon Markus82 » Di 30. Nov 2004, 19:54

@ Gerrit
In der Regel schreibt der DGL (Dienstgruppen Leiter) die Beurteilung für die Beamten in seiner Dienstgruppe. Er ist der unmittelbare Vorgesetzte.....und der kriegt auch alles mit.

Gruß Markus
Infos zur Ausbildung in Köln:
www.jg-koeln.de

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Beitragvon Ginger » Di 30. Nov 2004, 20:34

Hallo Polli.... :respekt:


man man man... was du da mal eben schnell beschrieben hast, durfte ich mir in X Vorlesungen :schlaumeier: ( allerdings noch mit ein paar netten §§ geschmückt :loldev: ) anhören... na ja manchmal muss man halt auch den Umweg nehmen um ans ziel zu kommen.... :wersuchet:

Also einen schönen Gruß aus Münster

Die Ginger

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Beitragvon Polli » Mi 1. Dez 2004, 00:00

Hi Gerrit,

greedo und Markus haben es sehr gut beschrieben. :gut:

Im Wach- und Wechseldienst ist der DGL (Dienstgruppenleiter) derjenige,
der seine Leute beurteilt.

Er hat jeden Tag unmittelbaren Kontakt mit seinen Leuten und er kann erkennen, wie seine Leute arbeiten.

Das gleiche gilt für andere Dienststellenleiter.

Glaube mir, mit seiner entsprechenden Lebenserfahrung :tanz:
erkennt man seine Schweinchen :snoopy: sehr schnell am Gang.

Genauso erkennt man sehr schnell, ob jemand Lust und Laune :jump:
an seinem Beruf hat.

@ Ginger,

danke für dein Lob :!:

Ich versuche mich so zu artikulieren, dass mich jeder verstehen kann.

Meistens klappt es. :rofl:

Gruß ;)

Polli (NRW)

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