Heilfürsorge vs. Beihilfe Niedersachsen

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Heilfürsorge vs. Beihilfe Niedersachsen

Beitragvon Technix » So 21. Jul 2019, 11:46

Moin,

ich bin aktuell PKA an der PA Niedersachsen. Vor Beginn meines Studiums habe ich mich von einem Versicherungsvertreter beraten lassen. Dieser hat mir zur Beihilfe geraten, weshalb ich eine private Krankenversicherung abgeschlossen habe.

Nach Beginn meines Studiums habe ich erfahren, dass sich fast alle Kollegen für die Heilfürsorge entschieden haben. Darauf habe ich meinen Versicherungsvertreter angesprochen, woraufhin dieser mir erklärte, dass alle anderen sich falsch entschieden hätten. Dass die Leistungen bei einer guten PKV über denen der Heilfürsorge liegen, ist glaube ich klar (auch wenn man mit den Zusatztarifen näher an die PKV heranrücken kann).

Nun aber der Knackpunkt: Mir wurde erklärt, dass die PKV zwar während der Dienstzeit teurer sei, aber im Pensionsalter trotz Anwartschaft sehr viel günstiger sei als bei den Kollegen, die vorher in der Heilfürsorge waren. Wohl sogar so, dass es sich auch finanziell auf lange Sicht lohnen würde in die Beihilfe zu gehen. Das hat mich natürlich stutzig gemacht. Warum sollte ich in die Heilfürsorge gehen, wenn die PKV 1. bessere Leistungen hat und 2. auf lange Sicht günstiger ist?

Ich habe viel zu dem Thema gelesen, aber ich habe weder vergleichbare Rechnungen gefunden, noch würde ich mir Ansatzweise Expertenwissen bescheinigen. Deswegen wünsche ich mir einfach Hilfe von jemandem der Ahnung von dem Thema hat. Vielleicht kann da jemand was zu sagen.

Bevor die Frage auftaucht: Aufgrund eines organisatorischen Fehlers meinerseits, habe ich bisher nicht offiziell auf die Heilfürsorge verzichtet und bin so trotz einer bestehenden PKV (die ich bisher noch nicht genutzt habe) in der Heilfürsorge versichert.

Vielen Dank im Voraus für die Hilfe!

Zoll-Pensionär
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Re: Heilfürsorge vs. Beihilfe Niedersachsen

Beitragvon Zoll-Pensionär » Di 23. Jul 2019, 11:53

Hallo,
ich bin schon immer in der privaten Krankenversicherung gewesen und bin es noch. Als Bundesbeamter gibt es ja dazu keine Alternative. Ich habe auch einen Bekannten der bei der Polizei in Baden-Württemberg ist. Als Pensionär beträgt mein Beihilfesatz 70%. Aktuell bezahle ich für meine Private Krankenversicherung 185 Euro im Monat. Wäre ich noch im Dienst hätte ich einen Beihilfeanspruch von 50%. Das wäre dann ein Monatsbeitrag von ca. 308 Euro. Die Pflegeversicherung ist eingerechnet. Ich bezahle dafür zur Zeit 22 Euro im Monat. Siie muss in jedem Fall abgeschlossen und bezahlt werden, auch in den Ländern mit Heilfürsorge. Ich habe keine beonderen Zusatzleistungen in meiner PKV abgeschlossen. Wenn ich eine neue Brille brauche, bekomme ich einen Festbetrag, der nicht annährend die Kosten deckt. Von der Beihilfe gibt es dafür nichts. Medikamente werden von der Krankenversicherung bezahlt. Die Beihilfe arbeitet da mit Festbeträgen. Muss man ein Medikament auf Dauer einnehmen, lohnt sich ein Blick auf das Rezept, ob es zum verordneten Medikament eine Alternative gibt.
Ärzte und Krankenhäuser erstellen halt Rechnungen, in der Regel nach dem 2,3 fachen Satz der Gebührenordnung. Diese Rechnungen muss man bei der Beihilfestelle und der Krankenkasse dann vorlegen. Die Bearbeitungszeit ist unterschiedlich, so 4 Wochen muss man schon einkalkulieren. Der Arzt und das Krankenhaus wollen durchaus das Geld früher haben. Also, muss man ggf. in Vorlage treten. Mein Bekannter in Baden-Württemberg (Polizeibeamter) kennt das alles nicht. Er hat freie Heilfürsorge. Beim Arzt oder im Krankenhaus wird seine Karte eingelesen, das wars für ihn. Dass er irgendwo bei einem Arzt abgelehnt wurde. weil er nicht privat versichert ist, ist ihm noch nie untergekommen. Man muss natürlich freie Heilfürsorge und Heilfürsorge nochmals unterscheiden. Soweit mir bekannt ist, muss man in Niedersachsen einen bestimmen Prozentsatz vom Bruttogehalt bezahlen, wenn man die Heilfürsorge wählt. Aber da kocht jedes Land sein eigenes Süppchen. Was die Heilfürsorge genau leistet, kann man sicher in einer Heilfürsorgeverordnung nachlesen. Das sollte man tun, bevor man sich festlegt. PKV bzw, Heilfürsorge. Vorteile einer privaten Versicherung halte ich persönlich für überschaubar. Bei meinem Hausarzt sitze ich auf meinem Stuhl im Wartezimmer und warte wie jeder Andere bis ich dran bin. Es gibt wenige Fachärzte, die bei der Terminvergabe etwas "schneller" sind wie bei gesetzlich versicherten. Aber auch dort wartet man gedultig, bis man an der Reihe ist. Fazit für mich, ich bräuchte keine private Krankenversicherung. Ich käme mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung völlig aus. Was mir bei meiner privaten Krankenversicherung aufgefallen ist, sie erhöhen die Beiträge im Alter ständig. Klar, ich kann ja jetzt auch die Versicherung nicht mehr wechseln. Zur Anwartschaft noch etwas: Eine " kleine" Anwartschaft sagt aus, dass man von der Versicherung aufgenommen und nicht abgelehnt wird. Wie hoch der Beitrag dann ist, kann man kaum hochrechnen. Die "kleine "Anwartschaft wird ab einem Euro Monatsbeitrag angeboten. Eine "große" Anwartschaft grantiert einem auch die Aufnahme und stellt einem so, als hätte man laufend Beiträge bezahlt. Natürlich kann man da auch nur Hochrechnungen anstellen. was man dann mit 62 Jahren zahlen muss. Allerdings ist die "große" Anwartschaft relativ teuer und die Monatsbeiträge steigen auch immer mal an. Wäre ich jetzt in deiner Situation, ganz klares ja zur Heilfürsorge, zumal ich persönlich davon ausgehe, dass sich das gnaze Versicherungssystem eh ändert und auch Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung kommen. Hoffe ich konnte ein wenig helfen,

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Re: Heilfürsorge vs. Beihilfe Niedersachsen

Beitragvon Vollzugsbub » Mi 24. Jul 2019, 02:29

Zoll-Pensionär hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 11:53
Mein Bekannter in Baden-Württemberg (Polizeibeamter) kennt das alles nicht. Er hat freie Heilfürsorge. Beim Arzt oder im Krankenhaus wird seine Karte eingelesen, das wars für ihn. Dass er irgendwo bei einem Arzt abgelehnt wurde. weil er nicht privat versichert ist, ist ihm noch nie untergekommen. Man muss natürlich freie Heilfürsorge und Heilfürsorge nochmals unterscheiden. Soweit mir bekannt ist, muss man in Niedersachsen einen bestimmen Prozentsatz vom Bruttogehalt bezahlen, wenn man die Heilfürsorge wählt.
Damit fängst doch schon alles an: Zum jetzigen Zeitpunkt bis zum Ende des Lebens 2 Stellen, die für die Abrechnung der Kosten
zuständig sind, alles auf Antrag (obwohl jetzt wird's besser durch PKV und Beihilfe-App) in Vorkasse treten, Bearbeitungszeiten
der Stellen bis man seine Kohle zurück hat, jährlich saftige Erhöhung der Beiträge etc. pp. = alles Kappes........!

War vorher 10 Jahre bei der AOK = Gesundheitskarte durchziehen durch Scanner, fertig ist der Salat.
es gibt viele fettnäpfchen, so viele das sie für alle reichen............


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